Seit der Verabschiedung der Berliner Open-Access-Strategie im Jahr 2015 haben die Publikationsinfrastrukturen an den Berliner Wissenschaftseinrichtungen stark an Bedeutung gewonnen: Institutionelle Repositorien sind zu zentralen Bausteinen für das Publizieren nach den Prinzipien von Open Access geworden. Ein Jubiläum wird derzeit an der TU Berlin gefeiert: 20.000 Open-Access–Publikationen sind mittlerweile über DepositOnce erschienen!
Ein Gastbeitrag von Maxi Kindling und Jana Schildhauer (beide Universitätsbibliothek der TU Berlin)
Zitiervorschlag: Kindling, Maxi & Schildhauer, Jana (2026): Die TU Berlin feiert 20.000 Veröffentlichungen auf DepositOnce, Open Research Blog Berlin. 22.06.2026. https://doi.org/10.59350/63n9r-jsa84.
Repositorien als zentraler Baustein der offenen Infrastruktur
Forschende und Einrichtungen nutzen Repositorien für die Veröffentlichung diverser Publikationsformen und machen so einen beachtlichen Anteil ihres Forschungsoutputs frei zugänglich und nachnutzbar mittels einer Infrastruktur, die in der Hand der Wissenschaft liegt. Die enge Zusammenarbeit unter den betreibenden Bibliotheken und die gemeinsame Weiterentwicklung dieser Dienste haben die Qualität gestärkt.
Repositorien sind weit mehr als technische Plattformen. Die betreibenden Einrichtungen bieten eine Vielzahl von Services zur Unterstützung der Forschenden an: Sie ermöglichen Erstveröffentlichungen, darunter Veröffentlichungen der universitätseigenen Verlage oder Dissertationen sowie Habilitationen, sie begleiten Forschende bei der Zweitveröffentlichung (Green OA) und unterstützen bei der Lizenzierung sowie der Einhaltung von Standards wie den FAIR-Prinzipien. Die kontinuierliche Zunahme der Veröffentlichungen unterstreicht ihre Bedeutung in einer nachhaltigen offenen und souveränen Wissenschaft.
20.000 Veröffentlichungen – ein Meilenstein für offene Wissenschaft an der TU Berlin
Die Repositorien an den Berliner Universitäten weisen eine lange Tradition auf: Nach dem edoc-Server der HU Berlin, der den Betrieb bereits 1997 als einer der ersten Dissertationsserver Deutschlands aufnahm, folgte die TU Berlin im Jahr 1999 mit einem eigenen Dokumentenserver. Dieser wurde 2014 durch DepositOnce auf der Basis von DSpace abgelöst (siehe Archivversion im Internet Archive). DepositOnce fungiert an der TU Berlin seitdem als institutionelles Open-Access-Repositorium und hat sich zu einer zentralen Plattform für den freien Zugriff auf wissenschaftliche Werke entwickelt. Aktuell feiert DepositOnce einen bedeutenden Meilenstein, denn das Repositorium verzeichnet 20.000 Veröffentlichungen.
DepositOnce steht für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen allen TU-Angehörigen kostenfrei zur Verfügung. Als Kernstück der Open-Access-Strategie der Universität sowie des gemeinsamen Open-Science-Leitbilds im Rahmen der Berlin Universities Alliance (BUA) unterstützt es die Umsetzung der Open-Access-Policy und Forschungsdaten-Policy der TU Berlin. Denn das Repositorium trägt dazu bei, Forschung transparent, reproduzierbar, nachhaltig und zugänglich zu machen.
Was auf DepositOnce publiziert wird
Unter den nunmehr 20.000 Open-Access-Veröffentlichungen von über 30.000 Autor*innen finden sich aus dem Fächerkanon der Universität entsprechend publizierte Forschungsergebnisse aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter:
-
- Qualifikationsschriften wie Dissertationen oder Habilitationen;
- Zweitveröffentlichungen von Beiträgen, die bei Verlagen bislang Closed Access publiziert wurden (daher nur für Personen oder Institutionen mit kostenpflichtigen Abos zugänglich sind) und dank der Open-Access-Version in DepositOnce nun weltweit uneingeschränkt zugänglich verfügbar sind;
- Forschungsdaten aus verschiedenen Fachrichtungen und in unterschiedlichen Datenformaten;
- Forschungs-, Projekt- oder Jahresberichte;
- Konferenzbände;
- Buchveröffentlichungen des Verlags Berlin Universities Publishing (BerlinUP);
- Preprints, die bereits vor der formalen Veröffentlichung über einen Verlag für die wissenschaftliche Community verfügbar gemacht werden – eine gängige Praxis v.a. in naturwissenschaftlichen Disziplinen.
Als Online-Plattform für Veröffentlichungen aus der Wissenschaft fungiert DepositOnce als vermittelnde Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft, auf der gesellschaftsrelevante Forschungsergebnisse und in Projekten erarbeitete Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger*innen sichtbar, zugänglich und nachnutzbar gemacht werden.
Das Themenspektrum ist divers: Es reicht von an Wänden kletternden Robotern, über interaktive Spiele als Handlungsempfehlungen an Praktiker*innen aus Bildung, Planung, Politik und Verwaltung oder modellgestützte Untersuchung zu Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 des Projekts Modus Covid bis zu Veröffentlichung von Sonderforschungsbereichen wie der Reihe des SFB 1265 (SFB Re-Figuration von Räumen).
Aktiver Baustein der offenen Wissenschaftsinfrastruktur
DepositOnce ist eine Plattform zum Online-Publizieren, bei der Offenheit und Nutzen für die wissenschaftliche Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen – betrieben auf Basis offener Software, mit offenen Schnittstellen und Metadaten und zur Verbreitung möglichst offen lizenzierter Forschungsergebnisse. Sie ist damit ein aktiver Teil der wissenschaftlichen Infrastruktur der TU Berlin und sichert ab, dass TU-Forschungsergebnisse mit einem DOI referenzierbar, dauerhaft zugänglich und digital souverän frei verfügbar sind. Über die automatisierte Pflichtablieferung ist sichergestellt, dass Publikationen auch bei der Deutschen Nationalbibliothek recherchierbar sind und langzeitarchiviert werden.
Zukünftige Pläne
Der nächste Schritt für DepositOnce beinhaltet Updates zur neuesten DSpace-Version und verbesserte Unterstützung für große Datenmengen. Im Rahmen eines EFRE-geförderten Projekts (2025–2028) wird der Fokus darauf liegen, die DSpace-Performance zu verbessern (insbesondere im Bereich der Veröffentlichung von Forschungsdaten). Auch die Integration mit Diensten wie ORCID steht auf der Agenda, um die eindeutige Zuordnung von Veröffentlichungen zu Personen zu unterstützen. Interoperabilität und Auffindbarkeit haben Priorität, daher wird der Qualität von Metadaten und technischen Schnittstellen stets besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Aktuell nutzen alle drei großen Berliner Universitäten für ihre Repositorien die Software DSpace. DepositOnce wird als lebendiger Teil der offenen Wissenschaftsinfrastruktur in Berlin und an der TU Berlin weiterentwickelt, um Open Science zu unterstützen und zu fördern.

