{"id":300,"date":"2019-08-27T14:23:05","date_gmt":"2019-08-27T12:23:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/?p=300"},"modified":"2019-08-27T14:23:05","modified_gmt":"2019-08-27T12:23:05","slug":"den-kindern-scheint-es-spass-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel-2021\/den-kindern-scheint-es-spass-zu-machen\/","title":{"rendered":"&#8222;Den Kindern scheint es Spa\u00df zu machen &#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Beitrag von einer Lehramtsstudentin im 2. Semester<\/strong><\/p>\n<p>Der Mikroartikel bezieht sich auf eine Deutschstunde in einer ersten Klasse (J\u00dcL- Klasse) einer Grundschule\/ Gemeinschaftsschule. Die Klasse besteht aus acht Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die alle anwesend sind. Das Thema dieser Unterrichtsstunde ist die Bildung von W\u00f6rtern. Die Lehrerin fordert die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf, sich um einen Teppich aus einzelnen Buchstaben (a, e, i, o, u, l, m, p), die die Kinder bereits gelernt haben, zu versammeln und sich die Schuhe auszuziehen. Die Lehrerin tritt nacheinander auf einzelne Buchstaben, um den Kindern zu zeigen, wie sie vorgehen m\u00fcssen. Sie fragt die Kinder, ob einer von ihnen das gebildete Wort benennen kann. <!--more--><br \/>\nDas Kind, das die L\u00f6sung gewusst hat, darf, wenn es m\u00f6chte, versuchen das n\u00e4chste selbstgew\u00e4hlte Wort zu bilden. Wei\u00df ein Kind das Wort nicht, dann hilft die Lehrerin oder es darf sich Hilfe von den Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fclern holen. Auch wenn den Kindern kein Wort einf\u00e4llt, hilft die Lehrkraft, in dem es dem Kind ein Wort ins Ohr fl\u00fcstert. Am Anfang scheinen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler noch etwas zur\u00fcckhaltend, aber umsomehr W\u00f6rter gebildet werden, umso sicherer scheinen sie zu werden und beteiligen sich immer mehr am Unterrichtsgeschehen. Den Kindern scheint es Spa\u00df zu machen, sich neue W\u00f6rter auszudenken.<\/p>\n<p><strong>Meine Einsichten<\/strong><\/p>\n<p>Die Lehrerin \u00fcberpr\u00fcft bei dieser Aktivit\u00e4tsstruktur das Vorwissen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Sie nutzt die \u00dcbungsphase, um sich einen \u00dcberblick \u00fcber den Leistungsstand der Klasse zu verschaffen und den in den letzten Stunden neu erlernten Stoff anzuwenden und somit zu \u00fcben und zu festigen.<br \/>\nDie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit unterschiedlichen Leistungsniveaus erhalten unterschiedlich schwere W\u00f6rter, sodass auch leistungsschw\u00e4chere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Erfolgserfahrungen machen, was die Selbstwirksamkeitserwartung st\u00e4rken kann. Haben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Schwierigkeiten beim L\u00f6sen der Aufgabe, erfahren sie Ermutigung und Hilfe durch die Lehrperson oder ihre Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fcler. Besonders Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Schwierigkeiten, erhalten bei einem richtigen Ergebnis ein Lob, was die Kinder dazu ermutigt, sich weiterhin aktiv am Unterricht zu beteiligen.<br \/>\nDie Beteiligung ist bei dieser Lernt\u00e4tigkeit sehr hoch, da die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Spa\u00df bei der Sache sind, wodurch es der Lehrerin m\u00f6glich ist, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob jeder Sch\u00fcler das Thema verstanden hat oder wo es noch Schwierigkeiten bei einzelnen Sch\u00fclern gibt, um den Unterricht darauf abstimmen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nBei kleinen St\u00f6rungen wird die st\u00f6rende Person direkt wieder in den Unterricht einbezogen, in dem sie ein Wort bilden muss und das st\u00f6rende Verhalten somit direkt unterbunden wird. Die Lehrerin sorgt daf\u00fcr, dass jede Sch\u00fclerin und jeder Sch\u00fcler besch\u00e4ftigt ist, sodass kein Leerlauf entsteht und es somit kaum zu St\u00f6rungen kommt.<\/p>\n<p><strong>Meine Folgerungen<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Durch diese Form des \u00dcbens\/ des Unterrichts erf\u00fcllt die Lehrerin die Prinzipien des Klassenmanagements. Sie st\u00e4rkt den Prim\u00e4ren Handlungsvektor und schw\u00e4cht den Sekund\u00e4ren Handlungsvektor. Dabei achtet Sie darauf, das Arbeitsb\u00fcndnis zu st\u00e4rken und mit Verhaltensnormen zuarbeiten. Die Lehrperson erf\u00fcllt ebenfalls die Kounin-Kriterien Allgegenwertigkeit, Reibungslosigkeit und Gruppenaktivierung: Die Lehrperson bemerkt, wenn eine Sch\u00fclerin oder ein Sch\u00fcler sich einer anderen Aktivit\u00e4t zuwendet und unterbindet dies sofort. Durch die gemeinsame Bearbeitung kommt es bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nicht zu einem Leerlauf und alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler werden miteingebunden. Durch die aktive Beteiligung in der \u00dcbungsphase, wird sofort deutlich, ob und in wie weit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler das Thema verstanden haben.<\/p>\n<p><strong>Meine Anschlussfragen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Welche alternativen Prozeduren h\u00e4tten zum \u00dcben des Themas verwendet werden k\u00f6nnen?<\/li>\n<li>Gibt es andere M\u00f6glichkeiten, St\u00f6rungen zu unterbinden, als die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler direkt in den Unterricht miteinzubeziehen?<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von einer Lehramtsstudentin im 2. Semester Der Mikroartikel bezieht sich auf eine Deutschstunde in einer ersten Klasse (J\u00dcL- Klasse) einer Grundschule\/ Gemeinschaftsschule. Die Klasse besteht aus acht Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die alle anwesend sind. Das Thema dieser Unterrichtsstunde ist die Bildung von W\u00f6rtern. 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