„Ich hätte wahrscheinlich schon deutlich früher aufgegeben.“

Ein Beitrag von Hannah Wyrwal

Heute habe ich den Gesellschaftswissenschaftsunterricht einer 5. Klasse beobachtet. Die Kinder sollten einen Zeitstrahl über die Geschichte der Schule gemeinsam erstellen. Ein paar Kinder arbeiteten noch an ihren persönlichen Zeitstrahlen. Die Klasse diskutierte sehr laut über die Gestaltung des Zeitstrahls der Schule. Der Lehrer musste die Kinder immer wieder ermahnen.
Nach einer Weile unterbrach er den Unterricht, um mit den Kindern über ihr Verhalten zu reden. Er fragte sie, warum er den Unterricht unterbrechen musste und welche Vorschläge sie hätten, damit das Verhalten nicht noch einmal vorkäme. Falls die Kinder Vorschläge hätten, sollten sie in der Pause zu ihm kommen. Im Anschluss gingen die Kinder in die Pause.
Als die Pause vorbei war, trafen sich alle wieder in der Klasse. Der Lehrer merkte an, dass niemand in der Pause zu ihm kam. Nun sollten sie noch einmal in der Klasse zusammen überlegen, ob es Verbesserungsvorschläge gäbe. Die Kinder wussten erst nicht, was sie sagen sollten und überlegten. Manche baten darum, noch eine Chance zu bekommen. Eine Schülerin entschuldigten sich, aber es dauerte bis ein Kind einen Vorschlag machte, um die Situation zu verbessern. Der Schüler schlug vor, eine neue Sitzordnung auszuprobieren. Daraufhin setzten sich immer ein Junge neben ein Mädchen. Die Sitzordnung wurde vom Lehrer festgelegt.

Meine Einsichten

In dieser Situation war ich überrascht, dass ein konstruktiver Vorschlag eines Schülers gemacht wurde. Der Lehrer wartete sehr lange auf einen Lösungsvorschlag. Ich hätte wahrscheinlich schon deutlich früher aufgegeben.
Es war auch auffällig, dass die Kinder wirklich ernsthaft überlegt haben und zu einer Lösung kommen wollten, nachdem sie gemerkt haben, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht. Sie wurden in die Verantwortung gezogen, ihr Verhalten zu verändern und ihre Lernsituation zu verbessern. Dies hatte eine viel größere Wirkung als die Kinder zu bevormunden und ihnen jegliche Verantwortung durch auferlegte Maßnahmen zu entziehen.

Meine Folgerungen

Das Arbeitsbündnis wurde durch das Gespräch gestärkt, da die Kinder sich verantwortlich fühlten. Durch diese Maßnahme ist das Erreichen von erwünschtem Verhalten wahrscheinlicher und langanhaltender, als durch eine Strafe.

Meine Anschlussfragen

In der Schule werden sehr viele Regeln bestimmt, ohne dass Kinder überlegen, warum etwas gut oder schlecht, angebracht oder unangebracht ist.

  • In welchen Bereichen kann noch mehr Eigenverantwortung der Schüler*innen verlangt werden?
  • Warum bestimmen Lehrer*innen so viel und wie kann man sich davor schützen zu viele Vorgaben zu machen?

49 Gedanken zu „„Ich hätte wahrscheinlich schon deutlich früher aufgegeben.““

  1. Liebe Hannah,

    danke für deinen interessanten Beitrag. Mich wundert es überhaupt nicht, dass die Schüler sich in der Pause keine Gedanken zu ihrem Verhalten gemacht haben. Wenn die Kinder zwischen dem Spielen auf dem Schulhof oder dem Finden einer Lösung wählen müssen, dann sind die Prioritäten ganz klar gesetzt. Aus diesem Grund finde ich es bemerkenswert, dass der Lehrer das Thema nochmal gemeinsam in seiner Unterrichtszeit angesprochen hat und letztendlich hat sich der Aufwand deutlich ausgezahlt.
    Ich finde es schön zu lesen, dass die Kinder so verantwortungsbewusst gehandelt haben. Wir neigen dazu sie zu unterschätzen und natürlich ist es einfacher die Schüler zu bevormunden und Regeln selbst festzulegen. Dein Beispiel zeigt hervorragend, dass ein wenig Vertrauen und eine Menge Geduld viel bewirken können.

    Liebe Grüße
    Lisa

  2. Liebe Hannah,
    deinen Beitrag finde ich äußerst interessant. Es ist toll zu sehen, dass die Kinder von sich aus bemerkt haben, dass der Lehrer von ihnen und ihrem Verhalten enttäuscht ist, auch, wenn es dafür erst Hinweise benötigte.
    Ich finde es wichtig, dass die Lehrkraft die Kinder zur Verantwortung gezogen hat, jedoch nicht, indem er ihnen extra Hausaufgaben oder einen Test aufgedrückt, sondern sie hat über ihr eigenes Verhalten nachdenken hat lassen. Dass er das Thema nach der Pause nochmal angesprochen hat, ist bemerkenswert. Durch den konstruktiven Vorschlag des Schülers hat sich das Warten jedoch gelohnt.

    Liebe Grüße

  3. Liebe Hannah,
    deine beschriebene Situation ist sehr interessant und aufschlussreich. Ich war erstaunt das die SuS sich wirklich ernsthaft Gedanken und auch konstruktive Vorschläge gemacht haben. Das bringt die Frage auf ob das auch in allen Klassenstufen und in verschiedenen Situationen funktionieren kann. Ich persönlich finde es eine gute Idee die Schüler selbst überlegen zu lassen warum die aufgestellten Regeln so wichtig sind, ich finde allerdings auch das man die Regeln mit den Schülern am Anfang besprechen und auch genau erklären sollte damit die SuS wissen und verstehen warum sie wichtig sind.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Kevin Menden.

