{"id":4307,"date":"2026-09-02T13:51:04","date_gmt":"2026-09-02T11:51:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/?p=4307"},"modified":"2026-09-02T13:51:04","modified_gmt":"2026-09-02T11:51:04","slug":"interview-open-access-network-positionspapier-open-research-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/2026\/09\/02\/interview-open-access-network-positionspapier-open-research-berlin\/","title":{"rendered":"Interview mit open-access.network: \u201eOffenheit als Grundsatz\u201c \u2013 Positionspapier zur Entwicklung von Open Research in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Ende August 2026 erschien im oa.blog vom open-access.network <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.64395\/3zj8s-kxd10\">ein Interview mit Maike Neufend und Georg Fischer vom Open Research Office Berlin<\/a>. Anlass war das neue Positionspapier zur Entwicklung von Open Research Berlin, sein Entstehungskontext und die Zukunftspl\u00e4ne in der Landesinitiative. Wir ver\u00f6ffentlichen das Interview erneut im Volltext hier im Open Research Blog Berlin.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<pre>Anfang Juli 2026 hat die Landesinitiative Open Research Berlin ein\u00a0<a href=\"https:\/\/oabb.pubpub.org\/pub\/positionspapier-open-research-berlin\/release\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Positionspapier zur Entwicklung von Open Research in Berlin<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Unter dem Titel \u201eOffenheit als Grundsatz\u201c enth\u00e4lt das neue Papier diverse Vorschl\u00e4ge und Ideen f\u00fcr Ma\u00dfnahmen, um Open Access auf Open Research strategisch f\u00fcr Wissenschaft und Kulturerbe auszuweiten und im Berliner Forschungsraum zu verankern. Im Interview mit dem oa.blog erz\u00e4hlen Georg Fischer und Maike Neufend vom\u00a0<a href=\"https:\/\/www.open-research-berlin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Open Research Office Berlin (OROB)<\/a>, das den Prozess koordiniert hat, von den Hintergr\u00fcnden, der Motivation und den Kernpunkten des Positionspapiers.<\/pre>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"quote-link\">\n<div id=\"c31995\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Wie kam es zur Erarbeitung des neuen \u201ePositionspapiers zur Entwicklung von Open Research in Berlin\u201c?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Dazu ist es wichtig, einen Schritt zur\u00fcck zu gehen:\u00a0<a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.17169\/refubium-26319\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2015 erschien die \u201eOpen-Access-Strategie Berlin\u201c<\/a>, die vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet worden war. Das Dokument legte den Grundstein f\u00fcr die kooperative Entwicklung von Open-Access-Aktivit\u00e4ten f\u00fcr den Standort Berlin. Als Ziel wurde damals unter anderem ausgegeben, bis 2020 den Anteil der wissenschaftlichen Open-Access-Publikationen f\u00fcr Zeitschriftenartikel aus allen wissenschaftlichen Einrichtungen in der Zust\u00e4ndigkeit des Landes Berlin auf mindestens 60% zu erh\u00f6hen. Daneben sollten Open Access in den Berliner Hochschulvertr\u00e4gen verankert und die Diskussion \u00fcber die Einbeziehung von Open Access als Indikator f\u00fcr die leistungsorientierte Mittelvergabe gef\u00f6rdert werden. Die Open-Access-Strategie sah au\u00dferdem vor, neben Text-Publikationen auch Forschungsdaten und Kulturdaten bzw. kulturelles Erbe als Handlungsfelder zu entwickeln. Das Open Research Office Berlin ist ebenfalls als Ma\u00dfnahme aus der Berliner Open-Access-Strategie von 2015 hervorgegangen (2016 als \u201eOpen-Access-B\u00fcro Berlin\u201c gegr\u00fcndet, umbenannt 2025).