{"id":551,"date":"2021-03-23T09:35:42","date_gmt":"2021-03-23T08:35:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel-2021\/?p=551"},"modified":"2021-03-23T09:55:21","modified_gmt":"2021-03-23T08:55:21","slug":"das-steht-doch-schon-an-der-tafel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel-2021\/das-steht-doch-schon-an-der-tafel\/","title":{"rendered":"&#8222;Das steht doch schon an der Tafel!&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein Beitrag von Roxane P.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die folgende Situation spielte sich im Englischunterricht einer siebten Klasse am Gymnasium ab. Die Lehrerin, Frau Schmidt (Name ge\u00e4ndert) ist sehr bem\u00fcht und engagiert und m\u00f6chte aus jeder Unterrichtsstunde den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Lernertrag f\u00fcr ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler (SuS) herausholen. Deshalb hat sie auch immer viele Unterrichtsinhalte vorbereitet, damit die SuS die Lernzeit in der Klasse immer vollkommen ausnutzen. In der Unterrichtsstunde, in der sich die Situation abspielt, hat Frau Schmidt nur 45 Minuten Zeit und hat deshalb die Komponenten der Unterrichtseinheit (H\u00f6rverstehen, Grammatikeinheit mit neuen Informationen, anschlie\u00dfende grammatische Aufgaben und abschlie\u00dfend das Vergleichen mit Klassengespr\u00e4ch) eng getaktet. Da die Klasse in der vorherigen Stunde beim Sportunterricht war, sind alle SuS ersch\u00f6pft und es f\u00e4llt ihnen sichtlich schwer, sich auf die Englischstunde zu konzentrieren. Immer wieder gibt es Nachfragen zum Arbeitsauftrag oder welche Seite im Buch aufgeschlagen werden sollte und der Unterricht schreitet nur schleppend fort.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Doch Frau Schmidt reagierte auf die Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten, indem sie kurz und pr\u00e4gnant, die Seitenzahl, Aufgabennummer und ein paar Stichw\u00f6rter zum Arbeitsauftrag an die Tafel schrieb. Dadurch wurde die Klasse nicht nur ruhig, sondern sie begann auch zu arbeiten. Bei einer weiteren Nachfrage einer Sch\u00fclerin teilte ihr die Sitznachbarin mit: \u201eDas steht doch schon an der Tafel!\u201c Somit wussten alle in der Klasse anwesenden genau, was zu tun war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Einsichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Einsicht aus der beobachteten Situation ist, wie kleine Handlungen einer Lehrkraft oft einen immensen Effekt haben k\u00f6nnen. F\u00fcr die SuS war es schwierig, sich auf die Aufgaben zu fokussieren, weil sie zu ersch\u00f6pft und aufgew\u00fchlt waren und somit auch Schwierigkeiten hatten, die Seitenzahl auf Englisch zu verstehen. Hinzu kam, dass eine leichte Unruhe im Klassenzimmer herrschte, weshalb es noch schwieriger f\u00fcr alle SuS war, die Lehrerin zu verstehen. Wichtig ist, dass Frau Schmidt sofort reagiert hat und nicht ver\u00e4rgert wurde, dadurch, dass es so viele Nachfragen gab. Sie konnte sich gut in die SuS hineinversetzen und hat verstanden, dass sie nicht aus Desinteresse nicht mit den Aufgaben angefangen haben, sondern weil sie nicht genau wussten, was zu tun war. Frau Schmidt hat erkannt, dass sie den Arbeitsauftrag einfacher gestalten musste, damit der Unterrichtsfluss nicht ins Stocken ger\u00e4t und sie von unz\u00e4hligen Nachfragen aus dem Konzept gebracht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist es jedoch wichtig, dass die Zahlen auf Englisch den SuS pr\u00e4sent bleiben, weshalb sie auch immer wieder wiederholt werden m\u00fcssen. Es w\u00e4re sicherlich hinderlich, in jeder einzelnen Stunde immer die Seitenzahl und Aufgabennummer bereits an die Tafel zu schreiben, weil die Nennung der Zahlen auf Englisch selbst ein Unterrichtsinhalt ist und so einige SuS die Kompetenz verlieren k\u00f6nnten, die Zahlen auf Englisch zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Folgerungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Beruf einer Lehrkraft ist sehr dynamisch und es erfordert viel Einf\u00fchlverm\u00f6gen, um genau zu verstehen, was die SuS gerade besch\u00e4ftigt. Sicherlich ist es auch oft frustrierend, wenn man als Lehrperson viel f\u00fcr eine Stunde geplant hat und die SuS schon beim Erfassen der Seitenzahl Probleme haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als gute Lehrkraft muss man jedoch l\u00f6sungsorientiert arbeiten, um trotzdem zu gew\u00e4hrleisten, dass der Unterrichtsfluss nicht stockt und die Lernzeit m\u00f6glichst gut genutzt werden kann. Au\u00dferdem ist es sehr wichtig, sich als Lehrperson Gedanken um die ideale Pr\u00e4sentation von Wissen und Arbeitsauftr\u00e4gen zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Anschlussfragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bei welchen Informationen ist es sinnvoll, sie an der Tafel festzuhalten und welche Informationen k\u00f6nnen m\u00fcndlich \u00fcberliefert werden?<\/li><li>Wie m\u00fcssen Arbeitsauftr\u00e4ge gestaltet sein, dass sie sofort von allen verstanden werden und keine Zeit durch Nachfragen verschwendet werden muss?<\/li><li>Welche anderen medialen Pr\u00e4sentationsformen (neben der Tafel und m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung) gibt es und wie k\u00f6nnen sie im Unterricht zielf\u00fchrend eingesetzt werden?<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Roxane P. Die folgende Situation spielte sich im Englischunterricht einer siebten Klasse am Gymnasium ab. 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