„Dann stellt sie sich, ohne etwas zu sagen und mit ruhigem Gesichtsausdruck, vor die Klasse … “

Ein Beitrag von Antonia Kunze

Bei der im Folgenden beschriebenen Situation handelt es sich um den Mathematikunterricht einer siebten Klasse in der fünften Stunde. Wie bei jeder Unterrichtsstunde treffe ich einige Minuten vor Stundenbeginn im Klassenraum ein. Die Klasse ist sehr unruhig. Alle Schülerinnen und Schüler (SuS) laufen umher, es gibt kleinere Streitigkeiten oder Diskussionen und einige jagen sich gegenseitig durch den Klassenraum. Schließlich kommt die Lehrkraft in den Raum und fängt an, ihre Sachen auszupacken und die Tafel für die Stunde vorzubereiten. Sie lässt sich dabei nicht von der starken Unruhe um sie herum stören und ermahnt nur einige Male, wenn sie sieht, dass SuS sich gegenseitig ärgern oder gegen die Klassenregeln verstoßen. Das alles passiert allerdings in einem sehr ruhigen und freundlichen Tonfall. Die Unruhe in der Klasse geht weiter, da die meisten SuS noch nicht mitbekommen haben, dass die Lehrkraft den Raum betreten hat. Vereinzelte SuS kommen nach vorne, um ihr noch schnell eine Frage stellen zu können und die Lehrkraft beantwortet diese, während sie weiter die Tafel vorbereitet. Als die Uhr schließlich auf 11:30 steht, bittet die Lehrkraft alle SuS, die noch vorne bei ihr stehen, sich auf ihren Platz zu stellen, damit der Unterricht beginnen kann. Dann stellt sie sich, ohne etwas zu sagen und mit ruhigem Gesichtsausdruck, vor die Klasse direkt vor den Mittelgang zwischen den Tischen, von wo sie alle Kinder im Blick hat.
Einige SuS haben schon vorher mitbekommen, dass sie den Raum betreten hat, haben auch die Uhrzeit gesehen und stehen deswegen nun an ihrem Platz. Viele davon haben auch ihr Unterrichtsmaterial auf dem Tisch und sehen die Lehrkraft an. Ein anderer Teil der Klasse hat noch nicht mitbekommen, dass die Lehrkraft sich vor die Klasse gestellt hat, oder fühlt sich durch die immer noch leichte Unruhe sicher genug, noch weiter mit anderen Mitschülerinnen und Mitschülern reden zu können, ohne aufzufallen. Ich bemerke, wie manche SuS ihre Sitznachbarn darauf aufmerksam machen, dass die Lehrkraft darauf wartet, dass es ruhig wird, und nach und nach reden immer weniger SuS. Vereinzelten Sitznachbarn oder Freundesgruppen scheint es noch nicht unangenehm geworden zu sein, dass der Großteil der Klasse ruhig ist und die Lehrkraft auf sie wartet, und reden noch weiter, aber die Lehrkraft nimmt dann den Blickkontakt mit betroffenen Personen auf, die schließlich nach und nach aufhören zu reden. Einige werden wieder unruhiger und zwei Mädchen in der vordersten Reihe zerren unter unterdrücktem Kichern an einem Hefter, bis sie merken, dass die Lehrkraft sie schon eine Weile ansieht. Allerdings guckt sie nicht streng oder genervt oder sauer, sondern sehr ruhig und neutral. Schließlich ist die ganze Klasse ruhig und sieht die Lehrkraft an. Von dem Moment an, an dem sie sich vor die Klasse gestellt hat, ist schätzungsweise eine halbe Minute Zeit vergangen. Jetzt, da sie die Aufmerksamkeit der SuS bekommen hat, begrüßt sie sie mit dem üblichen „Guten Morgen, liebe 7b.“, woraufhin die Klasse auch die Lehrkraft begrüßt. Dann setzen die SuS sich hin und es wird wieder ein wenig unruhiger, allerdings hören sie der Lehrkraft aufmerksam zu, sobald diese mit der Unterrichtsstunde beginnt.

Meine Einsichten

Mit dieser Unterrichtsstunde hat die Lehrkraft gezeigt, dass es möglich ist, eine Gruppe von 30 SuS ruhig und aufmerksam zu bekommen, ohne dabei selbst laut werden zu müssen. Die Klasse hat selbst gemerkt, dass es für sie unangenehm gewesen wäre, wenn sie weiterhin laut geblieben wären. Die Motivation, ruhig zu werden, kam also nicht daher, dass mit Konsequenzen gedroht wurde, sondern aus einem guten Lehrer-Schüler-Verhältnis. Die Lehrkraft musste nicht sauer werden und mit Sanktionen drohen, damit die SuS das gewünschte Verhalten umsetzen, sondern die Lehrkraft wurde von den SuS als Person geschätzt und respektiert, weswegen es ihnen nicht egal war, was sie von ihnen mitbekommt und denkt. Deswegen haben sie aufgehört, Unruhe zu verbreiten, sobald sie gesehen haben, dass die Lehrkraft wartet, bzw. als sie sie direkt angesehen hat. Es wirkte auch so, als wäre der ganze Prozess nichts Ungewöhnliches für die Klasse und als kannten sie dieses Vorgehen von dieser Lehrkraft schon. Die Lehrkraft hat also nicht nur durch ein starkes Arbeitsbündnis gepunktet, sondern auch durch die Ausübung eines Rituals. Wenn jede/r Schüler/in durch ein Zeichen bestimmter Art weiß, wie er/sie sich zu verhalten hat, kann das gewünschte Verhalten sehr viel leichter umgesetzt werden, da es nicht erst noch kommuniziert werden muss.

Meine Folgerungen

Es ist wichtig, dass man sich als Lehrkraft bewusst ist, wie man auf seine Umwelt – also auf die Klasse vor sich – wirkt und vor allem was für einen Einfluss man auf sie hat. Ich habe nicht nur in dieser einen Unterrichtssituation mitbekommen können, dass die SuS sehr häufig das nachahmen, was sie von der Lehrkraft sehen. Das bedeutet, dass es nicht immer förderlich für die Lautstärke ist, gegen dieselbe anzubrüllen, weil damit die Klasse insgesamt schnell nur noch unruhiger werden kann. Insgesamt hätte sich die Lehrkraft in dieser Situation nicht besser verhalten können, da sie durch ihre Ruhe, die sie ausgestrahlt hat, dafür gesorgt hat, dass auch ihr Umfeld ruhiger wird.

Meine Anschlussfragen

  • Ist eine derartige Methode in allen Klassenstufen möglich?
  • Ist eine derartige Methode auch möglich, wenn sie den Schülerinnen und Schülern noch nicht bekannt ist?
  • Wie sollte man sich verhalten, wenn die Klasse nach längerem Warten nicht ruhig wird?

68 Gedanken zu „„Dann stellt sie sich, ohne etwas zu sagen und mit ruhigem Gesichtsausdruck, vor die Klasse … ““

  1. Hallo Antonia,
    ich finde den Prozess den du hier beschreibst äußerst interessant. Die ruhigen und immer interessierten SuS sind meiner Meinung nach etwas, dass sich jeder Lehrer wünscht, aber wir nur sehr selten in den Schulen vorfinden werden. Deswegen sollte sich jeder Lehrer überlegen, wie er mit lauten Klassen und chaotischen Situationen umgehen will. Dass jedes mal Laut werden eine schlechte Lösung ist, denke sicher nicht nur Ich.
    Ob genau diese Taktik von allen Lehrern anwendbar ist, glaube ich anhand meiner Erfahrung nicht. In meiner Schulzeit gab es einfach diese Lehrer die diese gewisse Ausstrahlung hatten, mit der sie die Klasse immer im Griff halten konnten. Auf der anderen Seite gab es leider auch diese Lehrer, die wenn sie ruhig wurden zerbrechlich wirkten. Ich glaube, dass sich jeder Lehrer selbst dessen bewusst werden muss, wie er in den Augen der Schüler wirkt und dementsprechend handeln. Wichtig ist, dass die Schüler einen durchgängig als Autoritätsperson sehen, was natürlich nicht heißen soll, dass es keine persönliche Bindung mit den Schülern geben darf 🙂
    Alles in Allem ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man als Lehrer den Unterricht leiten und steuern kann. Ich habe mir währenddessen selbst Gedanken darüber gemacht, wie ich mit so einer Situation umgehen würde und würde die Taktik auf jeden Fall mal ausprobieren wollen.
    Alles Gute,

    Sebastian

  2. Dies ist eine sehr eindrucksvoll erzählte alltägliche Schulsituation. Damit dieses Ritual funktioniert, bedarf es sicherlich einiger Grundvoraussetzungen. An vielen Stellen liest sich heraus, dass ein gegenseitiger Respekt zwischen SuS und Lehrkraft besteht. Die Lehrkraft wird von den SuS als Autorität akzeptiert. Die Lehrkraft wiederum benutzt keine verbale Gewalt, um zu disziplinieren, sondern respektiert ihre SuS durch entsprechendes Verhalten, also indem sie ruhig spricht, nicht schreit oder laut wird und scheinbar eine gewisse Verlässlichkeit ausstrahlt. Ist sie in ihrem Verhalten konsequent, kann sich denke ich ein solches Ritual entwickeln, das funktioniert. Diese Methode funktioniert aber nur, wenn die Klasse und die Lehrkaft sich bereits kennen. Ich denke, eine solche Methode ist in allen Klassenstufen der Sekundarstufe möglich. Wenn eine Klasse trotzdem nicht ruhig wird, dann zeugt dies von respektlosem Verhalten und man sollte sich fragen, was die Beziehung zwischen SuS und Lehrkraft stört. Dies könnte zum Beispiel in der Klassenleiterstunde oder im Klassenrat gemeinsam erörtert werden.