  4. Liebe Hannah,

    eine wirklich interessante Situation hast du hier beschrieben. Ich finde der Lehrer hat hier sehr geschickt gehandelt. Durch die Frage, warum er den Unterricht unterbrechen musste, müssen die SchülerInnen ihr eigenes Verhalten reflektieren. Das kein Schüler in der Pause darüber nachgedacht hat verstehe ich, die Pause ist eine Zeit zum Abschalten für die Kinder. Deshalb finde ich es sehr gut, dass er den Kindern nach der Pause noch einmal Zeit zum Überlegen gibt, viele andere Lehrkräfte hatten sich wahrscheinlich darüber aufgeregt. Dadurch das er so gelassen an die Situation heran geht und ihnen noch einmal die Möglichkeit zum Nachdenken gibt, wird meiner Meinung nach das Lehrer-Schüler Verhältnis gestärkt. Und auch das Warten auf eine Antwort zeigt, dass er ernsthaft an den Lösungsansätzen der SuS interessiert ist.

    Liebe Grüße
    Antonia

  5. Liebe Hannah,

    vielen Dank für deinen Blogeintrag! Ich finde die beschriebene Situation sehr interessant und fand auch im Ansatz gut, was sich der Lehrer dabei gedacht hatte, die Möglichkeit offen zu halten eine Lösung zu finden. Die Umsetzung hat dann leider nicht so gut geklappt, da Schüler wohl klar nicht ihre Pause dafür „opfern“ würden, um eine Lösung zu finden aber dennoch hat der Lehrer nicht aufgeben wollen, was ich sehr gut fand, weil er konsequent handeln wollte. Die Schüler realisierten damit, dass ihr Verhalten in der Tat nicht angemessen war und verantwortlich die Konsequenzen tragen müssen. Ich fand es schön zu lesen, dass sich die Kinder Mühe gegeben haben, ernsthaft Lösungsvorschläge zu finden, um das Zusammenlernen der Klasse mit dem Lehrer zu verbessern. Der Lehrer muss das gewusst haben und wollte seine Klasse fördern, was dafür spricht, dass er seine Klasse gut kennt und weiß, dass diese auch mit solchen Aufgaben umgehen können.

    Liebe Grüße
    Jaimee

  6. Hallo Hannah,

    vielen dank für das Teilen dieser spannenden Situation!
    Das Vorgehen des Lehrers finde ich super. Besonders gut finde ich, dass er die SuS anregt ihr Verhalten zu reflektieren, um somit ihr Fehlverhalten tiefgründig zu verstehen. Ich lese in deinem Artikel auch keine Schuldzuweisungen oder Vorwürfe heraus, die der Lehrer den SuS macht. Ich denke das ist für das Arbeitsbundniss und die Beziehung zwischen Lehrkraft und SuS grundlegend wichtig. Die konsequente Forderung die Situation aus eigener Überlegung heraus zu verbessern, scheint mir eine tolle Methode zu sein die SuS bei der Aufstellung von Klassenregeln wirklich zu integrieren und dazu zu bringen sie einzuhalten. Dabei bekommt die Klasse als Gemeinschaft eine direkte Rückmeldung ihrer Ideen und kann prüfen ob diese produktiv ist. Ich denke Selbstbestimmung fördert enorm die Motivation, ich denke diese Situation ist eine Beleg dafür. Ich werde dies Methode bestimmt auch versuchen.

  7. Liebe Hannah,
    die geschilderte Vorgehensweise der Lehrkraft finde ich sehr gelungen. Die SuS werden für ihr Verhalten zur Verantwortung gezogen, allerdings nicht „von Oben herab“, sondern durch ein konstruktives Gespräch auf Augenhöhe. Die Lehrkraft bringt die SuS dazu, ihr Verhalten zu reflektieren und eigene Vorschläge zu formulieren. Sie werden also direkt am Verbesserungsprozess beteiligt. Und die Maßnahme wird von den SuS selbst formuliert, und nicht „von oben“ auferlegt, was sich auch positiv auf das Arbeitsbündnis/die Lehrer-Schüler-Beziehung auswirkt.
    Vielleicht lassen sich die Verhaltenserwartungen vor Beginn des Arbeitsauftrages noch klarer kommunizieren, damit eine solche Störung und Intervention gar nicht erst auftreten.

    Liebe Grüße,
    Laura

  8. Liebe Hannah,
    Beim Lesen deines Blogeintrages war ich selbst überrascht, dass so eine Maßnahme bereits in der 5. Klasse Früchte trägt, damit hatte eher in älteren Klassen gerechnet. Ich persönlich wäre nicht auf eine solche Idee gekommen und hätte vermutlich anders probiert, auf eine Lösung zu kommen. Ich vermute, dass der Lehrer seine Kasse kennt und auch vorher schon mehrere Möglichkeiten durchgespielt hat, bis er eine fand, die zum Erfolg führte. Aber genau den hier dargestellten Ansatz finde ich eine tolle Möglichkeit den Kindern etwas über Verantwortung mit auf ihren Weg zu geben.

    Liebe Grüße
    Sandra

  9. Liebe Hannah,
    die von dir geschilderte Situation ist eine wirklich gelungene Variante zur Störungsbeseitigung und gilt im gleichen Zuge auch der Prävention von Störungen. Der Lehrer gibt sich wirklich große Mühe, auch die Schüler und ihre Meinung zu respektieren und ihnen ein Gefühl von Mitbestimmung zu geben. Letztendlich hat der Lehrer den Vorschlag des Schülers beherzigt und ihn auf seine Weise umgesetzt. Man muss Regeln schon klar definieren und dadurch entstehen auch viele Vorgaben, die einzuhalten sind. Aber auch die Lehrer müssen sich an Regeln halten. Ich finde es gut, dass der Lehrer hier nicht einfach eine Lösung liefert und die Konsequenz den SuS vielleicht zu hart erscheint, sondern sie selbst auch mitbestimmen konnten. Der gegenseitige Respekt ist für ein gesundes Arbeitsbündnis meiner Meinung nach sehr wichtig. Man sollte versuchen die Schüler so weit es geht bei der Bildung von Regeln und Ritualen einzubeziehen, damit sie für jeden fair erscheinen und auch eine Überprüfung dessen ab und zu durchführen.
    Es war wirklich sehr interessant deinen Beitrag zu lesen! Vielen Dank, dass du dein Erlebnis mit uns geteilt hast.

