{"id":1730,"date":"2023-06-28T12:03:31","date_gmt":"2023-06-28T10:03:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/?p=1730"},"modified":"2024-02-14T15:37:09","modified_gmt":"2024-02-14T14:37:09","slug":"wissen-demokratisieren-ruckblick-auf-die-diskussionsveranstaltung-open-research","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2023\/06\/28\/wissen-demokratisieren-ruckblick-auf-die-diskussionsveranstaltung-open-research\/","title":{"rendered":"Wie es gelingt, Wissen zu demokratisieren: R\u00fcckblick auf die Diskussionsveranstaltung \u201eBerlin goes Open Research!?!\u201c im Mai 2023"},"content":{"rendered":"\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n<p>Ein Beitrag von Maaike Duine, Georg Fischer, Maxi Kindling, Linda Martin, Maike Neufend (Open-Access-B\u00fcro Berlin), Heinz Pampel und Laura Rothfritz (HU Berlin)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Zitiervorschlag:\r\n\r\nDuine et al. (2023). Wie es gelingt, Wissen zu demokratisieren: R\u00fcckblick auf die Diskussionsveranstaltung \u201eBerlin goes Open Research!?!\u201c im Mai 2023, Open Access Blog Berlin. DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.59350\/fv526-nvk44\">https:\/\/doi.org\/10.59350\/fv526-nvk44<\/a><\/pre>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am 4. Mai 2023 organisierten das Open-Access-B\u00fcro Berlin an der Freien Universit\u00e4t Berlin und der Lehrstuhl Informationsmanagement am Institut f\u00fcr Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin eine \u00f6ffentliche Diskussionsveranstaltung im Henry-Ford-Bau der Freien Universit\u00e4t Berlin.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Anlass der Diskussion war die Weiterentwicklung der <a href=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/strategie\/index.html\">Open-Access-Strategie des Landes Berlin<\/a> zu einer Strategie f\u00fcr offene Wissenschaft (Open-Research-Strategie) im Laufe des Jahres 2023. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, die wissenschaftspolitischen Perspektiven auf die Entwicklung einer Strategie zusammenzubringen und zu diskutieren. Dazu wurden wissenschaftspolitische Sprecher*innen der demokratischen Parteien angefragt, die sich in ihren Wahlprogrammen zur Wiederholungswahl im Februar 2023 zu Themen der \u00d6ffnung der Wissenschaft ge\u00e4u\u00dfert haben (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, CDU, Die Linke, SPD; siehe unser Blogbeitrag \u201e<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2023\/02\/09\/wiederholungswahl-in-berlin-2023\/\">Wie viel offene Wissenschaft ist drin?<\/a>\u201c).<\/p>\r\n<p>An der Diskussion nahmen die Abgeordneten Laura Neugebauer (<a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Abgeordnete\/laura-neugebauer?groupStrategy=fraktion\">B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen<\/a>), und Tobias Schulze (<a href=\"https:\/\/tobiasschulze.berlin\/\">Die Linke<\/a>) teil. Aus der Wissenschaft waren Prof. Dr. Ulrich Dirnagl (<a href=\"https:\/\/neurologie.charite.de\/metas\/person\/person\/address_detail\/prof_dr_med_ulrich_dirnagl\/\">Charit\u00e9 \u2013 Universit\u00e4tsmedizin Berlin<\/a>) und Prof. Dr. Heinz Pampel (<a href=\"https:\/\/www.ibi.hu-berlin.de\/de\/forschung\/infomanagement\/teaminfomanagement\">Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin<\/a>\/Einstein Center for the Digital Future\/Helmholtz Open Science Office der Helmholtz-Gemeinschaft) vertreten. Und Dr. Maxi Kindling (Leiterin <a href=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/\">Open-Access-B\u00fcro Berlin<\/a>) sprach f\u00fcr das Open-Access-B\u00fcro Berlin. Die Moderation \u00fcbernahm Dr. Christina Riesenweber (Kommissarische Leiterin Open Access und wissenschaftliches Publizieren, <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/ub\/index.html\">Universit\u00e4tsbibliothek der Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a>).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\">\r\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\r\n<figure id=\"attachment_2189\" aria-describedby=\"caption-attachment-2189\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/Tobias_Schulze\/status\/1654220243965997059\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2189 size-large\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-1024x256.