  3. Ich nehme an, das Ritual hier war das vorbereiten der Tafel auf den Unterricht. Es wurde ja beschrieben, dass solange die Lehrkraft noch mit der Tafel beschäftigt war, das Treiben in der Klasse muter weiterging. Auch haben einige SuS die Zeit genutz um persönliche Anliegen an die Lehrkraft zu tragen.
    Die unausgesprochene Regel lautet daher vermutlich: „Solange die Lehrkraft noch Vorbereitet haben SuS noch Pause. Wenn die Lehrkraft ihre Aufmerksamkeit den SuS direkt widmet beginnt der wahre Unterricht. O.ä.“
    Mich würde hierbei sehr interessieren, Wie lange es gedauert hat, dass dieses Verhalten zum Ritual wurde.
    Hatte die Lehrkraft den SuS diese Regel einmal verbal vermittelt, oder hat sich dieses Ritual durch wiederholtes Verhalten etabliert?

  4. Liebe Antonia,
    du beschreibst in deinem Beitrag eine sehr gelungene Reaktion. So eine Methode zu etablieren ist sicher je nach Klassenzusammensetzung, -stufe und -größe unterschiedlich schwer, auch das Verhältnis zwischen den SuS und der Lehrkraft nimmt großen Einfluss und muss erst einmal aufgebaut und erarbeitet werden. Unruhe nicht durch (noch mehr) Lautstärke zu bekämpfen, halte ich für eine gute Idee. Ganz wichtig ist hier, wie schon von dir geschildert, die Ausstrahlung der Lehrkraft. Wie die Lehrkraft auftritt, trägt maßgeblich dazu bei, wie die SuS reagieren und sich verhalten, ob sie Spaß am Lernen haben oder den Unterricht nur „absitzen“. Die Stunde aufgrund von Störungen mit Sanktionen zu beginnen, ist sicher kein guter Einstieg, senkt die beidseitige Motivation, den Spaß am Lernen und die Freude am Unterrichten.

    Ganz liebe Grüße, Laura.

  5. Diese Art und Weise, wie die Lehrerin die SuS zum zuhören bekommt, sieht man leider viel zu selten.
    Die Art kann man sich abschauen oder auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
    Der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit von den SuS und der Lehrerin. Ich finde, dass dieser Respekt eine Grundvoraussetzung ist, um diese Methode anzuwenden zu können.
    Von meiner Seite aus, würde ich diese Methode/Taktik ausprobieren und schauen, ob das klappt, da ich finde, wenn man laut wird es eigentlich noch mehr Unruhe auslöst als die SuS zum zuhören zu bekommen.

  6. Liebe Antonia,
    ich fande diesen Mikroartikel sehr informativ und konnte eine Menge mitnehmen. Es ist, meiner Meinung nach, ein gelungenes Beispiel für die Professionalität einer Lehrkraft und die unauffällige Behebung von Störungen. Dies ist sicherlich auch auf das gute Verhältnis, zwischen den SuS und der Lehrkraft, zurückzuführen. Je nach Klassenstufe könnte eine Intervention notwendig sein, falls die SuS noch nicht in der Lage sind die Gesamtsituation zu betrachten und zu bewerten. Insgesamt lässt sich erkennen, dass nicht jede Unterrichtsstörung eine Reaktion, wie beispielsweise eine Ermahnung, nach sich ziehen muss. Dadurch lassen sich zusätzlich negative Welleneffekte vermeiden, da die Lehrkraft ständig mit allen SuS kommuniziert, selbst wenn die Zurechtweisung sich an einen einzelnen Schüler*in richtet.

    Liebe Grüße
    Jordan

  7. Liebe Antonia,
    danke für diesen Blogeintrag. Diese Situation wünschen sich wohl viele Lehrkräfte. Eine solche Autorität auszustrahlen ohne das die Lehrkraft lauter wird als ihr vielleicht lieb ist. Schon aus meiner Schulzeit weiß ich, dass es Lehrende gibt, wo alle Lernenden einen gewissen Respekt vermitteln und es kaum zu Störungen kommt. Jedoch habe ich in vielen Fällen auch das genaue Gegenteil erlebt. Dass Lehrkräfte oft nur mit lauter Stimme und Drohungen zu ihrem Ziel kommen, sollte nicht die Regel sein. Viel mehr sollten sich diese dann Gedanken machen, warum andere es nur mit einem neutralen Gesichtsausdruck geregelt bekommen. Eine solche Professionalität ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit einer gewissen positiven Autorität, ein gegenseitiges Respektverhältnis möglich ist.

    Viele Grüße

    Jasmin

  8. Liebe Antonia,

    ich kenne ein solches Verhalten innerhalb der Klasse noch sehr gut aus meiner Schulzeit. Bei uns haben die Art von Ritualen nur funktioniert, wenn die Lehrkraft Durchsetzungsvermögen und die entsprechende Autorität ausgestrahlt hat. Ich gehe davon aus, dass diese Methode in jeder Klassenstufe möglich wäre. Jedoch ist es für den Erfolg der Methode wichtig, dass die SuS wissen, worum es geht. Wenn man also schon in der 1. Klasse anfängt ihnen bei zu bringen, wie sie sich in einem solchen Moment zu verhalten haben, wird sich dies höchstwahrscheinlich positiv auf die nächsten Klassenstufen auswirken. Zu beachten ist jedoch die veränderte Klassendynamik zu Beginn der 7. Klasse. Hier darf man nicht davon ausgehen, dass alle in der Klasse mit einer solchen Situation vertraut sind, es kann also ein paar Unterrichtsstunden dauern, bis die gesamte Klasse verstanden hat, welchen Zweck diese Methode hat.
    Vielen Dank für diese Beschreibung einer besonderen Situation.

    Liebe Grüße
    Sandra

  9. Hallo Antonia,
    nach meiner Schulerfahrung ist die beschriebene Einleitung des Unterrichts der Klassiker des Stundenbeginns. Ich denke ebenfalls, wie Sandra schon geschrieben hat, dass diese Methode durch konsequente Durchführung in den verschiedenen Jahrgangsstufen so effektiv ist. Es als Ritual zu bezeichnen finde ich sehr passend. Ich kann mir vorstellen dass diese „stille“ Unterrichtseinführung gut bei unbekannten Klassen funktionieren kann, da sich die SuS erstmal ihren allgemeinen Erfahrungen mit Lehrern entsprechend verhalten. Autorität und die individuelle Beziehung zwischen Lehrer und SuS kommen besonders dann zum Tragen, wenn die SuS die Grenzen austesten.

    Viele Grüße
    David

  10. Liebe Antonia,

    dein Beispiel macht deutlich, wie Autorität optimal eingesetzt werden kann. Ich finde es bewundernswert, wenn eine Lehrkraft es meistert, selbstbestimmt und ruhig zu bleiben. Vor allem in der 7. Klasse kommt es häufig zu Störungen, doch ich denke wenn man in einer solchen Situation einen kühlen Kopf bewahrt, ist der Lehrkraft von Beginn an Respekt gezollt. Wie du selbst im Blog beschrieben hast, können auch kleine Reaktionen großes bewirken. Vorausgesetzt, die Lehrkraft bleibt standhaft und setzt sich bei den SuS durch. Natürlich erfordert das ein hohes Maß an Professionalität, doch ich denke, dass man es dann auch im weiteren Verlauf einfacher mit den SuS hat. Die Schüler/innen wissen dann nämlich genau, wo ihre Grenzen bzw. auch die der Lehrkraft liegen und somit ist ein respektvolles, harmonisches Klassenklima wohl relativ schnell geschaffen.

    Liebe Grüße
    Tabea

  11. Liebe Antonia,

    Die beschriebene Situation ist echt beeindruckend. Für mich persönlich auch sehr interessant und lehrreich zu erfahren, dass diese Methode ebenfalls das Ziel erreicht, die Aufmerksamkeit der Schüler zu erlangen. Eine Lehrperson, die in ein lautes und unruhiges Klassenzimmer kommt und versucht mithilfe seiner Stimme Ordnung zu schaffen oder mit Sanktionen droht, wird vermutlich das Gegenteil bewirken. Die Stimmung und Ungeduld (vllt. auch sein Missfallen) wird sich auf die Schüler übertragen. Ein ruhiges und respektvolles miteinander und voneinander Lernen könnte dadurch gefährdet werden. Es ist wirklich bewundernswert, wie die Lehrerin nur durch ihre Präsenz und Blickkontakt in sehr kurzer Zeit ihre Klasse zur Ruhe bekommt. Ich habe eine sehr ruhige und leise Stimme und hoffe, dass ich im späten Beruf eine ebenso gute Bindung zu meinen Schülern habe, sodass ich ebenfalls ein solches Ritual einführen kann. Ich möchte meine Schüler nicht mit erhobener Stimme begegnen, sondern einen respektvollen Umgang miteinander pflegen. Das Verhalten der Lehrerin wirkt sehr professionell.
    Doch wie hat die Lehrerin dieses „Ritual“ etabliert?

    Liebe Grüße,
    Alicia

  12. Hallo Antonia,
    Die von dir beschriebene Methode kenne ich aus einer außerschulischen Situation, nämlich meiner Tätigkeit als Trainer und Jugendleiter. Ich kann aus meiner Erfahrung bestätigen, dass man so für Ruhe in einer Gruppe sorgen kann, um dann mit Erklärungen o.ä. fortzufahren. Ich denke, dass das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler (bzw. Trainer und Sportler) sehr wichtig für den Erfolg dieser Methode ist. Insofern bin ich sehr beeindruckt, dass die Lehrkraft damit Erfolg hatte –schließlich sind die Kinder, im Gegensatz zur Schule, (meist) aus eigenem Interesse im Sportverein oder der Jugendgruppe und die Atmosphäre ist im Allgemeinen „lockerer“. Ich denke also, dass es für eine Lehrkraft schwieriger ist die Methode erfolgreich einzusetzen. Ich bin gespannt, ob ich später als Lehrer diese Methode in der Schule genauso erfolgreich einsetzen kann!

