{"id":1190,"date":"2022-08-09T11:30:42","date_gmt":"2022-08-09T09:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/?p=1190"},"modified":"2022-12-01T16:28:34","modified_gmt":"2022-12-01T15:28:34","slug":"open-access-in-deutschland-stakeholder-workshop-mit-bund-und-laender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/08\/09\/open-access-in-deutschland-stakeholder-workshop-mit-bund-und-laender\/","title":{"rendered":"Open Access in Deutschland. Stakeholder Workshop mit Bund und L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im Mittelpunkt des dritten Stakeholder-Workshops des Projektes Open4DE standen die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung von Open Access aus Perspektive der Landesregierungen und des Bundes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 26. Juni 2022 fand in den R\u00e4umen des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin ein Workshop statt, in dem Vertreter*innen der 16 Bundesl\u00e4nder eingeladen waren, sich mit Vertreter*innen des BMBF \u00fcber gemeinsame Standpunkte zu Open Access auszutauschen. Treffen dieser Art sind&nbsp;nicht neu; bereits seit 2019 findet ein Austausch in dieser Runde statt. Dieses Jahr konnte das <a href=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/projekte\/open4de\/index.html\">Projekt Open4DE<\/a> gemeinsam mit dem BMBF diesen Workshop in Pr\u00e4senz organisieren und die Diskussion zum Status Quo in Deutschland mit ersten Projektergebnissen anreichern.<\/p>\n\n\n\n<p>In zwei Vortr\u00e4gen stellten Projektmitarbeiter*innen Forschungsergebnisse vor. Der Fokus lag dabei auf der Frage, was Deutschland in Hinblick auf eine nationale Open-Access-Strategie von anderen L\u00e4ndern lernen kann und darauf, welcher Handlungsbedarf sich konkret auf Landes- und Bundesebene erkennen l\u00e4sst. Am Nachmittag wurden gezielt gemeinsame Standpunkte diskutiert. Dazu wurden in zwei weiteren Impulsvortr\u00e4gen die \u201c<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57674\/fyrc-vb61\"><u>Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access<\/u><\/a>\u201d vom Wissenschaftsrat und das DFG Positionspapier \u201c<a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/foerderung\/grundlagen_dfg_foerderung\/publikationswesen\/positionspapier_publikationswesen.pdf\"><u>Wissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewert<\/u><u>u<\/u><u>ng<\/u><\/a>\u201d vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was kann Deutschland von anderen L\u00e4ndern lernen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Forschungsergebnisse basieren auf Interviews, die von Januar bis Mai 2022 zu Policy-Prozessen in acht verschiedenen L\u00e4ndern mit Expert*innen durchgef\u00fchrt wurden. Dabei wurden Fragen zum gesamten Policy-Prozess gestellt, angefangen von den Rahmenbedingungen \u00fcber die institutionelle Verankerung, Kooperationen und Konflikte zwischen den Akteursgruppen bis hin zur Strategieentwicklung selbst, die mit Fragen zu Beteiligungsprozessen und der Funktionsweise von Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Open Access Policies n\u00e4her beleuchtet wurde. Bei der Auswahl der L\u00e4nder (Finnland, Schweden, Litauen, Irland, Niederlande, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, \u00d6sterreich) wurde auf das Vorhandensein strategischer Abl\u00e4ufe geachtet, entweder in Form von nationalen Strategien oder in Form bestehender Diskussionen \u00fcber eine nationale Strategie. Aus den Interviews lie\u00dfen sich \u00fcbergeordnete Themen extrahieren: Vorteile nationaler Strategien, Erkenntnisse zur Steuerung von Strategieprozessen und schlie\u00dflich Herausforderungen und Zukunftsthemen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorteile einer nationalen Strategie sind vielseitig und zeigen sich je nach Kontext auf unterschiedliche Weise. F\u00fcr das f\u00f6deral aufgestellte Deutschland stellt sich deshalb zurecht die Frage, welche Rolle eine nationale Strategie hier spielen kann. Am Beispiel anderer L\u00e4nder sehen wir allerdings, dass