{"id":659,"date":"2021-12-15T15:24:01","date_gmt":"2021-12-15T14:24:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/?p=659"},"modified":"2024-02-13T16:45:08","modified_gmt":"2024-02-13T15:45:08","slug":"2-von-5-kritische-betrachtung-der-auswirkungen-von-deal-auf-bibliotheken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2021\/12\/15\/2-von-5-kritische-betrachtung-der-auswirkungen-von-deal-auf-bibliotheken\/","title":{"rendered":"2 von 5: Kritische Betrachtung der Auswirkungen von DEAL auf Bibliotheken"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Von Friederike Borchert und Marcus Heinrich<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<pre class=\"wp-block-verse\">Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist \u00fcber das <a href=\"https:\/\/av.tib.eu\/media\/55632\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TIB AV Portal<\/a> verf\u00fcgbar.<\/pre>\r\n\r\n\r\n\r\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Zitiervorschlag: Borchert, Friederike und Heinrich, Markus (2021) 2 von 5: Kritische Betrachtung der Auswirkungen von DEAL auf Bibliotheken. Open Access Blog Berlin. DOI: https:\/\/doi.org\/10.59350\/5r8gp-q5f16<\/pre>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bericht zur Veranstaltung #2 in der Reihe: <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2021\/09\/09\/quo-vadis-offene-wissenschaft-eine-virtuelle-open-access-woche-fuer-berlin-brandenburg\/\">Quo vadis offene Wissenschaft? Eine virtuelle Open Access Woche f\u00fcr Berlin-Brandenburg<\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung am 22. November 2021 zu dem Thema \u201e<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2021\/12\/03\/1-von-5-sind-wir-mit-dem-kommerziellen-open-access-auf-dem-richtigen-weg\/\">Sind wir mit dem kommerziellen Open Access auf dem richtigen Weg?<\/a>\u201c setzte die Folgeveranstaltung den Fokus auf die viel diskutierten DEAL-Vertr\u00e4ge. Die zweite Veranstaltung aus der Reihe &#8222;Quo vadis offene Wissenschaft? Eine virtuelle Open Access Woche f\u00fcr Berlin-Brandenburg&#8220; mit \u00fcber 250 Teilnehmer*innen widmete sich am 7. Dezember 2021 der kritischen Auseinandersetzung mit den DEAL-Vertr\u00e4gen und den Auswirkungen dieser auf Bibliotheken unterschiedlichen Typs.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In Kurzvortr\u00e4gen gaben Jenny Delasalle (Open Access Beauftragte der Charit\u00e9 &#8211; Universit\u00e4tsmedizin Berlin), J\u00fcrgen Christof (Direktor der Universit\u00e4tsbibliothek Technische Universit\u00e4t Berlin), Dr. Claus Dalchow (Leitung Bibliothek Leibniz-Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.) und Dr. Karin Ilg (Leitung Hochschulbibliothek FH Bielefeld) einen Einblick in die Auswirkungen der DEAL-Vertr\u00e4ge auf die jeweiligen Einrichtungen. Die Moderation hatte Dr. Klaus-Rainer Brintzinger (Direktor der Universit\u00e4tsbibliothek Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen) inne.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im ersten Vortrag von Jenny Delasalle aus der Charit\u00e9 &#8211; Universit\u00e4tsmedizin Berlin wurde die Perspektive einer publikationsstarken Einrichtung mit j\u00e4hrlich ca. 6.000 Zeitschriftenartikeln beleuchtet (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.5779065\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pr\u00e4sentation Jenny Delasalle<\/a>). Durch die Teilnahme an den DEAL-Vertr\u00e4gen sind die Ausgaben f\u00fcr Publikationskosten an der Einrichtung in hohem Ma\u00dfe gestiegen. Hinzukommen w\u00fcrde &#8211; nach dem DEAL-Modell &#8211; eine hohe Nachzahlung, der die Einrichtung nicht nachkommen k\u00f6nne. Neben der hohen finanziellen Mehrbelastung bringen die Vertr\u00e4ge einen gro\u00dfen Kommunikationsbedarf innerhalb der Einrichtung und gegen\u00fcber den teilnehmenden Verlagen mit sich. Hinzu kommt die Tatsache, dass durch die Vertr\u00e4ge eine Konzentration von \u00f6ffentlichen Mitteln auf die DEAL-Verlage stattfindet. Neben diesen Herausforderungen