„Ich finde es wichtig, den Kindern auch schon in der Grundschule etwas zuzutrauen.“

Ein Beitrag von Desiree B.

In der Deutschstunde einer 4. Klasse der Grundschule XY kommt es bei der Besprechung und Wiederholung, der in der Stunde zuvor erarbeiteten Grammatikregeln, zu folgender Situation. Ein Mädchen (Sandrine, Name geändert) meldet sich um der Lehrerin mitzuteilen, dass sie einen Teil der Grammatikregeln noch nicht in ihrem Hefter hat, weil sie in der letzten Stunde krank – also nicht da – war. Die Lehrerin Frau Z. reagiert zunächst verärgert und fragt die Sandrine, ob sie denn nicht wisse, was sie im Falle einer Abwesenheit zu tun hätte. Sandrine ist zunächst verunsichert, gibt aber schließlich zögerlich wider, dass sie ihre “Anrufpartnerin” Pia (Name geändert), wie vorgesehen, angerufen habe.
In dieser Schule gibt es in jeder Klasse eine “Anrufpartner”-Liste. Auf dieser Liste stehen für jede/n SuS jeweils zwei andere SuS, die angerufen werden sollen, wenn die Teilnahme am Unterricht nicht möglich war. So sollen sich die SuS selbst austauschen und dafür sorgen, dass alle Informationen weitergegeben werden.
Frau Z. wendet sich nun Pia zu und fragt diese, was sie denn Sandrine am Telefon gesagt hätte. Pia beschreibt, dass sie versucht hat, Sandrine die Inhalte des Unterrichts zu erklären, dass es aber keine Hausaufgaben gegeben hat und sie deshalb nicht viel zu berichten hatte. Die Lehrerin scheint über die Weitergabe der Information nicht glücklich und wundert sich, weshalb Pia nicht exakt wiedergegeben hat, was in der Stunde gemacht wurde. Pia erwidert, dass der Hefter im Klassenzimmer war und sie deshalb nicht genau wusste, was sie Sandrine hätte mitteilen sollen. Hier merkt die Lehrerin, dass es scheinbar noch Klärungsbedarf für die Vorgehensweise bei Krankheitsfällen gibt. Sie erklärt noch einmal die Anruferliste und ermutigt alle SuS darauf zu achten, ob jemand nicht da ist und dann selbstständig dafür zu sorgen, dass man wirklich alle Informationen weitergeben kann. Die SuS seien selbst dafür verantwortlich den Hefter in diesem Fall mit nach Hause zu nehmen. Zusätzlich erklärt Frau Z., dass, wenn die SuS ein Handy haben (welches generell immer ausgeschaltet im Ranzen verstaut sein sollte), sie dieses in diesem Falle ausnahmsweise herausnehmen und ein Foto machen dürfen.

Meine Einsichten

Die Lehrerin hat die Situation meiner Meinung nach gut gelöst. Als sie merkte, dass man hier keine Schülerin wirklich für die fehlenden Informationen verantwortlich machen kann, erklärte sie noch einmal klar und verständlich die genaue Vorgehensweise nach einer verpassten Unterrichtsstunde für alle. Sie bietet zwei verschiedene Lösungswege an (entweder den Hefter mit nach Hause nehmen und alle Informationen am Telefon vorlesen oder ein Foto mit dem Handy machen und abschicken) und appelliert an die Selbstverantwortlichkeit der SuS, aber auch an die Verantwortung, die die SuS gegenüber ihren KlassenkameradInnen haben.

Meine Folgerungen

Ich finde es wichtig den Kindern auch schon in der Grundschule etwas zuzutrauen. Die SuS merken bei Frau Z., dass jede Unterrichtsstunde wichtig ist und dass die Lehrerin großen Wert auf die Inhalte ihrer Unterrichtsstunden legt. Dadurch, dass die Lehrerin jede Stunde und jeden erarbeiteten Inhalt ernst nimmt, überträgt sich diese Einstellung auch auf die SuS. Generell herrscht in dieser Klasse ein gutes und ruhiges Arbeitsklima. Wenn alle Kinder immer gut vorbereitet in den Unterricht kommen, bleibt in jeder Stunde mehr Zeit für neuen Wissenserwerb. Das Handlungsprogramm wird nicht durch unnötige Wiederholungszeiten gestört. Teilweise reagiert die Lehrerin meiner Meinung nach ein wenig zu ernst bzw. zu streng in manchen Situationen und ich frage mich, ob das Arbeitsbündnis dadurch etwas unpersönlich wird. Vielleicht haben zurückhaltendere SuS bei dieser Lehrerin manchmal Bedenken, Fragen zu stellen.

