{"id":17211,"date":"2018-08-06T10:00:17","date_gmt":"2018-08-06T08:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/?p=17211"},"modified":"2018-08-05T15:57:07","modified_gmt":"2018-08-05T13:57:07","slug":"groningen-050","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/nederlands\/2018\/08\/06\/groningen-050\/","title":{"rendered":"Groningen 050"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><strong>Von Aniko Schusterius<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dbnl.org\/tekst\/_vla016196601_01\/_vla016196601_01_0065.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"http:\/\/www.dbnl.org\/tekst\/_vla016196601_01\/_vla016196601_01_0065.php alignright\" title=\"Zelfportret van Erasmus, getekend in 1509\" src=\"http:\/\/www.dbnl.org\/tekst\/_gid001200701_01\/_gid001200701ill0011.gif\" alt=\"illustratie\" width=\"41\" height=\"45\" \/><\/a>Als ich mich vor \u00fcber einem Jahr f\u00fcr einen Erasmusaufenthalt in den Niederlanden bewarb, war ich gerade Erstsemester und besch\u00e4ftigt mit dem Stunden- und Raumplan der FU. Doch schon bald stand f\u00fcr mich fest,dass ich f\u00fcr ein Semester im Ausland studieren m\u00f6chte. Meine Fachkombination Theaterwissenschaft<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> \/ <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Niederl\u00e4ndische Philologie brachte mich f\u00fcr mein viertes Semester an die <em>Rijksuniversiteit<\/em> in Groningen.<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 119px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Groningen-Position.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/c\/c3\/Groningen-Position.png\" alt=\"\" width=\"109\" height=\"128\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Groningen (GFDL)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><b>Aller Anfang ist schwer <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>A<\/i><\/span><i>lle begin is moeilijk<\/i>)<i><br \/>\n<\/i><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">\u00c4hnlich wie in Berlin lief ich die ersten Wochen verwirrt \u00fcber den neuen Campus. Hinzu kam der kalte Februar, den ich nur mit hei\u00dfer <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">c<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>hocomel<\/i><\/span> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(Kakao)<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> in der Bibliothek und lauwarmen <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>s<\/i><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>troopwafels<\/i><\/span> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">\u00b1 Sirupwaffel)<\/span> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">bek\u00e4mpfen konnte. Schnell lernte ich trotz Schnee und gefrorenen Stra\u00dfen mit dem Rad zur Universit\u00e4t zu fahren. Einer meiner liebsten Erinnerungen ist ein Wochenende im M\u00e4rz, an dem ganz Groningen auf den vereisten Grachten unterwegs war. Schlittschuhe, Schlitten und dicke Winterstiefel kratz<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">t<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">en und stapften an dem im Eis gefangenen <\/span><em><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">p<\/span><\/em><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>annenkoekenschip<\/i><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> vorbei unter den zahlreichen Br\u00fccken hindurch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><b>Der Kampf mit den Sprachbarrieren <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Schnell kam bei mir die Erkenntnis, dass Groningen mit seiner renommierten Universit\u00e4t sehr international ist. Auf den Stra\u00dfen h\u00f6rt man Studenten mehr Englisch als Niederl\u00e4ndisch miteinander sprechen. Im Laden um die Ecke und auf dem Wochenmarkt trifft man junge Menschen aus der ganzen Welt<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">,<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> jedoch nur vereinzelt aus Groningen. Meine Versuche auf Niederl\u00e4ndisch ins Gespr\u00e4ch zu kommen, endeten in den meisten F\u00e4llen damit, dass mein Gegen\u00fcber ins Englische oder auch Deutsche wechselte, um h\u00f6flich zu sein. Nur eine Stunde von der deutschen Grenze entfernt, sprechen die Niederl\u00e4nder in Groningen genauso gut Deutsch wie Englisch. Dass ich aufgrund von Kurs\u00fcberschneidungen keines der ohnehin wenigen Seminare in niederl\u00e4ndischer Sprache belegen konnte, \u00e4rgerte mich sehr. Trotzdem bekam ich die Chance, mein Studium in meinem Nebenfach in einem englischsprachigen Kurs \u00fcber Niederl\u00e4ndische Literatur fortzusetzen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><b>Eine fremde Kultur kennen lernen<\/b><\/span><\/p>\n<div style=\"width: 188px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Boerenkool_stamppot.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/50\/Boerenkool_stamppot.jpg\/320px-Boerenkool_stamppot.