„Analog trifft Algorithmus“: Das ist das Motto der diesjährigen 114. BiblioCon. Die Konferenz ist eine jährlich stattfindende Konferenz in der Bibliothekswelt und gastiert im Mai 2026 im Berliner Estrel Congress Center. Das Open Research Office Berlin ist an mehreren Sessions beteiligt, für die sich Interessierte ab sofort anmelden können.

Die 114. BiblioCon findet statt vom 19. bis 22. Mai 2026 im Estrel Congress Center. Die offizelle Konferenz-Website findet sich unter https://2026.bibliocon.de. Das vollständige Programm ist unter diesem Link verfügbar. Zur Anmeldung für die Konferenz hier entlang.
Dienstag, 19. Mai, 16:00 – 18:00: Offen, aber rechtens! – Hands-on-Lab zu (urheber-)rechtlichen Fragen bei Open Access und Open Research
- Format: Hands-on Lab
- Ort: Raum VIII / 8
Beschreibung:
Eure Probleme wollen wir haben!
Dieses Hands-on-Lab behandelt Rechtsfragen aus der Praxis von Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen. Gemeinsam mit Vertreter*innen von Bibliotheken, Archiven, Museen und weiteren Infrastruktur-Einrichtungen möchten wir mit der World-Café-Methode brennende (urheber-)rechtliche Herausforderungen bei Open Access und Open Research sammeln, systematisieren und diskutieren. Dies betrifft Themen wie bspw. Zitatrecht und Pastiche, Creative-Commons-Lizenzen, Publikationsverträge mit Verlagen oder Verwertungsgesellschaften (z.B. VG Wort), Sicherung von Rechten der Autor:innen, textuelles und nicht-textuelles Publizieren, Regelungen aus der Urheberrechtsnovelle von 2018 (UrhWissG), Arbeitsrecht, Datenschutz etc.
Uns interessiert, wie Sie in Ihren Einrichtungen mit diesen komplexen Rechtsfragen umgehen – und wie und mit welchen Folgen Sie diese vielleicht auch um-gehen. Im Hands-on-Lab überlegen wir gemeinsam, wie geeignete Antworten und Lösungswege aussehen, welche Herausforderungen welche Ressourcen benötigen (z.B. Informationsmaterialien, juristische Beratung, Vernetzung o.ä.) und welche weiteren Instrumente hilfreich sind, um die Probleme auf rechtspolitischer Ebene anzusprechen und Lösungen voranzutreiben.
Das Hands-on-Lab basiert auf der Beobachtung, dass die rechtlichen Fragen mit Open Access und der Ausweitung auf Open Research an Komplexität gewinnen – die erforderlichen Strukturen, dem zu begegnen, aber nicht in ausreichender Größe und Qualität mitwachsen. Gerade im Zuge des Aufbaus von wissenschaftsgeleiteten, nicht-kommerziellen Publikationsstrukturen wie bei Diamond Open Access wird es erforderlich, aus den Infrastruktur-Einrichtungen heraus ein Gegengewicht zu den juristischen Anstrengungen aus der kommerziellen Medienindustrie zu schaffen.
Dokumentiert wird das Hands-on-Lab in Form eines Blogbeitrags.
Organisation: Legal Helpdesk Berlin (Open Research Office Berlin und UB der TU Berlin) und Helmholtz Open Science Office.
Voranmeldung nötig. Bitte registrieren Sie sich bei: Georg Fischer, georg.fischer@open-research-berlin.de
Referent*innen: Georg Fischer (Open Research Office Berlin), Marc Lange (Helmholtz Open Science Office), Maike Neufend (Open Research Office Berlin), Maxi Kindling (TU Berlin), Miriam Wildermuth (Open Research Office Berlin)
Zum Eintrag im offiziellen Programm (Session 134)
Donnerstag, 21. Mai, 09:00 – 10:30: oa.atlas zum Mitmachen: Chancen, Herausforderungen und neue Features diskutieren
- Format: Hands-on Lab
- Ort: Raum VII / 7
Beschreibung:
Der oa.atlas (https://open-access.network/services/oaatlas) bildet den Status quo von Open-Access- und Open-Science-bezogenen Aktivitäten in Deutschland ab. Die Betrachter*innen können hierbei auswählen, ob sie Informationen zu den Strategien und Services der wissenschaftlichen Institutionen oder zu den Strategien und Maßnahmen in den Bundesländern abrufen möchten.