  13. Liebe Antonia,
    danke für diesen interessanten Bericht.
    Ich denke, dass der „richtige“ Beginn einer Stunde essentiell ist für den weiteren Verlauf der Stunde.
    Besonders interessant habe ich deine Beschreibung der Lehrkraft empfunden in dem Moment als sie den Unterricht eröffnet hat. Du hast geschrieben, dass sie sich mittig vor der Klasse positioniert hat, mit klarem, neutralen Blick und das sie letztendlich so die Aufmerksamkeit der SuS für sich gewonnen hat.
    Meiner Meinung nach zeigt das wie wichtig Körpersprache ist, die in diesem Fall eine Form der Präsenz ist. Die Lehrkraft hat es geschafft Präsenz zu zeigen bzw zu verkörpern.
    Darüber hinaus stimme ich dir absolut zu, dass Rituale extrem wichtig sind, besonders bei dem Beginnen des Unterrichts.
    Mein Mann ist auch Lehrer und benutzt eine kleine Handglocke als Signal um den Unterricht zu beginnen. Darüber hinaus geht er, in besonders schwierigen Klassen, nach der Begrüßung nochmal die allgemeinen Regeln ein die in seinem Unterricht gelten. Diese Regeln hat er mit den SuS in der ersten Unterrichtsstunde erarbeitet.
    Solche Rituale geben Struktur vor, was besonders unruhigen Kindern helfen kann, weil sie sich so an ein Art “ Gerüst“ halten können und wissen “ was sie im Unterricht erwartet“.

    Ich werde mir Deinen Bericht auf jeden Fall für mein eigenes Praktikum im Hinterkopf behalten 🙂

  14. Liebe Antonia,

    biem Lesen deines Blogeintrags musste ich sofort an den Beginn meiner Deutschstunden Klasse 8-12 denken. Unsere Lehrerin hat den Unterrichtsbeginn ähnlich gestaltet. Ein wichtiger Unterschied war jedoch, dass sie dabei immer streng auf ihre Uhr geguckt hat und mit enttäuschter Stimme gesagt hat, wie lange wir diesmal gebraucht hätten, um endlich still zu werden.
    Anstelle einer freundlichen Begrüßung begann die Stunde also mit einem Vorwurf, der im Endeffekt die Stimmung des ganzen Unterrichts danach beeinflusst.

    Vielen Dank für die Vorstellung einer besseren Variante dieser Methode.

    Liebe Grüße,
    Wiebke

  15. Durch die ausführliche und detaillierte Beschreibung kann man sich sehr gut in die Situation hinein versetzen. Interessant ist natürlich, dass diese Methode nicht bei jedem Lehrer funktionieren wird. Jede angehende Lehrkraft muss sich Ersteinmal über seine stärken bewusst werden, um diese dann später im Unterricht zu nutzen. Da es unterschiedliche Individuen gibt, wird es immer starke sowie schwache Persönlichkeiten geben (was auch gut ist), die, wenn sie sich darüber im Klaren sind eine Möglichkeit zur Kontrolle entwickeln.

  16. Liebe Antonia,

    ich fand deinen Beitrag sehr interessant und aufschlussreich. Die beschriebene Situation zeigt, wie Lehrkräfte angemessen auf Störung reagieren und damit umgehen können. Ich finde es wichtig, dass LehrerInnen ein entsprechendes Durchsetzungsvermögen haben, ohne selbst „laut“ zu werden. Ebenfalls ist dies ein gutes Beispiel für ein respektvolles Miteinander zwischen den SchülerInnen und den LehrerInnen. Besonders der Einstieg in die Stunde ist wichtig, damit die Kinder auf den Unterricht eingestimmt werden.

    Liebe Grüße
    Annina

  17. Liebe Antonia,

    ein sehr schöner Beitrag. Jede Lehrkraft und auch jede angehende Lehrkraft wird sich mit dieser Situation auseinandersetzen müssen. Ich glaube, dass nicht jede Lehrkraft diese Methode anwenden kann. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es eine allgemeingültige Lösung geben kann. Außerdem wird diese Lehrkraft die Schulklasse kennen und die Schulklasse wird die Lehrkraft kennen. Eine neue Lehrkraft muss die Klasse vermutlich erst einmal „erziehen“. Denn wenn ich an meine Schulzeit denke, dann wurden neue Lehrkräfte immer „getestet“, wie weit man bei diesen gehen kann.
    Das Ziel jeder Lehrkraft sollte jedoch sein, die Schulklasse ohne eine hohe Lautstärke in den Griff zu bekommen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen.

    Liebe Grüße

  18. Liebe Antonia,
    ich finde es toll zu lesen, dass so etwas in solch einer großen Klasse möglich ist, kann auch von mir selbst sagen, dass Lehrer an meiner Oberschule vereinzelt so vorgegangen sind.
    Ich bin jedoch der Ansicht, dass diese Methode/Regelung nicht von jeder Lehrkraft und auch nicht in jeder Klasse durchgeführt werden kann. Die SuS müssen die Lehrkraft respektieren und auch schon über einen längeren Zeitpunkt kennen. Ist dies nicht der Fall, wird sicherlich weiter Quatsch gemacht, oder die SuS wissen nicht, was von ihnen erwartet wird.
    Meiner Meinung nach ist es jedoch eine tolle Alternative zu dem oft bekannten Lautwerden der Lehrer, wenn es zum Anfang ihrer Stunde nicht direkt still ist.

    Viele Grüße
    Maren

  19. Liebe Antonia,

    zuerst muss ich wirklich sagen, dass ich sehr beeindruckt bin, wie die Lehrerin die ganze Klasse in nur wenigen Minuten zur Ruhe bringt und das ohne laut zu werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dass viel Erfahrung und auch viel Kraft erfordert. Diese alltägliche Situation, die fast in jeder Schule passiert, ist sehr entscheidend, Sie zu meistern eine Herausforderung. Diese Methode kann sicher nicht von jeder Lehrkraft so geschickt angewendet werden. Jeder Schüler, jede Klasse ist anders und es geht darum, eine Methode zu finden, die für die jeweilige Situation passt. Das ist eine Herausforderung, die am Ende jede Lehrkraft meistern wird, oder eben nicht.

    Liebe Grüsse

    Seda Boran-Krüger

  20. Liebe Antonia,
    den von dir geschilderten Eindruck habe ich aus meiner eigenen Schulzeit noch relativ intensiv in Erinnerung. Es gab immer diese Lehrer, die, ohne dass man als Schüler den Grund dafür kannte, eine natürlich beruhigende Wirkung auf die Klasse hatten. Ein solches Verhalten hat mich als Schüler vor allem in den letzten Schuljahren, in denen ich bereits mit der Berufswahl des Lehrers spielte, sehr fasziniert. Meine Hoffnung ist, dass ein solches Verhalten als Lehrkraft innerhalb des Studiums (zumindest in Ansätzen) erlernt werden kann, da ich mir als Lehrer kaum etwas angenehmeres vorstellen kann, als Ruhe auszustrahlen und dann auch von den Schülern reflektiert zurückzubekommen. Danke für diesen kleinen Artikel, er bringt hervorragend auf den Punkt, was ein gutes Verhalten vor der Klasse ausmachen sollte!
    Liebe Grüße
    Theo

  21. Diesen Blogeintrag habe ich sehr gerne und aufmerksam gelesen. Genau vor dieser Fähigkeit „die Klasse ruhig zu bekommen“ habe ich am meisten Respekt in der Arbeit als (zukünftige) Lehrerin. Ich denke es ist wichtig seine eigene Methode zu finden, die wahrscheinlich auch von Klasse zu Klasse etwas variiert.Zu der Anschlussfrage „Wie sollte man sich verhalten, wenn die Klasse nach längerem Warten nicht ruhig wird“ sollte man bestimmt ein paar Strategien im Hinterkopf haben, um nicht zu emotional zu reagieren bzw. im schlimmsten Fall doch laut zu werden. Ich denke dies sollte in jedem Fall vermieden werden, um das Arbeitsbündnis nicht zu gefährden. Ich hoffe sehr, dass mir innerhalb des Studiums ausreichend Möglichkeit gegeben wird mich als Lehrkraft auszuprobieren um genau das auszubauen. Denn wenn eine Klasse keinen gegenseitigen Respekt aufweist und permanent Störungen auftreten, hat man keine Basis für gelingenen Unterricht. Vielen Dank für den Einblick.

  22. Liebe Antonia,
    dein Blogeintrag hat mir sehr gut gefallen und einen schönen Einblick in dein Praktikum gegeben. Er zeigt auf, wie wichtig es ist von der Klasse respektiert zu werden und zu wissen, der Lehrer gibt den Ton an (wenn auch leise) und lässt sich nicht an der Nase herumführen.
    Ich denke mit jeder neuen Klasse ist es faszinieren zu erfahren wie die Kinder auf den Lehrer reagieren und ihn/sie akzeptieren und ob die Methode die du beschrieben hast auch wieder funktioniert oder ob eine Klasse eine andere Methode benötigt um ruhig zu werden.
    Danke für den guten Beitrag.
    Liebe Grüße, Nina

  23. Hallo Antonia,

    Das Thema der Unterrichtsstörungen interessiert mich immer besonders. Ich denke, dass es gerade für neue Lehrkräfte eine große Herausforderung darstellt, Ruhe und Konzentration in der gesamten Klasse herzustellen. Wie diese Lehrerin mit der Situation umgegangen ist, ist ideal. Sie hat sich von der Unruhe um sich herum selbst nicht aus der Ruhe bringen lassen, und wie gewohnt ihren Unterricht vorbereitet. Dass sie die Schüler*innen ohne Diskussionen nur mit der eigenen Präsenz und gezieltem Blickkontakt, dazu bringt nicht mehr zu reden und aufmerksam zu werden, zeigt, dass Autorität in Klassenzimmern nicht mit lauten Worten oder Drohungen durchgesetzt werden muss. Das setzt ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis voraus aber auch dass gewisse Rituale und Regeln mit der Klasse etabliert wurden.