unabh\u00e4ngig von den Rahmenbedingungen das Agenda-Setting&nbsp;bereits weitreichende Impulse gibt, die nicht nur auf Ebene der Institutionen, sondern auch bei Wissenschaftler*innen Aufmerksamkeit erregen. Zudem k\u00f6nnen mit einer nationalen Strategie Aktivit\u00e4ten, die zahlreich, aber auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind, synchronisiert werden. Neben der Aufwertung des Themas wird auch die internationale Sichtbarkeit und Zusammenarbeit durch eine nationale Strategie gest\u00e4rkt. Wichtig ist hierbei, dass die Wirksamkeit einer solchen Strategie immer nur im Zusammenwirken mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen Legitimation erf\u00e4hrt. In Bezug auf die nationale Strategieentwicklung in Frankreich erw\u00e4hnte Pierre&nbsp;Mounier im Interview:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Viele Jahre lang war Open Access eine Sache des pers\u00f6nlichen Engagements von Einzelpersonen innerhalb von Institutionen. Pers\u00f6nliches Engagement auf der Grundlage politischer Werte. Wenn man das tut, funktioniert es lokal, aber irgendwann erreicht man eine gl\u00e4serne Decke. Man bekommt keine allgemeine Bewegung, weil es nur eine Sache von Einzelpersonen ist. Das hat sich in Frankreich&nbsp;wirklich&nbsp;ge\u00e4ndert.&#8220;<\/p><cite>Pierre Mounier, Deputy Director of OpenEdition; OPERAS; Member of the Open Science Committee at the French Ministry of Research, Frankreich<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/04\/06\/political-commitment-toward-open-science-open4de-spotlight-on-the-open-access-landscape-in-france\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/04\/06\/political-commitment-toward-open-science-open4de-spotlight-on-the-open-access-landscape-in-france\/\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, das bereits den zweiten nationalen Open Science Plan ver\u00f6ffentlicht hat, ist die Steuerung dieser Prozesse am Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung angegliedert. Dies ist jedoch nicht in allen L\u00e4ndern der Fall.&nbsp;Dort, wo es nationale Infrastrukturen gibt, werden diese auch genutzt: In Irland wurde beispielsweise ein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/norf.ie\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/norf.ie\/\" target=\"_blank\">National Open Research Forum (NORF)<\/a> gegr\u00fcndet, dessen Koordinator am <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.dri.ie\/dri-team\/daniel-bangert\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.dri.ie\/dri-team\/daniel-bangert\" target=\"_blank\">Digital Repository of Irland<\/a> angesiedelt ist und in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/06\/13\/open4de-spotlight-on-sweden-how-a-bottom-up-open-access-strategy-works-without-a-national-policy\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/06\/13\/open4de-spotlight-on-sweden-how-a-bottom-up-open-access-strategy-works-without-a-national-policy\/\" target=\"_blank\">Schweden <\/a>sitzt das Lenkungsgremium an der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.kb.se\/samverkan-och-utveckling\/biblioteksutveckling\/samverkansgrupper.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.kb.se\/samverkan-och-utveckling\/biblioteksutveckling\/samverkansgrupper.html\" target=\"_blank\">Nationalbibliothek<\/a>. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/07\/07\/open4de-spotlight-on-finland-an-advanced-culture-of-openness-shaped-by-the-research-community\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/07\/07\/open4de-spotlight-on-finland-an-advanced-culture-of-openness-shaped-by-the-research-community\/\" target=\"_blank\">Finnland <\/a>stellt wiederum einen interessanten Sonderfall dar, denn dort wurde die nationale Steuerung von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/avointiede.fi\/en\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/avointiede.fi\/en\" target=\"_blank\">Open Science and Research (OScAR)<\/a> vom Ministerium an