<\/p>\n<p>Nun sind gut zehn Jahre vergangen und die Wissenschaftswelt hat sich weitergedreht. Open Research wurde etwa in das Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) aufgenommen: In\u00a0<a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/perma?d=jlr-NNLBE00004834NN00000000155\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Paragraph 41<\/a>\u00a0werden Open Access und Open Science definiert und der Auftrag der Hochschulen beschrieben. Auch in der Praxis hat sich Open Access in vielen Bereichen als genereller Standard etabliert; Forschungsdaten zu teilen wird zunehmend beliebter und auch im Kulturbereich tut sich allerhand bei der digitalen \u00d6ffnung und Nutzung der Best\u00e4nde, wie wir 2024 im\u00a0<a href=\"https:\/\/oabb.pubpub.org\/open-access-bericht-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Open-Access-Bericht Berlin<\/a>\u00a0festgehalten haben. Um den Entwicklungen Rechnung zu tragen und die Bedingungen \u2013 z. B. auf infrastruktureller oder rechtlicher Ebene \u2013 aktiv zu gestalten, wurde die\u00a0<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-access-berlin\/2022\/03\/15\/empfehlung-fuer-eine-landesinitiative-open-research-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eLandesinitiative Open Research Berlin\u201c<\/a> ins Leben gerufen. Damit werden die Erfolge aus der Open-Access-Strategie von 2015 weitergef\u00fchrt, mit Open Research wird aber nun der gesamte Forschungszyklus ins Auge genommen und neben der Wissenschaft werden weitere Wissenssysteme einbezogen. Die Landesinitiative legt nun nach einem partizipativen Prozess das \u201ePositionspapier zur Entwicklung von Open Research in Berlin\u201c vor, das zahlreiche Vorschl\u00e4ge und gangbare Wege konturiert, um die Vorreiterrolle Berlins in Sachen Offenheit zu festigen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"DWWg3I6oT6\"><p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/2026\/07\/02\/landesinitiative-open-research-berlin-positionspapier\/\">Berliner Landesinitiative ver\u00f6ffentlicht Positionspapier zur Entwicklung von Open Research<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Berliner Landesinitiative ver\u00f6ffentlicht Positionspapier zur Entwicklung von Open Research&#8220; &#8211; Open Research Blog Berlin\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/2026\/07\/02\/landesinitiative-open-research-berlin-positionspapier\/embed\/#?secret=dniOGIjRhV#?secret=DWWg3I6oT6\" data-secret=\"DWWg3I6oT6\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c31996\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: In einem Satz zusammengefasst: Was versteht ihr unter \u201eOpen Research\u201c konkret?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: In der Landesinitiative haben wir uns auf\u00a0<a href=\"https:\/\/oabb.pubpub.org\/pub\/positionspapier-open-research-berlin#nsui94j9018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">folgenden Konsens<\/a> verst\u00e4ndigt: Mit Open Research meinen wir einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem verschiedene Praktiken und Prinzipien offener Forschung zusammengef\u00fchrt werden, um Offenheit, Nachvollziehbarkeit und Teilhabe in Wissenschaft und Kultur zu erh\u00f6hen und den Dialog mit anderen Wissenssystemen zu verbessern.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c31997\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Was versprecht ihr euch vom Positionspapier?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Berlin hat aufgrund der zahlreichen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, die bereits jetzt vielfach miteinander vernetzt sind, einige Standortvorteile. Es gibt hier diverse gut eingespielte Verb\u00fcnde und Kooperationen, die zu verschiedenen Themen gemeinsam arbeiten und L\u00f6sungen f\u00fcr geteilte Herausforderungen suchen. Dennoch k\u00f6nnen mit Open Research neue Potentiale gehoben und \u00fcber Wissenschaft und Kultur hinaus verankert werden: etwa um die gegenseitige Durchdringung der Bereiche zu st\u00e4rken oder die demokratische Aushandlungsf\u00e4higkeit \u2013 und damit auch das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft \u2013 zu verbessern.