{"id":686,"date":"2021-12-20T16:13:18","date_gmt":"2021-12-20T15:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/?p=686"},"modified":"2024-10-22T15:11:14","modified_gmt":"2024-10-22T13:11:14","slug":"performing-open-access-ein-workshop-fuer-und-mit-den-darstellenden-kuensten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2021\/12\/20\/performing-open-access-ein-workshop-fuer-und-mit-den-darstellenden-kuensten\/","title":{"rendered":"Performing Open Access &#8211;  Ein Workshop f\u00fcr und mit den Darstellenden K\u00fcnsten"},"content":{"rendered":"\r\n<p><em>Von Friederike Kramer und Linda Martin<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Performing Open Access \u2013 der Titel wurde Programm, als sich am 13. Dezember K\u00fcnstler*innen, Wissenschaftler*innen und k\u00fcnstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen gemeinsam mit Infrastrukturanbietenden \u00fcber Bedarfe, die Umsetzung von und Angeboten zu Open Access ausgetauscht haben. Im Rahmen des Projektes <a href=\"https:\/\/open-access.network\/startseite\">open-access.network<\/a> richteten das <a href=\"http:\/\/www.open-access-berlin.de\/akteure\/oabb\/index.html\">Open-Access-B\u00fcro Berlin<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.udk-berlin.de\/service\/universitaetsbibliothek\/wir-ueber-uns\/open-access-an-der-udk\/\">Universit\u00e4tsbibliothek der Universit\u00e4t der K\u00fcnste<\/a> einen interaktiven Workshop aus, der die Darstellenden K\u00fcnste adressierte. Die 25 Teilnehmenden nutzten die M\u00f6glichkeiten des Gather.town-Raumes zum Austausch und zur Vernetzung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\r\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"648\" height=\"648\" class=\"wp-image-687\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta.png 648w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-300x300.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-150x150.png 150w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-48x48.png 48w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-250x250.png 250w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-550x550.png 550w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-180x180.png 180w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/files\/2021\/12\/DarstellendeKunst_Wokshop_Insta-500x500.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/>\r\n<figcaption>Workshop &#8222;Performing Open Access&#8220; am 13.12.2021<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zum Einstieg nahm <a href=\"https:\/\/www.jasoncorff.com\/\">Jason Corff<\/a> (Hochschul\u00fcbergreifendes Zentrum Tanz) die Anwesenden mit auf eine Gedankenreise, die ihnen seine zwischen Kartographie und Choreographie angesiedelte Arbeit n\u00e4her brachte. Open Access ist nicht gleich Open Access \u2013 wo die Wissenschaften verschiedene Anforderungen an die Verf\u00fcgbarmachung von Wissen stellen, bringen die k\u00fcnstlerischen Inhalte andere Publikationsformate &#8211; wie Videomitschnitte oder enhanced publication &#8211; und auch ein gesondertes Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber des eigenen Wirkens hervor. Corff wies auf die Herausforderungen hin, die ihm w\u00e4hrend seiner Forschungen begegnen. So sei ein \u201eaccess to research\u201c bereits bei der Suche nach Publikationen durch ein fehlendes Vokabular stark erschwert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Von den Einblicken in die Praxis ging es zu einem Blick auf die Praxis und die rechtlichen Aspekte. Dr. Paul Klimpel (<a href=\"https:\/\/irights-law.de\/\">irights.law<\/a>) verwies auf den performativen Moment des Schaffens, das Werk, dass in der Auff\u00fchrung bzw. in dem Moment des Aus\u00fcbens bestehe. Vervielf\u00e4ltigungen h\u00e4tten somit in den