{"id":295,"date":"2019-08-27T13:35:19","date_gmt":"2019-08-27T11:35:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/?p=295"},"modified":"2021-06-15T11:08:07","modified_gmt":"2021-06-15T09:08:07","slug":"wie-kann-gruppenarbeit-umgesetzt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel-2021\/wie-kann-gruppenarbeit-umgesetzt-werden\/","title":{"rendered":"&#8222;Wie kann Gruppenarbeit umgesetzt werden, ohne dass Sch\u00fclerInnen unter- bzw. \u00fcberfordert werden?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Beitrag von Max M.<\/strong><\/p>\n<p>Der Mikroartikel bezieht sich auf eine Doppelstunde, der ich am XY-Gymnasiumin beigewohnt habe. Das Thema dieses Blocks war der Nationalsozialismus. Nach einer Wiederholung vom Unterrichtsstoff der letzten Stunde, wurde das neue Thema \u201eEingliederung der Jugend in das nationalsozialistische System\u201c durch einen Vergleich zwischen fr\u00fcher und heute eingeleitet. Die Lehrkraft zeigte den Sch\u00fclerInnen zwei Fotos in schwarz-wei\u00df. Auf m\u00fcndlichem Wege war es nun die Aufgabe der Sch\u00fclerInnen diese beiden Fotos zu vergleichen. Sie sollten Gemeinsamkeiten in Aktivit\u00e4ten und Emotionen der Jugendlichen auf beiden Fotos finden.<br \/>\nDer Clou dahinter war, dass\u00a0<!--more-->das eine Foto ein aktuelles Bild von einer Pfadpfindergruppe war, was in schwarz-wei\u00df genauso gewirkt hat, als sei es aus der gleichen Zeit wie das zweite Foto einer HJ-Veranstaltung. F\u00fcr die Sch\u00fcler*innen war dies sehr \u00fcberraschend und kaum vorstellbar, dass es in unserer heutigen Zeit Jugendveranstaltungen gibt, die \u00e4hnliche Aktivit\u00e4ten wie die HJ-Organisation durchf\u00fchren, dabei einer gewissen Uniformierung unterliegen, aber dennoch nicht politisch instrumentalisiert werden. Dies nutze die Lehrerin als Einleitung hin zur Gruppenarbeit. Alle Gruppen bekamen unterschiedliche Quellen von Jugendlichen, die in der HJ waren. Die Gruppen hatte die Lehrerin im Vorhinein festlegt. Sie teilte die Klasse in 5 Gruppen auf mit jeweils 4-5 Sch\u00fclern. Die Einteilung der Gruppen, schrieb Sie an die Tafel. Ziel war es, dass wenn alle Gruppen fertig sind jeweils ein Sch\u00fcler aus jeder Gruppe mit jeweils einem Sch\u00fcler aus einer der anderen Gruppen eine neue Gruppe bilden sollte. Die Einteilung dieser neuen Gruppen, hatte Sie im gleichen Zug wie die vorherige Einteilung an die Tafel geschrieben. Bei der Verteilung der Gruppen, achtete die Lehrkraft auf das unterschiedliche Leistungsniveau und auf die pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnisse der Sch\u00fcler*innen untereinander.<\/p>\n<p><strong>Meine Einsichten<\/strong><\/p>\n<p>Die Einteilung der Gruppen war von der Lehrerin genau durchdacht. Das Leistungsgef\u00e4lle in dieser Klasse ist recht gro\u00df. Der entscheidendste Grund ist hierf\u00fcr wohl das Sprachenproblem. Es gab in der Klasse einige Kinder mit Fluchterfahrungen, die erst seit 2-3 Jahren Deutsch lernen und in manchen Familien wird Deutsch nicht untereinander gesprochen, was das korrekte Sprechen und Verstehen von diesen Jugendlichen erschwert. Deshalb teilte die Lehrkraft die Gruppen nach Leistung ein, jedoch hatte man das Gef\u00fchl, dass die Sch\u00fcler*innen untereinander dies nicht merkten. Dies wirkte sich gut auf die Motivation jedes Einzeln aus. Auf der einen Seite bekamen Sie nicht das Gef\u00fchl schlechter oder besser zu sein als andere Sch\u00fcler*innen und gleichzeitig konnte jeder Sch\u00fcler*in Aufgaben in seiner individuellen Schwierigkeitsstufe bew\u00e4ltigen. Das Arbeitsklima war in der Arbeitsphase sehr angenehm und effektiv.