die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/avointiede.fi\/en\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/avointiede.fi\/en\" target=\"_blank\">Federation of Finnish Learned Societies<\/a> \u00fcbertragen, was die Legitimit\u00e4t der Ma\u00dfnahmen und Empfehlungen zunehmend erh\u00f6ht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst sich zusammenfassen, dass insbesondere die Herausforderung, m\u00f6glichst Viele am Steuerungsprozess zu beteiligen, vielf\u00e4ltige L\u00f6sungsans\u00e4tze ben\u00f6tigt. Ob durch offene Foren und Arbeitsgruppen, offene Phasen der Konsultation, \u00fcber Anreizsysteme oder eine Konsultation \u00fcber die Fachvertretungen: sowohl die gro\u00dfe Heterogenit\u00e4t der F\u00e4cher und Fachkulturen als auch die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen unterschiedlicher Akteur*innen beim Thema Open Access bergen das Risiko in sich, dass ein nationaler Prozess ins Stocken ger\u00e4t oder parallel laufende&nbsp;Entwicklungen auseinanderdriften. Deshalb gilt es aus einem Kreislauf herauszukommen, in dem die Verantwortung f\u00fcr den notwendigen Kulturwandel zugunsten der Open-Access-Transformation immer wieder bei den Wissenschaftler*innen gesucht wird, ohne einen nationalen Prozess der Teilhabe zu entwickeln, der eine politische Steuerung eben dieses Kulturwandels erm\u00f6glicht. Dabei sind es insbesondere Themen wie die Erweiterung von Open Access zu Open Science, offene Forschungsdaten und die Reform der Forschungsbewertung, die nur durch einen breit angelegten Prozess der Konsultation zielf\u00fchrend bearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wo besteht Handlungsbedarf innerhalb der Open-Access-Landschaft in Deutschland?<\/h2>\n\n\n\n<p>Nationale Strategien sind also effektiv, erleichtern das Agenda-Setting und den internationalen Vergleich, bilden einen starken Bezugspunkt und ein Mandat f\u00fcr Ma\u00dfnahmen auf Einrichtungsebene und erleichtern die internationale Zusammenarbeit. Was k\u00f6nnen Interessenvertretungen wie Bund und L\u00e4nder zum Prozess der Entwicklung einer nationalen Strategie beitragen und was haben sie bereits beigetragen? Auch diese Frage wurde im Projekt Open4DE untersucht. Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung von Strategien und Policies&nbsp;von Einrichtungen, Wissenschaftsorganisationen, Landesregierungen und Fachgesellschaften sowie auf der Auswertung des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/6472672\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/6472672\" target=\"_blank\"><u>Open Access Atlas Deutschland<\/u> <\/a>(2022), der im <a href=\"https:\/\/open-access.network\/ueber-uns\/oa-network\">Projekt open-access.network<\/a> am Open-Access-B\u00fcro Berlin entstanden ist.&nbsp;Dabei wurde f\u00fcr diesen Workshop der Fokus auf die&nbsp;Landesregierung&nbsp;als Akteurin in der Open-Access-Transformation gelegt und auf die Verantwortung, die dieser in den Dokumenten zugeschrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Open Access Atlas Deustchland (2022) verzeichnet die Open-Access-Aktivit\u00e4ten auf Bundes- und L\u00e4nderebene. Es l\u00e4sst sich feststellen, dass Open Access je nach Bundesland einen unterschiedlichen Entwicklungsstand erreicht hat. Bund und einige L\u00e4nder haben Strategien verabschiedet oder planen diese, andere unterst\u00fctzen Open Access durch Instrumente der Hochschulsteuerung wie in Wissenschafts- bzw. Hochschulentwicklungspl\u00e4nen oder sie benennen Open Access als Handlungsfeld innerhalb von Digitalstrategien. Gezielte Ma\u00dfnahmen reichen dabei von eigenen Landeseinrichtungen zur Vernetzung und Kommunikation \u00fcber die Finanzierung von Publikationsfonds bis hin zu spezifischen F\u00f6rderlinien. Hierbei zeigt sich nicht nur eine gro\u00dfe Vielfalt, sondern es stellt sich auch die Frage, wie der \u201clangfristige[\u2026] Betrieb von Diensten \u00fcber Bundesl\u00e4ndergrenzen hinweg\u201d gestaltet werden kann (DFG. 2018. <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/foerderung\/programme\/lis\/positionspapier_informationsinfrastrukturen.pdf\"><u>F\u00f6rderung