Darstellenden K\u00fcnsten eine etwas anders gelagerte Stellung. Eine Aufzeichnung des Geschaffenen sei eher zweitrangig gelagert und ginge einher mit einer Form des Kontrollverlustes, welches sich h\u00e4ufig in Form der Vergabe einer <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/deed.de\">CC-BY-NC-ND-Lizenz<\/a> \u00e4u\u00dfere. Dahinter st\u00fcnden die Sorgen einer unerw\u00fcnschten Weiterverwendung, einer Nichtnennung des*der Urheber*in bzw. einer starken Ver\u00e4nderung des eigenen Werkes. Ein wichtiger Fokus wurde auch auf die Vielzahl der zu bedenkenden rechtlichen Aspekte gelegt, die mit dem Urheberrecht beginnen und sich von Pers\u00f6nlichkeitsrechten bis hin zu Auff\u00fchrungsrechten in einem weiten Spektrum bewegen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Warum es aber dennoch wichtig sei, sich f\u00fcr eine barrierefreie Ver\u00f6ffentlichung der eigenen Werke stark zu machen, betonte schon zuvor <a href=\"https:\/\/www.hfs-berlin.de\/hochschule\/person\/anna-luise-kiss\/\">Dr. Anna Luise Kiss<\/a>, Rektorin der Hochschule f\u00fcr Schauspielkunst Ernst Busch. Sie betonte die den Darstellenden K\u00fcnsten immanente Hinwendung zur Openness auf vielerlei Ebenen:<br \/>Die digitale Dokumentation diene als Resonanzboden au\u00dferhalb der eigenen Community und erm\u00f6gliche dabei eine R\u00fcckwirkung auf die Kunst. So seien Open-Access-Publikationen, wie im <a href=\"https:\/\/www.jar-online.net\/en\">Journal of Artistic Research<\/a> ein \u201eInstrument der \u00d6ffnung\u201c, welches eine Auseinandersetzung mit dem Kreierten und eine Vernetzung voranbringe. Die \u00f6ffentliche Genese der Darstellenden K\u00fcnste, das per se Pr\u00e4sentieren wollen, sieht sie zudem als beste Ausgangsposition f\u00fcr Open Access.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In einem Block, der sich den Themen Ver\u00f6ffentlichungen und Support widmete, stellte Casper Schipper die Publikationsplattform <a href=\"https:\/\/www.researchcatalogue.net\/\">Research Catalogue<\/a> vor. Neben einer europaweiten institutionellen Anbindung hat der*die Autor*in die M\u00f6glichkeit quasi im \u201eSelbstverlag\u201c Dateien, Forschungsdaten und Beschreibungen des eigenen Schaffens als \u201eexposition\u201c abzulegen. Die Plattform ist auf die Bedarfe der K\u00fcnste ausgerichtet und bietet eine (soweit m\u00f6glich) all-in-one Pr\u00e4sentation des eigenen Schaffens. Im Vergleich zu anderen Repositorien ist der Research Catalogue nicht nur eine Ver\u00f6ffentlichungsplattform, sondern eine Ausstellung k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlichen Schaffens.<br \/>Im Anschluss stellte Peggy Gro\u00dfe (<a href=\"https:\/\/www.arthistoricum.net\/\">Fachinformationsdienst arthistoricum.net<\/a>) Services und Angebote \u2013 darunter Guidelines und das Repositorienangebot \u201eRadar4Culture\u201c &#8211; des <a href=\"https:\/\/nfdi4culture.de\/\">NFDI4Culture<\/a> vor. Die Arbeit des Konsortiums lebt von der Beteiligung, in Form von Foren, Plenaries, oder auch der #CultureHours.<br \/>An zwei virtuellen Thementischen hatten die Teilnehmenden die M\u00f6glichkeit, ihre Frage an die Vorredner*innen zu adressieren und miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auf Chancen und Herausforderungen von Open Access in den Darstellenden K\u00fcnsten gingen die Referent*innen und Diskutant*innen des Nachmittags ein.<br \/>So zeigten die Ergebnisse einer Umfrage des <a href=\"https:\/\/www.performing-arts.eu\/\">Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst<\/a> zum Thema \u201eVer\u00f6ffentlichung von Forschungsdaten\u201c, pr\u00e4sentiert von Franziska Vo\u00df und Julia Beck, dass die Proband*innen Schwierigkeiten bei der Auffindbarkeit bzw. Nachnutzung von Daten haben, andererseits jedoch nur zu einem geringen Prozentwert selbst offene Forschungsdaten publizieren. Der FID erm\u00f6glicht den Wissenschaftler*innen qua Freikauf einen Zugriff auf Open-Access-Literatur.