{"id":96,"date":"2020-04-05T21:43:13","date_gmt":"2020-04-05T19:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/?p=96"},"modified":"2020-04-28T21:06:39","modified_gmt":"2020-04-28T19:06:39","slug":"kolloquium-online-als-mosaikartiges-blog-erste-ideen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/2020\/04\/05\/kolloquium-online-als-mosaikartiges-blog-erste-ideen\/","title":{"rendered":"Kolloquium online als mosaikartiges Blog \u2013 erste Ideen"},"content":{"rendered":"<p>Meinen Beitrag zu unaufgeregten Online-Lehrformen aufgreifend m\u00f6chte ich kurz erste Ideen f\u00fcr die Lehr- und Lernform &#8222;Kolloquium&#8220; pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Es geht um folgenden Kurs:<\/p>\n<ul>\n<li>Kurstitel: Arabistik als Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft<\/li>\n<li>Lehr- und Lernform: Kolloquium<\/li>\n<li>zugeh\u00f6rig zum Modul: Forschungsperspektiven der Arabistik<\/li>\n<li>Studiengang: MA Arabistik<\/li>\n<li>Fachsemester: 3<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Qualifikationsziele und Kursinhalte<\/h3>\n<p>Laut Studien- und Pr\u00fcfungsordnung dienen Kolloquien der Pr\u00e4sentation und Diskussion selbstst\u00e4ndig erarbeiteter Fachkenntnisse insbesondere zur Vorbereitung auf die Masterarbeit sowie der Vertiefung methodischer und theoretischer Zug\u00e4nge f\u00fcr eigene Fragestellungen.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach sollten Kolloquien fester Bestandteil von Vertiefungsphasen sowohl in Bachelor- als auch in Masterstudieng\u00e4ngen sein; bestenfalls dienen sie dabei nicht nur der Vorbereitung auf die Abschlussarbeit, sondern trainieren allgemein die Kompetenz, eigene und fremde Ans\u00e4tze zu reflektieren, in Austausch \u00fcber Ideen zu treten und diese verst\u00e4ndlich zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund habe ich im Vorlesungsverzeichnis explizit darauf hingewiesen, dass sich das Kolloquium, wie ich es angedacht habe, auch f\u00fcr Bachelorstudierende in der Vertiefungsphase eignet. Au\u00dferdem sind Arabischkenntnisse nicht unbedingt n\u00f6tig, um die <strong>Qualifikationsziele<\/strong> f\u00fcr diese Lehrveranstaltung zu erreichen. Diese habe ich wie folgt gefasst:<\/p>\n<ul>\n<li><span lang=\"DE\">Die Studierenden sind in der Lage, sich in Blog-Beitr\u00e4gen in essayistischer Form\u00a0<\/span>verschiedenen Gegenst\u00e4nden der Arabistik als literatur-, sprach- und kulturwissenschaftliche Disziplin zu n\u00e4hern;<\/li>\n<li>sie k\u00f6nnen verschiedene Theorien und Methoden der Arabistik in ihrer disziplin\u00e4ren Breite anwenden, um erste Ideen f\u00fcr die wissenschaftliche Bearbeitung verschiedener Gegenst\u00e4nde zu entwickeln;<\/li>\n<li>sie haben die F\u00e4higkeit, sich in Blog-Kommentaren kritisch mit den Ideen anderer auseinanderzusetzen und diese knapp und konstruktiv in schriftlicher Form zu kommentieren;<\/li>\n<li>sie haben ein Bewusstsein f\u00fcr die Etikette bei der Kommunikation in wissenschaftlichen Blogs.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich m\u00f6chte versuchen, das in der Wissenschaftskommunikation durchaus verbreitete <strong>Bloggen<\/strong> f\u00fcr die Umsetzung dieser Lehrveranstaltungsform im \u00a0virtuellen Raum nutzbar zu machen und die Studierenden damit in Kontakt zu bringen.\u00a0Inhaltlich liegt der Fokus\u00a0dabei auf der Frage, wie theoretische und methodische Ans\u00e4tze f\u00fcr die Arbeit mit Prim\u00e4rtexten und anderen kulturellen Zeugnissen fruchtbar gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die <strong>Kursinhalte<\/strong>\u00a0lassen sich dementsprechend formulieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Studierenden entwerfen eigene Ideen zur wissenschaftlichen Bearbeitung von verschiedenen \u201aarabistischen\u2018 Untersuchungsgegenst\u00e4nden in Form von Blog-Beitr\u00e4gen;<\/li>\n<li>sie \u00fcben die schriftliche Darstellung und Diskussion von Ideen und Ans\u00e4tzen anderer in Form von Blog-Kommentaren;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich stelle mir den Ablauf der Lehrveranstaltung so vor, dass in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ein &#8218;Gegenstand&#8216; pr\u00e4sentiert wird, zu dem die Studierenden \u00fcberlegen, wie dieser Gegenstand in einer schriftlichen Arbeit bearbeitet werden k\u00f6nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Fragestellungen ergeben sich?