{"id":14500,"date":"2017-03-08T09:56:29","date_gmt":"2017-03-08T08:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/?p=14500"},"modified":"2017-03-06T23:04:14","modified_gmt":"2017-03-06T22:04:14","slug":"italieniederlaendisch-im-zug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/2017\/03\/08\/italieniederlaendisch-im-zug\/","title":{"rendered":"Italieniederl\u00e4ndisch im Zug"},"content":{"rendered":"<p><em>E&#8216; pericoloso spaghetti!<\/em> Dieser italienische Nicht-Satz schwebt seit Langem durch meine Familie, die schon immer eine besondere Beziehung zur Bahn hat: Als Arbeitgeber des Gro\u00dfvaters; in Form von Gleisen direkt am Garten des gro\u00dfelterlichen Hauses, wo man an den vorbeifahrenden Z\u00fcgen die Zeit ablesen konnte; als Transportmittel in den Urlaub. W<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14505 \" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034-300x169.jpg\" alt=\"20170302_103034\" width=\"266\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103034.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/a>arum Spaghetti auf ungrammatische Weise gef\u00e4hrlich sind? Weil an den Fenstern der Z\u00fcge lange Zeit ein Hinweis angebracht war: <em>E&#8216; pericoloso sporgersi.<\/em> Hinauslehnen ist gef\u00e4hrlich. In Zeiten der (etwas unzuverl\u00e4ssig) klimatisierten ICEs mit ewig verschlossenen Fenstern ist dieser Hinweis verschwunden. Noch da ist aber das Italienische in den Z\u00fcgen. Nach Deutsch, Englisch und Franz\u00f6sisch steht es seit Jahrzehnten auf den verschiedensten Aufklebern. Mit dem Zug fuhren nach dem Krieg nicht nur zahlreiche Gastarbeiter, die Italienisch sprachen, sondern vor allem Urlaubsreisende. Damals gab es noch Nachtz\u00fcge und Autoz\u00fcge, Direktverbindungen durch die Alpen bis an die Adria.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103152-2-e1488453244833.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14509 \" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103152-2-e1488453244833-169x300.jpg\" alt=\"20170302_103152\" width=\"144\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103152-2-e1488453244833-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103152-2-e1488453244833-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20170302_103152-2-e1488453244833.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a>In letzter Zeit tauchen in den Z\u00fcgen der Deutschen Bahn aber immer h\u00e4ufiger Aufkleber auf, bei denen dem Italienischen sein vierter Platz streitig gemacht wird. N\u00e4mlich vom Niederl\u00e4ndischen. Immerhin auch eine wichtige Nachbarsprache des Deutschen. Solange Polen und Tschechien so schlecht mit deutschen Z\u00fcgen erreichbar sind, d\u00fcrften die \u00f6stlichen Nachbarsprachen bei dem Wettbewerb noch keine gro\u00dfe Rolle spielen.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Hinweise l\u00e4dt ein zu Spekulationen und \u00dcberinterpretationen. Blaue Aufkleber: Italienisch. Wei\u00dfe Aufkleber: Niederl\u00e4ndisch. Die blauen Aufkleber sind in den Toiletten angebracht und fordern zur Sauberkeit und Sorgfalt auf. Nur mit unfreundlichen Klischees kann man sich erkl\u00e4ren, warum hier das Italienische relevanter sein sollte als das Niederl\u00e4ndische. Wei\u00dfe Aufkleber mit Niederl\u00e4ndisch tragen technische Hinweise. Die Klischees, die man damit verbinden k\u00f6nnte, sind schon etwas sympathischer.<\/p>\n<p>Die Aufteilung scheint aber von einem Zug zum n\u00e4chsten unterschiedlich zu sein. In einem anderen ICE wird auch auf Niederl\u00e4ndisch zur Reinlichkeit gemahnt. Der erste Zug fuhr \u00fcbrigens nach \u00d6sterreich, der zweite nach Frankreich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14506 \" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243-300x169.jpg\" alt=\"20160208_113243\" width=\"254\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/files\/2017\/03\/20160208_113243.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a>Sollte in unserer Leserschaft jemand bei der Bahn arbeiten: Wer entscheidet eigentlich \u00fcber die Gestaltung dieser Aufkleber? Oder hat die Bahn vielleicht gar keine Sprachpolitik? Jahrelang musste sie sich Spott und Beschimpfungen gefallen lassen, weil das Englische entweder etwas rau war (<em>S\u00e4nk ju for tr\u00e4welling<\/em>) oder die Anglizismenn\u00f6rgler ein einfaches Opfer gefunden hatten (<em>ServicePoint <\/em>statt <em>Kundendienst<\/em>). Es w\u00e4re kein Wunder, wenn man jetzt etwas verwirrt ist, wie man mit den ganzen Sprachen denn umgehen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>E&#8216; pericoloso spaghetti! Dieser italienische Nicht-Satz schwebt seit Langem durch meine Familie, die schon immer eine besondere Beziehung zur Bahn hat: Als Arbeitgeber des Gro\u00dfvaters; in Form von Gleisen direkt am Garten des gro\u00dfelterlichen Hauses, wo man an den vorbeifahrenden Z\u00fcgen die Zeit ablesen konnte; als Transportmittel in den Urlaub. 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