    Lieben Gruß, Jasmin

  10. Hallo Hannah,

    ich finde es gut, dass der Lehrer den Unterricht nach einiger Zeit unterbrochen hat, nachdem sie sehr laut diskutiert hatten und immer wieder SchülerInnen ermahnt werden mussten. Meiner Meinung nach ist es wirklich clever von dem Lehrer, die SchülerInnen zu fragen, warum er den Unterricht unterbrechen musste und ob sie Vorschläge hätten, damit dieses Verhalten nicht nochmal vorkommt. Denn das regt zur Selbstreflexion an.
    Außerdem finde ich es bemerkenswert, dass der Lehrer, nachdem sich keine SchülerIn bei ihm in der Pause gemeldet hat, nochmal Unterrichtszeit opfert, um das Thema zu klären und nach einer Lösung von Seiten der SchülerInnen zu suchen! Schön ist es auch zu lesen, dass sich die Geduld des Lehrers durch den Vorschlag einer SchülerIn offenbar ausgezahlt hat.
    Darüber hinaus finde ich relativ interessant, dass bestimmt die meisten schon einmal diese Sitzordnung „Junge neben Mädchen“ miterlebt haben. Möglicherweise hat diese Sitzordnung auch noch den netten Nebeneffekt, neue Kontakte zu knüpfen, da man auf einmal vielleicht neben jemandem sitzt, mit dem man sonst nicht so oft ins Gespräch kommt, was natürlich nicht so gut für den Unterricht ist, aber aufmerksame und interessierte SchülerInnen können sich auch gut in der Pause mit dem Nachbarn unterhalten.

    Liebe Grüße

  11. Liebe Hannah,
    ich finde den Ansatz der Lehrkraft, die SuS mit in eine Lösung des Problems einzubeziehen sehr gut, da es den Drang nach Selbstbestimmung fördert und die SuS auch mehr gewillt sind, einen Ansatz auszuprobieren, den sie sich selbst überlegt haben und der nicht über sie hinweg entschieden wurde. Die Idee des Lehrers, in der Pause zu ihm zu kommen finde ich jedoch etwas ungewöhnlich, da die Pausen den SuS zur Erholung dienen sollen, damit sie auch mal den Kopf frei bekommen können. Außerdem ist es besser, wenn nicht einzelne SuS in der Pause zu ihm kommen, sondern eine Lösung mit allen zusammen besprochen wird, damit alle an der Entscheidung beteiligt sein können.
    Danke, dass du diesen interessanten Beitrag mit uns geteilt hast.

  12. Ich denke, dass besonders Regeln und Interventionen immer sehr viel Feingefühl erfordern. Oftmals bewegt man sich dabei zwischen zu wenig Freiraum (und daraus folgende „Rebellion“) und zu viel Freiraum (und daraus folgende Störungen, weil die Grenzen nicht klar gesetzt worden sind). Generell halte ich es für eine gute Idee, die Schüler*innen nach ihrer Meinung zu Regeln und Veränderungen zu fragen. Dadurch wird auch klar, dass die Interventionen und Regeln in der Klassengemeinschaft dem Ziel dienen, das Lernklima zu optimieren und nicht dem Machterhalt der Lehrkraft. Auch wenn es Situationen gibt, in denen die Lehrkraft bestimmen muss, weil vielleicht einmal nicht so viel Zeit zur Befragung der Schüler*innen verwendet werden kann, so sollte hierbei darauf geachtet werden, dass den Schüler*innen klar ist, welchen Sinn diese Entscheidungen haben. So wird auch klar, dass die Klasse mit der Lehrkraft zusammen ein Team bildet und die Lehrperson eine Verbündete/ einen Verbündeten darstellt und keinen Gegner/ keine Gegnerin. So lässt sich auch das Autonomiebedürfnis der Schüler*innen berücksichtigen.

  13. Hallo Hannah,
    in deinem Mikroartikel finde ich ist es schön zu erkennen, dass wenn man SuS Zeit zum nachdenken gibt, das etwas passiert. Ich sehe dabei nur ein Problem und das ist die „Zeit“. Kaum ein Lehrer hat Zeit in seinem Unterricht über solche Dinge zu reden und macht dann meistens selber die Vorgabe, aber das funktioniert auf Dauer nicht. Und so wie du es beschrieben hast, das du schon früher aufgeben hättest, hätte es wahrscheinlich jeder .
    Ich finde den Weg, zwischen etwas vorgeben und etwas müssen die SuS selber erarbeiten, wirklich schwierig umzusetzen, aber vielleicht nimmt man sich am Anfang/Ende des Schuljahrs mal Zeit dafür um solche Sachen zu besprechen, festzulegen und festzuhalten.
    Alles in allem kann ich sagen, du hast mit deinem Mikroartikel wirklich ein wichtiges Problem angesprochen, was finde ich besprochen werden muss.
    Liebe Grüße
    Angelina

  14. Hallo,
    ich glaube, dass Du in deinem interesanten Beitrag einige Themen andeutest, die über die Problematik der Unterrichtstörungs und des Klassenmanagments hinaus gehen. Die Mitbeteiligung von SuS, die der Lehrer durch seinen Auftrag förderte ist essentiel, um das Arbeitsbündnis zu stärker. Solch ein Auftrag zu übernehmen ist nicht so einfach. Ich kann es nachvollziehemich, dass die SuS aus der 5. Klasse etwas Zeit brauchen, um Vorschläge zu machen (SuS sind in der 5. Klasse 10 bzw. 11 Jahre alt, demgemäß haben sie wenig Erfahrung mit dem Handeln in größeren Gruppen). Ich glaube, dass die SuS sich sehr bemüht haben, das Arbeitsbündnis mit dem Lehrer aufrechzuhalten. Meiner Meinung nach sind manchmal die Anforderungen an die SuS zu unklar formuliert. Es kommt auch noch dazu, dass die Klassen zu groß sind (über 25 SuS zu unterrichten, ganz normal in Berlin). Ich denke, dass ein Klassenmangment durchzuziehen und aufrechtzuhalten, in dem so viele und unterschiedlichen Bedürfnisse, Erfahrungen, Erwartungen usw… aufeinander treffen ist nicht einfach. Laß uns froh sein, dass wir die Zeit haben, darüber viel zu lernen und auszuprobieren.
    Grüße
    Gastón

  15. Die Situation zeigt sehr gut wie wichtig es ist, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und dass man in so einer Situation mit ein wenig Geduld auch den Kindern ihr Mitspracherecht lassen kann, wenn es um die Verbesserung der Arbeitsatmosphäre geht. Ich finde, das klingt nach einem sehr gelungenen Weg Sanktionen zu vermeiden und tatsächlich auch demokratische Prinzipien zu vermitteln. Denn Verantwortung zu übernehmen ist ein wichtiger Teil davon. Dadurch dass die Kinder hier selbst sich Lösungen für das Problem überlegen sollten, war ihr Interesse daran, dass die Lösung funktioniert vermutlich auch höher, als wenn sie einfach vom Lehrer vorgeschrieben wäre.