Meine Anschlussfragen

  • Wie kann man als LehrerIn ein gutes und lockeres Verhältnis zu den SuS haben, aber dennoch als Autoritätsperson ernst genommen werden?
  • Wie kann man als LehrerIn vermeiden, die SuS durch Strenge zu sehr einzuschüchtern?
  • Wie erklärt man GrundschülerInnen nachvollziehbar, dass man nicht von ihnen als Person enttäuscht ist, sondern über ihr Verhalten oder ihre Leistungen nicht erfreut ist?

32 Gedanken zu „„Ich finde es wichtig, den Kindern auch schon in der Grundschule etwas zuzutrauen.““

  1. Liebe Desiree,

    danke für das Teilen deiner Eindrücke aus deinem Beobachtungspraktikum, diese kleinen Einblicke in den Unterrichtsalltag lassen einen mit Spannung auf eigene Praktikum blicken.
    Ich teile deine oben beschriebene Meinung, dass ein autoritäres und zugleich angenehmes Auftreten einer Lehrperson der Schlüssel zu einer guten SuS-Lehrer-Kommunikation ist. Zu Beginn bin ich über die Worte und die fast schon rhetorisch gestellte Frage der Lehrerin gestolpert und denke, dass man in solchen Situationen, insbesondere als Pädagogin einen anderen Ton anstimmen sollte. Die Maßnahmen und das Handlungsprogramm der Lehrerin schätze ich dennoch als angemessen ein. Auch die Betonung, dass bis auf in Ausnahmesituationen das Handy absolut kein Teil des Unterrichts- und Klassenraums ist, erachte ich besonders sinnvoll. Eine klare Differenzierung von Bewertung der Leistung und dem Regeln von Administrativem sollte hinsichtlich einer klaren zwischenmenschlichen Kommunikation Priorität haben. Das Gewöhnen und Einhalten dieses Gleichgewichtes von Anfang an (ggf. 1. Klasse) sind essenziell.

    Mit liebem Gruß,
    Maria

  2. Liebe Desiree,

    vielen Dank für diesen interessanten Mikorartikel. Insgesamt erachte ich das Verhalten der Lehrkraft als angemessen. Um die Schülerschaft nicht einzuschüchtern, könnte man verdeutlichen, dass es keinesfalls schlimm ist Fehler zu machen. Denn letztendlich lernt man durch Fehler, wenn man sie gemeinsam aufarbeitet. Weiterhin finde ich es sehr positiv, dass die Lehrerin die Vorgehensweise bei Krankheitsfällen nochmal erläutert hat.

    Liebe Grüße
    Jordan

  3. Liebe Desiree,
    An sich finde ich das Verhalten der Lehrkraft gut. Wenn das bestehende System den SuS noch nicht ganz klar ist, sollte es, wie hier geschehen, noch einmal erklärt werden. Allerdings könnte die Lehrkraft auch überlegen, ob es vielleicht (einfachere) Alternativen zum aktuellen System gibt. Es könnte z.B. ein System genutzt werden, bei dem die Stundeninhalte für die SuS online einsehbar sind. Auch sollte es möglich sein, dass SuS Inhalte trotz Information durch andere SuS von der Lehrkraft erklärt bekommen können (wenn noch Bedarf besteht). Es sollte darum gehen alle SuS auf den gleichen Stand zu bringen. Kann die Lehrkraft das zeitlich nicht im Unterricht gewährleisten, kann sie dem SuS eventuell Aufgaben zum Nacharbeiten stellen, die den Inhalt verdeutlichen.

  4. Liebe Desiree,

    vielen Dank für deinen Einblick und deine Beurteilung der Unterrichtssituation! Auch ich finde es gut und notwendig, den Fokus weg vom „Fehlverhalten“ (das ja als solches gar keines war) der betroffenen Schüler_innen zu lenken und darauf, wie sich in Zukunft verhalten werden kann. Allerdings frage ich mich, wie viel Eigenverantwortung (die mit sozialem Druck verbunden ist!) Schüler_innen in dem jungen Alter zugemutet werden kann. Ich kann mir vorstellen, dass es Sandrine unangenehm war, von ihrem Telefonat mit Pia zu erzählen, weil dies die Beziehung zwischen beiden gefährdet. Ich finde, dass solche Situationen nicht vorkommen dürfen. Ich fand es als Schüler immer unangenehm, von anderen Schüler_innen abhängig zu sein und zugleich ihr Verhalten der Lehrkraft zu kommunizieren zu müssen. Ich finde es besser, wenn es einen anderen eigenverantwortlichen Weg für Schüler_innen gäbe, verpasste Unterrichtsinhalte nachzuarbeiten. Da will ich an Leonard anschließen. Vielleicht kann die Lehrkraft die Möglichkeit geben, nach der Unterrichtsstunde auf sie zuzukommen, um etwaige Materialien zu erhalten und kurz darüber zu sprechen, was nachgeholt werden muss. Ich finde, dass es sich ohnehin anbietet, den Schüler_innen in der Woche einen Raum zum Gespräch zu geben, so ähnlich wie es an der Uni Sprechstunden gibt. Dann wird das Handlungsprogramm durch diese Angelegenheiten nicht gefährdet und das Arbeitsbündnis und Vertrauen zwischen Lehrkaft und Schüler_innen gestärkt. Außerdem sollten kranke Schüler_innen sich zunächst um ihre Gesundheit kümmern – und nicht herumtelefonieren!

