„Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst entscheiden, ob sie eine Hilfskarte brauchen und wenn ja welche.“

Ein Beitrag von Lisa Galert

Die folgende Darstellung bezieht sich auf eine Unterrichtsstunde in einem Biologie-Grundkurs der 11. Klasse. Der Großteil der Stunde wurde mit einer Sicherungsphase verbracht, da zuvor die Stunde ausgefallen war und die Arbeitsergebnisse besprochen werden mussten. Die mündliche Beteiligung der Schülerinnen und Schüler (SuS) war eher schlecht und der Lehrer musste sie mehrfach ermutigen, doch ihre Ergebnisse vorzutragen. Danach guckten die SuS als Einführung in ein weiterführendes Thema ein Video zur Endosymbiontentheorie und erhielten den Auftrag, ein Fließschema dazu zu erstellen. Der Lehrer hatte hierfür drei verschiedene Hilfskarten vorbereitet. Auf der ersten Karte war noch einmal beschrieben, wie man überhaupt ein Fließschema erstellt. Auf der zweiten war die neu eingeführte Endosymbiontentheorie noch einmal erklärt und das dritte Kärtchen beinhaltete ein vorgefertigtes Fließschema, welches nur noch vervollständigt werden musste. Die SuS konnten selbst entscheiden, ob sie eine Hilfskarte brauchen und wenn ja welche. In der Arbeitsphase arbeiteten alle SuS fleißig und konzentriert an der Aufgabe und auch bei der nachfolgenden Besprechung war die Beteiligung sehr gut.

Meine Einsichten

Dadurch, dass die SuS frei wählen konnten, ob und welche Hilfskarten sie benötigten, konnten sie ganz nach ihrem Leistungsstand arbeiten. Leistungsstärkere SuS konnten die Aufgabe ohne Karten lösen während auch leistungsschwächere SuS die Aufgabe gut bewältigen und evtl. auch noch vorhandene Lücken schließen konnten. Das hat die Motivation der SuS sichtlich gesteigert, da jeder konzentriert gearbeitet hat. Der Lehrer konnte die Zeit zur Klärung gezielter Fragen nutzen anstatt noch einmal die „Basics“ zu wiederholen, bei denen sich auch einige SuS sicherlich gelangweilt und für Unruhe gesorgt hätten. Da nicht bewertet wurde, ob und wie viele Karten sich ein Schüler genommen hat, konnten sich gerade auch leistungsschwächere SuS beteiligen und so Erfolgserfahrungen machen.

Meine Folgerungen

Gerade in größeren Klassen erscheint mir die Methode der Hilfskarten eine sehr gute zu sein. Die SuS bekommen alle notwendigen Infos an die Hand und die Lehrkraft kann die gewonnene Zeit für individuelle Fragen nutzen. Außerdem steigert es die Gruppenaktivierung sowie die Motivation aller SuS. Dadurch, dass schwächere SuS Hilfe bekommen, verringert sich auch die Leerlaufzeit der stärkeren SuS und es kann schneller gemeinsam mit der Besprechung begonnen werden.

Meine Anschlussfragen

  • Wie oft sollten solche Hilfskarten eingesetzt werden?
  • Gibt es noch andere Methoden die unterstützend eingesetzt werden können?

Ein Gedanke zu „„Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst entscheiden, ob sie eine Hilfskarte brauchen und wenn ja welche.““

  1. Liebe Lisa,

    danke für Deinen Beitrag. Ich finde das Konzept der Hilfskarten sehr interessant und werde es in mein Berufspraktikum mitnehmen. Es stärkt die Gruppenmotivierung und Motivation, außerdem kann es auch das individuelle Lernen unterstützen. Denkbar ist vielleicht auch die Einrichtung einer Lernkartei, in der zentrale Themen des Fachs erläutert werden und die der Klasse zu allen Zeiten zur Verfügung steht. Fragen an die Lehrkraft kann dieses Vorgehen sicher nicht ersetzen, aber dafür den Fokus auf die neuen, nicht in die Kartei aufgenommenen Fragen und Fragen lenken, die noch eingehender einer Klärung oder Übung bedürfen

    Viele Grüße
    Nikolaj

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