<\/p>\n<p>Die Landesinitiative kn\u00fcpft hier mit ihrem Positionspapier zu Open Research an. Open Research kann folgende drei Standortvorteile f\u00fcr Berlin st\u00e4rken: erstens Wissenstransfer und Vermittlung von Kunst und Kulturerbe, zweitens digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und Resilienz sowie drittens Kooperation und gemeinsame Infrastruktur. Offene Forschung und offene Kultur leisten einen elementaren Beitrag zur St\u00e4rkung von demokratischen Prozessen, Vielfalt und Wissensgerechtigkeit. Informationsinfrastrukturen stellen auf der anderen Seite, insbesondere wenn sie offen und kooperativ getragen sind, eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr die digitale Handlungsf\u00e4higkeit und Unabh\u00e4ngigkeit der Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen dar. Kooperationen innerhalb Berlins schlie\u00dflich schaffen Synergien, k\u00f6nnen die Effizienz erh\u00f6hen und st\u00e4rken die Widerstandsf\u00e4higkeit des Wissenschafts- und Kulturstandorts. In dem Positionspapier skizziert die Landesinitiative entsprechende Ma\u00dfnahmen und legt dar, wie diese ineinandergreifen.<\/p>\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<blockquote><p>Offene Forschung und offene Kultur leisten einen elementaren Beitrag zur St\u00e4rkung von demokratischen Prozessen, Vielfalt und Wissensgerechtigkeit.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"quote-link\">\n<div id=\"c31998\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Was sind die wichtigsten Eckpunkte und Themen?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Das Papier formuliert insgesamt vier gro\u00dfe<strong>\u00a0<\/strong>Themen: Kulturen der Offenheit, Souver\u00e4ne Wissens\u00f6kosysteme, Faire Finanzierung und Open Research Monitoring.<\/p>\n<p><i>Kulturen der Offenheit<\/i>\u00a0f\u00f6rdern Transparenz, Zusammenarbeit und den Austausch von Wissen in Fachdom\u00e4nen und \u00d6ffentlichkeit. Erst in und mit Kulturen der Offenheit lassen sich souver\u00e4ne Wissens\u00f6kosysteme entwickeln, die es den Akteur*innen erm\u00f6glichen, ihre Publikationen, Informationen und Daten selbstbestimmt zu verwalten, ihre Forschungsprozesse offen zu gestalten und im Rahmen offener Praktiken langfristig zu etablieren und zu pflegen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist eine den Kosten angemessene, also\u00a0<i>faire Finanzierung<\/i>\u00a0notwendig, um die genannten Kulturen der Offenheit zu st\u00e4rken und die Entwicklung\u00a0<i>souver\u00e4ner Wissens\u00f6kosysteme<\/i>\u00a0institutionell und langfristig zu verankern. Hier sieht es die Landesinitiative als unabdingbar an, die Berliner Einrichtungen mit angemessenen finanziellen Mitteln auszustatten. Zugleich m\u00fcssen die Einrichtungen die Finanzentscheidungen so diversifizieren, dass die Finanzierung von Forschung inklusive Publikationen gerechter wird, d.h. nicht-gewinnorientiertes Open Research gef\u00f6rdert wird. Erst dann lassen sich die oben genannten Ziele erreichen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sehen wir ein intelligentes, kontextsensitives\u00a0<i>Monitoring von Open Research<\/i> vor, das die Entwicklung in den vorherigen Themenbereichen dokumentiert und damit nachvollziehbar macht, ob die Prinzipien der Offenheit, Souver\u00e4nit\u00e4t und Fairness gelebt werden und wo ein Nachsteuern ggfls. notwendig ist. Ein solches Monitoring erm\u00f6glicht also eine kontinuierliche Verbesserung und Anpassung der Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c31999\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Und welche konkreten Ziele adressiert das Papier?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Konkret sollen innerhalb der vier Themen folgende neun Ziele erreicht werden: Anerkennung, Kompetenzen und Rechtssicherheit in Bezug auf Open Research st\u00e4rken; robuste Informationsinfrastrukturen kooperativ entwickeln und pflegen sowie das Engagement zur Unterst\u00fctzung von Open Research verbessern; transparente Finanzierungsmodelle entwickeln und mit Leben f\u00fcllen sowie eine koordinierte Transformation und Diversifizierung des Investitionsverhaltens einleiten; geeignete Methoden zur Beobachtung, Dokumentation und Monitoring von Open Research entwickeln und umsetzen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32000\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Was habt ihr speziell f\u00fcr Open Access festgehalten? Welche Rolle sieht das Papier f\u00fcr Open Access im gr\u00f6\u00dferen Kontext von Open Research vor?