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-1024x256.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-300x75.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-768x192.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-1536x384.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-2048x512.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-1200x300.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-250x63.jpg 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-550x138.jpg 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-800x200.jpg 800w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-720x180.jpg 720w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2023\/06\/oa_fu_2023_pano-2000x500.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2189\" class=\"wp-caption-text\">Impressionen des Abends, eingefangen von Tobias Ro\u00dfmann<\/figcaption><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Von Open Access zu Open Research: Erfolge, Ziele, Herausforderungen<\/h1>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Diskussion begann mit einem R\u00fcckblick auf die Open-Access-Strategie, die im Jahr 2015 durch das Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Die Diskussionsteilnehmer*innen waren sich darin einig, dass bereits eine Reihe von Zielen erreicht werden konnte: Greifbar und konkret ist dabei vor allem das Ziel, dass die Autor*innen an Berliner Wissenschaftseinrichtungen bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 60% Open Access bei Zeitschriftenartikeln erreichen sollten. Diese Quote wurde f\u00fcr die neun publikationsst\u00e4rksten Hochschulen ermittelt und mit 63,6% leicht \u00fcbertroffen (<a href=\"https:\/\/depositonce.tu-berlin.de\/handle\/11303\/16999\">Kindling et al. 2022<\/a>). Die Mehrzahl der Hochschulen und auch einige der au\u00dferuniversit\u00e4ren Wissenschafts- und Kulturerbeeinrichtungen haben inzwischen Open Access Policies verabschiedet und die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Erkl%C3%A4rung_%C3%BCber_offenen_Zugang_zu_wissenschaftlichem_Wissen\">Berliner Erkl\u00e4rung zu Open Access<\/a> unterzeichnet. Die drei Universit\u00e4ten, die Charit\u00e9 und die Alice Salomon Hochschule haben Publikationsfonds eingerichtet. Und mit <a href=\"https:\/\/www.berlin-universities-publishing.de\/\">Berlin Universities Publishing<\/a> (Berlin UP) haben die vier Einrichtungen der Berlin University Alliance (BUA) zudem einen eigenen Open-Access-Verlag auf die Beine gestellt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Entwicklung von Open Access f\u00fcgt sich aber l\u00e4ngst in weitere \u00d6ffnungsprozesse in der Wissenschaft ein, die unter den Begriffen Open Science und Open Research diskutiert werden. So haben die Berliner Einrichtungen, auch \u00fcber den offenen Zugang zu Textpublikationen hinaus, bereits einiges erreicht: Viele Einrichtungen sind an Konsortien der <a href=\"https:\/\/www.nfdi.de\/\">Nationalen Forschungsdateninfrastruktur<\/a> beteiligt; an den Universit\u00e4ten, der Charit\u00e9 und vielen au\u00dferuniversit\u00e4ren Einrichtungen gibt es bereits etablierte Services f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.charite.de\/forschung\/service_fuer_forschende\/forschungsinfrastruktur\/forschungsdatenmanagement\/\">Forschungsdatenmanagement<\/a>. Solche Services werden nun auch an den Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften, wie der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft, entwickelt. Die Einrichtungen der BUA arbeiten zudem gerade an einem gemeinsamen Open-Science-Leitbild.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Open-Access-Strategie bewertete Tobias Schulze in der Diskussion zwar als erfolgreich, aber nicht als ausreichend strategisch angelegt. Open Research sollte zu einer Handlungsmaxime gemacht und als ein Kernprofil f\u00fcr die Berliner Universit\u00e4ten und Hochschulen ausgebildet werden. Das m\u00fcsse finanziell unterst\u00fctzt werden. Wichtig sei dabei auch die Frage, wo die Hochschulen in zehn Jahren stehen sollen. Laura Neugebauer betonte hierf\u00fcr die Relevanz der Hochschulvertr\u00e4ge, vor allem vor dem Hintergrund, dass Open Access und Open Research im Koalitionsvertrag von CDU und SPD keine Erw\u00e4hnung finden. Dar\u00fcber hinaus vertrat Heinz Pampel die Position, dass es quantitative, messbare Ziele brauche. Er erg\u00e4nzte: \u201eDas 60%-Ziel der OA-Strategie war mutig. Diesen Mut braucht es auch wieder f\u00fcr die Open-Research-Strategie.