    Herzliche Grüße
    Nikolaj

  5. Liebe Desiree,

    danke für den interessanten Beitrag aus deinem Praktikum. Deine Einsichten aus der beschriebenen Situation teile ich. Ich finde es gut, den Schülern in der Grundschule, vor allem in der vierten Klasse, zuzutrauen, die versäumten Inhaltsstoffe selbstständig mit Hilfe eines Anrufpartners nachzuarbeiten. Dennoch kann, wie man sieht, in diesem Alter nicht verlangt werden, dass alles nahezu glatt und reibungslos abläuft und ich denke, um die Schüler in ihrer Eigenverantwortlichkeit und auch Verantwortlichkeit für ihren Partner/in zu stärken, sollte die Lehrerin nicht gleich verärgert sein, vor allem wenn sie die Situation noch nicht kannte. Das kann einschüchternd wirken und vermittelt das Gefühl, man tut etwas nur für die Lehrerin, um keinen Ärger zu bekommen. Dies ist ja jedoch nicht der Fall, die Kinder sollen ja lernen, selbstständiger zu werden und wissen, warum es wichtig ist, alle Inhalte zu haben, nämlichen für das eigene Lernen. Letztendlich hat sie ja nochmal für alle die Vorgehensweise erklärt und eine Alternative angeboten mit dem Handy, falls man den Hefter nicht mitnehmen möchte, wodurch sie angemessen auf das aufgetretene Problem eingegangen ist. Dennoch frage ich mich, wie sie reagiert hätte, wenn nicht der fehlende Hefter das Problem gewesen wäre, sondern vielleicht, dass Pia den Inhalt nicht verstanden und nicht korrekt wiedergegeben hätte. Ich denke, man benötigt für so eine Vorgehensweise bei Krankheitsfällen viel Übung und auch eine gewisse Lockerheit, aber die Idee ist super.

    LG
    Sarah

  6. Liebe Desiree,
    vielen Dank, dass du diese Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich finde auch, dass die Lehrerin gut reagiert. Das Modell mit dem Anrufen ist auch eine gute Idee. Vielleicht hätte es gleich besser funktioniert, wenn die Regeln mit den Telefonpartnern direkt aufgestellt werden. Trotzdem hat die Lehrerin ihren Fehler schnell begriffen und vernünftig reagiert und diese Erklärung nachgeholt. Ich denke außerdem, dass in diesem Alter auch oft „unwichtiges“ schnell vergessen wird. Vielleicht ist Pia auch gar nicht mal aufgefallen, dass Sandrine fehlt und hat es deswegen vergessen. Sie wird aufgrund der guten Reaktion der Lehrerin sicherlich darauf gelernt haben und sich zumindest Mühe geben. Hätte die Lehrerin sie dafür sanktioniert, wäre Pia in Zukunft vielleicht unsicherer und unmotivierter gewesen, was das Thema Telefonpartner angeht.

    Liebe Grüße
    Marieke

  7. Hallo Desiree,
    auch von mir erst einmal ein Dank für das Teilen deiner Erfahrung. Ich finde es interessant, wie du die Situation wahrnimmst und empfindest. Ich kann deine Gedanken teilen und denke über die Situation genauso. Ich denke aber, dass es enorm wichtig ist, eine Balance zu finden zwischen Strenge und Nahbarkeit. Die Lehrkraft zeigt, wie enorm wichtig ihr das Verhalten der anderen Schüler ist, sie mitdenken und unterstützen sollen. Ich glaube, dass gerade in dieser Vermittlungsphase die Stimmlage und der Stimmton von enormer Bedeutung sind. So erkennen die SuS, was für sie wichtig ist und können dementsprechend die Informationen verarbeiten. Man muss immer sehr feinfühlig mit der Situation und dem einzelnen Schüler umgehen und jeden Sachverhalt neutral betrachten. Zudem denke ich, dass eine Lehrkraft die Dinge klar voneinander trennen sollte und das auch verbal artikulieren sollte. Man kann dem Schüler schon sagen, dass das Verhalten nicht in Ordnung war, er aber nicht von ihm als Person enttäuscht ist. Und auch hier macht der Ton wieder die Musik.