<br \/>\nDen n\u00e4chsten Arbeitsschritt, dass einer aus jeder Gruppe mit jeweils einem anderen aus jeder Gruppe eine neue Gruppe bildet und diese die Ergebnisse jeder Gruppe vortragen, kann ich jedoch nicht beurteilen, da dieser erst in Stunde darauf gemacht wird.<\/p>\n<p><strong>Meine Folgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich an meine Zeit als Sch\u00fcler zur\u00fcckdenke, habe ich gr\u00f6\u00dftenteils keine positiven Erinnerungen an Gruppenarbeiten. Viel zu oft musste man andere Sch\u00fcler mitziehen oder Mitsch\u00fcler waren einem leistungsm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegen und man f\u00fchlte sich dadurch etwas minderwertig und demotiviert. Durch diese strikte Einteilung der Lehrkraft, hat man das Gef\u00fchl, dass die negativen Aspekte einer Gruppenarbeit dezimiert werden. Jeder Sch\u00fcler wird individuell je nach Leistungsverm\u00f6gen gef\u00f6rdert. Gleichzeitig wird durch den zweiten Arbeitsschritt, der Bildung neuer Gruppen, kein Unterschied f\u00fcr die Sch\u00fcler deutlich und Sie m\u00fcssen gleichzeitig lernen Sch\u00fclern mit einem h\u00f6heren bzw. niedrigeren Niveau Informationen zu vermitteln.<br \/>\nEs gibt noch einen zweiten positiven Aspekt, den das Bestimmen der Gruppen durch den Lehrer innehat. Kein Sch\u00fcler bleibt auf diesem Wege auf der Strecke, damit ist gemeint, dass niemand sich vergessen oder schlecht f\u00fchlt, weil ihn niemand in der Gruppe haben m\u00f6chte. Der Lehrer kann somit ganz genau die Homogenit\u00e4t der Gruppen steuern und schafft somit ein gutes Lernklima.<br \/>\nMeine endg\u00fcltige Schlussfolgerung ist somit, dass das Bestimmen von Gruppen durch den Lehrer eine sehr gutes Instrument ist um ein effektives und angenehmes Lernklima zu erschaffen. Die Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch, dass der Lehrer das Klassengef\u00fcge sehr gut kennt und auch das Leistungsniveau jedes Einzelnen. Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich als Kritikpunkte nennen, dass die Sch\u00fcler dadurch nicht lernen mit Menschen zu arbeiten bzw. zu lernen, mit denen Sie sich nicht gut verstehen und dass ein St\u00fcck Selbstst\u00e4ndigkeit dadurch verloren geht. Jedoch m\u00fcssen die Sch\u00fcler sich, auch wenn Sie eingeteilt sind, selbstst\u00e4ndig in den Gruppen untereinander organisieren und die Arbeitsauftr\u00e4ge erf\u00fcllen. Deshalb \u00fcberwiegen die positiven Aspekte den negativen deutlich.<\/p>\n<p><strong>Meine Anschlussfragen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ist die Einteilung von Gruppen in jeder Klassenstufe effektiv?<\/li>\n<li>Wird das Leistungsniveau, langfristig gesehen, zwischen den Sch\u00fclern dadurch noch gr\u00f6\u00dfer?<\/li>\n<li>Wie gelangt man an die Erkenntnis, welcher Sch\u00fclern welches Leistungsniveau hat?<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Max M. 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