{"id":13202,"date":"2016-08-28T08:50:39","date_gmt":"2016-08-28T06:50:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/?p=13202"},"modified":"2017-01-08T13:19:59","modified_gmt":"2017-01-08T12:19:59","slug":"deutsland-vuer-nederlaenders-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/2016\/08\/28\/deutsland-vuer-nederlaenders-3\/","title":{"rendered":"Deutsland v\u00fcr Nederl\u00e4nders &#8211; 3"},"content":{"rendered":"<p>Wir beobachten weiter, was NOS-Deutschlandkorrespondent Jeroen Wollaars in der <a href=\"https:\/\/dewerelddraaitdoor.vara.nl\/media\/362480\" target=\"_blank\">Sondersendung von <em>De Wereld Draait Door<\/em><\/a> zu erz\u00e4hlen hat.<\/p>\n<p><strong>11:45<\/strong> \u2013 Der NOS-Korrespondent ist offenbar stolz wie Bolle, dass er bei der Bundespressekonferenz dabei sein darf: Foto mit rotem Kreis um seinen Kopf, wie er unter den Hauptstadtjournalisten sitzt. Wer h\u00e4tte das gedacht \u2013 so viel Glamour hat also die dr\u00f6ge Berliner Republik.<\/p>\n<p><strong>15:05<\/strong> \u2013 Wollaars erkl\u00e4rt ein weiteres deutsches Verb: <em>merkelen<\/em>. Was nat\u00fcrlich auch schon eine niederlandisierte Variante ist, denn auf Deutsch hei\u00dft es <em>merkeln<\/em>. Auf Niederl\u00e4ndisch ist dieses Lautabfolge [ln] aber un\u00fcblich, dazwischen steht immer ein Schwa, wie in <em>zweifeln<\/em> \u2013 <em>twijfelen<\/em>. Also auch <em>merkeln \u2013 merkelen.<\/em><\/p>\n<p><strong>15:52<\/strong> \u2013 \u201eIm Alleingang, zoals ze dat in Duitsland noemen.\u201c Und wie nennt man das in den Niederlanden? Man kann es h\u00f6chstens umschreiben, so etwas wie <em>zonder overleg met haar collega\u2019s. <\/em>Vielleicht ein Konzept, dass dem Land des Poldermodells insgesamt wenig vertraut ist.<\/p>\n<p><strong>17:17<\/strong> \u2013 Vom Sonderweg zur Willkommenskultur. Was es mit dem historischen \u201eSonderweg\u201c auf sich hat, h\u00e4tte man vielleicht ausf\u00fchrlicher erl\u00e4utern k\u00f6nnen als nur in 10 Sekunden. Schlie\u00dflich verbindet man in der Gegenwart Sonderwege eher mit Gro\u00dfbritannien oder der Schweiz, w\u00e4hrend Deutschland die Kooperation fast zur Staatsdoktrin erkl\u00e4rt hat. F\u00fcr eine ausgepr\u00e4gte Willkommenskultur sind die Briten und Schweizer in letzter Zeit allerdings auch nicht gerade bekannt.<\/p>\n<p><strong>18:40<\/strong> \u2013 Der Rijkstag. Sch\u00f6ne Kontamination: Niederl\u00e4ndisches [k], deutsches [t] und am Ende ein [\u03c7], das niederl\u00e4ndisch sein kann, aber genauso gut regionales Deutsch. (Im zweiten Fall w\u00e4re das [a] wahrscheinlich k\u00fcrzer ausgefallen.)<\/p>\n<div style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/nl.wikipedia.org\/wiki\/Nationaal_monument_slavernijverleden\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/56\/Slavernij_monument_oosterpark.jpg\/640px-Slavernij_monument_oosterpark.jpg\" width=\"320\" height=\"220\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Das nationaal monument slavernijverleden steht in Amsterdam im Oosterpark. (Arthena, CC-BY-SA-4.0)<\/p><\/div>\n<p><strong>18:50<\/strong> \u2013 Wollaars macht eine interessante Parallele auf: Das Holocaust-Mahnmal im Zentrum Berlins ist so, als st\u00fcnde das Sklavereidenkmal mitten im <a href=\"https:\/\/nl.wikipedia.org\/wiki\/Binnenhof_(Den_Haag)\" target=\"_blank\"><em>Binnenhof<\/em><\/a>. Durchaus ein Gedanke, den man verfolgen k\u00f6nnte. Stichwort Aufarbeiten.<\/p>\n<p><strong>19:30<\/strong> \u2013 \u201eIk woon in Kreuzberg, vlakbij Tempelhof.\u201c \u00c4lteren Niederl\u00e4ndern mag vielleicht der Flughafen tats\u00e4chlich noch gel\u00e4ufig sein. Fragt sich nur: Steht \u201eTempelhof\u201c hier f\u00fcr den Stadtteil (das w\u00e4re seltsam, denn Kreuzberg ist sicher bekannter als Tempelhof)? Oder eher f\u00fcr den Flughafen? Das w\u00e4re dann fast ein wenig anachronistisch.<\/p>\n<p><strong>23:20<\/strong> \u2013 \u201ehet Stunde Null\u201c. Logisch, es hei\u00dft ja auch <em>het uur<\/em>. Trotzdem ist es immer wieder faszinierend, f\u00fcr welches Genus man sich zwischen den beiden Sprachen entscheidet, wenn eine der beiden ein Neutrum hat und die andere nicht. Zum Beispiel sagt Wollaars auch <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/2015\/03\/21\/unverfroren-verschlimmbesserd\/\" target=\"_blank\"><em>de Brandenburger Tor<\/em><\/a>. F\u00fcr mich w\u00e4re aus deutscher Perspektive das Neutrum vermutlich zu stark gewesen und ich h\u00e4tte mich f\u00fcr <em>het Brandenburger Tor <\/em>entschieden \u2013 f\u00fcr manche niederl\u00e4ndische Ohren v\u00f6llig seltsam. Andererseits habe ich mich oben beim <em>Binnenhof <\/em>durch die Pr\u00e4position (<em>im<\/em>) nur geschickt davor gedr\u00fcckt, mich entscheiden zu m\u00fcssen zwischen <em>der <\/em>(es hei\u00dft ja <em>der Hof<\/em>) und <em>das <\/em>(nl. <em>het Binnenhof<\/em>).<\/p>\n<p>Im folgenden Teil treffen wir ein paar alte Bekannte wieder, die wir eigentlich nicht unbedingt wiedersehen m\u00f6chten, n\u00e4mlich Pegida und die AfD.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir beobachten weiter, was NOS-Deutschlandkorrespondent Jeroen Wollaars in der Sondersendung von De Wereld Draait Door zu erz\u00e4hlen hat. 11:45 \u2013 Der NOS-Korrespondent ist offenbar stolz wie Bolle, dass er bei der Bundespressekonferenz dabei sein darf: Foto mit rotem Kreis um seinen Kopf, wie er unter den Hauptstadtjournalisten sitzt. 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