  16. Liebe Hannah,
    Deine Anschlussfrage ist wahrscheinlich nicht eindeutig zu beantworten, weil es nicht DIE Schüler oder DIE Klasse gibt. Das stellt uns als kommende Lehrende natürlich vor eine enorme Herausforderung, seine Gestaltungsweisen immer wieder an die einzelnen Gruppen anzupassen. Dies schließt selbstverständlich ein, dass die Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit der Schüler einen wichtigen Teil dazu beiträgt, wie viel wir ihnen an Vertrauen entgegenbringen und wie viel Vernatwortung sie dann für ihr Handeln übernehmen.
    Sich so immer wieder aufs Neue sozial zu sensibilisieren und vor diese Entscheidung und Herausforderung zu stellen, ist sicher nicht einfach, aber es macht die Arbeit um einiges spannender!
    Liebe Grüße
    Theo

  17. Hallo Hannah,
    danke für diese Einsicht in das Leben eines Lehrers und wie er mit dieser Situation umgegangen ist. Ich fand es gut, dass er den Schülern die Chance gegeben hat, neue Regeln aufzustellen, sodass das Klassenklima sich verbessert. Natürlich je nach Situation handelt man immer anders als gedacht, aber ich würde als Lehrerin direkt die Schüler wegsetzen und diese ermahnen. Wenn sie wieder an den gewohnten Sitzplatz zurückkehren wollen, müssen sie ruhiger arbeiten. Man könnte das auch so machen zum Beispiel, wenn eine Gruppe laut ist, verlieren diese einen Punkt und bei drei Punkten verschlechtert sich die Endbewertung um eine Note.

    Liebe Grüße,
    Jade

  18. Hallo Hannah,

    Ich muss zugeben, dass mich die Handlungen des Lehrers sehr beeindruckt haben. Er hat klugerweise die SuS in die Entscheidung mit einbezogen und Ihnen so Verantwortung gegeben. Er hat seinen Schülern das zugetraut, obwohl sie in 5. Klasse sind. Sie konnten Vorschläge für gemeinsam getroffene Entscheidung machen. Dadurch hat er sein Vertrauen in die Schüler gezeigt, was wiederum Ihre Selbstwirksamkeit sowie ihr Selbstwertgefühl verstärkt hat. Nach meiner Meinung, zählt die Art der Zusammenarbeit und Kooperation zu dem wichtigsten Einflussfaktor auf den Unterricht. Es hilft, eine positive Lernatmospähre zu schaffen und führt dazu, dass die Schülern sich gehört fühlen. Daraus folgteine gesteigerte Motivation der Schüler, um mitzumachen und den Unterrichtsstoff besser und auch einfacher lernen zu können.

    Liebe Grüsse

    Seda Boran-Krüger

  19. Hallo,
    Die Vorgehensweise der Lehrkraft ist meiner Meinung nach sehr gut, auch wenn sie etwas zeitaufwendiger ist. Die Schüler/innen wurden animiert, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und wurden zur Verantwortung gezogen. Diese Maßnahme fordert seitens der Lehrkraft einiges an Geduld und kann bestimmt auch nicht bei jeder Klasse angewendet werden. Es scheint, dass die Lehrkraft die Klasse kennt und einschätzen kann, welche Maßnahmen bei Störungen hilfreich sind. Mir stellt sich jedoch die Frage, ob wirklich erwartet wurde, dass die Schüler/innen in der Pause zur Lehrkraft kommen. Die Pausen sind für alle als Erholungsphase gedacht. Vielleicht hätte man die „Besprechung“ gleich auf den Beginn der nächsten Stunde legen können. Vielleicht hatten einige Kinder hinterher ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht in der Pause zur Lehrkraft gegangen sind und das wäre nicht in Ordnung.

    Liebe Grüße,
    Samira

  20. Liebe Hannah,
    vielen Dank für deinen Beitrag; ich konnte mich gut in die Situation versetzen und hätte vermutlich auch schon früher aufgegeben. Ich finde es toll, wie viel Geduld der Lehrer in dieser Situation behalten hat und den Schülern so viel Zeit gegeben hat, dass sie noch mal genau über die Situation nachdenken konnten und selber zum Schluss kamen, dass ihr Verhalten störend war. Außerdem finde ich die Idee, dass die Schüler selber überlegen sollen, wie man sowas verhindert – statt irgendeine „Strafe“ aufgesetzt zu bekommen – sehr ansprechend, da – wie du schon sagtest – das Arbeitsbündnis bewahrt und gestärkt wird. Ich würde mich aber auch fragen, ob sowas immer sinnvoll ist und zu einem Ergebnis führt, denn was wäre, wenn kein Schüler einen Vorschlag hervorbringen würde und möglicherweise eine ganze Unterrichtsstunde verloren ginge? Wo zieht man die Grenze beim Warten auf Rückmeldung?
    Liebe Grüße
    Felicitas

  21. Hallo Hannah,
    ich finde deinen Blogbeitrag zu diesem Unterrichtsgeschehen sehr interessant, da es zunächst erst einmal den Anschein macht, dass diese Prävention einer Störung etwas Neues ist. Ich finde die Maßnahme des Lehrers sehr effektiv, anstatt seine SuS immer wieder zu ermahnen, versucht er es auf eine andere Art und Weise. Die SuS dazu aufzufordern sich eigenständig Gedanken über ihr Fehlverhalten zu machen zieht positive Wirkungen mit sich. Die Geduld des Lehrers ist bewundernswert und sichtlich lehrreich. Außerdem ist der Lehrer sehr bemüht darin, die Regeln gemeinsam mit den SuS festzulegen und diese mit einzubeziehen. Es ist erstaunlich, dass die SuS sich nach erneuter Aufforderung, Maßnahmen für ihr Verhalten zu finden, sich intensiv mit dieser Aufgabe auseinandersetzen. Es ist beeindruckend, dass ein Schüler eine Regelung gefunden hat, die der Lehrer auch sofort umgesetzt hat.
    Ich denke, dass es sehr hilfreich ist gemeinsam mit den SuS eine Lösung für bestimmtes Verhalten zu finden bzw. die gezielte Konfrontation mit dem Problem, damit bewirkt die Lehrkraft, dass die SuS sich intensive Gedanken über ihr Verhalten machen. Anschließend gemeinsam Regeln festzulegen bzw. Maßnahmen ist ein effektives Verhalten. Denn an Regeln müssen sich die SuS aber auch die Lehrkraft halten.