    Liebe Grüße
    Marius

  8. Liebe Desiree,
    Ich halte es auch für wichtig den Schülerinnen und Schülern auch in der Grundschule schon etwas zuzutrauen, also ihnen auch „wichtige“ Aufgaben zu geben. Wie eben in der von dir geschilderten Situation, bei der die Lehrerin von den Schülerinnen und Schülern verlangt, dass sich sich selbständig erkundigen, was sie verpasst haben, oder auch, dass sie vorbereitet sind, falls die Telefonpartnerin oder der Telefonpartner nicht in der Schule war.
    Es ist auch gut gewesen, dass die Lehrerin nicht ganz strickt dabei geblieben ist, eine Schülerin zu finden, die verantwortlich für das fehlende material ist, sondern den geforderten ablauf nochmal klar erklärt hat.
    Vielen dank für deinen Eintrag, Liebe Grüße
    Sarah

  9. Liebe Desiree,

    Ich finde, dass die Lehrerin am Anfang der beschriebenen Situation zu streng reagiert hat und die Mädchen unnötig einschüchterte. Denn wie sich im weiteren Verlauf herausstellte, versuchten beide Schülerinnen ihr Bestmöglichstes, um die nötigen Informationen zu bekommen bzw. weiterzugeben. Zwar sollten Kinder in der vierten Klasse schon weitgehend selbstständig arbeiten können, aber es kann immer Momente geben, die sie überfordern und in denen die Etablierung klarerer Regeln notwendig ist. Deshalb bewerte ich ihr weiteres Vorgehen deutlich positiver. Sie geht gemeinsam mit allen Schüler*innen noch einmal die bereits bekannten Regeln durch und etabliert noch weitere, damit das Problem in Zukunft nicht wieder auftaucht. Um das Arbeitsbündnis nicht zu gefährden, hätte sie den beiden Schülerinnen außerdem erklären können, dass dieses mal niemand persönlich die Verantwortung für die Situation trägt.

    LG Luisa

  10. Liebe Desiree,

    ich teile deine Meinung bzw. Überlegungen. Wenn solche generellen Unklarheiten auftreten, ist es wichtig, diese noch einmal für alle SuS verständlich zu erläutern. Damit diese sich aber nicht angegriffen bzw. vorgeführt vorkommen, sollte man evtl. beachten, als Lehrkraft nicht in einen zu sarkastischen Ton zu verfallen, wenn man dies tut. Andererseits muss man den SuS die Bedeutung des erwünschten Verhaltens/ Handelns verdeutlichen und das sinnvollerweise durch die eigene Motivation bzw Ambition, was sie meiner Meinung nach gut getan hat.

    Liebe Grüße
    Marcella

  11. Liebe Desiree,

    viele Dank für deinen interessanten Blogbeitrag. Ich finde die Idee mit „Anrufpartner-Liste“ klasse und werde mir diese auf jeden Fall merken! Vielleicht könnte man den Kindern die Liste jedoch auch nochmal als Gedächtnisstütze im Klassenraum aufhängen und/oder während des Eintragens der abwesenden SuS an ihre Verantwortung erinnern. Außerdem kam in mir die Frage auf, wie wohl diese „Anrufpartner-Liste“ erstellt wurde. Ob man die SuS alphabetisch sortiert, wie auf der Klassenliste geordnet, zugeteilt hat. Indem Fall würde ich es gut finden, dass sich die SuS als zweiten Anrufpartner eine Person ihres Vertrauens aussuchen könnten.

    Liebe Grüße
    Julia

  12. Hallo Desiree,
    ich finde es gut, dass die Lehrerin nochmal genau auf die Anrufliste eingegangen ist, auch wenn ich das Konzept der Liste nicht so sehr befürworte. Aber es mag für die Klasse funktionieren und letztendlich lernen die Kinder dabei auf Verantwortung zu tragen. Die Reaktion der Lehrerin genüber der Schülerin war schon sehr streng und sie hätte vielleicht erstmal nach den Gründen für das Fehlen fragen können oder woran es gescheitert ist. Damit gibt man zumindest die Chance, dass das Mädchen sich erklären kann, ohne dass die Lehrerin voreilige Schlüsse zieht und Unverständnis zeigt. Streng kann man danach immernoch sein.
    Liebe Grüße
    Hannah

