„Von da an meldete er sich die ganze Stunde nur noch leise.“

Ein Beitrag von Sebastian Schöttler

In diesem Mikroartikel beziehe ich mich auf eine Mathematikstunde in einer 8. Klasse. Ich gehe auf das Verhalten der Lehrkraft M. und den Schüler Anton (Name geändert) ein. Die Stunde war eine Wiederholungs- und Übungsstunde zum Thema binomische Formeln.
Nach der Begrüßung wollte Herr M. wissen, was sie in der letzten Stunde gemacht hatten. Es meldeten sich fast alle Schüler/innen. Auch Anton meldete sich. Allerdings meldete er sich nicht leise und Herr M. ignorierte ihn bei jeder Frage. Das Gleiche passierte auch beim Vergleichen der Hausaufgaben. Als Anton sich dann schließlich beschwerte und Herrn M. fragte, warum er denn nie antworten darf, antwortete Herr M. nur, dass sich die Anderen leise melden und er nicht. Bei der nächsten Frage von Herrn M. meldete sich Anton leise und wurde auch direkt rangenommen, was ihn sehr freute. Von da an meldete er sich die ganze Stunde nur noch leise.

Meine Einsichten

Anton war meiner Meinung nach sehr motiviert am Unterricht teilzunehmen und merkte nicht, dass seine Geräusche vom Lehrer als Störung wahrgenommen wurden. Herr M. wollte die Aufmerksamkeit nicht auf das störende Verhalten von Anton lenken, sondern Anton auf das stille Verhalten der Anderen hinweisen und bestrafte Anton mit dem Entzug des Privilegs, die richtige Antwort geben zu dürfen. Diese stille Methode der Bestrafung hat in diesem Fall sehr gut funktioniert, da sie zu einer Änderung des Verhaltens bei Anton führte, ohne dass Herr M. das Handlungsprogramm unterbrechen musste.

Meine Folgerung

Ich folgere daraus, dass nicht jede Störung eine sofortige aktive Intervention benötigt.

Meine Anschlussfragen

  • Bei welchen Störungen muss ich direkt eingreifen?
  • Wann benutze ich Sanktionen und wann ist es besser, eine Belohnung zu entziehen?

61 Gedanken zu „„Von da an meldete er sich die ganze Stunde nur noch leise.““

  1. Lieber Sebastian,

    ich finde die von dir geschilderte Situation sehr interessant. Durch das Ignorieren von Herrn M. ist Anton erst bewusst geworden, dass er etwas falsch macht. Der Lerneffekt ist dadurch viel größer, denn so musste er sein Handeln überdenken und wurde nicht durch ein „Anton, sei leise“ demotiviert. Da niemand eine vollständige Selbstreflexion von einem Achtklässler erwarten kann, ist seine in eine Beschwerde gepackte Frage durchaus berechtigt. Ich finde es gut, dass Herr M. simpel erklärt, wo genau das Problem liegt.
    Hätte Anton absichtlich den Unterricht gestört, ohne Ambitionen sich am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen, dann wäre ein direktes Eingreifen sicherlich sinnvoller gewesen. Mir stellt sich nun die Frage, wie Herr M. reagiert hätte, wenn Anton keine Frage gestellt hätte. Hätte er ihn die gesamte Stunde lang ignoriert und erst im Anschluss mit ihm geredet? Oder hätte er bei weiteren Störungen stärker durchgegriffen?

    Liebe Grüße
    Lisa

  2. Lieber Sebastian,
    mir hat dein Beitrag sehr gut gefallen. Ich finde es beeindruckend, wie der Lehrer mit der Situation umgegangen ist. Ich selber habe es in meiner Schulzeit nämlich oftmals so erlebt, dass die Schüler trotzdem rangenommen wurden oder direkt mit einer Mahnung darauf hingewiesen wurden. Teilweise haben diese Schüler dann auch nichts an ihrem Verhalten geändert. Dementsprechend finde ich es besonders interessant, dass diese indirekte Methode so gut funktioniert hat. Vor allem, dass es Anton gestört hat, dass er nicht mehr beachtet wurde, und den Lehrer dann darauf ansprechen musste und nicht andersrum, wodurch der Unterricht nicht unterbrochen werden musste, zeigt nochmal, wie gut der Lehrer an die Situation herangegangen ist und dass man, statt störenden Schülern weiterhin viel Aufmerksamkeit zu geben, auch anders an das Problem herangehen kann, um den Unterricht nicht zu unterbrechen. Danke für diesen interessanten Einblick!

    Viele Grüße,
    Rosa Abdulrahman

  3. Hallo Sebastian,
    ich finde die geschilderte Situation sehr inspirierend. Ich denke mir „Wenn nur mehr Lehrer in meiner Schulzeit so gehandelt hätten“. Aber bestimmt ist es auch nicht einfach, solch einen Schüler und die damit verbundenen Störungen zunächst hinzunehmen und auch noch zu ignorieren. Dass der Schüler bemerkt hat, dass er beim Drannehmen nicht beachtet wird, finde ich sehr gut. Auch, dass er nachgefragt hat, woran dies läge, zeugt von einem guten Lehrer-Schüler-Verhältnis. Die Schüler scheinen sich zu trauen, bei der Lehrkraft nachzufragen und es als auffällig zu erachten, wenn ihnen speziell keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

    Liebe Grüße,
    Amelie

  4. Lieber Sebastian,

    ich finde deine Erfahrung sehr interessant. Dennoch frage ich mich ob Ignorieren wirklich eine professionelle Verhaltensweise ist, die universell eingesetzt werden kann. Ich denke diese Art von Hinweis auf ein nicht erwünschtes Verhalten ist wirklich nur bei Schüler*innen möglich, die gut von der Lehrkraft gekannt werden und bei denen sicher ist, dass sie das Verhalten nicht als verletzend empfinden.
    Ich würde diese Methode im Unterricht deswegen nicht bevorzugen, weil immer mal ein*e Schüler*in auf dem falschen Fuß erwischt werden kann und ich dann durch das Ignorieren den Tag dieses Kinder ein Stück schwieriger mache. Dennoch hat mich der Beitrag sehr zum Nachdenken angeregt.