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Offene Wissenschaft: Nicht nur Infrastruktur, sondern auch eine Frage wissenschaftlicher Werte<\/h1>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Moderatorin Christina Riesenweber machte klar, dass Offene Wissenschaft nicht nur den Aufbau von technischen Infrastrukturen beinhalte, sondern auch Werte- und Bewertungsfragen in der Wissenschaft umfasse. Tobias Schulze erg\u00e4nzte, dass es auch um Studium und Lehre, die Wissenschaftskultur und Wissenschaftskommunikation gehe, um \u201eeine Demokratisierung von Wissen\u201c. Die Pandemie habe die hohe Relevanz der offenen Wissenschaft erkennbar gemacht, betonte Ulrich Dirnagl. Eines der wichtigsten Ziele f\u00fcr die Berliner Open-Research-Strategie sei, so Maxi Kindling, die verschiedenen Dom\u00e4nen wie Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft zusammenzudenken: Auch Kulturerbeeinrichtungen etwa sollten bei Themen wie der Digitalisierung von wissenschaftlichen Sammlungen angesprochen und unterst\u00fctzt werden. Im Kulturbereich erg\u00e4ben sich zum Teil neue und andere Fragen in Bezug auf Themen der Wissensgerechtigkeit.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Heinz Pampel kn\u00fcpfte an den Punkt des Kulturwandels in der Wissenschaft an: Er unterstrich, dass es auch daf\u00fcr politische Unterst\u00fctzung brauche. Dass der Kulturwandel bereits gestaltet werde, zeige der <a href=\"https:\/\/www.berlinsciencesurvey.de\/de\">Berlin Science Survey<\/a>, dessen Ergebnisse eine hohe Zustimmung zum Thema Open Science nachwiesen. Der Kulturwandel finde zudem auch auf anderen Ebenen statt, beispielsweise auf europ\u00e4ischer Ebene mit der <a href=\"https:\/\/coara.eu\/\">CoARA-Erkl\u00e4rung<\/a> oder der <a href=\"https:\/\/en.unesco.org\/science-sustainable-future\/open-science\/recommendation\">UNESCO Open Science Recommendation<\/a>. In L\u00e4ndern wie in den USA, in den Niederlanden, in Schweden, st\u00fcnde offene Wissenschaft auch ganz oben auf der nationalen politischen Agenda. Als Beispiel f\u00fcr eine umfassende Open Science Policy in Deutschland hob Pampel die <a href=\"https:\/\/os.helmholtz.de\/open-science-in-helmholtz\/open-science-policy\/\">Helmholtz Open Science Policy<\/a> hervor, mit der die Helmholtz-Gemeinschaft als gr\u00f6\u00dfte Wissenschaftsorganisation in Deutschland den Kulturwandel hin zu Open Science umfassend gestalte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Christina Riesenweber setzte die Diskussion mit der Frage fort, was auf Landesebene m\u00f6glich w\u00e4re und was das Land Berlin leisten k\u00f6nne. Maxi Kindling verwies darauf, dass es auch aktuell positive Zeichen der Unterst\u00fctzung durch das Land gebe: So wurde die Stelle im Open-Access-B\u00fcro Berlin entfristet und der Berliner Senat unterst\u00fctzt die <a href=\"https:\/\/open-access-tage.de\/open-access-tage-2023-berlin\">Open-Access-Tage<\/a> Ende September 2023 in Berlin ma\u00dfgeblich. Bei einer Weiterentwicklung der Themen von Open Access zu Open Research m\u00fcsse aber auch das B\u00fcro selbst dringend ausgebaut werden. Dar\u00fcber hinaus gebe es bereits seit einiger Zeit Austausch dazu, welche unterst\u00fctzenden Ma\u00dfnahmen gebraucht werden. So stehe schon l\u00e4nger die Frage im Raum, ob und wie Berlin eine gemeinsame Publikationsinfrastruktur aufbauen sollte. Wichtig sei es, zeitnah mit der aktuellen Regierung \u00fcber die Ideen in den Austausch zu treten. Dabei k\u00f6nne Berlin inzwischen auch von anderen Bundesl\u00e4ndern lernen, insbesondere wenn es dort aktuelle Strategien und Ma\u00dfnahmen wie rechtliche Beratung oder auch Initiativen f\u00fcr Forschungsdatenmanagement auf Landesebene gibt.