werden auch die positiven Auswirkungen der DEAL-Vertr\u00e4ge betont: Seit der Teilnahme steige die Anzahl der Open-Access-Artikel rasant an (Gold und Hybrid), und die Ergebnisse deutscher Wissenschaft seien im Sinne des Open Access deutlich sichtbarer. F\u00fcr die n\u00e4chsten Verhandlungsrunden empfiehlt Jenny Delasalle insgesamt mehr Transparenz in der Vertragsgestaltung und eine st\u00e4rkere Orientierung an den F\u00f6rderbedingungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), idealerweise mit einer Einf\u00fchrung der bew\u00e4hrten Kostenobergrenze von 2.000 Euro, um den Kostenanstieg handhabbar zu machen. Auch die Rolle der kleineren und mittleren Verlage solle insgesamt verst\u00e4rkt in den Blick genommen werden, um fairere Bedingungen auf dem Publikationsmarkt zu schaffen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Anschluss zog J\u00fcrgen Christof ein Zwischenfazit aus seiner Sicht als Direktor der Universit\u00e4tsbibliothek der Technischen Universit\u00e4t Berlin (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.5779086\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pr\u00e4sentation J\u00fcrgen Christof<\/a>). Der Open-Access-Anteil bei den ca. 2.200 j\u00e4hrlich erscheinenden Zeitschriftenartikeln lag in den Jahren 2020\/21 bereits bei 68 Prozent, nicht zuletzt aufgrund der DEAL-Artikel, die ca. ein Drittel dieser Publikationen ausmachten. Open Access setze sich zusehends als Standard durch, und die DEAL-Vertr\u00e4ge leisteten an dieser Stelle ihren Beitrag zur Open-Access-Transformation und zur Erreichung wissenschaftspolitischer Ziele. Die TU Berlin hatte sich bereits in den Anfangsjahren \u00f6ffentlich klar zu DEAL bekannt. Intern wurde der Vertrag jedoch aufgrund der vielf\u00e4ltigen Herausforderungen durchaus auch kritisch diskutiert, so z.B. bez\u00fcglich der Kostenentwicklung. Insbesondere die PAR-Fee wird als deutlich zu hoch bewertet. Zudem sei die steuernde Wirkung auf andere Wissenschaftsverlage durchaus kritisch zu betrachten. Aus Sicht der Wissenschaftler*innen hingegen w\u00fcrden die DEAL-Vertr\u00e4ge aufgrund der scheinbaren Kostenfreiheit und Einfachheit durchaus positiv bewertet. Zudem konnte das Zeitschriftenportfolio erweitert werden. Als Anforderungen an die zweite Phase der DEAL-Vertr\u00e4ge fordert J\u00fcrgen Christof eine Absenkung der PAR-Fee und &#8211; wie Jenny Delasalle von der Berliner Charit\u00e9 &#8211; eine Kostenobergrenze f\u00fcr Gold-OA-Beitr\u00e4ge. Zudem m\u00fcssten das Dashboard und anh\u00e4ngige Workflows verbessert werden. Dennoch f\u00e4llt sein Res\u00fcmee positiv aus: \u201eLassen Sie uns positiv nach vorne schauen: Das Glas ist halb voll.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/av.tib.eu\/media\/55632\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"695\" class=\"wp-image-660\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-1024x695.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-1024x695.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-300x204.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-768x521.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-1200x814.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-250x170.png 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-550x373.png 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-800x543.png 800w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-265x180.png 265w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-442x300.png 442w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof-737x500.png 737w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-J\u00fcrgen-Christof.png 1326w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a>\r\n<figcaption>Abbildung 1: Vortrag J\u00fcrgen Christof (TU Berlin)<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dr. Claus Dalchow berichtete als Bibliotheksleiter des Leibniz-Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. in einem dritten Vortrag \u00fcber die Teilnahme an den DEAL-Vertr\u00e4gen