<\/li>\n<li>Welche theoretischen und methodischen Ans\u00e4tze eigenen sich?<\/li>\n<li>Was f\u00fcr Sekund\u00e4rliteratur findet sich?<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gegenst\u00e4nde werden variieren: vom Romantext, Manuskriptfolio oder Koranvers \u00fcber Musikvideoclips, Hollywood-Filme oder Videogames, bis hin zu Inschriften, Architektur oder\u00a0<em>oral poetry<\/em>. Die Studierenden werden ermuntert, selbst Vorschl\u00e4ge zu machen, die dann im Blog kommentiert werden und gegebenenfalls in einem Forum in Blackboard weiter diskutiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Blog-Beitr\u00e4ge zur essayistischen Ann\u00e4herung an die jeweiligen Gegenst\u00e4nde sollen eine L\u00e4nge von 500 W\u00f6rtern* nicht \u00fcberschreiten; es geht darum, eine gewisse Spontaneit\u00e4t und B\u00fcndigkeit im Umkreisen der Gegenst\u00e4nde zu bewahren, den Studierenden aber auch genug Raum zu einer gewissen methodischen und\/oder theoretischen Entfaltung zu lassen. Blog-Beitr\u00e4ge sind keine wissenschaftlichen Hausarbeiten; als Dozentin m\u00f6chte ich hier sehen, dass die Studierenden ihren Ideen verst\u00e4ndlich verschriftlichen k\u00f6nnen und Reflexionsverm\u00f6gen hinsichtlich der Ideen anderer zeigen.\u00a0Dabei muss nicht jeder Gegenstand jede Woche von den Studierenden in Form eines Essay-Blog-Beitrags verarbeitet werden; die F\u00e4higkeit zur Ideenentwicklung und konstruktiven Kritik kann sich ebenso in Blog-Kommentaren zeigen.<\/p>\n<h3>Was noch offen ist &#8230;<\/h3>\n<p><strong>L\u00e4nge der Blogbeitr\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>Aktuell stelle ich mir vor, dass jede Woche ein neuer Gegenstand pr\u00e4sentiert wird. Allerdings m\u00f6chte ich es den Studierenden \u00fcberlassen, welche Gegenst\u00e4nde sie bearbeiten oder kommentieren.<\/p>\n<p>Momentan gehe ich von 10 Gegenst\u00e4nden bis zum Ende des Semesters aus. F\u00fcr die aktive Teilnehme sollen die Studierenden eine Anzahl (mindestens) x von diesen Gegenst\u00e4nden als essayistischen Blog-Beitrag bearbeitet.<\/p>\n<p>Des Weiteren sollen sie in Form von Blog-Beitr\u00e4gen R\u00fcckmeldung zu den Ideen anderer geben; auch hier habe ich mich noch nicht f\u00fcr eine Mindestanzahl von Kommentaren entschieden.<\/p>\n<p><strong>Live-Sessions<\/strong><\/p>\n<p>Aktuell habe ich nur eine Videokonferenz angesetzt, n\u00e4mlich f\u00fcr die allererste Sitzung; aber auch das muss nicht unbedingt sein; weitere Sessions dieser Art sind aus meiner Sicht nicht geplant; ich stehe den Studierenden aber wie gewohnt in Video- und Chat-Sprechstunden w\u00e4hrend des Semesters zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Im Prinzip teste ich mit diesem Szenario eine zur\u00fcckhaltende Form der Online-Lehre, die g\u00e4nzlich in einem asynchronen Format mit wenig Unmittelbarkeit und niedriger Bandbreite aufgeht. Ich hoffe, dass das Blog-Format gen\u00fcgend Anreize zur Kollaboration und zum Austausch bietet.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlichkeit des Blogs<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich pl\u00e4diere ich f\u00fcr das direkte, spontane und jederzeit zug\u00e4ngliche Kommunizieren von Wissenschaft. Aus diesem Grund m\u00f6chte ich f\u00fcr die Lehrveranstaltung ein \u00f6ffentliches Blog anlegen, in dem ich die Studierenden als &#8222;Autoren&#8220; hinzuf\u00fcge, sodass sie ihre eigenen Blog-Beitr\u00e4ge und Kommentare selbst bearbeiten, ver\u00f6ffentlichen und l\u00f6schen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00f6chte ich aber meine Studierenden nicht zur \u00d6ffentlichkeit zwingen. Daher habe ich \u00fcberlegt, den Studierenden anzubieten, dass sie mir ihre Blog-Beitr\u00e4ge, sofern sie sie nicht selbst ver\u00f6ffentlichen, im Voraus schicken k\u00f6nnen (z. B. \u00fcber die Tagebuchfunktion in Blackboard) und ich sie dann mit dem Hinweis &#8218;anonymer Blog-Beitrag&#8216; o. \u00c4. ver\u00f6ffentliche.