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Tobias Schulze verwies in diesem Zusammenhang auf die fehlende strategische Ausrichtung in der Hochschulentwicklung. Insbesondere betonte er, dass Hochschulen sich zumeist ohne politische Strategien, sondern aus eigenen Anreizen heraus entwickelten. Die Diskutant*innen waren sich \u00fcber die Notwendigkeit entsprechender Anreizsysteme f\u00fcr die offene Wissenschaft auf strategischer Ebene einig. Open Research m\u00fcsse <em>on top<\/em> laufen, zus\u00e4tzlich gef\u00f6rdert werden und nicht nur in den Hochschulvertr\u00e4gen aufgef\u00fchrt werden, so der Tenor auf dem Podium. Laura Neugebauer erg\u00e4nzte an diesem Punkt, dass die Finanzierung von Projekten an Hochschulen anders funktioniere als die politische Steuerung in der Wissenschaftspolitik. Die Bedeutung einer aktualisierten gemeinsamen Berliner Open-Research-Strategie bestehe auch darin, die Trennung zwischen Wissenschaftspolitik und wissenschaftlihem System ein St\u00fcck weit zu \u00fcberwinden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Nachhaltige Finanzierung f\u00fcr Offene Wissenschaft unerl\u00e4sslich<\/h1>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Diskussion wurde mit Blick auf Finanzierung und Ressourcen fortgesetzt. Tobias Schulze brachte dazu ein, dass die derzeitige Wissenschaftsfinanzierung nicht ausreiche. Vielmehr sei eine Debatte zu der Frage n\u00f6tig, was die Wissenschaft der Gesellschaft wert sei. Ulrich Dirnagl erg\u00e4nzte seine Bef\u00fcrchtung, dass die Finanzierung in den kommenden Jahren schlechter werde und betonte, dass eine unabh\u00e4ngige Finanzierung von offener Wissenschaft ebenso wichtig sei wie diesbez\u00fcgliche Anst\u00f6\u00dfe durch F\u00f6rdergeber. Heinz Pampel bemerkte zudem, dass die Steuerung wissenschaftsgeleitet passieren m\u00fcsse und in Verbindung gebracht werden solle mit der Weiterentwicklung der Forschungsbewertung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein weiterer Diskussionsblock befasste sich mit der Frage der Gestaltung nachhaltiger Finanzierungsstrukturen. Maxi Kindling betonte Nachhaltigkeit als eines der wichtigsten Ziele der bisherigen \u00dcberlegungen einer Berliner Open-Research-Strategie. Hierbei sei vor allem wichtig, sich von kommerziellen Strukturen unabh\u00e4ngiger zu machen und \u00f6ffentliche Infrastruktur zu st\u00e4rken. Tobias Schulze f\u00fcgte hinzu, dass es eine kontinuierliche Refinanzierung durch Bund und L\u00e4nder brauche sowie eine Dauerfinanzierung auch f\u00fcr Infrastrukturen. In den Hochschulvertr\u00e4gen m\u00fcsse die Finanzierung offener Wissenschaft verankert werden. Gleichzeitig sei aber auch sicherzustellen, dass das Geld tats\u00e4chlich f\u00fcr die Umsetzung von Offenheit verwendet werde. Schulze forderte zudem, sich vom Exzellenz-Begriff zu verabschieden und \u201enicht nur Leuchtt\u00fcrme in der W\u00fcste\u201c zu finanzieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die \u00d6ffnung der Wissenschaft kommt voran \u2013 in einigen gro\u00dfen wie auch in vielen kleinen Schritten<\/h1>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurden Fragen aus dem Publikum zugelassen. Diese konzentrierten sich unter anderem auf Personalressourcen und die bessere Verankerung in den Hochschulvertr\u00e4gen sowie die Problematik der Rekrutierung von unterst\u00fctzendem Personal. F\u00fcr die Umsetzung offener Wissenschaftspraxis, aber auch grundlegender Fragen der Arbeit mit wissenschaftlichen Daten, seien entsprechende F\u00e4higkeiten notwendig, sowohl bei der Ausbildung wie auch f\u00fcr entsprechende Stellen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung. Maxi Kindling verwies an diesem Punkt auf die an Berliner Einrichtungen bestehenden Studieng\u00e4nge sowie die Initiativen anderer Bundesl\u00e4nder wie das Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/fdm-bb.de\/\">Institutionalisierung des Forschungsdatenmanagements in Brandenburg (IN-FDM-BB)<\/a>\u201c und die Funktion der <a href=\"https:\/\/www.forschungsdaten.org\/index.php\/Data_Steward\">Data Stewards<\/a>. Heinz Pampel gab einen Hinweis auf die <a href=\"https:\/\/www.ibi.hu-berlin.de\/de\/studium\">Studienangebote am Institut f\u00fcr Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin<\/a>, bei denen die Kompetenzvermittlung zum Management von Forschungsdaten und anderen Informationsobjekten rund um Open Science Teil des Studiums sei.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aus dem Publikum wurde auch auf den Widerstand gegen\u00fcber Open Research aus den Wissenschaften aufmerksam gemacht. Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob eine Landesregierung auf die \u201eMindsets\u201c von Wissenschaftler*innen zur besseren Anerkennung von Open-Research-Praktiken einwirken k\u00f6nnte. Heinz Pampel erkl\u00e4rte, dass es ideell oft keinen Widerstand gebe. Die Entwicklung einer Open Science Policy bei der Helmholtz-Gemeinschaft habe eine gro\u00dfe Zustimmung seitens der Wissenschaft demonstriert. Ulrich Dirnagl erg\u00e4nzte, dass Widerstand oft auf eine generell hohe Arbeitsbelastung zur\u00fcckzuf\u00fchren sei und nicht, weil Open Research prinzipiell abgelehnt werde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In diesem Zusammenhang kam auch die Frage auf, in wessen Verantwortung die Ver\u00e4nderung der Wissenschaftskultur in Richtung Offenheit stehe. Tobias Schulze appellierte daran, das Wissenschaftssystem aus Sicht der Wissenschaftler*innen und der Politiker*innen zusammenzudenken. Hier gebe es noch viel Potential. Die Gr\u00f6\u00dfe und Vielfalt von Berlin erm\u00f6gliche Kooperation, wie etwa die Gr\u00fcndung der <a href=\"https:\/\/www.berlin-university-alliance.de\/\">Berlin University Alliance<\/a> zeige. Sichtbarkeit k\u00f6nnte, so Schulze, besser erreicht werden, wenn der Fokus weg ginge von bestehenden Finanzierungslogiken und Exzellenzdenken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In einem Fazit schloss die Moderatorin Christina Riesenweber, dass sich die Umsetzung von Open Research in der Praxis nur durch viele und auch durch kleine Schritte bew\u00e4ltigen lasse. Maxi Kindling wies abschlie\u00dfend darauf hin, dass die Entwicklung einer Strategie als Prozess zu verstehen ist und derzeit unter der Bezeichnung <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/03\/15\/empfehlung-fuer-eine-landesinitiative-open-research-berlin\/\">Landesinitiative Open Research Berlin<\/a> zu finden sei. Ein Strategiedokument spiegele zudem immer den Stand zu einem bestimmten Zeitpunkt, m\u00fcsse aber stets weitergedacht und aktualisiert werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Wie es weiter geht<\/h1>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die n\u00e4chsten Veranstaltungen zu den Zielvorstellungen einer Open-Research-Strategie Berlin finden im Juli 2023 statt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2023\/05\/30\/open-access-publikationen-workshop\/\"><strong>Workshop &gt;Open-Access-Publizieren durch wissenschaftliche Einrichtungen: Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Open-Research-Strategie Berlin&lt;<\/strong><\/a><br \/><strong>Termin<\/strong>: 4. Juli 2023, 10\u201315:00 Uhr<br \/><strong>Ort<\/strong>: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, J\u00e4gerstra\u00dfe 22\/23, 10117 Berlin, Konferenzraum 2<br \/><strong>Organisiert von<\/strong>: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften\/TELOTA\/Initiative Forschungsdatenmanagement und Open-Access-B\u00fcro Berlin<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2023\/05\/23\/open-research-data-workshop\/\"><strong>Workshop &gt;Open Research Data: Infrastrukturangebote an Berliner Einrichtungen. Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Open-Research-Strategie Berlin&lt;<\/strong><\/a><br \/><strong>Termin<\/strong>: 10. Juli 2023, 10\u201314:30 Uhr<br \/><strong>Ort<\/strong>: Seminarraum in der Zentralbibliothek der TU Berlin\/Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin, Fasanenstra\u00dfe 88, Charlottenburg, 10623 Berlin<br \/><strong>Organisiert von<\/strong>: Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin und Open-Access-B\u00fcro Berlin<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\">Text: <a href=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/\">OABB<\/a>\/<a href=\"https:\/\/www.ibi.hu-berlin.de\/de\">IBI<\/a><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a0<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckblick auf die Diskussionveranstaltung zu Open Research an der FU Berlin Anfang Mai 2023.<\/p>\n","protected":false},"author":7740,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[439151],"tags":[447174],"class_list":["post-1730","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bericht","tag-landesinitiative-open-research-berlin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7740"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1730"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1730\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2391,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1730\/revisions\/2391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}