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Die Definition von Open Research basiert auf den vorhergehenden Initiativen und Empfehlungen, wie die Budapest Open Access Initiative (2002), das Bethesda Statement on Open Access Publishing (2003) und die Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities (2003). Wenn es um die Ver\u00f6ffentlichung von wissenschaftlicher Information und Forschung durch die Mitglieder der Hochschulen geht, soll diese unter freien Lizenzen mit dem Ziel der Nachnutzbarkeit erfolgen (Open Access). Da Open Access sich in den vergangenen Jahren zu einem sehr lukrativen Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr gewinnorientierte Verlage entwickelt hat, liegt ein Fokus aktuell auf einer Diversifizierung der Finanzentscheidungen von Hochschulen (faire Finanzierung) und entsprechend einer F\u00f6rderung von Open Access als nicht-gewinnorientiertes Publizieren. Darunter verstehen wir nicht, dass faires Open-Access-Publizieren zwingend weniger kostet, aber die Investition in nachhaltige und wissenschaftsgeleitete Publikationsinitiativen und -Modelle erlaubt, Kosten und Preise nachvollziehbar und damit die Finanzierung durch die \u00f6ffentliche Hand gerechter zu machen. Zugleich k\u00f6nnen die technologischen Investitionen und das Engagement der Wissenschaft f\u00fcr innovative Verfahren der Wissenschaftskommunikation an den Hochschulen besser verankert werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32001\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Wieso ist das Positionspapier auch f\u00fcr andere Einrichtungen und OA-Professionals interessant, obwohl es sich auf Berlin bezieht?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Bei der Erarbeitung des Papiers hat sich die Landesinitiative von zahlreichen existierenden Initiativen, Strategien und anderen Papieren inspirieren lassen, etwa von der UNESCO, der DFG und nat\u00fcrlich von Entwicklungen im Berliner Raum. Damit bilden wir den Status Quo in Sachen Open Research im Jahre 2026 ab, was f\u00fcr Einrichtungen und OA-Professionals, aber auch f\u00fcr interessierte Forschende insgesamt von Interesse sein d\u00fcrfte. Die von uns adressierten neun Ziele enthalten kulturelle, rechtliche, infrastrukturelle, technische und finanzielle Aspekte in Sachen Open Research und sollen Impulse setzen, offene Wissenschaft und Kultur gemeinsam weiterzuentwickeln, also etwa die Arbeit von Bibliotheken, Archiven und Kulturerbe-Einrichtungen zusammen mit wissenschaftlicher Forschung und Lehre zu verzahnen und damit Synergien zu heben. Interessierte d\u00fcrften daher Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr einzelne Problemstellungen erhalten wie auch f\u00fcr das Gesamtpaket, das die Landesinitiative f\u00fcr Berlin nun anbietet. Schlie\u00dflich unterst\u00fctzt das Papier auch die \u00fcberregionale Zusammenarbeit, z. B. mit Landesinitiativen aus anderen Bundesl\u00e4ndern oder lokalen Akteur*innen. Wir haben hier gute Erfahrungen und eine enge Zusammenarbeit etwa mit den Kolleg*innen aus Nordrhein-Westfalen, dem Saarland oder Brandenburg.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32002\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Habt ihr im Strategieprozess Erfahrungen gemacht, von denen andere Akteure lernen k\u00f6nnen, die \u00e4hnliche Vorhaben verfolgen?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Es braucht einen langen Atem, um die verschiedenen Interessen der einzelnen Stakeholder zu diskutieren und unter dem Dach eines gemeinsamen Papiers zusammenzubringen. Das war im Berliner Fall nicht innerhalb von ein paar Monaten zu bewerkstelligen. Gleichzeitig war uns von Anfang an ein transparenter und partizipativer Konsultationsprozess zur gemeinsamen Erarbeitung des Papiers wichtig. Dies haben wir in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/oabb.pubpub.org\/pub\/open-research-strategie-konsultation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Addendum<\/a>\u00a0dokumentiert, das vergleichbaren Initiativen hoffentlich Anregungen bietet.