von Informationsinfrastrukturen f\u00fcr die Wissenschaft<\/u><\/a>). Diskutiert wurde die Frage auch im Workshop, denn zentrale L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte Herausforderungen zu finden, kann f\u00fcr eine breit aufgestellte und divers ausgerichtete Open-Access-Transformation von Vorteil sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkrete Aufgabe der L\u00e4nder ist es, die Rahmenbedingungen f\u00fcr eine Open-Access-Transformation mitzugestalten. Zu diesen Rahmenbedingungen k\u00f6nnen unterschiedliche Ma\u00dfnahmen gez\u00e4hlt werden. Im Projekt Open4DE konnten neben Infrastruktur, rechtlichen Rahmenbedingungen und Forschungsf\u00f6rderung sechs weitere Felder identifiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dazu geh\u00f6rt einmal die Verantwortung der Ministerien, selbst eine <strong>Open-Access-Praxis vorzuleben<\/strong>, denn h\u00e4ufig werden von Ministerien herausgegebene Dokumente ohne persistente Identifikatoren wie DOIs oder stabile URLs publiziert. Das Handlungsfeld offener Verwaltungsdaten (open (government)\u00a0data) ist viel diskutiert, dabei sollte das Open-Access-Publizieren von Eigenpublikationen ebenso auf die Agenda gesetzt werden, sofern rechtliche Rahmenbedingungen dies zulassen.<\/li><li>Zum zweiten liegt die <strong>Verantwortung, den Mehrwert von Open Access f\u00fcr die Gesellschaft zu kommunizieren,<\/strong> auch im Bereich der Landeseinrichtungen. H\u00e4ufig werden die Vorteile, die durch Open Access erzielt werden, auf Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Innovation beschr\u00e4nkt,\u00a0insbesondere wenn ein Mehrwert im Austausch mit der Wirtschaft gesucht wird. Dabei gilt es den Blick f\u00fcr Gerechtigkeitsfragen zu weiten und diese auch im globalen Zusammenhang zu verorten. Gerechtigkeitsfragen k\u00f6nnen im Bedeutungsfeld Open Access bspw. \u00fcber einen demokratisierten Informationszugriff adressiert werden, der einen Mehrwert f\u00fcr die Gesamtgesellschaft generiert.<\/li><li>Drittens ist die Gestaltung der\u00a0<strong>Teilhabe an wissenschaftspolitischen Prozessen<\/strong>\u00a0eine der Aufgaben, an der Landeseinrichtungen ma\u00dfgeblich mitwirken k\u00f6nnen. Die Zug\u00e4nglichkeit von Forschung wird h\u00e4ufig auf Institutionen und deren Angeh\u00f6rige beschr\u00e4nkt, sollte aber f\u00fcr alle m\u00f6glich sein, d.h. f\u00fcr Autor*innen und alle lesenden Personen. Zudem ist die Repr\u00e4sentation von Wissenschaftler*innen ein Problem im Prozess der Konsolidierung von \u00fcbergeordneten Strategien, d.h. es wird h\u00e4ufig f\u00fcr die wissenschaftliche Community gesprochen, aber diese ist kaum in Strategieprozessen repr\u00e4sentiert.<\/li><li>Das <strong>Umsetzen von Empfehlungen<\/strong> ist dabei eine der Hauptaufgaben, denen Landeseinrichtungen nachkommen, bspw. indem Strategien und Policies auf L\u00e4nderebene ver\u00f6ffentlicht werden. Diese Dokumente sind Ergebnisse eines zeitgebundenen Diskurses und bed\u00fcrfen damit einer Aktualisierung. Policy-Prozesse sollten zu Ergebnissen f\u00fchren, die dauerhafte M\u00f6glichkeiten der Beteiligung und Konsolidierung er\u00f6ffnen.<\/li><li>Ein wichtiges Instrument, um den Erfolg von Open Access zu messen, sind die Berichtsstrukturen. <strong>Monitoring<\/strong> findet in einigen L\u00e4ndern auf L\u00e4nderebene statt, auf nationaler Ebene durch den <a href=\"https:\/\/open-access-monitor.de\/\"><u>Open Access Monitor (OAM)<\/u><\/a> und an einzelnen Einrichtungen. Ziel ist es, das Publikationsaufkommen vollst\u00e4ndig zu erheben. Das Problem ist hier allerdings h\u00e4ufig eine Verengung auf wissenschaftliche Artikel in Open-Access-Zeitschriften, die wiederum zu einer Verzerrung des Feldes f\u00fchrt. Eine Diversifizierung der Berichtsstrukturen auf verschiedene Publikationsformate und -praktiken bedarf weiterer Entwicklung und Implementierung.