„Von da an meldete er sich die ganze Stunde nur noch leise.“

Ein Beitrag von Sebastian Schöttler

In diesem Mikroartikel beziehe ich mich auf eine Mathematikstunde in einer 8. Klasse. Ich gehe auf das Verhalten der Lehrkraft M. und den Schüler Anton (Name geändert) ein. Die Stunde war eine Wiederholungs- und Übungsstunde zum Thema binomische Formeln.
Nach der Begrüßung wollte Herr M. wissen, was sie in der letzten Stunde gemacht hatten. Es meldeten sich fast alle Schüler/innen. Auch Anton meldete sich. Allerdings meldete er sich nicht leise und Herr M. ignorierte ihn bei jeder Frage. Das Gleiche passierte auch beim Vergleichen der Hausaufgaben. Als Anton sich dann schließlich beschwerte und Herrn M. fragte, warum er denn nie antworten darf, antwortete Herr M. nur, dass sich die Anderen leise melden und er nicht. „„Von da an meldete er sich die ganze Stunde nur noch leise.““ weiterlesen

„Louis … bittet per Handzeichen darum, auf die Toilette gehen zu dürfen.“

Ein Beitrag von Katharina Klaussner

Mein Mikroartikel bezieht sich auf ein Geschehen in der Mathe-Stunde in einer JüL-Klasse (Klassenstufe 1 bis 3) an einem Dienstag Vormittag. Der Schüler Louis (Name geändert, Klassenstufe 2) mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bittet per Handzeichen darum, auf die Toilette gehen zu dürfen. Er kann sich generell schlecht konzentrieren und sucht manchmal mehrmals in einer Unterrichtsstunde die Toilette auf, wozu er allerdings jedes Mal die Begleitung eines weiteren Schülers der 2. oder 3. Klassenstufe benötigt, damit er auch schnell wieder den Weg zurück in die Klasse findet. Die Lehrerin, die sich gerade über die allgemeine Unruhe im Klassenzimmer ärgert, schlägt ihm die Bitte ab und reagiert sichtlich genervt mit der Antwort, er solle später gehen.
Keine zwei Minuten später macht sich Louis in die Hosen. Getuschel und vereinzeltes Gelächter macht sich breit. Louis lächelt unsicher. „„Louis … bittet per Handzeichen darum, auf die Toilette gehen zu dürfen.““ weiterlesen

“ … wie schon kleine Dinge, die ich als Lehrkraft tue, einen großen Effekt auf die SchülerInnen haben können.“

Ein Beitrag von Katharina K.

Der folgende Mikroartikel bezieht sich auf das Unterrichtsgeschehen während des Kunstunterrichts in einer Jül-Klasse an der XY-Grundschule. In der betroffenen Klasse werden Kinder von der ersten bis zur dritten Jahrgangsstufe beschult, wobei das Verhältnis der einzelnen Jahrgangsstufen in den einzelnen Klassen relativ ausgeglichen ist. So befinden sich in dieser Klasse sieben Erstklässler, neun Zweitklässler und sieben Drittklässler. Der Unterricht fand in den ersten beiden Schulstunden statt und hatte das Thema „Ich und meine Besonderheiten“. Die Lehrkraft strukturierte ihren Unterricht dabei so, dass die Kinder sich – zur Einleitung des neuen Themas – erst einmal im Nachbarraum zu einem Gesprächskreis trafen.
Um die folgende Situation besser verstehen zu können, ist es noch wichtig zu wissen, dass „“ … wie schon kleine Dinge, die ich als Lehrkraft tue, einen großen Effekt auf die SchülerInnen haben können.““ weiterlesen

„Wir fangen ahaaan …“

Ein Beitrag von Elena K.

Eines Morgens während meines Schulpraktikums (in einer Grundschule) erhielt ich von meiner Mentorin, Frau R., die Nachricht, dass sie krank sei und nicht zur Arbeit kommen werde. Sie fragte mich, ob ich bereit wäre, in den ersten beiden Unterrichtsstunden ihren Deutschunterricht zu übernehmen, der in Teilung, also je nur mit der halben Klasse, stattfinden werde. Ich war zunächst ein wenig überrumpelt, freute mich jedoch so über das Vertrauen, dass sie offenbar in mich hatte und die Chance, endlich einmal selbst allein in „meiner“ Klasse stehen zu können, dass ich sofort ja sagte. „„Wir fangen ahaaan …““ weiterlesen