    Liebe Grüße
    Celina

  22. Liebe Hannah,
    vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung! Zwei Punkte sind mir deutlich aufgefallen. Zuallererst braucht eine Lehrkraft viel Geduld und sollte nicht so schnell aufgeben. Letztendlich ist nämlich eine gute Lösung entstanden. Zweitens wird eine Verbesserung schneller angenommen, wenn sie von Seiten der Schüler stammt. Dieses Vorgehen war effektiver als eine Strafe zu verhängen.
    Liebe Grüße
    Emily

  23. Liebe Hannah,

    danke für deinen Bericht! Mich hat das Verhalten der Lehrkraft wirklich erstaunt und zwar im positiven Sinne. Statt über die Kinder mit ihnen zu entscheiden, halte ich für sehr viel sinnvoller als das klassisch ermahnend rufende Zurechtweisen der Kinder, was im Unterricht ja leider sehr häufig der Fall ist. Zumindest mir kam es oft so vor, als ginge die Lehrkraft automatisch davon aus, ein Gespräch mit den SchülerInnen sei zwecklos, da diese von sich aus eh nicht viel von Regeln halten. Dein Beispiel zeigt aber das Gegenteil: Auch die Kinder sind sich darüber im Klaren, wenn eine Lernatmosphäre nicht wirklich angenehm ist. An dem Punkt ist es dann wichtig, dass ihnen selbst etwas an einer Verbesserung liegt. Und so etwas erreicht eine Lehrkraft sehr viel besser, wenn sie den Kindern vermittelt „Das betrifft euch.“, „Ihr könnt etwas verändern und vor allem aber „Eure Ideen sind gefragt.“. Kinder sind durchaus dazu in der Lage, nachzudenken und ich glaube, in dieser Hinsicht werden sie sehr oft unterschätzt. In deinem Beitrag wurde deutlich, dass es die Lehrkraft sowohl Zeit als auch Geduld gekostet hat, bis eine Lösung gefunden wurde und dazu sind LehrerInnen (zumindest meiner Erfahrung nach) oft nicht bereit. Dabei wäre es bestimmt interessant zu sehen, was passieren würde, wenn man den Kindern mehr Mitspracherecht in anderen Angelegenheiten geben würde (vielleicht in der Gestaltung kleiner Projekte oder des Klassenraums).

    Liebe Grüße,
    Hannah 🙂

  24. Der Beitrag beschreibt eine Situation, in der der Lehrer das geplante Handlungsprogramm unterbrach, um über Vorschläge/Regeln für ein gutes Arbeiten in der Klasse zu besprechen. Ich finde, dass diese Entscheidung, länger auf die Vorschläge zu warten, nicht einfach zu treffen ist, denn sie kostet Zeit, die für das Lernen eingesetzt werden könnte. Ich finde, dass Lehrkräfte zwischendurch diese Zeit investieren dürfen und nicht selbst Regeln vorsagen, obwohl es schneller ginge, weil somit die SuS verstehen, dass sie auch Verantwortung tragen und sie erfahren Autonomie, was sie noch mehr motviert, die Vorschläge auch umzusetzten. Falls dieses Gespräch konstruktiv gelöst wird, kann der Lehrer hoffen, dass die investierte Zeit sich später auszahlt, weil es weniger Störungen geben wird.

  25. Irgendwann sind es Kinder leider „gewohnt“ das mit ihnen geschimpft wird, Regeln und Konsequenzen verhängt werden ohne das man noch viel darüber nachdenken muss. Auch denken manche (jüngere) Kinder wenn sie sich mit jemanden gestritten oder verletzt haben, es reiche aus sich zu entschuldigen damit alles wieder gut ist. („Ich hab mich entschuldigt aber sie spielt immer noch nicht mit mir“) Erst mit der Zeit lernen sie, das das Wort „Entschuldigung“ zwar hilfreich aber nicht immer ausreichend ist.
    Deshalb finde ich es gut, dass der Lehrer die Kinder hier selbst in die Verantwortung nimmt und sie selbst überlegen sollen, was schief lief und wie man es besser machen könnte. Auch das er so lange wartet und den Kindern damit zeigt das er es ernst meint finde ich gut. Immer wieder sind Pädagogen in der Situation, das sie ihr „Programm durchziehen“ wollen und deshalb sich nicht zu viel Zeit für andere Dinge wie einen Streit schlichten nehmen wollen und natürlich ist es ärgerlich wenn man nicht alles schafft was man will, aber es ist dennoch ratsam es zu tun, damit das Gruppenklima stimmt und man effektiv arbeiten kann. Wenn Konflikte oder Störungen nicht aufgegriffen werden kann man keinen nachhaltigen Unterricht machen.
    Auch bleiben Verhaltensweisen viel eher hängen, wenn sie von den Kindern selbst kommen, sie also die Motive dahinter verstehen und nicht einfach von der Lehrkraft angeordnet werden.

  26. Liebe Hannah,
    danke für deinen Blogbeitrag.
    Ich fand es sehr gut, wie der Lehrer mit der Situation umgegangen ist. Vor allem fand ich sehr gut, dass er auch die SuS in die Pflicht genommen hat, darüber nachzudenken was man ändern kann und auch nicht locker gelassen hat. Das kein SuS in der Pause zum Lehrer kam, kann ich mir gut vorstellen. Ich denke für die Klasse war die Pause sowas wie Auszeit und dann gibt es in der nächsten Stunde eben einen Neustart. Von daher fand ich es echt toll, dass der Lehrer das Thema wieder aufgegriffen hat und gemeinsam mit der Klasse eine Lösung finden wollte.
    So hat der Lehrer das Arbeitsbündnis zwischen SuS und Lehrer stärken können und den Kids die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme gegeben.

    Viele Grüße
    Nicole

  27. Liebe Hannah,

    Vielen Dank für deine Ehrlichkeit.

