„Durch den Vergleich der verschiedenen Lösungsansätze wurden den Schülern verschiedene Denkweisen klargemacht …“

Ein Beitrag von Thore Hinrichsen

Dieser Mikroartikel bezieht sich auf eine Mathestunde am zweiten Tag meines Praktikums. Es handelte sich um eine neunte Klasse, das Thema der Stunde war Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Schüler hatten in der vorherigen Stunde ein Aufgabenblatt bekommen, das sie auch schon angefangen hatten. Am Anfang der Stunde sollten die Schüler mit Moderation der Lehrerin Frau D. eine neue, leichtere Aufgabe zusammen in der Klasse lösen. Daraufhin sollte ein einzelner Schüler, der sich freiwillig gemeldet hatte, seine Ergebnisse zu einer der bereits gelösten Aufgaben präsentieren.
Frau D. begibt sich währenddessen nach hinten und lässt den Schüler in den Vordergrund. Man merkt, dass er zwar etwas nervös ist, aber dennoch Spaß daran hat, vorne zu stehen und die Diskussion in der Klasse zu leiten. „„Durch den Vergleich der verschiedenen Lösungsansätze wurden den Schülern verschiedene Denkweisen klargemacht …““ weiterlesen

„Ein Schüler … war sehr unzufrieden …, weil er nach mehrmaligem Melden noch nicht drangekommen war.“

Ein Beitrag von Sandra Kuhnert

Die Klasse, in der ich den größten Teil meines Praktikums absolvierte, ist eine JüL-Klasse mit 13 gerade neu eingeschulten Erstklässlern und zwölf Zweitklässlern zuzüglich einer Verweilerin. Die Klasse wird von einer Lehrerin mit langjähriger Erfahrung und sonderpädagogischer Ausbildung geleitet. Die folgende Situation ereignete sich während einer Mathematikstunde im Teilungsunterricht, bei der nur die Erstklässler anwesend waren.
Die Lehrerin musste am Anfang der Stunde kurz aus dem Klassenzimmer heraus, somit bereitete ich schon einmal mit den Schülern gemäß den Anweisungen an der Tafel die Arbeitsplätze vor. Es war ein sehr heißer Tag und die Kinder waren einige Minuten zuvor zum Teil sehr überdreht und verschwitzt aus der Hofpause zurückgekommen. Als die Lehrerin wieder hereinkam, machte sie zunächst eine kurze Gleichgewichtsübung mit allen. Die Kinder machten mit, waren aber zum Teil noch etwas unruhig. Daraufhin wich sie vom eigentlich angeschriebenen Plan ab, indem sie ein Spiel ankündigte. Sie stellte sich so hin, dass alle sie gut sehen und Augenkontakt halten konnten und erklärte die Regeln des Spiels: Sie würde sehr kurz eine Zahl im Zahlenraum von eins bis zehn mit den Fingern zeigen, indem sie die Hände hochhielt und dann direkt wieder hinter den Rücken steckte, dabei aber nichts sagen. Die Erstklässler sollten sich dann melden und wer drangenommen wurde, sollte die gezeigte Zahl nennen.
Alle Schüler sprachen sehr begeistert auf das Spiel an und meldeten sich eifrig, wobei einigen Kindern die Zurückhaltung und das Melden ohne Aufstehen, Schnipsen oder Dazwischenrufen noch besonders schwerfiel. Ein Schüler, dem dies besonders schwerfiel und der auch des Öfteren andere Schüler laut und ungebeten korrigierte, war sehr unzufrieden (zappelte und machte Laute), weil er nach mehrmaligem Melden noch nicht drangekommen war. „„Ein Schüler … war sehr unzufrieden …, weil er nach mehrmaligem Melden noch nicht drangekommen war.““ weiterlesen

„ … und ‚weckt‘ einen Schüler, der gefühlt kurz eingeschlafen war, … “

Ein Beitrag von Maria A.

Das folgende Geschehen ereignete sich im Leistungskurs Politikwissenschaft einer 12. Klasse. Die Lehrkraft, Herr E., und der Kurs kennen sich in dieser Konstellation seit der 11. Klasse. Herr E. ist ein bei Schülerinnen und Schülern (SuS) beliebter Lehrer, das wird schnell deutlich. Das Leistungsniveau des Kurses ist hoch, es sind nur 13 SuS im Kurs und die Kursgröße erlaubt längere, angeregte Diskussionen zwischendurch.
Das überordnete Thema ist die Europäische Union und nach einer kurzen Wiederholung des Endes der letzten Stunde soll zum Thema Identität übergeleitet werden. Der Kurs erarbeitet fast selbstständig den Lerninhalt, die Lehrkraft bietet sich als wichtige Moderation und Leitung des Lernvorgangs an bzw. lenkt die Diskussion in fruchtbare Richtungen. Es gibt drei ruhigere SuS, die sich nicht regelmäßig beteiligen. Eine davon fordert die Lehrkraft zwischendurch wohlwollend auf, ihre Gedanken zum Thema zu äußern, was sie auch ohne zu zögern macht. Ein weiterer Schüler, ich nenne ihn Milo (Name geändert), der regulär in diesem Fach etwas aktiver ist, beteiligt sich gar nicht in dieser Stunde. „„ … und ‚weckt‘ einen Schüler, der gefühlt kurz eingeschlafen war, … ““ weiterlesen

„Er hat einen Ball in der Hand, wirft ihn einem Kind zu und stellt ihm dabei eine Aufgabe …“

Ein Beitrag von Julia Richter

Im Rahmen meines Beobachtungspraktikums in einer Grundschule habe ich im Mathematikunterricht in einer 5. Klasse hospitiert. Zu Beginn der Stunde hat sich der Lehrer (im Weiteren Herr X.) aufrecht vor die Klasse gestellt und diese begrüßt. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) standen dabei zu Stundenbeginn hinter ihren herangeschobenen Stühlen. Im Anschluss kündigte Herr X an, das Spiel zu spielen, was immer zu Stundenbeginn gespielt wird.
Er hat einen Ball in der Hand, wirft ihn einem Kind zu und stellt ihm dabei eine Aufgabe zum 1 mal 1. Wenn das Kind die Aufgabe richtig löst, darf es sich hinsetzen. Das Spiel begann und es klappte sehr gut bis ein Junge die Aufgabe, die ihm gestellt wurde, nicht direkt beantworten konnte. „„Er hat einen Ball in der Hand, wirft ihn einem Kind zu und stellt ihm dabei eine Aufgabe …““ weiterlesen

„Welcher Tag ist heute?“

Ein Beitrag von Tessa Caje

Die folgende Darstellung bezieht sich auf das Ritual zu Beginn jeder Deutschstunde der Klasse 1/2, welches von der Lehrkraft C. (Klassenleitung) durchgeführt wird. C. bereitete die im Folgenden genannten Kärtchen bereits vor, diese liegen stets griffbereit in einem Kästchen.
Zu Beginn der Unterrichtsstunde wurden die Kinder gebeten, sich an ihre Plätze zu begeben und Ruhe einkehren zu lassen. Daraufhin begrüßte die Lehrperson die Schüler*innen und fragte direkt im Anschluss:
„Gestern war Dienstag, welcher Tag ist dann heute?“. „„Welcher Tag ist heute?““ weiterlesen