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"119\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Stamppot (M.Minderhoud, GFDL)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Die niederl\u00e4ndische Kultur erlebte ich unter anderem bei einem landestypischen Abendessen bei einer Gastfamilie. Die Teilnahme an einem Projekt erm\u00f6glichte es uns, in ihrem Haus mehr \u00fcber das Leben in den Niederlanden zu erfahren. Zwischen <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>mosterdsoep<\/i><\/span> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(Senfsuppe)<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> und <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>stamppot<\/i><\/span> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(Eintopf)<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> erz\u00e4hlten sie uns von ihrer Arbeit, Familie und dem Alltag in Groningen.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus steckten sie uns an mit der Vorfreude auf den Besuch der niederl\u00e4ndischen K\u00f6nigsfamilie am nahenden <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i><b>Koningsdag<\/b><\/i><\/span><i> <\/i><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">im April. Bis wir diesen allerdings begehen konnten, stand die erste Pr\u00fcfungsphase an. <\/span><\/p>\n<div style=\"width: 263px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Academiegebouw1909.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/36\/Academiegebouw1909.jpg\/320px-Academiegebouw1909.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"190\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Academiegebouw (Esdert, CC-BY-SA-3.0-NL)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><b><br \/>\nHohe Anspr\u00fcche und ein strenges Notensystem<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Das Semester wird in den Niederlanden unterteilt in zwei Bl\u00f6cke, sodass es die ersten Klausuren und Hausarbeiten bereits Mitte April gab. Der Anspruch speziell an der RUG ist sehr hoch und das Notensystem streng. Schon in der ersten Woche wurde ich von meinen Kommilitonen vorgewarnt, dass die h\u00f6chste Note, eine 10, niemals vergeben w\u00fcrde und f\u00fcr eine 9 mehr als das Dreifache geleistet werden musste. Die w\u00f6chentlichen Seminare und Vorlesungen schlie\u00dft man nicht nur mit einer Pr\u00fcfungsleistung ab, wie an der FU, sondern meist mit einer Klausur, einer zus\u00e4tzlichen Hausarbeit sowie einer Gruppenarbeit, die in einer Pr\u00e4sentationspr\u00fcfung m\u00fcndet. Eine konsequente Anwesentheitspflicht sorgt daf\u00fcr, dass niemand den Kurs abschlie\u00dft, ohne etwas dazugelernt zu haben. Die Qualit\u00e4t der Lehrveranstaltungen ist dabei sehr gut. Dozentinnen und Dozenten, die meist geduzt werden wollen, nehmen sich viel Zeit f\u00fcr ihre Studierenden. Fragen und Anregungen zum Kurs beantworten sie nach meiner Erfahrung sogar am Sonntagabend um 23:00 Uhr. Die Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude sind modern eingerichtet und vernetzt. Eine App erm\u00f6glicht es B\u00fccher vorzubestellen. S\u00e4mtliche Hausarbeiten werden \u00fcber ein Onlineportal eingereicht. Der Papierweg ist ausgeschlossen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><b>Das Fazit <\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>S<\/i><\/span><\/span><i>lotsom<\/i>)<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Zur\u00fcckblickend w\u00fcrde ich bei der Kurswahl einiges anders machen und mich auch um einen Niederl\u00e4ndisch-Sprachkurs an der Uni bewerben. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Ich habe Freunde aus der ganzen Welt gefunden, <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">darunter<\/span><\/span> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">auch<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> eine Freundin auch aus den Niederlanden, die ich jetzt nicht mehr missen m\u00f6chte. Die Vorteile einer Kleinstadt wie Groningen, im Vergleich zu Berlin, werde ich vermissen.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<div style=\"width: 141px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Exterieur_FEBO_automatiek,_Leidsestraat_Amsterdam,_Bestanddeelnr_933-9356.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f5\/Exterieur_FEBO_automatiek%2C_Leidsestraat_Amsterdam%2C_Bestanddeelnr_933-9356.jpg\/320px-Exterieur_FEBO_automatiek%2C_Leidsestraat_Amsterdam%2C_Bestanddeelnr_933-9356.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"87\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">(R.Gerrits,CC-Zero)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Der <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>Koningsdag<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">, das <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><i>eten uit de muur<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"> (etwas im Automatenrestaurant essen &#8211; s. Foto rechts) und die Radfahrten durch das Groninger Umland haben mir die Niederlande nahe gebracht.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Doch ich wei\u00df, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt. Groningen war deshalb ein sehr guter Start f\u00fcr eine Rundreise zum Abschluss des Semesters.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Aniko Schusterius Als ich mich vor \u00fcber einem Jahr f\u00fcr einen Erasmusaufenthalt in den Niederlanden bewarb, war ich gerade Erstsemester und besch\u00e4ftigt mit dem Stunden- und Raumplan der FU. Doch schon bald stand f\u00fcr mich fest,dass ich f\u00fcr ein Semester im Ausland studieren m\u00f6chte. 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