aus Sicht einer au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtung mit natrurwissenschaftlichem Schwerpunkt (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.5779127\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pr\u00e4sentation Dr. Claus Dalchow<\/a>). Die 150 Forschenden des Instituts publizieren pro Jahr ca. 270 Artikel mit einem OA-Anteil von 60 bis 70 Prozent. Die Teilnahme an den DEAL-Vertr\u00e4gen h\u00e4tte dabei bis dato keine erkennbaren Auswirkungen auf den OA-Anteil, jedoch sei der administrative Aufwand hoch. Am ZALF seien so nicht die DEAL-Verlage die gro\u00dfen Gewinner, sondern der OA-Verlag MDPI mit wesentlich h\u00f6heren Wachstumsraten. Auch am ZALF wird das vermeintlich kostenfreie Publizieren als kritisch angesehen, da eine \u00dcbergehung der Bibliothek zum Verlust der eigenen Erwerbungshoheit f\u00fchren k\u00f6nne . Herr Dalchow sieht zudem in der gerechten Verteilung der innerhalb einer Einrichtung verf\u00fcgbaren Mittel ein zu kl\u00e4rendes Problem.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im vierten Vortrag berichtete Dr. Karin Ilg, Leiterin der Hochschulbibliothek der FH Bielefeld, \u00fcber DEAL aus Sicht der Fachhochschulen bzw. Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (HAW). Dieser Hochschultypus zeichne sich durch seine gro\u00dfe Vielfalt aus, und so erscheint es wichtig, auch die Besonderheiten dieser Gruppe zu betrachten. Frau Ilg stellte in ihrem Vortrag acht Thesen und Beobachtungen zu den DEAL-Vertr\u00e4gen in Bezug auf die Fachhochschulen auf. HAWen\u00a0unterst\u00fctzen grunds\u00e4tzlich die DEAL-Vertr\u00e4ge bzw. das Ziel der Open-Access-Transformation. Zudem seien sie mitunter sehr publikationsstark und k\u00e4men den Nachzahlungsaufforderungen nach. HAWen mit einem geringeren Publikationsoutput w\u00e4ren indes bereit, eine Read Fee f\u00fcr den Zugriff zu zahlen. Hier bed\u00fcrfe es der Kostentransparenz sowie fairer Kostenverteilungsmodelle. Jedoch werde die Umsetzung von DEAL, neben einem Finanzierungsproblem, auch zu einem Problem der Personalressourcen. Diese Hindernisse w\u00fcrden begleitet durch grundlegende Kultur- und Wertediskussionen. Hier gelte es, Chancen zu ergreifen und die Thematik mit einem Schwerpunkt auf den Hochschultypus bundesland\u00fcbergreifend zu thematisieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/av.tib.eu\/media\/55632\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"730\" class=\"wp-image-661\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-1024x730.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-1024x730.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-300x214.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-768x548.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-1200x856.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-250x178.png 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-550x392.png 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-800x571.png 800w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-252x180.png 252w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-421x300.png 421w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-701x500.png 701w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-210x150.png 210w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg-400x285.png 400w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/Vortrag-Dr-Karin-Ilg.png 1266w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a>\r\n<figcaption>Abbildung 2: Vortrag Dr. Karin Ilg (FH Bielefeld)<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit und Diskussion<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Projekt DEAL hat einen entscheidenden Beitrag zur Open-Access-Transformation der letzten Jahre beigesteuert. Dennoch bleiben viele herausfordernde Zukunftsfragen offen. Anhand von vier Vortr\u00e4gen aus unterschiedlichen Informations- bzw. Wissenschaftseinrichtungen wurde der Versuch unternommen, eine multiperspektivische Betrachtung der DEAL-Vertr\u00e4ge