  13. Hi Desiree,

    Ich finde deinen Artikel sehr aufschlussreich. Er zeigt eine für mich typische Situation im Klassenzimmer, die durchaus Fragen aufwirft, die nicht so eindeutig zu beantworten sind. Auf persönlicher Ebene finde ich das Verhalten der Lehrkraft nicht sehr vorbildlich, sondern eher als eine Bestätigung des stereotypen Bild einer strengen Lehrkraft. Wie du die Situation beschrieben hast, wurde auf die beiden Schülis ein enormer seelischer Druck gelegt. Mir scheint es wäre nicht ertragreich zu ergründen, wer jetzt was falsch gemacht hat, sondern einen Umgang zu finden, wie mit der aktuellen Situation – nämlich den Informationsdefizit eines Mitglieds der Klasse – umgegangen wird. Die Verantwortung auf die Kinder abzuwälzen finde ich auch etwas hochmütig in einer 4. Klasse. Die Ausnahmeregelung mit dem Handy finde ich auch problematisch, denn gerade bei diesem Thema (Handy in Schulen) ist äußerste Konsequenz gefragt. Ganz oder gar nicht. Wenn Ausnahmen diskutabel sind, besteht die Gefahr, dass eben diese Diskussionen wiederholt Unterrichtszeit in Anspruch nehmen.
    Ich will allerdings auch nicht so distanziert rumnörgeln, das Verhalten der Lehrperson ist absolut nachvollziehbar und sie hat auf eine Weise reagiert, die sie für angemessen hielt. So kann mensch es schon machen, ich finde nur nicht, dass es die optimale Lösung ist.

    Besten Gruß

  14. Liebe Desiree,
    Vielen Dank für deinen Blogbeitrag. Meiner Ansicht nach hat die Lehrerin in dem Fall zunächst etwas zu streng gehandelt und somit die Schülerinnen und Schüler eingeschüchtert. Allerdings finde ich es gut, dass sie letztendlich ihre Methode und was sie von den Schülerinnen und Schülern erwartet nochmal erklärt hat. Die Etablierung von Verantwortung erfolgt mit der Zeit und man sollte den Schülern vor allem in der Grundschule nicht zu viel zumuten.

    Besten Gruß,
    Rabia

  15. Liebe Desiree,

    vielen Dank für diesen interessanten Blogbeitrag! Ich finde es sehr durchdacht, wie die Lehrkraft in dieser Unterrichtsstunde handelt. Sie gibt beiden SuS die Möglichkeit zu erzählen ob und wie das Telefonat stattgefunden hat, und erklärt anschließend der ganzen Klasse noch einmal das Konzept des eigenständigen Nacharbeitens.
    Sie reagiert auf die Reaktionen der beiden Schülerinnen und versucht ihnen zu helfen, anstatt sie für ihre nicht vorhandenen Handlungsweisen zu ermahnen. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Lehrkraft dabei weiterhin sehr konstruktiv und verständnisvoll bleiben muss, damit sie die Kinder nicht einschüchtert oder verängstigt. Nur auf diese Art und Weise fühlen sich auch etwas schüchterne SuS in der Klassengemeinschaft sowie in den Unterrichtsstunden weiterhin wohl.

    Liebe Grüße,
    Tara-Sophie Strenger

  16. Hallo Desiree,
    Vielen dank für deinen Blogbeitrag. Am Anfang fand ich die Lehrerin etwas streng. Ich finde es gut, dass man SuS schon in der Grundschule beibringt sich selbst zu informieren. Jedoch sollte die Lehrerin erwarten, dass jeder Schüler dies wirklich versteht. Vor allem da dies noch die Grundschule ist. Dennoch fand ich es sehr gut, dass die Lehrerin es noch einmal erklärt hat.
    Liebe Grüße
    Celina E.

  17. Liebe Desiree,
    danke für deinen Artikel. Die Reaktion der Lehrerin fand ich zu streng, Schuldzuweisungen hätten hier keinen Platz gehabt. Sie hätte zur Übung den Inhalt der letzten Stunde von einem anderen SuS Wiederholen lassen können. Die Tatsache, dass sie die Verhaltensregeln beim Fehlen eines SuS nochmals erklärt, fand ich dann doch sehr nett, auch die Option das Handy zur Hilfe zu nehmen. Unterm Strich weiß ich nicht, wie ich das Konzept der Anruflisten beurteilen soll. Einerseits kann es die Selbstständigkeit und das Verantwortungsgefühl der SuS fördern, andererseits könnte es so zu immer mehr Spannungen im Unterricht führen, wenn die Lehrerin jedes Mal so reagiert. So würden die ruhigen SuS immer ruhiger werden.
    LG, Joana

  18. Liebe Desiree,
    vielen Dank für deinen Mikroartikel.
    Ich bin deiner Meinung und finde ebenfalls, dass die Lehrerin zu streng reagiert hat und auf die Kinder in gewissermaßen Druck ausgeübt hat.
    Natürlich sollen die Kinder so früh wie möglich Verantwortung übernehmen und eigenständig ihre Aufgaben erledigen. Jedoch wäre eine ruhige Art angemessener gewesen. Die Kinder sind dabei zu lernen verantwortungsbewusst zu werden und als Lehrkraft sollte man mit viel Geduld an die Sache ran gehen.
    Die Lehrerin hat dennoch sehr gute zum Schluss den Kindern das Prinzip der Anrufpartner- Liste erklärt und Alternativen im Falle einer Krankheit geschildert.