    Liebe Grüße, Luisa

  24. Hallo Antonia,
    dieser Blogeintrag war der bisher interessanteste. Mir hat es sehr gefallen, dass du dich vor allem auf den Lehrer als Respektsperson konzentriert hast. Eine gesamte Klasse innerhalb von nur 30 Sekunden zu besänftigen ist beeindruckend und für jeden angehenden Lehrer anstrebendswert. Mich persönlich würde es interessieren, ob die Lehrerin dies nur in der 7b meistern konnte, da die Schüler einfach zu besänftigen sind oder ob die Lehrerin diese Ruhe allgemein in ihre Tätigkeiten einbaut. Diese Klasse wirkte nämlich wie eine alltägliche Klasse ohne große Störenfriede.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sebastian

  25. Ich finde, das man sich durch die sehr detaillierte Beschreibung die Situation sehr gut vorstellen kann. Die beschriebene Situation macht deutlich, das die Haltung der Lehrkraft von der Klasse gewissermaßen gespiegelt wird. Ist die Lehrkraft ruhig, kommen auch die Schüler zur Ruhe, besonders wenn sie persönlich „angesprochen“ werden, sei es durch tatsächliches ansprechen oder durch Blickkontakt. So wird eine Klasse auf den Unterricht vorbereitet, ohne das die Lehrkraft laut werden muss. Das führt im Gegenteil eher dazu, das die Klasse die Unruhe der Lehrkraft aufgreift und noch lauter, oder zumindest angespannter wird.
    Auch wird beschrieben, das die Klassendynamik sehr wichtig ist. Weil einige der Schüler ruhiger werden, wird der Rest der Klasse gewissermaßen angesteckt.

  26. Vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich finde das ein sehr interessantes und inspirierendes Konzept: Die Lehrkraft bringt Ruhe in die Klasse, indem sie selbst ruhig und ausgeglichen auftritt. Das ist natürlich schwierig in solch unruhigen Situationen immer die Geduld zu bewahren und abzuwarten. Es ist natürlich optimal, wenn die Lehrkraft so viel Vetrauen ihren Schülern entgegenbringt. Das zahlt sich auf jeden Fall aus.
    Ich hatte auch einen Lehrer, der diese Art von Selbstregulation der Klasse genutzt hat. Wenn es in der Klasse lauter wurde, redete er bewusst leiser. Das lenkte die Aufmerksamkeit wieder zurück auf ihn. Ist vielleicht theoretisch nicht ganz nochvollziehbar. Aber es hat oft funktioniert.
    Zu Deiner Frage, ob die Methode, von der Du berichtet hast, auch funktioniert, wenn sie den Schülern noch nicht bekannt ist: Wie bei vielen Methoden gibt es da bestimmt keine absolute Erfolgsgarantie. Ich glaube aber schon, dass es gut funktionieren kann. Das Warten auf Ruhe, weckt doch bei vielen wie von selbst die Neugierde. Und wenn wenige die Aufmerksamkeit bei der Lehrkraft haben, zieht es dann früher oder später andere mit.

  27. Liebe Antonia,

    vielen lieben Dank für diesen Beitrag und den Sprung in die damalige Zeit. Es hat mich sehr stark an meine ehemalige Mathelehrerin erinnert, die auch solch eine ruhige Ausstrahlung hatte. Sie ist auf jeden Einzelnen individuell eingegangen und hat uns in allen unseren Stärken und Schwächen akzeptiert/motiviert. Dafür wurde sie von meiner Klasse sehr respektiert und geliebt, und der Unterricht konnte so gut wie immer ohne Störungen beginnen. Ich denke, dass so eine Methode nur anzuwenden ist, wenn eine gute Schüler/innen-Lehrer/innen-Beziehung aufgebaut wurde, da es von Respekt und Sympathie abhängt, unabhängig von der Klassenstufe. Lehrer/innen mit solchen Eigenschaften sind für mich Vorbilder und ich hoffe, dass ich später dieselbe Wirkung haben werde.

  28. Liebe Antonia,

    Das ist wirklich eine interessante Situation, die du da schilderst. Es klingt, als würden die Schüler*innen wollen, dass der Unterricht funktioniert, was ja ein Ziel von Lehrkräften sein muss. Ich denke, es ist sehr wichtig, dies gerade in der Mittelstufe als eines der höchsten Ziele zu haben, denn in diesem Alter sind Schüler*innen potentiell sehr lern- und wissbegierig, das sollte man nutzen, auch um durch das Funktionieren des Unterrichts zu zeigen, was im Klassenzimmer alles möglich ist. Auf Chaos nach der Pause so entspannt zu reagieren und trotzdem deutlich zu machen, dass die Situation im Klassenzimmer sich jetzt ändern muss halte ich für gar nicht so einfach. Wenn jedoch klar ist, dass es sich lohnt, ruhig zu werden, weil dann etwas spannendes geschieht, ist es wahrscheinlich sehr viel einfacher diese Situation zu reproduzieren, als wenn dies nicht gegeben ist. Ich finde dein Beispiel zeigt, dass Schüler*innen lernen wollen und dass es sich auch für die Lehrkraft lohnt, sie darin zu bestärken.

    Liebe Grüße,
    Marlene

  29. Liebe Antonia,
    ich finde das stille und ruhige Agieren der Lehrkraft in deiner beschriebenen Situation sehr bemerkenswert. Oft wird in solch einer Situation lautstark ermahnt und auf die jeweiligen Fehler der einzelnen Personen vor der ganzen Klasse hingewiesen. Dieser Weg zeigt das die Lehrkraft in manchen Fällen wie ein Spiegel auf die Klasse wirkt. Ist die Lehrkraft panisch und laut, so wird auch die Klasse unruhig. Ich denke in den meisten Fällen ist der Versuch eine Klasse zu beruhigen effizienter, wenn man selbst einen vertrauenswürdigen und ruhigen Eindruck vermittelt. Ich frage mich nur, ob diese Möglichkeit auch in höheren Klassenstufen funktionieren würde?
    Liebe Grüße, Isabell

  30. Die beschriebene Art und Weise, wie schnell es im Unterricht leise wurde kennt wahrscheinlich jeder irgendwie. Auffällig hierbei ist das sehr ruhige Verhalten der Lehrer. Durch das „normale Gucken“ der Lehrkraft können sich die Schüler nicht provoziert ö.ä. fühlen. Durch die ruhige Art der Lehrkraft wird ein „Machtkampf“ zwischen Schülern und Lehrkraft vermieden. Gleichzeitig merken die SuS, welche Ruhe die Lehrkraft ausstrahlt, welche sich auf die Schüler überträgt. Allerdings muss man auch differenzieren, in welchen Klassen und Altersstufen man solch ein Verhalten sinnvoll einsetzen kann. Sollte die Klasse nach dem Angucken immernoch nicht leiser werden, müsste die Lehrkraft dann darauf hinweisen, dass die Stunde beginnt, in einer ruhigen Art und Weise. Ich bin jedoch der Meinung, dass die SuS in der Regel genau wissen, was die Lehrkraft mit ihrem Blick in dieser Situation ausdrücken möchte, weshalb ich diese ruhige Art , bei Lehrern, als Schüler auch immer bevorzugt habe. Meistens waren es die Lehrer, die die Klasse auch unter Kontrolle hatten, ohne jemals laut werden zu müssen.

  31. Liebe Antonia,

    die von dir beschriebene Situation hat mich im ersten Moment etwas überrascht bzw. auch ein wenig fasziniert. Jeder von uns hat mit Sicherheit schon Erfahrung darin gemacht, wie Lehrer*innen durch Aktionen wie das Übertönen der Klasse oder die Androhung von Konsequenzen versuchen Ruhe und Ordnung für den Unterricht herzustellen. Das Verhalten der von dir beschriebenen Lehrkraft ist in meinen Augen ein perfektes Musterbeispiel dafür wie Lehrer in solch einer Situation handeln sollten, das Ergebnis spricht schließlich für sich. Natürlich funktioniert dies nur in Klassenkonstellationen wo die SuS sowie die Lehrkraft miteinander vertraut sind, wodurch der gegenseitige Respekt gegeben ist, welcher für diese Vorgehensweise unabdinglich ist.
    Ich finde von dieser Lehrkraft könnten sich so manche heutige Lehrer*innen ruhig eine Scheibe abschneiden.

    Liebe Grüße,
    Pascal

  32. Liebe Antonia,

    ich danke dir für deinen Beitrag. Ich finde die Situation sehr interessant zu analysieren und finde deinen persönlichen Blick und deine Fragen spannend. Die Unterrichtssituation hat mich besonders positiv beeindruckt, indem die Lehrkraft auf eine respektvolle zwischenmenschliche Beziehung und nicht auf das „der-stärkste-soll-gewinnen“ Prinzip zurückgegriffen hat. Weil Kinder oft so spontan, kreativ und energetisch sind, fällt es den Erwachsenen manchmal schwer auf, so ruhig mit Kindern umzugehen, ohne laute Worte und Bedrohungen zu benutzen. Bezüglich deiner Fragen, die ich nachvollziehe, denke ich, es hat einerseits viel mit einem Ritual zu tun. Ich vermute, es musste sich am Anfang etablieren, weswegen hat die Lehrkraft wahrscheinlich nicht ca 30 Sekunden, sonder mehrere Minuten gebraucht, um die ganze Klasse vor dir still zu sehen. Zumindest wäre diese meine Einschätzung. Andererseits bin ich überzeugt, dass die SuS ein bestimmtes Umgehen sinnvoll und vernünftig emfinden werden müssen, damit es auch von Ihnen akzeptiert werden und sich als Ritual etablieren kann. In diesem genauen Fall fände ich spannend zu wissen, wie dieses Ritual entstanden ist, ob die Lehrkraft es genau geplant hat, oder ob es zufällig langsamt entstanden ist.