zu erm\u00f6glichen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eingangs stellten sich dabei die Fragen nach neuen Aufgaben im Zusammenhang mit der Administration der DEAL-Vertr\u00e4ge sowie den vielf\u00e4ltigen finanziellen Herausforderungen. Doch wie hoch ist der Wert der DEAL-Vertr\u00e4ge in Hinblick auf den Kulturwandel hin zu Offenheit in Wissenschaft und Forschung einzusch\u00e4tzen? Auf Grundlage dessen, sowie der Beitr\u00e4ge und der Diskussion, kann zusammenfassend konstatiert werden:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>DEAL ist ein Baustein der Open-Access-Transformation und erm\u00f6glicht es Bibliotheken, zentraler Akteur einer vernetzten Informationsinfrastruktur zu sein.<\/li>\r\n<li>Die Steuerungswirkung von DEAL mit Blick auf die Preispolitik der involvierten Verlage scheint eher begrenzt, aber DEAL ist ein Motor f\u00fcr strukturelle Ver\u00e4nderungen in Forschungseinrichtungen. Zukunftsthemen wie Open Science sind Gemeinschaftsthemen. DEAL bringt Open-Access-Akteur*innen zusammen und erm\u00f6glicht Chancen. Das gilt nicht zuletzt f\u00fcr Bibliotheken und Einrichtungsleitungen.<\/li>\r\n<li>Die Diskussion um DEAL dreht sich vermehrt um die Finanzierungsproblematik und entfernt sich im Kern dabei von den urspr\u00fcnglichen Transformationszielen: Erh\u00f6hung des Open-Access-Anteils von Forschungsergebnissen; Verbesserung der Informationsversorgung; Etablierung eines fairen, zukunftsorientierten Preismodells (orientiert am Publikationsaufkommen).<\/li>\r\n<li>Forschungseinrichtungen sind vielf\u00e4ltig und stehen daher vor mannigfaltigen Herausforderungen, die gerade im Zusammenhang mit publikationskostenbasierten Open-Access-Modellen zum Teil von grundlegenden Kultur- und Wertediskussionen begleitet werden.<\/li>\r\n<li>Nachzahlungsforderungen stellen f\u00fcr einzelne Einrichtungen mitunter gro\u00dfe Herausforderungen dar.<\/li>\r\n<li>Die finanzielle Hauptlast kann nicht dauerhaft von Bibliotheken getragen werden. In der Konsequenz m\u00fcssen die Durchschnittskosten angepasst werden. DEAL kann einen solidarischen Finanzierungsansatz f\u00fcr Open Access bedeuten. Finanzielle Mehrbedarfe durch institutionsinterne Umlenkungsprozesse abzudecken, ist allerdings kaum praktikabel. Noch viel herausfordernder sind Umverteilungsprozesse in einem Bundesland, ganz zu schweigen von einer &#8211; vermutlich illusorischen &#8211; bundesweiten Umverteilung von Mitteln.<\/li>\r\n<li>Das Projekt DEAL hat zur Folge, dass sich ein erheblicher Teil der \u00f6ffentlichen Gelder auf Gro\u00dfverlage konzentriert, wodurch sich die Marktposition der Verlagsseite gegen\u00fcber nicht gewinnorientierten L\u00f6sungen disparat entwickelt. Alternative Open-Access-Publikations- und Finanzierungsmodelle m\u00fcssen aktiver in den Blick genommen werden.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die DEAL-Vertr\u00e4ge stellen Hochschul- und Forschungseinrichtungen vor vielf\u00e4ltige Herausforderungen, und es wird deutlich, dass derartige Vertr\u00e4ge in der aktuellen Form keine Blaupausen f\u00fcr andere Verlage darstellen k\u00f6nnen. Doch wie sehen Alternativen aus? Wohin k\u00f6nnen uns andere Wege f\u00fchren? Sie sind herzlich eingeladen, am 19. Januar 2022 von 14:00 bis 15:30 Uhr mit uns zu der Frage zu diskutieren: <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2021\/12\/07\/sind-wissenschaftseinrichtungen-die-besseren-verlage\/\">Sind Wissenschaftseinrichtungen die besseren Verlage?<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Friederike Borchert und Marcus Heinrich Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist \u00fcber das TIB AV Portal verf\u00fcgbar. Zitiervorschlag: Borchert, Friederike und Heinrich, Markus (2021) 2 von 5: Kritische Betrachtung der Auswirkungen von DEAL auf Bibliotheken. Open Access Blog Berlin. DOI: https:\/\/doi.org\/10.59350\/5r8gp-q5f16 Bericht zur Veranstaltung #2 in der Reihe: Quo vadis offene Wissenschaft? 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