Die reichhaltige Datensammlung umfasst über 700 Einträge von Einrichtungen mit öffentlicher bzw. kirchlicher, staatlich anerkannter Trägerschaft, darunter Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre und andere Forschungseinrichtungen, Landes- und Forschungsbibliotheken. Der oa.atlas ist ein Service für und von der Open Science-Community, bei dem eine Datenpflege nur gemeinsam gelingt.Im Hand-on lab werden den Teilnehmenden die Features des oa.atlas vorgestellt und gemeinsam auf ihre usability und user experience hin getestet.
Im Format des World-Cafés werden Chancen und Herausforderungen der communitybasierten Datenpflege diskutiert, Nutzungsszenarien und dafür nötige neue Features gesammelt, gemeinsam über mögliche Szenarien der Nachnutzung der Daten nachgedacht und generelle Bedarfe der Bibliothekscommunity an eine Datensammlung der Open Research/Open Science Aktivitäten ermittelt.Die Konzeption des oa.atlas erfolgt im Rahmen des Projekts open-access.network in Verantwortung des Open Research Office Berlin, unter Mitwirkung des Helmholtz Open Science Office. Die Datenvisualisierung erfolgt über das Portal open-access.network und wird durch die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen aufbereitet.
Voranmeldung nötig. Bitte registrieren Sie sich bei: Bitte melden Sie sich bei Miriam Wildermuth (miriam.wildermuth@hotmail.de) für das Hands-on Lab an.
Referent*innen: Miriam Wildermuth (Open Research Office Berlin), Maike Neufend (Open Research Office Berlin), Linda Martin (NiedersachsenPUBLISHING), Lorenz Weinberg (Open Research Office Berlin).
Zum Eintrag im offiziellen Programm (Session 127)
Freitag, 22. Mai, 09:00 – 11:00: „Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt“ Willkommenskultur in Bibliotheken leben
- Format: Podiumsdiskussion
- Ort: Raum A
In diesem Panel ist Lorenz Weinberg mit einem Vortrag zum Thema „Willkommen?! Untersuchung der emotionalen und sozialen Dimensionen der Bibliotheksnutzung für First Generation Studierende“ vertreten.
Beschreibung:
Fragen nach sozialer Herkunft und Bildungsungerechtigkeit sind im gesellschaftlichen Diskurs zunehmend präsent. Während sich vor allem öffentliche Bibliotheken als Akteurinnen in Diversitäts- und Teilhabefragen positionieren, finden diese Themen in wissenschaftlichen Bibliotheken bislang kaum Beachtung. Insbesondere die Perspektiven von First-Generation-Studierenden, also Studierenden aus Nichtakademiker*innen-Haushalten, werden eher selten berücksichtigt. Doch fühlen sich diese Studierenden in den Räumen wissenschaftlicher Bibliotheken willkommen? Wie beeinflusst die Bibliotheksnutzung ihr Zugehörigkeitsgefühl, ihre Selbstwirksamkeit und ihr mentales Wohlbefinden?
Im Unterschied zum angloamerikanischen Raum, in dem bereits Studien zu First-Generation-Studierenden und Bibliotheken existieren, fehlt im deutschsprachigen Kontext eine entsprechende Auseinandersetzung bislang fast vollständig. Auf Grundlage der Masterarbeit „First-Generation-Studierende als Bibliotheksnutzende“ stellt der Vortrag erste empirische Erkenntnisse aus Deutschland vor, die auf leitfadengestützten Einzelinterviews mit Studierenden verschiedener Berliner Hochschulen basieren.
Die Ergebnisse zeigen, welche Rolle Bibliotheken im Studienalltag dieser Studierenden spielen und welche Barrieren sie wahrnehmen. Dabei wird deutlich, dass Bibliotheksnutzung nicht nur eine funktionale, sondern auch weitreichende emotionale und soziale Dimensionen beinhaltet.
Die Perspektiven der befragten Studierenden liefern wertvolle Einblicke in die spezifischen Herausforderungen, die sich aus der sozialen Herkunft als Diversitätsdimension ergeben. Ein wichtiger Beitrag für eine breitere Diskussion über Teilhabe, Chancengerechtigkeit und soziale Vielfalt in der bibliothekarischen Praxis.
Stichworte: Besuchendenservice; Inklusion; Willkommenskultur; Besuchserlebnis; First Generation; Publikumsservice; Diversität