<br \/>PD Dr. Dr. Grischka Petri (<a href=\"https:\/\/www.fiz-karlsruhe.de\/de\">Leibniz-Institut f\u00fcr Informationsinfrastruktur Karlsruhe<\/a>) griff Fragestellungen und Sorgen rund um Urheberrecht und Lizenzvergabe auf. Er ist einer der Betreuenden des <a href=\"https:\/\/nfdi4culture.de\/what-we-do\/task-areas\/task-area-5.html\">Legal Helpdesk<\/a> von NFDI4Culture. Er verwies auf die besonderen Herausforderungen einhergehend mit den \u201eWahrnehmungsformaten\u201c in den Darstellenden K\u00fcnsten. So st\u00fcnden bspw. Auff\u00fchrung, Senderechte, Skripte parallel \u2013 Aber wie verhalten sich Schutzrechte zueinander?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein Vortrag von Till Ansgar Baumhauer<em> (<\/em><a href=\"https:\/\/www.hfbk-dresden.de\/\">Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden<\/a>), beleuchtete abschlie\u00dfend das EU-gef\u00f6rderte Projekt <a href=\"https:\/\/www.hfbk-dresden.de\/\">EU4Art<\/a>. Er betonte, dass der Prozess des Schaffens immer wichtiger werde und somit \u201eZwischendaten\u201c eine wichtige Rolle spielten. Die Verpflichtung zu einer Bereitstellung der Arbeitsinhalte im Open Access stellt das internationale Projekt vor Fragen um Datenquellen und die Kuratierung von Datenmengen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Den Abschluss des Tages bildete ein interaktiver Erfahrungsaustausch frei nach dem Motto \u201eBring your own problem\u201c. Im Dialog gingen die Teilnehmenden auf die Fragestellungen ihres Gegen\u00fcbers ein. Themen waren unter anderem die Rechte eines Theaterverlags an einem Werk, welche aus der \u00dcbersetzungsleistung dessen hervorging (der Urheber war bereits 70 Jahre verstorben) oder aber die Rechtekl\u00e4rung im Falle einer Zweitver\u00f6ffentlichung, sollte ein Verlag nicht mehr bestehen. Die wiederkehrende Diskussion um das Betreiben einer Plattform und die Bereitstellung verschiedener medialer Inhalte offenbarte ein Desiderat in den k\u00fcnstlerischen F\u00e4chern: So mangelt es bisher an einer \u00f6ffentlich finanzierten M\u00f6glichkeit multimediale Inhalte, unter Einhaltung der <a href=\"https:\/\/www.go-fair.org\/fair-principles\/\">FAIR-Prinzipien<\/a>, abzulegen. Es bleibt eine Herausforderung f\u00fcr die k\u00fcnstlerischen Hochschulen, ihre Expertise als Grundstein f\u00fcr ein zuk\u00fcnftiges Angebot einzubringen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der eint\u00e4gige Workshop konnte nicht nur erstmals Beauftragte, K\u00fcnstler*innen und Wissenschaftler*innen aus dem Gebiet der Darstellenden K\u00fcnste versammeln, sondern wies Richtung Zukunft. So brauche es neben der staatlichen F\u00f6rderung einer rechtssicheren Publikationsplattform auch eine Vernetzung innerhalb der Community. Eine Vermittlung von Kenntnissen zu Open Access w\u00e4hrend des Studiums ist ebenso wichtig wie eine Sammlung bereits bestehender Angebote. Um den \u201eaccess to research\u201c, nach den Worten von Jason Corff, zu erleichtern, br\u00e4uchte es ein gemeinsam verwendetes Vokabular. Trotz vieler Aufgabenfelder haben sich die Darstellenden K\u00fcnste auf den Weg gemacht, ihr Schaffen und ihr Wissen zu teilen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Friederike Kramer und Linda Martin Performing Open Access \u2013 der Titel wurde Programm, als sich am 13. Dezember K\u00fcnstler*innen, Wissenschaftler*innen und k\u00fcnstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen gemeinsam mit Infrastrukturanbietenden \u00fcber Bedarfe, die Umsetzung von und Angeboten zu Open Access ausgetauscht haben. 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