    Liebe Grüße
    Maria

  33. Liebe Antonia,
    die von dir beschriebene alltägliche Unterrichtssituation ist äußerst interessant. Jede Lehrkraft wünscht sich doch eine ruhige und kooperierende Klassengemeinschaft. Die Lehrerin macht meiner Meinung nach alles richtig. Ihr ruhiger Tonfall und ihr gelassener Umgang mit der Situation tragen natürlich dazu bei das auch die Klasse Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Ein respektvoller Umgang zwischen den SuS untereinander als auch zwischen SuS und der Lehrerin ist wichtig für ein starkes Arbeitsbündnis und eine angenehme Atmosphäre im Klassenzimmer. Das gute Lehrer-Schüler-Verhältnis lässt schließen das die Kinder mit der Lehrerin schon vertraut sind und sich über ihre Reaktionen und Konsequenzen in be-stimmten Störsituationen im Klaren sind. Natürlich bedarf eine derartige Methode erst einmal ein ge-genseitiges Kennenlernen der Lehrkraft mit ihrer Klasse und den SuS untereinander sowie ein tägliches Üben solcher Situationen. Zudem denke ich das es nicht jeder Lehrkraft möglich ist solch eine Methode anzuwenden. Nicht jede Lehrkraft besitzt eine solche Ausstrahlung. Es ist immer wichtig wie eine Lehre-rin oder ein Lehrer auf ihre bzw. seine Klasse wirkt, je nach dem gehen die SuS mehr oder weniger res-pektvoll mit ihr/ihm um.
    Vielen Dank für deine Beschreibung dieser Situation.

    Liebe Grüße
    Lea

  34. Hallo Antonia,
    mich hat es sehr beeindruckt, dass durch bloßes Warten, die SUS selber gemerkt haben, dass sie ihr Verhalten ändern sollten. Das selbständige Merken der veränderten Unterrichtssituation führt sicherlich zu einer größeren Bereitschaft in Ruhe dem Unterricht zu lauschen. Toller Input.
    Viele Grüße
    Helena Peterk

  35. Liebe Antonia,
    das von dir veröffentlichte Szenario ist sehr spannend zu lesen. Es ist eine eingespielte Situation erkennbar. Sobald die Lehrkraft ihre Vorbereitungen an der Tafel beendet hat und es zum Unterricht klingelt, ist dem Großteil der Klasse klar, dass der Unterricht beginnt und jeder ruhig am Platz stehen sollte. So kommt es schnell zu einer ruhigen Klassenatmosphäre. Der Fakt, dass es sich um eine routinierte Handlung der Lehrkraft handelt, lässt meiner Meinung nach rückschließen, dass diese Situation bei einer unbekannten Lehrkraft nicht wirklich länger dauern würde. Die SuS wissen, was das Verhalten der Lehrkraft bedeutet und wie sie zu reagieren haben. Daher ist es nicht von großer Bedeutung, wer vor der Klasse steht. Weiterhin wird, durch das Verhalten der SuS und der Lehrkraft ein respektvoller Umgang miteinander deutlich. Diese Methode ist sicherlich für alle Beteiligen sehr angenehm.

    Liebe Grüße
    Rike

  36. Hallo Antonia,
    vielen Dank für deine detaillierte Beschreibung deiner Beobachtung. Obwohl der Stundenbeginn zum Alltag einer jeden Lehrkraft gehört, stellt sie dennoch eine Herausforderung dar. Die Lehrerin gibt ein schönes Beispiel ab. Sie demonstriert wie Geduld und Ruhe zu einer angenehmen Lernatmosphäre beitragen. Besonders interessant erscheint mir auch, dass die SuS sich gegenseitig auf den Unterrichtsbeginn hingewiesen haben. Es zeigt, dass sowohl ein gesundes Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler besteht als auch zwischen den Schülern untereinander. Es hat sich eine sehr gute Routine entwickelt, die von den Schülern respektiert wurde. Deine Erfahrung zeigt ein nachahmenswertes Beispiel!
    Liebe Grüße
    Emily

  37. Liebe Antonia,

    die beschriebene Situation kenne ich aus meiner Schulzeit nur zu gut. In meiner eigenen Schulzeit konnte ich beobachten, dass die positive oder negative Ausstrahlung der Lehrkraft meist auch von den SuS wieder zurückkam. So war es bei Lehrern, die immer zu spät kamen und relativ unvorbereitet waren sehr laut, wohin gegen Klassen mit gut vorbereiteten und pünktlichen Lehrern relativ ruhig waren. Da spielt meiner Meinung nach auch die Körpersprache eine große Rolle. Bei Lehrpersonen, die Selbstbewusst auftraten wurden die Klassen relativ schnell ruhig, während Klassen mit nervösen Lehrkräften eigentlich durchgehend laut waren. Diese Art von Ritual wäre meiner Meinung nach in jeder Klassenstufe möglich, jedoch wäre der Schwierigkeitsgrad, solch ein Ritual einzuführen, nicht in jeder Klassenstufe gleich. So wäre diese Art von Ritual meiner Meinung nach in der Oberstufe leichter einzuführen als in der Mittelstufe. Bei noch nicht bekannten Schülern spielt, wie ich auch am Anfang gesagt habe die Ausstrahlung bzw. die Körperhaltung eine größere Rolle, da ja keine Bindung zwischen der Lehrkraft und den SuS besteht. Wenn die Klasse auch nach längerem warten nicht ruhig werden sollte, dann würde ich die SuS darauf aufmerksam machen, dass der Unterricht beginnt, ohne dabei wirklich lauter zu werden, oder so auszusehen als würde man seine „Machtposition“ ausnutzen. Mit Sanktionen zu drohen wäre sicherlich kein guter Einstieg in die Stunde.

    Liebe Grüße
    Eren Sarikaya

  38. Hallo Antonia,

    ihr Blogpost war definitiv sehr interessant und die beobachtete Situation ist wohl ein Paradebeispiel für Klassenmanagement und des Erzeugens einer lernförderlichen Klassenatmosphäre.
    Durch ihre stille, dennoch autoritäre, aber nicht aggressiv-zwingende Form der Kommunikation, schaffte sie es, sowohl effektiv weitere Störungen zu unterbinden, als auch ein friedliches Klassenklima zu wahren. Ihre passive Art verhinderte eine Gefährdung des Arbeitsbündnisses, welches durch übermäßiges Ermahnen oder von den Schülerinnen als ungerechtfertigt aufgefasste Strenge hätte beschädigt werden können. Ich für meinen Teil habe noch gewaltigen Respekt vor dieser Situation.
    Ich fürchte aber das dies eine Musterlösung sei und auf nicht allzu viele Klassen zu übertragen ist.
    Der Situation ging höchstwahrscheinlich ein langwieriger Prozess der Annäherung voraus. Als jemand der noch wenig Erfahrungen hat oder der Klasse fremd ist, kann ein Mangel an Vertrauen und Respekt in den meisten Fällen nur ein Scheitern dieser Methode bedeuten, vor allem wenn es sich um Jugendliche im pubertären Alter handelt, halte ich es für unwahrscheinlich das diese positiv auf ein Verstummen der Lehrkraft reagieren. Viele Jugendliche versuchen, meiner Erfahrung nach, sich selber in einer hierarchischen Rangordnung einzufinden, wobei sie sich oftmals daran versuchen ihre eigene Position aufzuwerten, indem sie andere heruntermachen. Stille kann in so einem Kontext auch sehr schnell als Schwäche missinterpretiert werden, was die Zusammenarbeit an den Lernzielen äußerst schwierig machen wird, zumal ein gesundes Arbeitsbündnis vom gegenseitigen Respekt lebt.
    (Dieser förderlichen Methode sollte sich jedoch im rahmen des Möglichen immer weitestgehend angenähert werden!)
    Sollte die Klasse nicht zu Ruhe kommen, sollte vorsichtig von verschärfter Strenge gebrauch gemacht werden. Nach der Unterrichtseinheit muss reflektiert werden, was dem Schülerinnen Lehrer Verhältnis so schadet, so dass keine angenehme und normale Atmosphäre entstehen kann, um dem gezielt entgegen zu wirken.

  39. Hallo Antonia,
    das Ergebnis der Methode scheint ja einen positiven Effekt auf die Klasse zu haben. Allerdings ist sie meiner Meinung nach dennoch nicht ganz ausgereift. Bei neuen Klassen kann man sich nicht einfach nach vorne stellen und darauf warten, dass die Schüler leise werden. Dieses Ritual muss über eine längere Zeit etabliert werden, damit es sich auch durchsetzen lässt. Den SuS muss erst einmal vermittelt werden, wie sie mit dieser Situation und der Ruhe umzugehen haben. Der zweite Punkt, der nicht ganz so gut wirkt bei dieser Methode, ist die Tatsache, dass, nun auch bei Klassen, die diese Situation schon öfter mitgemacht haben, manche Schüler nicht mitbekommen, dass die Lehrkraft schon da ist, oder die Stunde zeitlich schon angefangen hat. Dies könnte durch ein einfaches und freundliches: „Hallo“, gelöst werden, was aber dennoch laut genug ist, dass es alle SuS mitbekommen. Danach ist die genannte Methode aber sehr gut anwendbar, da von der Lehrkraft selbst Ruhe ausgestrahlt wird, es somit auch ein entspannteres Arbeitsklima gibt und sich die SuS wohler fühlen und höchstwahrscheinlich auch lieber am Unterricht teilhaben werden, wie meine eigenen Erfahrungen beweisen.

  40. Liebe Antonia,
    danke für deinen detaillierten Bericht.
    Ich selber hatte auch eine solche Lehrkraft zu meiner Schulzeit, die den ganz Respekt der Klasse besaß. Für mich waren diese Unterrichtsstunden die angenehmsten und die Klasse arbeitete fast immer gut mit. Durch die Geduld und Ruhe die diese Person ausstrahlte, wurde in der Klasse eine gute Lernatmosphäre geschaffen. Ich denke alle Lehrkräfte sollten sich daran ein Beispiel nehmen und mit mehr Geduld und Ruhe den Unterricht starten.
    Liebe Grüße
    Lena

  41. Hallo Antonia,
    ich finde das ist ein sehr schönes Beispiel, um zu zeigen, dass man als Lehrkraft die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, ohne dabei laut werden zu müssen. Durch das Verhalten dieser Klasse wird deutlich, dass die Lehrkraft in dieser Situation als Autorität ernst genommen wurde. Meiner Meinung nach sollte man, auch wenn die Klasse nach längerem Warten nicht ruhig wird, auf keinen Fall schreien, da Lautstärke kein geeignetes Mittel ist, um derartige Konflikte lösen. Zusätzlich würde der Unterricht ansonsten mit schlechter Stimmung starten, Schülerinnen und Schüler wären eher unmotiviert und vielleicht sogar eingeschüchtert.