<\/p>\n<p>Man muss darauf vorbereitet sein, dass sich externe Rahmenbedingungen \u00e4ndern k\u00f6nnen, auf die man selbst keinen Einfluss hat. In unserem Fall etwa die Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin am 12. Februar 2023, aber auch der \u00dcberfall Russlands auf das gesamte Staatsgebiet der Ukraine oder der Erfolg von KI-Technologien, der nun weite Teile des Forschungsprozesses ber\u00fchrt. In diesem Zuge wurden etwa Themen wie digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und Resilienz von technischen Systemen im Kontext Offenheit wichtiger, so dass wir in der Landesinitiative darauf reagierten.<\/p>\n<p><i>Last but not least<\/i> ist das Positionspapier die Frucht des regelm\u00e4\u00dfigen Austauschs: nicht nur in der Landesinitiative sondern auch etwa vier Mal im Jahr mit den Open-Access-Beauftragten der Berliner Universit\u00e4ten und Hochschulen. In diesen Runden sind \u00fcber die Jahre zahlreiche Herausforderungen, L\u00f6sungswege und strategische Ans\u00e4tze diskutiert worden, die in das Positionspapier gem\u00fcndet sind.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32003\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<h3>oa.blog: Wie geht es nun mit dem Positionspapier weiter? Habt ihr bereits konkrete n\u00e4chste Schritte f\u00fcr die praktische Umsetzung der Ziele vorgesehen?<\/h3>\n<p><strong>OROB<\/strong>: Der Konsultationsprozess ist mit der Ver\u00f6ffentlichung des Papiers nicht abgeschlossen, sondern nun f\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit ge\u00f6ffnet. Auf\u00a0<a href=\"https:\/\/oabb.pubpub.org\/pub\/positionspapier-open-research-berlin\/release\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PubPub<\/a>\u00a0k\u00f6nnen alle, die m\u00f6gen und sich einen Account anlegen, im Rahmen eines Public Review-Verfahrens das Papier kommentieren, Vorschl\u00e4ge, Ideen, Anregungen eingeben und sich so in den Prozess einbringen. Aktuell wird das Papier in den Gremien der betroffenen Berliner Einrichtungen diskutiert und weitere Schritte werden in den kommenden Sitzungen der Landesinitiative er\u00f6rtert. Mit Spannung blicken wir auf die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September, nach der sich f\u00fcr die gro\u00dfen wissenschaftspolitischen Vorhaben in Berlin die Weichen stellen werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"quote-link\">oa.blog: Vielen Dank!<\/h3>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32004\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 \">\n<div class=\"quote-link\"><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c32007\" class=\"frame frame-default frame-type-textmedia frame-layout-0 highlight-box\">\n<div class=\"ce-textpic ce-center ce-above\">\n<div class=\"ce-bodytext\">\n<pre>Das <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.64395\/3zj8s-kxd10\">Interview<\/a> f\u00fchrte f\u00fcr den oa.blog <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0009-0001-1247-6976\">Sebastian Flaig<\/a>. F\u00fcr das OROB beantworteten die Fragen <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-5620-5759\">Georg Fischer<\/a> und <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-1484-0516\">Maike Neufend<\/a>.<\/pre>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende August 2026 erschien im oa.blog vom open-access.network ein Interview mit Maike Neufend und Georg Fischer vom Open Research Office Berlin. Anlass war das neue Positionspapier zur Entwicklung von Open Research Berlin, sein Entstehungskontext und die Zukunftspl\u00e4ne in der Landesinitiative. Wir ver\u00f6ffentlichen das Interview erneut im Volltext hier im Open Research Blog Berlin.<\/p>\n","protected":false},"author":6379,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486],"tags":[447174,448949,1960],"class_list":["post-4307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","tag-landesinitiative-open-research-berlin","tag-open-access-network","tag-interview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6379"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4307"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4322,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4307\/revisions\/4322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/open-research-berlin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}