<\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr Kommentare.\u00a0Zwar k\u00f6nnte ich hier in den Diskussionseinstellungen der FU-(WordPress-)Blogs durchaus zulassen, dass Benutzer zum Kommentieren keinen Namen und keine E-Mail-Adresse angeben m\u00fcssen; dies w\u00fcrde allerdings die Quantifizierung und Qualifizierung der aktiven Teilnahme der Studierenden beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>In der ersten Sitzung werde ich mit den Studierenden die Frage nach \u00f6ffentlicher Wissenschaftskommunikation und Themen wie\u00a0<em>open access<\/em> und\u00a0<em>code of conduct<\/em> beim Bloggen diskutieren.<\/p>\n<h3>Abschlie\u00dfend<\/h3>\n<figure id=\"attachment_97\" aria-describedby=\"caption-attachment-97\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-97\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/files\/2020\/04\/michael-humphries-JP2yYeV8zUM-unsplash-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/files\/2020\/04\/michael-humphries-JP2yYeV8zUM-unsplash-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/files\/2020\/04\/michael-humphries-JP2yYeV8zUM-unsplash-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/files\/2020\/04\/michael-humphries-JP2yYeV8zUM-unsplash-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/mummelthei\/files\/2020\/04\/michael-humphries-JP2yYeV8zUM-unsplash-1200x2133.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 85vw, 169px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-97\" class=\"wp-caption-text\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@thegreyspot?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Michael Humphries<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/mosaic?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich hoffe, dass sich m\u00f6glichst viele Studierende in diesem Sommersemester an diesem Blog beteiligen; vielleicht hat es ja sogar dar\u00fcber hinaus Bestand<\/p>\n<p>Auch werde ich den Er\u00f6ffnungsbeitrag derart offen gestalten, dass auch Gastkommentare (oder sogar Beitr\u00e4ge) von Studierenden anderer F\u00e4cher \u00a0willkommen sind, obwohl das Blog den Masterstudierenden der Arabistik explizit dazu dient, die aktive Teilnahme in einem Teil des Moduls\u00a0<em>Forschungsperspektiven der Arabistik\u00a0<\/em>zu erbringen. Den Austausch mit Studierenden anderer F\u00e4cher stelle ich nicht an erste Stelle, denke aber, dass dieser belebend wirken kann.<\/p>\n<p>Am Ende des Semesters wird sich das Blog vermutlich als Mosaik von Ideen und Gedankeng\u00e4ngen zu verschiedenen Themenfeldern der Arabistik und dar\u00fcberhinaus zeigen \u2013 zumindest w\u00fcrde ich mich dar\u00fcber freuen.<\/p>\n<h3>Ideen? Kommentare?<\/h3>\n<p>Liebe Mitlesende \u2013 ob Ihr nun Lehrende, Studierende, Wissen-Schaffende oder Wissen-Kommunizierende, Menschen in Leitungspositionen im Bereich Studium und Lehre, oder einfach nur Interessierte seid,<\/p>\n<p>kommentiert gern meine Ideen hier!<\/p>\n<p>Noch ist der Beginn der Vorlesungszeit wenige Wochen hin und da ich mich stets in Flexibilit\u00e4t \u00fcbe, bin ich offen, inspiriert von frischen Ideen meine Kurspl\u00e4ne weiter zu verfeinern.<\/p>\n<hr \/>\n<p>*Zum Vergleich: Dieser Beitrag hier hat knapp 1000 W\u00f6rter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinen Beitrag zu unaufgeregten Online-Lehrformen aufgreifend m\u00f6chte ich kurz erste Ideen f\u00fcr die Lehr- und Lernform &#8222;Kolloquium&#8220; pr\u00e4sentieren. 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