    Schöne Grüße
    Anastasia

  42. Hallo Antonia,
    ich finde diesen Beitrag besonders interessant da die beschriebene Situation jedem bekannt ist. Ich persönlich habe einige gute aber auch schlecht Erfahrungen mit dieser Methode des Unterrichtsbeginns gemacht.In der 5. Klasse war es in meiner Schule üblich zum Stundenanfang aufzustehen, um sich zu begrüßen.als ich auf diese Schule kam wurde diese Regel eindeutig kommuniziert und auch von SuS und Lehrkräften eingehalten. Somit war uns die Situation bekannt und es funktionierte ähnlich wie oben beschrieben.in der Mittelstufe hingegen galten diese Regeln nicht es wurde im Voraus auch nichts festgelegt und jede Lehrkraft machte es nach ihrer Art. Einige versuchten es auch mit ruhigem Warten auf die Klasse, jedoch meist ohne Erfolg. Oft endete die Begrüßung dann schon mit lautem Schreien der Lehrkraft oder Strafen. Die SuS nahmen die Lehrkräfte nicht mehr so ernst und waren oft auch unschlüssig was das warten vor der klasse zu bedeuten hatte. Meistens lachten die Sus die Lehrkraft aus.
    Dies zeigt mir das besonders das Arbeitsbündnis mit den SuS und auch die Klarheit und Einhaltung von Regeln entscheiden dafür ist, ob solche Methoden funktionieren können. Sollte das Arbeitsbündnis nicht optimal sein so sollte die Lehrkraft mit der Kommunikation von strikten Regeln und dessen Kommunikation beginnen Bevor sie auf die Eigendisziplin der SuS setzt und damit Gefahr läuft das Bündnis weiter zu schädigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sonja

  43. Hallo Antonia, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich fand deine Beobachtung der Unterrichtseinheit sehr beschaulich. Es beschreibt eine bestimmte Arbeits- und Gruppendynamik, ein bestimmtes Ritual, dass diese Lehrkraft mit den SuS entwickelt hat. Sicherlich ist bei der Anzahl von SuS, die in der Klasse zusammen lernen (30) nicht von allen zu erwarten, dass sie sofort bereit sind, aus dem Pause-Modus in der Mitarbeit-Modus zu wechseln. Dass es bei deinem Beispiel in so einer kurzen Zeit passiert ist, spricht davon, dass diese Klasse motiviert das Arbeitbüdnis stark entwickelt hat. Es wundert mich aber wenig, dass die Lehrkraft durch ihrer Korperhaltung die SuS dazu einlädt, gemeinsam den Unterricht zu starten. Ich glaube, mensch kann nicht davon ausgehen, dass diese „Technik“ immer und überall funktioniert, weder in dieser 7-b noch bei jüngeren Jahrgängen. Dein Beispiel zeigt auch, dass es um gegenseitigen Respekt geht. Die Lehrkraft den Kindern gegenüber, in dem sie die SuS die Zeit gibt, sich auf die Stunde vorzubereiten und von seiten der SuS, die sich unterstützen, um den Arbeitsklima zu erschaffen.
    Ein Kritikpunkt an deinen Beitrag ist, dass du häufig deine Empfindungen als Zuschreibung der gesamten Klasse benutzt, z.B: „Die Klasse ist sehr unruhig“. Es beschreibt deine Gefühle in der Situation, aber sollte es, meiner Meinung nach, nicht generalisiert werden, das finde ich nicht so fair.
    Schöne Grüße
    Gastón

  44. Liebe Antonia,
    die Situation, die du geschildert hast, kenne ich noch aus meiner Schulzeit. Allerdings hat diese Art, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und den Schülerinnen und Schülern zu signalisieren, dass der Unterricht beginnt, nicht immer bei allen Lehrkräften und deren Schülerinnen und Schüler wie erwartet funktioniert. Ich denke, dass bei dieser Methode die Ausstrahlung und Selbstsicherheit der Lehrkraft und ihr Verhältnis zu den Schülerinnen und Schülern ausschlaggebend ist. Denn wie Paul Watzlawick mal sagte „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Diese Methode empfinde ich prinzipiell als eine sehr Gute, um zu verhindern, dass die Lehrkraft mündlich gegen die Unruhe und den Lärm ankämpft. Denn dadurch umgeht sie die Situation des Zurechtweisens und Diskutierens, wodurch das Schüler-Lehrer-Verhältnis nicht belastet wird. Außerdem entsteht durch diese Methode ein Ritual zwischen der Lehrkraft und den Schülerinnen und Schüler.
    Liebe Grüße, Lena

  45. Hallo Antonia, danke für deinen Blogeintrag.
    Die Situation die du beschreibst ist für mich ein inspirierendes Beispiel dafür, mit einer entspannten Autorität Ruhe in eine Gruppe zu bringen. Es hat mir gefallen wie die Lehrkraft die Schüler*innen ohne strafende Emotionen ansieht und darauf vertraut, dass die Situation sich beruhigt. Ich denke das die Lehrkraft dieses Vertrauen ausgestrahlt hat und die Klasse nicht durch „Angst“ zur Ruhe gebracht wurde. Sicher hat sich die Lehrkraft dieses Vertrauen erarbeiten müssen. Es wäre interessant wie sie dazu gekommen ist, und wie sie im Falle einer Eskalation reagieren würde. Gerade um eine gleichbleibende Linie zu fahren und ernstgenommen zu werden finde ich es sehr wichtig nicht aus der Haut zu fahren. Das ist der Lehrkraft in diesem Fall gelungen. Mich würde noch interessieren wie groß die Klasse war und wie lange sich Klasse und Lehrkraft kannten.
    Liebe Grüße
    J

  46. Liebe Antonia,
    Ich denke einer Klassensituation, wie du sie dort geschildert hast schnell Herr zu werden bedurfte einer sehr erfahrenen Lehrkraft die genau wusste wie sie zu reagieren hat. Leider kann ich aus meiner eigenen Erfahrung als Schüler sagen, dass die meisten Lehrkräfte die benötigte Ruhe, in so einer Situation, nur selten besitzen und gerade Lehrer die laut werden zu einem unruhigen Klassenklima beitragen. Deshalb denke ich, dass es wichtig, dass besonders solche Personen, die die Fähigkeit besitzen eine Klasse unter Kontrolle zu bringen ihr Können an Andere weitergeben sollten. Vielleicht in einer Art Programm, in welchem sich die Lehrkräfte untereinander auf Fehler beim Umgang mit Klassen aufmerksam machen könnten. Auch wenn dies bestimmt kein Patent-Rezept wäre um Klassen unter Kontrolle zu bringen, denke ich, dass eine Lehrkraft, wie die von dir geschilderte, vielen anderen helfen könnte.
    Freundliche Grüße
    Julian

  47. Liebe Antonia,

    Deinen Beitrag finde ich sehr interessant. Die Handlung der Lehrerin wird mir sicherlich im Gedächtnis bleiben und ist in jedem Fall ein Versuch wert es selbst umzusetzen. Sehr wahrscheinlich würde dies jedoch nicht funktionieren, hätten die Lehrerin und ihre SuS nicht bereits eine Beziehung zueinander aufgebaut. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass selbst Lautstark zu werden nicht das Mittel zum Zweck ist um Ruhe einkehren zu lassen. Ich bin bereits als Erzieherin tätig und beobachte immer wieder wie Kinder mich überaus lautstark darauf hinweisen, wenn beispielsweise ein anderes Kind laut weint. In diesen Momenten versuche ich dem Kind zu erklären, dass es im Raum nur noch lauter wird, wenn wir selbst auch noch dazwischen „schreien“. Dabei scheinen wir Erwachsenen oftmals selbst nicht besser zu sein und heben die Lautstärke mit an. Dies ist zum einen für uns selbst sehr anstrengend, da wir den restlichen Tag weiterhin Gebrauch von unserer Stimme machen müssen. Zum anderen könnte dadurch bereits am morgen bei uns und oder den SuS schlechte Stimmung aufkommen, was sehr wahrscheinlich zu weiteren Unannehmlichkeiten führen würde/könnte. Die von dir beschriebene Reaktion der Lehrerin hat dieser „Spirale“ gar nicht erst den Raum gegeben.

    Liebe Grüße
    Julia

  48. Liebe Antonia,

    du hattest wirklich Glück, bei jemandem, der eine Klasse so gut – und vor allem schnell! – in den Griff bekommt. Bei der Anfangssituation hätte ich gedacht, dass es sicher ein paar „Störenfriede“ gäbe, die sich nicht an die Klassenregeln halten würden, aber allein die Ausstrahlung dieser Lehrerin konnte das abwenden. Das ist ziemlich beeindruckend! Jeder gute Lehrer sollte nach einer Methode suchen, um auf ruhige und gesittete Weise seine Klasse unter Kontrolle zu bringen, da kann man sich ruhig ein Beispiel nehmen! Ich denke, diese Taktik ist in jeder Klassenstufe anwendbar. Wie du schon beschrieben hast, ist die Grundlage ein gutes Verhältnis von Lehrer und SuS, sowie gegenseitiger Respekt, was in jeder Altersstufe gewährleistet sein sollte. Sicherlich kann man die Methode auch ausprobieren ohne sie zu erklären und auch ohne Vorkenntnisse, aber wenn die Schüler die Taktik nicht verstehen, oder es ihnen schlichtweg egal ist, dass der Unterricht beginnt, sollte man eventuell (noch mal) auf die Regeln hinweisen und eventuell auch die störenden Personen darauf ansprechen. Ich bin der Auffassung, dass jede Situation friedvoll geklärt werden kann und niemand losschreien oder Konsequenzen androhen muss.