  19. Liebe Desiree,
    vielen Dank, dass du diese Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich finde es erstaunlich, dass die Lehrerin schon eine solche Selbstverantwortung von den Kindern erwartet. Das Telefon-System welches sie in dem Fall von Krankheit eingefürht hat ist sehr gut organisiert, doch denke ich, dass sie die Schüler auch darauf aufmerksam machen sollte wenn ein Kind krank ist, denn es sind ja immer hin noch 4. Klässler. Ich denke auch, dass die Schüler durch das ernste Verhalten ihrer Lehrerin, von Fragen abstand halten und sich nicht trauen etwas nachzufragen. Die Lehrerin sollte eher ihr Art und Weise des unterrichtens hinterfragen wenn so etwas vorkommt, statt die Schuld von der einen Schülerin zur anderen zu schieben.

    Liebe Grüße
    Alina

  20. Liebe Desiree, vielen Dank für deinen Beitrag. Vor allem deine formulierten Einsichten und Folgerungen empfand ich als aufschlussreich. Die Verlagerung einiger bewältigbarer Verantwortlichkeiten auf die Schüler*innen kann möglicherweise schon im frühen Alter zur Stärkung der Eigenverantwortung und des Selbstbewusstseins führen. Interessant, wie die Unklarheiten der Vernetzung wohlmöglich die gesamte Klasse über kooperative Prozesse reflektieren ließ.

  21. Liebe Desiree,
    danke für deinen Beitrag. Ich finde es total bemerkenswert wie die Lehrerin reagiert hat. Ich finde das bringt ein Hauch von Disziplin und Selbstverantwortung rüber. Die Kinder lernen, dass es wichtig ist Informationen weiterzugeben, falls ein Mitschüler krank ist. Um die Schüler nicht einzuschüchtern, wäre es möglich, dass die Lehrerin sagt, dass man auch Fehler machen kann ,da man letztendlich aus den lernt.

    Liebe Grüße
    Gizem

  22. Liebe Desiree,
    vielen Dank für diesen interessanten Bericht. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es wichtig ist, SchülerInnen schon früh Verantwortung übernehmen zu lassen. Durch die Anrufpartner lernen die Kinder, sich selbstständig darum zu kümmern, dass sie die verpassten Unterrichtsinhalte nachholen können, und sich gegenseitig zu helfen. Allerdings sollte man dabei nicht davon ausgehen, dass dies auf Anhieb bei allen gut funktioniert, weshalb die Lehrerin, meiner Meinung nach, nicht verärgert hätte reagieren sollen. Ich finde es jedoch gut, dass die sie diese Situation genutzt hat, um den SchülerInnen das Prinzip noch einmal genau zu erklären, damit es in Zukunft besser funktioniert.
    Liebe Grüße,
    Marleen

  23. Das in diesem Mikro-Artikel beschriebene Anrufpartner-System ist mir neu. Ich stimme der Autorin zu, dass dies eine wirklich tolle Lösung ist den Schülerinnen und Schülern ein Stück Eigenverantwortung beizubringen. Es wird nicht nur die Eigenverantwortung sondern auch das soziale Miteinander gefördert indem die Schüler und Schülerinnen auch Verantwortung für einander übernehmen. Ich selbst hätte mir ein solches System für meine eigene Schulzeit gewünscht und werde es mir bestimmt als Werkzeug für meine kommende Tätigkeit als Lehrerin merken. Natürlich sollte vor allem auch die Grundschule Raum für Fehler bieten. So ist es gar nicht schlimm, dass das mit den Anrufpartnern auch mal nicht funktioniert. Es ist schön, dass die Lehrerin die Situation als Anlass genommen hat alles in Ruhe noch mal zu erklären. Vielen Dank für diesen Artikel!

  24. Hallo.

    Ein wirklich schönes Beispiel für noch nicht vollständig einstudierte Handlungsabläufe bei Abwesenheit.
    Umso wichtiger ist, dass sich die Lehrkraft erneut die Mühe macht alles nochmal durchzuspielen. Denn häufig ist für die Lehrkraft nicht ersichtlich, welche Information wie durch die SuS ausgelegt wurde.