    Ich würde auch nicht so geduldig wie der Lehrer in diesem Situation sein können.
    Vor letzte Woche hatte ich nie zuvor gehört, dass die SuS in der Zustimmung der Regeln einbeziehen sein sollen. Aber wir haben gerade im Pädagogisches Handeln darüber gesprochen und nun sehe ich heute deinen Antrag als Beweis, dass diese Handlung tatsächlich funktionieren kann.

    Ich glaube der Lehrer hat sich viel Zeit genommen, aber es hat sich gelohnt. Die SuS haben über ihr schlechtes Benehmen nachgedacht und eine Lösung dafür vorgeschlagen. Dieser Prozess finde ich sehr hilfreich für den Erwerb sozialer Normen.

    Aber ich habe noch Zweifel über die Effektivität diese Methode. In der o.g. Situation waren die SuS sehr motiviert und deswegen waren sie so aufgeregt. Es wäre interessant zu erfahren, ob diese Strategie auch funktioniert, wenn die SuS gar nicht motiviert sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Maria

  28. Liebe Hannah,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag! Ich finde erstaunlich, dass der Vorschlag eine neue Sitzordnung einzuführen, von einem Schüler kam! Es zeigt jedoch, dass die meisten SuS durchaus an einem angenehmen Lernklima interessiert sind. Es zeigt zudem wie viel Regeln bringen können, wenn sie von den SuS verstanden und akzeptiert werden und bestenfalls, wie in diesem Beispiel, sogar von ihnen vorgeschlagen werden. Ich hoffe ich habe später auch die Geduld, die SuS selber ihr Fehlverhalten einsehen zu lassen und ihnen die Möglichkeit zu geben eine Lösung zu finden.

    Liebe Grüße
    Karla

  29. Liebe Hannah,
    vielen Dank für diesen tollen Eintrag. Ich finde es immer total interessant, wie die Lehrkräfte mit verschiedenen Situationen umgehen. Ich wäre auf einige Ideen gar nicht gekommen und finde in dieser Situation bemerkenswert wie geduldig und ruhig die Lehrkraft war. Ich finde die Idee der Lehrkraft, die SuS selber überlegen zu lassen, was sie besser machen könnten wirklich super. Vor allem find ich es erstaunlich, dass der Vorschlag, die Sitzordnung zu ändern von einem Schüler selbst kam. Ich denke, die SuS hätten anders darauf reagiert wenn die Lehrkraft die Sitzordnung von alleine geändert hätte. Daran sieht man, dass die Kinder auch Interesse daran haben etwas zu lernen und sich dabei besser fühlen, wenn sie selbst mitentscheiden können.
    Ich glaube das man als Lehrkraft immer viel entscheidet und die SuS bevormundet, weil man eine Autoritätsperson ist und das Gefühl hat alles selber unter Kontrolle haben zu müssen. Ich denke, es ist aber wichtig die Interessen und Bedürfnisse der SuS dabei zu beachten. Ich finde das Handeln der Lehrkraft wirklich toll!

    Liebe Grüße
    Helin

  30. Liebe Hannah,
    ich kann verstehen, dass du schon früher aufgegeben hättest. Vermutlich muss man das Vertrauen in die SuS genauso erst erlernen, wie sie das Vertrauen in die Lehrkraft. Sicher ist es auch für Erwachsene nicht immer leicht, sich in die Situation der Kinder hinein zu versetzen. Es ist aber schön zu lesen, dass der Lehrer seinen SuS eine Art Reflexionsaufgabe gegeben hat, um mit ihnen gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden.
    Dass in der Pause niemand zum Lehrer gekommen ist, wundert mich allerdings nicht. Ich glaube, wir kennen das alle aus unserer eigenen Schulzeit, dass wir uns in der Pause mit allem beschäftigen wollen, außer mit Dingen aus dem Unterricht. Umso schöner ist es, dass dieses Thema nach der Pause wieder aufgegriffen und nicht einfach auf plötzlich auftretende Besserung gehofft wurde. Dass mithilfe eines konstruktiven Vorschlags seitens der Kinder eine Besserung erzielt werden konnte, zeigt, dass man ihnen ruhig etwas zutrauen kann und manchmal ein Vertrauensvorschuss ausreicht, um dieses Potential zu entfalten.

  31. Liebe Hannah,

    vielen lieben Dank für deine EIndrücke! Ich denke, dass es sehr wichtig ist, den SuS in die Gestaltung des Arbeitsbündnisses einzubeziehen. Strafen können kurzfristig eine Verbesserung des Unterrichtsklimas nach sich ziehen, allerdings gewährleistet eine kooperative Gestaltung einen nachhaltigen Erfolg für das Durchsetzen des Handlungsprogramms.

    Liebe Grüße

    Karim Hassan

  32. Hallo Hannah,
    Ich finde es besonders interessant zu sehen, wie die Lehrkraft mit der Unterrichtsstörung umgegangen ist. Die SuS haben Zeit bekommen, um sich mit ihrem Verhalten und möglichen Lösungen/Verbesserungsvorschlägen auseinanderzusetzen. Durch das Mitspracherecht ist es wahrscheinlicher, dass sie sich anschließend ruhiger benehmen, da sie zu der Lösungsfindung beigetragen haben (=größere Verbindlichkeit). Persönlich denke ich, dass mehr Lehrkräfte von dieser Methode Gebrauch machen sollten, da sie für die Lehrer-Schüler Beziehung deutlich weniger schädlich ist, als zB. Strafen oder Ermahnungen.