    Gruß Jasmin

  49. Liebe Antonia,

    Beim Lesen deiner Beschreibung dieser für viele SuS alltäglichen Situation musste ich an meine eigene Schulzeit zurückdenken.
    Ich bin mit diesem „Ritual“ zum Unterrichtsbeginn auch sehr gut vertraut, da viele meiner Lehrer diese Methode benutzt haben um uns Disziplin, Respekt und ein gutes Miteinander beizubringen. Auf diese Art und Weise wurde uns SuS signalisiert, dass der Unterricht jetzt beginnt, wir leise sein und unsere volle Aufmerksamkeit der vorne stehenden Lehrkraft schenken sollen. Im Endeffekt ist es ja der Wunsch jeder Lehrkraft, so wie auch meiner als zukünftige Lehrkraft, den SuS einen respektvollen Umgang sowohl untereinander, als auch zwischen SuS und Lehrkraft beizubringen, außerdem ein gesundes Lehrer-SuS-Verhältnis aufzubauen und die Kinder dazu bringen zu können aufmerksam zu zuhören und kooperativ mitzuarbeiten. Ich finde, dass die Lehrerin alles richtig gemacht hat, indem sie sehr gelassen an diese Situation herangegangen ist und somit eine ruhige Atmosphäre im Klassenraum geschaffen hat. Damit sich die SuS an diese Methode am Anfang des Unterrichts gewöhnen und ihr Verhalten anpassen, muss es in jeder Unterrichtsstunde konsequent durchgeführt und geübt werden und dies benötigt natürlich Zeit. Infolgedessen scheint es mir laut deiner Beschreibung so, dass dieses Lehrer-SuS-Verhältnis in dieser Klasse schon länger besteht, da die SuS bereits mit der Lehrerin, ihrer Methode und den Konsequenzen bei störendem Verhalten vertraut sind. Ich bin der Meinung, dass diese Methode nicht von jeder Lehrkraft angewendet werden kann und das jeder Lehrkörper stattdessen sein eigenes Ritual in den Schulalltag einbauen sollte, mit dem er sich selbst identifizieren kann. Schlussendlich ist die Lehrkraft für die SuS eine Autoritätsperson und muss von dem überzeugt sein was sie tut, um eine positive Lernatmosphäre im Klassenraum zu schaffen und mit Respekt behandelt werden.

    Es war sehr angenehm deine Beschreibung zu lesen.
    Liebe Grüße,
    Maria

  50. Liebe Antonia,

    Es ist sehr guten Tipps für die Lehrkraft, die Klasse ruhig werden zu lassen.
    In einige Situation wäre es der Laut hilfreich, ruhig zu bleiben und Aufmerksamkeit zu erfassen, aber was du schon gesagt hast, wenn das Ritual in der Klasse zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen zusammen wohl verstanden werden, ist diese Weise sehr effektive zu allem.
    Aber wenn die Studenten zu jung sind, den Zeichen von Lehrende nicht zu verstehen, ich glaube, muss man die andere Weise nachdenken. Oder es hängt von die Störungssituationen ab, welche Methode benutzt werden sollte.
    Und es ist auch sehr wichtig, am Anfang der Klasse, dieses Ritual erklärt werden sollten.
    Z.b wenn die Lehrende lange Zeit warten bzw. ruhig bleiben, dann auf jeden Fall sehen die Studenten die Lehrer*innen an. Dann ab sofort sollte die Lehrer erklären, wie es Problem passiert, warum sie dieses Verhalten gemacht haben und was sie nachdem von ihnen wünschen.
    Aber wenn der Unruhig nach dem lange Warten nicht kontrolliert wird, dann meiner Meinung nach sollte der Lehrer*innen störenden Studenten persönlich sagen, was das Problem jetzt ist und welche Verhalten sie haben sollten. Die Lehrer*innen sollten deutlich fragen danach und die Studenten selbst sagen lassen, wie sie sich verhalten müssen und wie sie sich nicht dürfen.

    Die Störung zu vermeiden und Aufmerksamkeit zu erregen sind immer schwer…

    Jeeho

  51. Liebe Antonia,

    die von dir beschrieben Situation ist wirklich beeindruckend und sehr interessant.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass gerade bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ruhe die Kraft liegt und das zeigt deine Unterrichtssituation eindeutig.
    Das Ritual der Lehrkraft scheint bei der Klasse super zu funktionieren und ich selbst halte Rituale für eine gute Möglichkeit mit den SuS zu kooperieren und das Arbeiten für beide Seiten angenehmer zu gestalten.
    Das klappt natürlich nur, wenn sich auch alle daran halten.
    Wenn ich an meine Zeit in der Schule zurückdenke, gab es leider nur sehr wenige Lehrkräfte die auf dieser Art und Weise versucht haben den Unterricht zu beginnen. Das ist zwar schade aber hatte vielleicht auch seine Gründe. Ich denke, dass man als künftige Lehrkraft viel Gutes aus dieser Situation mitnehmen kann und vielleicht schaffen wir es ja selbst auch irgendwann unsere Klassen auf diese Art und Weise auf den Beginn des Unterrichts aufmerksam zu machen.

    Vielen Dank für diesen tollen Blockbeitrag.

    Liebe Grüße
    Chantal

  52. Liebe Antonia,
    vielen Dank für deinen Bericht. Insbesondere den Abschnitt „Meine Einsichten“ finde ich sehr prägnant formuliert.
    Besonders wichtig finde ich den Aspekt der „Rituale“ einer Klasse: Bestimmte, gemeinsam mit der Klasse erarbeitete Verhaltensweisen für bestimmte Situationen können den Unterrichtsfluss positiv beeinflussen, da die Kommunikation der Lehrer*in bezüglich des erwarteten Verhaltens der SuS, deutlich vereinfacht wird.
    Liebe Grüße
    Silas

  53. Diese Geschichte zeigt den Erfolg davon, laut, unruhig sein nicht zu verteufeln, sondern es als Normalität sein lassen und warten, bis alle Kinder das tun, was sie selbst wissen nötig ist, damit Unterricht möglich ist. So hat die Lehrkraft ihnen die Verantwortung und die letzte Entscheidung gegeben. Still und bereit, zuzuhören wird zu deren eigene Aktion, und nicht eine Art Aufgeben gegenüber gewaltige Verbale Angriff der Lehrkraft. Es gibt anstatt einer Dynamik der Rivalität eine Art Zustimmung der Zusammenarbeit. Toll!

  54. Liebe Antonia,
    deine Beobachtung zeigt, welchen Einfluss eine Lehrperson allein durch Blicke auf ihre SuS haben kann. Aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich, dass diese Art mit Störung umzugehen, sehr abhängig von der Lehrperson war. Einige Lehrer*innen haben nicht das nötige Selbstbewusstsein ausgestrahlt, um eine solche Situation nur mit Blicken und Ruhe zu regeln. Natürlich ist diese Art der Störungsunterbindung, in der die SuS ihr Verhalten aus Selbsteinsicht anpassen, die wünschenswerteste und ich hoffe, dass es auch mir später gelingen wird.

    Liebe Grüße
    Karla

  55. Liebe Antonia,
    dieses positive Praktikumserlebnis beeindruckt mich wirklich sehr! ich finde es erstaunlich, dass die Lehrerin es von Anfang an schafft ruhig und kontrolliert zu bleiben und mit ihrer Strategie überwiegend erfolgreiche Ziele erreicht. Der beschriebene Ausschnitt des Unterrichtsanfangs macht deutlich, wie wichtig es ist, die Kinder nicht mit Konsequenzen zu erziehen, da sie die Aufforderungen dann aus den falschen Beweggründen befolgen, wie zum Beispiel aus Angstgründen. Die Lehrerin wird von den SuS respektiert und wahrgenommen, ohne dass sie jemanden verbal ermahnen muss.

    Vielen Dank für diese tolle Einsicht!

    Liebe Grüße,
    Tara-Sophie

  56. Liebe Antonia,
    ich finde das Geschehen, welches du hier beschrieben hast, zutiefst beeindruckend. Es war in diesem Fall sehr gut zu erkennen, dass der Respekt, den die SuS vor der Lehrkraft hatten, ihr dabei halfen, die Klasse ruhigzustellen, ohne dabei Laut werden zu müssen. Richtig fand ich auch deine Beobachtung, dass es der Lehrkraft in diesem Fall geholfen hat, sich gegenteilig zur Klasse zu verhalten, d.h. Ruhe auszustrahlen, anstatt gegen das Geschehen anzukämpfen. Meiner Meinung nach vertieft eine solche ruhige und selbstbewusste Ausstrahlung das Vertrauen zwischen den SuS und der Lehrperson.
    Liebe Grüße,
    Giang Luong

  57. Die beschriebene Situation inspiriert mich darüber nachzudenken, wie effektiv die ausgestrahlte Ruhe sein kann. Allerdings glaube ich, dass diese Methode so gut funktioniert, wenn die Schüler und Schülerinnen bereits die Klassenregeln und die Struktur des Unterrichts kennen. Ich kann mir vorstellen, dass es bei den jüngeren Kindern, vor allem in der ersten Klasse noch am Anfang einige Ansagen, Regeln und Einführung von Ritualen braucht, die vielleicht ein wenig lauter, aber kurz und ohne genervt zu sein, geäußert werden. Schließlich in der siebten Klasse kann man von Lernenden erwarten, dass sie die Regeln bereits kennen und mit der ausgestrahlten Ruhe und kurzem Blick ihnen zeigen, dass ihnen mehr zugetraut wird.
    Arbeitsbündnis und Rituale! Das nehme ich mit.

  58. Liebe Antonia,
    vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
    Es ist wirklich beeindruckend wie wichtig das SuS-Lehrer Verhältnis ist für den Unterricht.
    Ich würde es interessant finden zu wissen wie das Verhältnis ganz zu Beginn war, um Rückschlüsse zu ziehen, wie es sich entwickelt/verändert hat.
    Und wie die Lehrerinn es geschafft hat den Respekt der Schüler zu bekommen.
    Allerdings bezweifle ich stark das es allen Lehrern möglich ist Unruhe mit stillschweigendem Blick entgegenzuwirken, viel zu sehr dominiert die Ungeduld mancher.
    Ich frage mich welche weiteren alternativen es noch gibt, ohne das man direkt laut werden muss.