    Vielen Dank für dieses Beispiel.

  25. Hallo Desiree,
    ich arbeite in meiner Freizeit als ehrenamtliche Trainerin mit Kindern im Alter von 9 bis 13 Jahren. Die Kinder übernehmen bereits frühzeitig vereinzelte Aufgaben, bei denen sie wissen, dass sie selbst 100%ig dafür verantwortlich sind. Daher kenne ich diese Situation selbst sehr gut.
    Bezüglich deiner Anschlussfragen kamen mir ein paar Gedanken. Nämlich nehmen Lehrkräfte verunsicherte Kinder wahr, da diese sich angespannt verhalten oder kaum Selbstvertrauen haben, um am Unterricht aktiv teilzunehmen. Die Angst vor Fehlern ist da sehr groß. Wir arbeiten in diesen Momenten mit viel Lob und Motivation. Wir vermitteln unseren Kindern, dass sie vor nichts Angst haben müssen und gehen auf die Kinder ein. Dadurch bekommen die Kinder Mut und trauen sich von nach und nach immer mehr zu.
    Des Weiteren ist eine gute Kommunikation eine wichtige Grundlage. Auf dieser können Missverständnisse frühzeitig kommuniziert und solche Situationen, wie du sie in deinem Bericht geschrieben hast, geklärt werden, sodass die Kinder es auch verstehen können. Die Kinder verstehen teilweise nicht das ganze Prinzip was in ihrer Arbeit bzw. Verantwortung steckt. Durch Fehler und gezielter Kommunikation haben sie die Möglichkeit, das Prinzip hinter ihrer Verantwortung zu verstehen.
    Viele Grüße,
    Jana

  26. Ich fand gut wie die Lehrerin vom Ärger abschwenkte und erklärte was zu tun ist, wenn jemand fehlt. Allerdings halte ich es für etwas optimistisch zu glauben, dass alle SuS in der Lage sind alles was in der Stunde passiert ist an einen fehlenden Schüler weiterzugeben. Dazu meiner Erfahrung nach selbst gute Schülerinnen oft nicht in der Lage. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der fehlende Schüler dann auch alles weis. Es ist aber vielleicht eine Methoden den SuS Verantwortung zu übertragen und Ihnen zu zeigen, dass man ihnen etwas zutraut und das der Stundeninhalt wichtig ist.

  27. Liebe Desiree,
    Ich denke es ist schwieriger Balanceakt einerseits ein lockeres Verhältnis zu den Schülern zu haben und andererseits als Autoritätsperson wahrgenommen werden. Die von dir geschilderte Lehrerin scheint mir auch etwas zu streng zu sein, insbesondere da es sich hierbei um eine vierte Klasse handelt. Des weiteren glaube ich das besonders so junge SuS lernen müssen, dass sie sich Lehrpersonen öffnen können. Wenn man also, in diesem alter, zu streng an sie herangeht, kann das negative Folgen für ihr zukünftiges Verhältnis zu Lehrkräften haben. Da Kinder, meiner Meinung nach, weit aus emotionaler sind als beispielsweise junge Erwachsene, denke ich, dass es in der Regel bereits reicht ein Kind darauf aufmerksam zu machen, dass man mit dessen Leistung nicht zu fireden ist, um eine Veränderung zu bewirken.

    Freundliche Grüße
    Julian

  28. Liebe Desiree,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde zunächst die Idee einer „Anruferliste“ als Lösung bei Krankheitsfällen sehr interessant. Es ermöglicht jedem Kind an Notizen zu kommen, wenn es krank war oder vielleicht nicht so gut in die Klasse integriert ist. Jedoch sollte es nicht allein die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler sein, daran zu denken dem kranken Kind die Unterlagen zukommen zu lassen. Die Lehrkraft könnte sie nochmal erinnern, immerhin handelt es sich „nur“ um eine 4. Klasse. Auch die von dir beschriebene Reaktion der Lehrkraft fand ich anfangs etwas zu streng. Jedoch hat sich auch dies im Laufe der Situation dann gebessert.
    Liebe Grüße
    Amelie

  29. Liebe Desiree,
    ich finde das durch deinen Mikroatikel beschriebene Verhalten der Lehrerin gut. Ich denke es ist sehr wichtig SuS in frühen Jahren Verantwortung beizubringen und auch einiges zuzutrauen. So werden sie schon in jungen Jahren auf das spätere Leben vorbereitet, lernen es Sachen vorzubereiten und andere zu unterstützen. Man sollte hierbei jedoch nicht zu streng mit den SuS umgehen. Außerdem fördert dieses Verfahren die Wiederholung verschiedener Aufgaben für einen selbst.
    Liebe Grüße

