{"id":16993,"date":"2018-05-16T09:00:37","date_gmt":"2018-05-16T07:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/?p=16993"},"modified":"2018-05-15T22:48:18","modified_gmt":"2018-05-15T20:48:18","slug":"mehr-gesichter-in-der-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/2018\/05\/16\/mehr-gesichter-in-der-zeitung\/","title":{"rendered":"Mehr Gesichter in der Zeitung?"},"content":{"rendered":"<p>Von der Taalunie war l\u00e4ngere Zeit in der \u00d6ffentlichkeit wenig zu h\u00f6ren. ? Vielleicht ganz gut so, denn die letzte gro\u00dfe Debatte drehte sich vor allem um K\u00fcrzungen und Sparzw\u00e4nge bei der F\u00f6rderung der Niederlandistik im Ausland.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen hat nun Hans Bennis, der aktuelle Vorsitzende der Taalunie, wieder Schlagzeilen gemacht, aber mit einem weniger strengen Thema: Warum benutzt man eigentlich Smileys oder Emoticons nur in der informellen Online-Kommunikation? ? Bestimmte Zeitungstexte k\u00f6nnten damit zum Beispiel verst\u00e4ndlicher werden, wenn man Ironie besser markieren kann, erkl\u00e4rt er u.a. <a href=\"https:\/\/www.demorgen.be\/boeken\/baas-taalunie-is-voorstander-van-gebruik-smileys-en-knipogen-in-krantentekst-b3c04725\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">De Morgen<\/a> in Belgien und <a href=\"https:\/\/www.parool.nl\/kunst-en-media\/-geef-de-knipoog-ook-een-plek-op-papier~a4597987\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Het Parool<\/a> in den Niederlanden.<\/p>\n<p>Die Zeitungen, um die es schlie\u00dflich unmittelbar geht, haben dar\u00fcber berichtet \u2013 und die Artikel dazu erst einmal hinter ihrer <em>betaalmuur <\/em>versteckt.\u00a0? Eine richtig ausgefeilte Diskussion \u00fcber den Vorschlag hat sich nicht entfaltet. Die beiden oben verlinkten Artikel sind \u00fcbrigens identisch, von derselben Journalistin, es h\u00e4tte also endlich wieder einmal eine niederl\u00e4ndisch-fl\u00e4mische Sprachdiskussion daraus werden k\u00f6nnen. Denn man kann den Vorschlag durchaus ernsthaft diskutieren. Es haben sich im informellen Sprachgebrauch praktische M\u00f6glichkeiten f\u00fcr gelungene Kommunikation herausgebildet, bei der das Risiko f\u00fcr Missverst\u00e4ndnisse abgemildert wird. Es w\u00e4re also eine \u00dcberlegung wert, ob man diese M\u00f6glichkeiten nicht auch woanders produktiv einsetzen kann.<\/p>\n<p>In den Zeitungen waren die Beitr\u00e4ge aber leider nicht unbedingt tiefgreifend. Der Vorschlag wurde als Kuriosit\u00e4t dargestellt, nicht als ernstzunehmende \u00dcberlegung. Es werden munter Emoticons und Emojis durcheinander gebracht ?, die Taalunie reduziert auf \u201ede organisatie achter het Groene Boekje\u201c (<a href=\"https:\/\/www.demorgen.be\/binnenland\/baas-taalunie-reageert-op-commotie-rond-emoticons-wij-zijn-geen-taalpolitie-b39a3938\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">De Morgen<\/a>) und die Frage gestellt: \u201eWat als we in offici\u00eble teksten voortaan een knipoog zouden gebruiken om aan te duiden dat we wat we schrijven niet letterlijk menen?\u201d<\/p>\n<p>Ja, was wenn? Dann, liebe Redaktion von De Morgen, dann w\u00e4re es h\u00f6chstwahrscheinlich kein offizieller Text mehr.\u00a0? Denn in welchem Beh\u00f6rdenbescheid, in welchem Bu\u00dfgeldzettel oder welchem Schulzeugnis kommt Ironie vor? Oder die Notwendigkeit, Gef\u00fchlsregungen zu \u00fcbermitteln? Das Charakteristikum offizieller Texte liegt gerade darin, dass sie unzweideutig sein sollen, Informationen nicht zwischen den Zeilen versteckt sind, dass man sie w\u00f6rtlich und ernst nehmen soll.<\/p>\n<p>Wenn schon in den Zeitungsredaktionen so wenig Verst\u00e4ndnis herrscht f\u00fcr die Bandbreite von Textsorten und ihre Stilnuancen ?, dann ist der Vorschlag von Hans Bennis vielleicht n\u00f6tiger als gedacht. Damit auch der oder die Letzte ohne R\u00fcckgriff auf die schw\u00e4chliche Textkompetenz noch versteht, ob das Geschrieben ernst gemeint ist oder nicht. ?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Taalunie war l\u00e4ngere Zeit in der \u00d6ffentlichkeit wenig zu h\u00f6ren. ? Vielleicht ganz gut so, denn die letzte gro\u00dfe Debatte drehte sich vor allem um K\u00fcrzungen und Sparzw\u00e4nge bei der F\u00f6rderung der Niederlandistik im Ausland. 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