  59. Hallo Antonia,
    Die beschriebene Situation hat mich direkt an meine Schulzeit erinnert. Mir ist direkt wieder bewußt geworden, wie es sich angefühlt hat, wenn man mal wieder die letzte Person in der Klasse war, die noch gesprochen hat. Meiner Meinung nach zeigt die geschilderte Situation hervorragend wie wichtig ein gutes Verhältnis vom Lehrenden zur Klasse ist und wie man auch mit ruhigem Verhalten eine Klasse unter Kontrolle bekommt, ohne der Klasse und sich selbst Stress zuzuführen und ohne den Unterricht direkt mit etwas negativem zu beginnen.

  60. Hallo Antonia,
    vielen Dank für deinen Blogeintrag. Die Lehrerin hat gelungen demonstriert, wie man mit Unruhe und Unterrichtsstörungen umgehen kann, ohne den Kindern mit Bestrafungen oder Tadel zu drohen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Lehrer anders reagiert hätten und beispielsweise laut geworden wären. Durch so ein Verhalten wird das Arbeitsbündnis zwischen der Lehrkraft und seinen SchülerInnen gefährdet, was im Grunde von gegenseitigem Respekt und Anerkennung gekennzeichnet sein sollte.
    Dein Beispiel zeigt sehr gut, dass durch ein souveränes Auftreten und die Einführung von gewissen Regeln, der Unterrichtsalltag auch ohne Drohungen auskommen kann.

    Viele Grüße
    Nicole

  61. Hallo Antonia,

    du beschreibst hier eine sehr interessante Situation, wie ich sie als Schüler auch schon ein paar mal miterlebt habe. Ich glaube das gute oder zumindest respektvolle Verhältnis zwischen den Schülern und der Lehrkraft ist hier ausschlaggebend. In vergleichbaren Situationen in meiner Schulzeit hing eben genau von dieser Beziehung zwischen den Schülern und der Lehrkraft ab, ob sich die Gesamtsituation mit einer solchen Taktik beruhigt hat oder sie noch weiter verschlechtert hat, bis die Lehrkraft sie mit einer anderen Strategie zu beruhigen versucht hat. Deswegen denke ich man sollte diese Strategie erst probieren, wenn man als Lehrkraft davon überzeugt ist, dass ein respektvolles Verhältnis zu den SuS besteht und sie alt genug sind um entsprechende Signale und Rituale, wie vorne ruhig zu stehen und auf die Klasse zu warten, als diese wahrnehmen.

    Vielen Dank für deine interessanten Einsichten!

    Liebe Grüße Leon

  62. Liebe Antonia,
    die von dir beschriebene Situation ist sicherlich jedem bekannt. Genauso bekannt sind aber auch die unterschiedlichen Methoden, mit denen sich die verschiedenen Lehrer von der Klasse Gehör verschaffen. In meiner Schulzeit habe ich oft erlebt, dass Lehrer zu ungeduldig waren und dann schnell laut wurden. Manche von Ihnen konnten sich durchsetzten, andere nicht. Doch jeder von Ihnen hat sich über kurz oder lang in der Schülerschaft eher unbeliebt gemacht. Die von dir beschriebene Methode war meistens deutlich effizienter. Denn es stimmt, meistens brauchen die Schüler nur ein wenig Zeit, um sich zu beruhigen und dann kann der Unterricht ganz normal stattfinden. Wird die Lehrkraft laut, so verbreitet sich oft schlechte Laune im Klassenraum.
    Jedoch frage ich mich auch, ob das in jeder Situation und mit jeder Klassenstufe funktionieren würde.
    An meine eigene Zukunft denkend, wünsche ich mir, auch so ruhig und gelassen zu bleiben, wenn es vielleicht mal etwas lauter und unruhiger wird. Das ist sicherlich nicht immer einfach, doch am Ende ist es das wert.

    Liebe Grüße
    Amelie

  63. Liebe Antonia,
    Ich finde es toll, dass du diese Situation beschrieben hast.
    Ich finde es ganz wichtig die Klasse schon vor dem „richtigen“ Beginn der Stunde zu beruhigen. So kann man bestenfalls präventiv, in Hinblick auf spätere Störungen, einwirken. Ich finde es besonders interessant, dass sich die Lehrerin nicht auf das Niveau (Lautstärke) der SuS begeben hat, sondern versucht hat die Kinder mit ihrer ruhigen Art „anzusecken“. Der Blickkontakt spielt hierbei auch eine große Rolle. Er stärkt die Bindung zwischen den SuS und der Lehrkraft, die SuS fühlen sich gesehen (bedeutsam) und durch den Blickkontakt kann auch Oxytozin ausgeschüttet werden.
    Ich möchte diese Strategie auf jeden Fall mal ausprobieren.

  64. Liebe Antonia, vielen Dank für deine Blogeintrag. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema eine der größten Herausforderungen des Lehrerberufes ist.
    Ich mache mich andauern Sorgen, wenn ich daran denke, wie werde ich den Lärm der Schüler unter Kontrolle bringen. Meine Mutter arbeitet als Lehrerin und sie kämpft immer gegen den Ungehorsam im Klassenraum. Sie hat oft Stimmprobleme, weil die Schüler zu Laut sprechen und sie nicht zu hören.
    Der Schlüssel zu Ruhe im Unterricht ist schwer einzuschätzen, die Mathematik Lehrerin hat in einer sehr kurzen Zeit etwas beindruckendes geschafft. Was mir besonders erstaunt hat, ist ihre volle Kontrolle des Raumes. Ich bin der Meinung, dass ihr Selbstvertrauen in dieser Situation eine große Rolle gespielt hat.
    Die frage, die du gestellt hast, habe ich mich auch selbst gefragt. Es wäre auf jeden Fall interessant diese Methode in andere Situationen auszuprobieren.

  65. Hallo Antonia,

    es ist interessant, in deinen Einsichten, eine Überraschung lesen zu können.
    Es scheint, deinem Text zu folge, normal zu sein, dass Lehrer Schüler anbrüllen beziehungsweise laut werden.
    Deine Einsicht, dass man als Lehrer die Stimmung in der Klasse maßgeblich mitgestaltet ist, glaube ich, eine wichtige Schlussvolgerung. Obwohl diese Einsicht eigentlich nicht überraschend ist, kann ich mir vorstellen, dass es viele Lehrer gibt die sich das nicht Bewusst machen und dann Brüllen und anfangen zu reagieren und somit nicht mehr agieren und Bewusst handeln. Was ja Professionell wäre.

  66. Hallo Antonia,
    die Situation, die du in deinem Blogbeitrag beschreibst finde ich beeindruckend. Ein solches Arbeitsbündnis könnte man sich stets als Ziel nehmen, denn es zeigt wie gut es funktioniert. Ich halte es für sehr wichtig, dass SuS ihre Lehrkraft respektieren und andersherum und dein Beitrag zeigt, dass man dies auch schafft ohne laut zu werden und eine positive Einstellung und Ausstrahlung helfen dabei sicherlich. Die SuS können die Lehrkraft einschätzen und der routinierte Ablauf hilft ihnen sicher dabei. Dein Beitrag hat mir etwas gezeigt, dass ich gerne selbst ausprobieren möchte und mir für meine spätere Tätigkeit gerne behalten möchte.

  67. Liebe Antonia,
    die von dir geschilderte Situation ist mehr als eindrucksvoll. Sie zeigt, inwiefern Respekt von Seiten der Lehrkraft und den Schülern gegeben sein kann. Ein autoritäres aber auch verständnisvolles Auftreten ist offenbar essentiell,
    um eine derartige Situation unter Kontrolle zu bekommen. Außerdem finde ich es sehr interessant zu beobachten, wie die Schüler sich gegenseitig auf die Präsens der Lehrkraft aufmerksam machen. Es scheint eine positive Gruppendynamik zu entstehen, wobei jedes Gruppenmitglied inklusive der Lehrkraft auf einer menschlichen Ebene stehen. Ich bin der Überzeugung, dass somit einer perfekten Arbeitsatmosphäre nichts mehr im Wege steht.
    Auch wenn ich der Meinung bin, dass es nicht immer so leicht ist, derartig komplikationslos als Klasse Situationen wie diese zu meistern, halte ich es absolut für möglich und nicht für eine utopische Wunschvorstellung. Man muss sich auch als Lehrkraft vor Augen führen, dass man nicht für die Schüler arbeitet, sondern mit ihnen.
    LG Max

  68. Hallo Antonia,

    deine Beobachtung ist sehr interessant. Grundlegend kann man wohl davon ausgehen, dass die Art der Störungsbewältigung sich in der Vergangenheit bewährt hat. Ich finde es unter dem Gesichtspunkt des Zeitmanagements grundsätzlich gut, dass die Lehrkraft bereits vor dem Unterrichtsbeginn den Unterricht präventiv vorbereite und sogar einige Fragen klärt, um so dem folgenden Unterrichtsverlauf einige Störungspotentiale zu entziehen. Des Weiteren zentriert sie durch die Position inmitten des Raums die gesamte Aufmerksamkeit auf sich und das, ohne gegen den Lärmpegel angehen zu müssen. Das Vorgehen wirkt nicht nur routiniert und resolut; es erfordert überdies nicht übermäßig viel Energie und Zeit, weil die bloße körperliche Präsenz ausreicht, um eine sukzessive Ruhe zu erzielen, die unerlässlich ist als Prämisse für einen konstruktiven Beginn und Verlauf des Handlungsprogramms. Allerdings würde ich dir zustimmen, denn es ist wohl fraglich, ob dieses Konzept allgemein übertragbar ist. Letztlich konstituiert sich die Auswahl der Methodik im gegenseitigem Zusammenspiel von Lehrkraftexpertise und Klassendynamik…

    Lieben Gruß

    Onur

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