  33. Hallo Hannah,
    mit deiner Überschrift kann ich mich selber gut identifizieren, denn das war genau mein gleicher Gedanke. Ich empfinde die Vorgehensweise der Lehrkraft als sehr professionell und gelungen. Es ist wichtig, dass man die Schülerinnen und Schüler dazu verleitet Situationen und Verhalten zu hinterfragen und zu überlegen, welche Verbesserungen es gäbe. So bekommen die Schülerinnen und Schüler ein sensibleres Empfinden für Situationen und können sich selbst einbringen. Letztendlich hat sich die Konsequenz der Lehrkraft bewährt, denn alle Schülerinnen und Schüler haben nachgedacht und es kam ein konstruktiver Vorschlag. Dadurch wurde das Arbeitsbündnis positiv gestärkt, denn die Schülerinnen und Schüler merken, dass sie von der Lehrkraft sowohl mit einbezogen als auch respektiert wurden und sie ihnen nicht einfach vollendete Tatsachen vorgelegt hat. Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler so die Chance Interventionen und Reaktionen nachvollziehen zu können.
    Sonnige Grüße, Lena

  34. Hallo Hannah,
    vielen Dank für deinen Beitrag! Das ist doch eine hervorragendes Paradebeispiel, wie es eine Klasse schafft sich selbst zu Regulieren unter Anleitung der Lehrkraft. Dass die Lehrkraft sich dafür die Zeit nimmt und die Geduld an den Tag legt, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite gibt es sicherlich auch viele Situationen, wo Störungen einfach schnell und direkt aufgegriffen werden müssen. Häufig ist nicht die Zeit dafür da, so ausführlich eine Lösung gemeinsam zu erarbeiten. Dann ist es, meiner Meinung nach, auch gut, als Lehrkraft durch direkte Anweisungen von außen, die Störung zu eliminieren. Das muss dann natürlich trotzdem auf die Schüler und Schülerinnen angepasst sein. Es ist sicherlich wichtig, einen guten Mittelweg zwischen schnellen kurzen Reaktionen und grundlichen Aufarbeitungen zu wählen.

  35. Liebe Hannah,

    vielen Dank für deinen interessanten Blogeintrag.
    Ich finde das Handeln des Lehrers sehr beeindruckend. Der Lehrer hat sich die Zeit genommen mit den Kindern über die unruhige Unterrichtssituation zu sprechen und forderte sie dazu auf, ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Ich denke, das Verhalten des Lehrers kann eine nachhaltige Lösung zum Störungsabbau im Unterricht sein. Er bevormundet die SuS nicht oder entscheidet über sie hinweg, sondern er beabsichtigt, dass die Kinder sich selbst noch einmal in die Situation hineindenken. Indem ihnen zugetraut wird nachvollziehen, was in der Unterrichtssituation noch nicht so gut geklappt hat und wie man es in Zukunft verbessern könnte, gibt der Lehrer den Kindern die Möglichkeit, aktiv am Schulleben teilzuhaben und mitzubestimmen. Wenn die Kinder selbst Lösungsmöglichkeiten entwerfen, werden diese von ihnen wahrscheinlich eher akzeptiert als wenn man die Kinder nicht miteinbindet.

    Liebe Grüße,
    Clara

  36. Hallo Hannah,
    so richtig verstehe ich das Problem in dieser Situation nicht. Es ist doch etwas Positives, wenn die Kinder miteinander über die Aufgabe diskutieren, die sie gestellt bekommen. Da sie auch gemeinsam bearbeitet werden sollte erschließt sich mir das Problem noch weniger. Durch das Umsetzen der Schülerinnen und Schüler erreicht die Lehrperson nur, dass es eine angespanntere Arbeitssituation gibt und die SuS nicht mehr richtig die Aufgabe, die Ihnen gestellt wurde bearbeiten konnten. Die Lösung wirkte also nicht dem Problem entgegen, sondern erstellte nur ein Neues. Es ist gut, wenn die SuS über eine mögliche Lösung für ein Problem diskutieren und auch eine finden, jedoch ist es überhaupt nicht hilfreich, wenn gar kein Problem besteht. Diese Maßnahme der Lehrerin war in diesem Falle nicht angemessen.

  37. Danke für den coolen Blogbeitrag!
    Ich finde das ist ein schönes Beispiel und interessnante Folgefragen. Ich glaube es ist extrem wichtig Schüler*innen Verantwortung zu geben und sie daran wachsen zu lassen. Um dies zu ermöglichen müssen Lehrkräfte sie natürlich auch ernst nehmen. Ich finde es war ein guter erster Schritt dieser Lehrkraft die Verantwortung für das Klassenklima bzw. den Unterricht mit in die Hände der Schüler`*innen zu geben. Es ist ja auch ihre Klasse.
    LG

  38. Liebe Hannah,
    in der Theorie haben wir ja schon gehört, dass es auch gut ist, die Kinder in der Entscheidungswahl miteinzubeziehen, wie man in gewissen Situationen am besten vorgeht. Ich finde es toll, dass der Lehrer dran geblieben ist, und auch nach der Pause, obwohl kein Kind zu ihm kam, die selbe Frage nochmals gestellt hat, da er sich nicht alleine Gedanken machen wird, denn die SuS sind ja immerhin auch Akteure des Ganzen! Zudem ist die Idee der neuen Sitzordnung sehr interessant. Ich habe es in Erinnerung, dass es bei uns immer ein Zwang war, uns umsetzen zu müssen, dass der Wunsch eines Schülers/einer Schülerin kam, erstaunt mich doch sehr!

    Danke für das Teilen deiner Erfahrung!

  39. Hallo Hannah,
    danke erst einmal für deinen Beitrag.
    Einerseits finde ich es gut, dass der Lehrer die Schüler mitentscheiden lässt und auch ihre Interessen mit in den Unterricht einbezieht. Andererseits vertstehe ich nicht, wieso er die Kinder bei einer Gruppenarbeit ermahnt. Die Gruppenarbeit setzt doch voraus, dass die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig über ihr Wissen austauschen.
    Deswegen schätze ich die Maßnahme zwar als gut und hilfreich ein, allerdings nicht auf diese Situation.

    Liebe Grüße,
    Delfine

  40. Hallo Hannah,
    danke für deinen interssanten Beitrag. Ich finde es sehr gelungen wie die Lehrkraft mit den SuS eine Lösung ermittelt hat. Das sich während der Pause keine Lösung gefunden hat finde ich ok. Die Pause soll zum entspannen da sein. Daher denke ich, dass eine Lösung im Unterricht gefunden werden soll. Die neue Sitzordnung hat funktioniert. Allerdings finde ich eine Aufteilung in Mädchen und Jungen problematisch weil davon ausgegangen wird, dass sich so Probleme lösen. Vielmehr sollten SuS sich verantworlich überlegen mit wem sie gut arbeiten können. Dabei kann es natürlich passieren, dass sich Freun*innen nebeneinander setzen und das gewünscht Ziel nicht erreicht wird. Es war in diesem Kontext wohl die die schnellste und einfachste Lösung.
    Liebe Grüße
    J.