<\/li><li>Zuletzt liegt auch der <strong>Kulturwandel<\/strong> zugunsten von Open Access teilweise im Aufgabenfeld der Landeseinrichtungen, denn die <strong>Reputations\u00f6konomie<\/strong> ist wichtiger Bestandteil dieses Kulturwandels und eine Ver\u00e4nderung bedarf einer systemischen Reform. Wie zuletzt durch das <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/foerderung\/grundlagen_dfg_foerderung\/publikationswesen\/positionspapier_publikationswesen.pdf\"><u>DFG-Positionspapier zu wissenschaftlichem Publizieren<\/u><\/a> erl\u00e4utert, geht es dabei um eine Ver\u00e4nderung der Qualit\u00e4tssicherung, die nicht blo\u00df auf einer Quantifizierung beruhen kann. Um qualitative Indikatoren f\u00fcr die Reputationsmessung zu st\u00e4rken, kann ein Kriterienkatalog f\u00fcr die Bewertung von Forschungsarbeiten und Forscher*innen entwickelt werden, der vielf\u00e4ltig, objektivierbar und offen zug\u00e4nglich ist\u00a0und explizit Aspekte offener Wissenschaft einbezieht. Dieser muss zwar innerhalb der Wissenschaft entwickelt werden, eine Unterst\u00fctzung dieses Kulturwandels muss jedoch auch durch Policy-Prozesse auf Landesebene geschehen. Hierzu gibt es bereits reichlich Empfehlungen, die auf eine Umsetzung warten, zuletzt die \u201c<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/media\/56958\/st10126-en22.pdf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/media\/56958\/st10126-en22.pdf\" target=\"_blank\">Council conclusions\u00a0on research\u00a0assessment and implementation\u00a0of open science<\/a>\u201d vom Rat der Europ\u00e4ischen Union (Juni 2022), das &#8222;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/coara.eu\/agreement\/the-agreement-full-text\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/coara.eu\/agreement\/the-agreement-full-text\/\" target=\"_blank\">Agreement on Reforming Research Assessment<\/a>&#8220; (Juli 2022) von der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/eua.eu\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/eua.eu\/\" target=\"_blank\">European University Alliance (EUA)<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.scienceeurope.org\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.scienceeurope.org\/\" target=\"_blank\">Science Europe <\/a>und der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/index_de\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/index_de\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Kommission<\/a> sowie der zuvor publizierte \u201c<a href=\"https:\/\/osec2022.eu\/paris-call\/\"><u>Paris Call on Research Assessment<\/u><\/a>\u201d vom <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ouvrirlascience.fr\/the-committee-for-open-science\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ouvrirlascience.fr\/the-committee-for-open-science\/\" target=\"_blank\">French Open Science Committee<\/a> (Februar 2022). <\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Eine nationale Open-Access-Strategie f\u00fcr Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine Diskussion \u00fcber diese Themenfelder wurde bereits in den vorherigen Austauschrunden zwischen Bund und L\u00e4ndern zu Open Access gef\u00fchrt. Dieser Workshop konnte dazu beitragen, die Rollen und Handlungsfelder der Stakeholder in diesem Prozess zu reflektieren und die Open-Access-Landschaft in Deutschland in ein internationales Verh\u00e4ltnis zu setzen. Das Projekt Open4DE plant f\u00fcr Dezember 2022 einen Multi-Stakeholder-Workshop, in dessen Rahmen die Projektergebnisse in Form von Empfehlungen und einer Roadmap f\u00fcr eine nationale Strategie vorgeschlagen und diskutiert werden. Dabei geht es in erster Linie um eine gemeinsame Perspektive f\u00fcr den weiteren Strategieprozess, an dem auch die Vertreter*innen der Landeseinrichtungen und des Bundes beteiligt sein werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mittelpunkt des dritten Stakeholder-Workshops des Projektes Open4DE standen die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung von Open Access aus Perspektive der Landesregierungen und des Bundes. Am 26. 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