    Melissa

  30. Liebe Desiree,
    Ich finde die Anschlussfragen zu deinem Mikroartikel sehr passend. Die Lehrerin hat die Situation am Ende auf jeden Fall gut gelöst und es ist positiv anzumerken, dass sie die Vorgehensweise nochmal erklärt und mehrere Optionen vorschlagen hat. Es ist wirklich toll, dass sie die Selbstständigkeit der SuS in Grundschule so fördert. Allerdings muss ich sagen, dass ich erst einmal etwas verwundert über die Spontanreaktion der Lehrerin (Verärgerung) auf die Meldung der Schülerin war. Zunächst denke ich, dass es doch eigentlich positiv ist, dass sich die Schülerin von sich aus meldet und ehrlich sagt, dass ihr noch Informationen fehlen. Eine verärgerte Reaktion ist meiner Ansicht nach ein Hinweis darauf, dass man sich (hier die Lehrperson) persönlich angegriffen fühlt, was ich in dieser bzw. in vielen Situationen als Reaktion auf Verhalten von SuS für nicht unbedingt angemessen halte (wie z.B. Hausaufgaben nicht gemacht etc.). Ich denke, dass statt mit Verärgerung und unnötiger Strenge zu reagieren die Lehrkraft in vielen Situationen in einem ruhigen Ton versuchen kann einfach erst einmal zu klären, wo denn das Problem liegt, ohne voreilige Schlussfolgerungen oder Schuldzuweisungen zu ziehen. Durch diesen grundsätzlichen Umgang, denke ich, behält der Unterricht eine gewisse „Ernsthaftigkeit“ aber gleichzeitig werden SuS nicht verschreckt Fragen zu stellen. Ich finde auch den Grundsatz, der schon hier in einem anderen Kommentar genannt worden ist, nämlich SuS zu nahezubringen, dass Fehler zu machen erst einmal nichts Schlimmes ist (bzw. sogar zum Lernen dazu gehört), richtig und wichtig, auch um in diesem Sinne einer Kultur der Angst vor dem Scheitern entgegenzuwirken. Dass dies auch von SuS ausgenutzt werden könnte, sich weniger oder keine Mühe zu geben, könnte ein Nebeneffekt sein; ich denke, dass dieser aber in Kauf genommen werden kann, bzw. eine Lehrkraft auch hierfür ein Gefühl entwickeln kann.

  31. Liebe Desiree,

    danke für den interessanten Beitrag. Ich stimme Dir bei deinen Einsichten aus dieser Situation vollkommen zu.Ich finde sehr gut, dass Verantwortung an die Schüler*innen weitergegeben wird und sie lernen sich selbstständig Informationen zu erarbeiten. Trotzdem finde ich, dass vorallem in diesem Alter eine gewisse Fehlertoleranz eingeräumt werden sollte. Auch könnte es das Arbeitsbündnis schwächen, wenn die Lehrer*innen den vermeintlichen Fehler vor allen Schüler*innen ausdiskutiert. Eventuell wäre hier ein Einzelgespräch besser, da dies weniger einschüchternt wirken könnte.
    Ebenso hat die Lehrer*inn zweimal einen Objektfehler begangen, welcher sich ebenfalls negativ auswirken kann.
    Eventuell wäre es im Nachgang zu dieser Situation sinnvoll sich nochmal mit den SuS zu unterhalten und alle Eventualitäten auszuräumen.

    Liebe Grüße

  32. Hallo Desiree,
    ich finde auch, dass man Grundschüler*innen schon etwas mehr zutrauen kann und auch sollte. Durch die Anruferliste und das eigenständige Sammeln der verpassten Unterrichtsinhalte, erlernen die SuS Verantwortung und Eigenständigkeit.
    Die Lehrkraft hat meiner Meinung nach gut gehandelt. Nach Klärung des Sachverhalts für alle noch einmal deutlich zu erklären wie die Anruferliste funktionieren soll und worauf zu achten ist kann zukünftige Fehler vorbeugen. Die Lehrkraft hat keinen Schuldigen gesucht, sondern versucht zu verstehen wo der Fehler lag.
    Damit kein SuS eingeschüchtert sein muss, hätte sie klarstellen können, dass jedem einmal Fehler passieren können, sie aber besser darauf achten sollten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Captcha
Refresh
Hilfe
Hinweis / Hint
Das Captcha kann Kleinbuchstaben, Ziffern und die Sonderzeichzeichen »?!#%&« enthalten.
The captcha could contain lower case, numeric characters and special characters as »!#%&«.