  41. Liebe Hannah,
    Ich finde es war eine gute Idee vom Lehrer den Unterricht zu unterbrechen und den Schüern direkt die Frage zu stelle, was sich ändern kann, da sie somit melden, dass sie etwas falsch gemacht haben. Das jedoch niemand geantwortet hat und in der Pause keiner zu ihm gekommen ist, finde ich nicht überraschend. Als jedoch ein Schüler dann tatsächlich einen sinnvollen Vorschlag hatte, fand ich dies sehr interessant, da die Schüler eigentlich wissen, dass wenn sie etwas wie das vorschlagen, es auch umgesetzt wird. Sie wollen eigentlich mit ihren Freunden zusammensitzen und somit wissen sie ja das dies nicht passieren wird mit einer neuen Sitzordnung.
    Ich fand es also sehr gut wie der Lehrer gehandelt hat und fand es toll das sich ein Schüler wirklich daran beteiligt und sich nicht nur entschuldigt hat, da er wahrscheinlich wusste, das dies nicht viel bringen wird.

    Liebe Grüße
    Luisa Heinemann

  42. Hallo Hannah,

    ich bin mir unsicher, ob man von „bevormunden“ sprechen kann, wenn die Lehrkraft für Ruhe sorgt, indem er/sie durchgreift oder die Störenden sanktioniert. Es wäre m.E. eine Bevormundung, wenn vorher die Regeln nicht zusammen beschlossen und transparent erklärt worden wären und dann durchgegriffen wird.

    Grundsätzlich ist es lobenswert, dass der Lehrer die SuS zum Nachdenken/Reglektieren bringt, ich stelle mir dieses Verfahren, das doch einige Zeit in Anspruch nimmt, in häufiger Anwendung als nicht praktikabel dar. Vielleicht würde ich die Störenden in der Pause bzw. nach dem Unterricht um ein gemeinsames Gespräch bitten, um die Gründe zu erforschen.

    Viele Grüße

  43. Liebe Hannah,

    Danke für deinen Blogbeitrag! Ich finde die Lehrkraft hat sehr schlau gehandelt. Sie hat dafür gesorgt, dass die Kinder aktiv an einer Lösung mitwirken können, wodurch die Kinder ein Gefühl von Mitbestimmung erlangen. Ich denke es ist beim Klassenmanagement sehr wichtig, den Kindern dieses Gefühl zu vermitteln, da sie sich selbst so auch in anderen Situationen mehr zutrauen und der Unterricht dadurch auch besser vorangetrieben werden kann.

    Liebe Grüße

    Dominique

  44. Liebe Hannah,

    ich finde deinen Blogeintrag sehr interessant. In deiner beschriebenen Situation reagiert der Lehrer sehr gut, denn er bindet die Schüler direkt in seine Lösungsvorschläge/Maßnahmen für einen effektiveren Unterrricht ein. Dass in der Pause kein Kind zu ihm gekommen ist, ist verständlich, da alle vermutlich keine Verluste der Pausenzeit in Kauf nehmen wollten. Auf die Frage, ob man sich davor schützen kann zu viele Vorgaben zu machen, möchte ich kurz eingehen. Ich denke, dass man als Lehrer grundlegende Vorgaben machen muss. Und das ist auch wichtig, da man den Unterricht leitet und so Kontrolle darüber bekommt. Solang die Schüler mit diesen Vorgaben gut umgehen und diese akteptieren, besteht kein Grund zur Sorge, zu viele Vorgaben gemacht zu haben. Falls es aber zu Störungen kommen sollte, ist es wichtig, wie auch in deinem Beispiel, direkt mit allen SuS zu kommunizieren, sodass mögliche Probleme gelöst werden. Also hängt alles stark von den Schülern ab und muss individuell angepasst werden.

    Liebe Grüße
    Sarah

  45. Liebe Hannah,

    ich stimme dir zu. Die aktive Einbindung der Schüler zur lösungsorientierten Interventionsmethodik wirkt sehr effektiv. Man hält sich eher an Regeln, die man selbst aufgestellt hat und zudem stärkt es das Commitment untereinander. Ziemlich raffinierter Weg, um Regeln zu etablieren, die auch durch einen bewussten gegenseitigen Entscheidungsprozess konstituiert wurden. Eine gute Massnahme, um Heranwachsende für die Einführung und das Einhalten von Regalen zu sensibilisieren. Lg Onur

  46. Ich finde das ist wirklich ein sehr guter Ansatz vom Lehrer. Wenn ich von mir persönlich ausgehe, kann ich sagen, dass ich Dinge mache (wie auch Regeln befolgen), die für mich in sich schlüssig sind und Sinn ergeben. Wenn die Schüler nun selbst Verbesserungsvorschläge fürs Arbeitsklima machen, dann merken sie sich die Regeln besser, weil sie wissen warum sie Sinn ergeben und halten sich auch eher an diese.

  47. Ein schöner Beitrag, Danke!
    Dass der Lehrer sich Zeit genommen hat und die SuS aufgefordert hat, eine gemeinsame Lösung gegen die Unruhe zu finden, finde ich sehr toll. Alleine das aktive Reflektieren über die letzte Stunde ist für vor allem für junge Menschen sehr wichtig. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Moment die SuS nachhaltig positiv beeinflusst und motiviert. Dass der Lehrer geduldig gewartet hat, bis sie einen konstruktiven Beitrag gebracht haben, ist sehr wichtig. Wir haben gerade im Fallbeispiel Tanja das Gegenteil mitbekommen.
    Dass die entstandene Sitzordnung abwechselnd Junge Mädchen ist, finde ich allerdings sehr problematisch. hier werden binäre Rollenbilder gefestigt.

  48. Ich finde dafür gehört einiges dazu, dass die Lehrkraft so entspannt gewartet hat, bis die Schüler schlussendlich selbst einen Ansatz zur Verbesserung des Unterrichtsklimas beigetragen haben.
    Dafür gehört meiner Meinung nach viel Selbstbewusstsein und Vertrauen von der Lehrer Seite aus.
    Ich hätte glaube ich nicht so gehandelt, sondern auch früher versucht meine Regeln durchzusetzen, allerdings ist die Variante vom hier beschriebenen Lehrer deutlich pädagogisch Wertvoller.

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