    Liebe Grüße,
    Chiara

    1. Liebe Chiara,
      Ich habe den Mikroartikel durchgelesen und im Anschluss die Kommentare. Ich finde es immer sehr interessant, was meine Kommilitonen über die beschriebene Situation denken. Während des lesend des Artikels hatte ich ähnliche Gedanken und Empfindungen wie du. Das Ignorieren ist zwar eine interessante Methode, doch in meinen Augen auch sehr schwierig. Kennt die Lehrkraft den betroffenen Schüler gut und weiß, dass dieser die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Ignorieren schließt und es nicht als Beleidigung wahrnimmt, könnte diese Methode effektiv sein. Doch es wird einige Schüler geben, die dieses Verhalten als verletzend und respektlos ansehen. Besonders wenn vorher nicht angesprochen worden ist, dass Ignorieren als Mittel eingesetzt wird, um jemanden deutlich zu machen, sich zukünftig leise zu melden. Es könnte das Klassenklima schaden, wenn das Verhalten der Lehrperson falsch verstanden wird. Zuerst würde ich mit dem Schüler darüber reden, was dieser gerade falsch macht. Hinterher kann man weitere Methoden anwenden, wenn das Reden nicht das erwünschte Verhalten hervorgebracht hat.

      Liebe Grüße,
      Alicia

  5. Lieber Sebastian,
    Das Verhalten der Lehrkraft ist interessant und gerne hätte ich mir selber auch solche Lehrer/Lehrerinnen gewünscht. Etwa wurden gerade die rangenommen die sich laut gemeldet haben oder sie wurden angemeckert oder haben teilweise gleich Strafen bekommen, dass führte meist bei uns dann dazu, dass der diskriminierende Schüler/Schülerin eine Abneigung gegen den Lehrer/Lehrerin oder gegen das Fach entwickelte. Teilweise wurde das störende Verhalten noch verstärkt und die Schüler/Schülerin kamen gar nicht mehr in das Thema des Faches hinein. Daher finde ich das Verhalten von Herrn M. bedacht, er hat den Schüler nicht direkt bestraft, auch nicht so ,dass er vor der Klasse blamiert wurde. Herr M. hat Anton ein bestrafendes Verhalten gegenüber gezeigt, durch die Ignoranz. Anton konnte seine Antwort nicht teilen, hatte somit keinen Lernerfolg. Ebenso ist es ein gutes Zeichen, dass Anton bei seinem Lehrer nachgefragt hat, welches zeigt, dass die Schüler Vertrauen in Herrn M. haben.
    Liebe Grüße, Michelle.

  6. Hallo Sebastian,
    danke für deinen Erfahrungsbericht!
    Ich finde die Vorgehensweise des Lehrers gut, da er anscheinend genau wusste, wie man in solchen Situation pädagogisch „richtig“ handelt. Die gezielte Wirkung auf diese Handlung beruht darauf, dass es einen Lerneffekt gibt, wenn man dem Kind das zu verstehen gibt, dass es gewisse Regeln im Unterricht gibt. Das hat der Lehrer sehr gut erkannt und dementsprechend auch sehr gut verstanden und gehandelt. Dennoch muss ich sagen, dass ich vielleicht nicht gleich direkt auf Ablehnung des Kindes zurückgegriffen hätte, weil ich glaube, dass es auch für das Kind verletzend sein kann, wenn man ignoriert wird und jeder ausser er/sie rankommt. Da hätte ich vielleicht direkt das Kind im Unterricht angesprochen und gesagt: ,,Wir kommen alle nur beim Lehrer ran, wenn es ruhig und ordentlich passiert!“ und damit nicht nur ihn angesprochen hätte sondern gleich die ganze Klasse als eine Art Erinnerung der Regeln. Natürlich hat das beim Lehrer mit der „Ablehnung“ geklappt aber das kann auch in die falsche Richtung gehen, meiner Meinung.

    Liebe Grüße
    Jaimee

  7. Hallo Sebastian,
    danke für deinen spannenden Beitrag!
    Ich fande es wirklich sehr gut, wie die Lehrkraft in deiner beschriebenen Situation gehandelt hat! Meiner Meinung nach hat sie dem Verhalten von Anton perfekt entgegengewirkt. Denn dadurch war Anton angeregt, sich selbst Gedanken zu machen, weshalb er nicht herangenommen wird, und hat schließlich die Lehrkraft mit seinen Gedanken konfrontiert, was unter anderem für die Lehrkraft spricht, da Anton ein gewisses Grundvertrauen zu ihr hatte und seine Probleme nicht etwa in sich hineingefressen hat. Scheinbar war die Antwort der Lehrkraft für Anton sehr einsichtig, sodass es sich seit dem nur noch leise gemeldet hat. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass sich Anton öfter an diese Situation erinnern könnte und diese Erfahrung ihm auch in anderen Situation helfen könnte.

    Joel

  8. Hallo Sebastian,
    ich finde die von dir beschriebene Situation sehr interessant und lehrreich, da schon durch simples entziehen von der Teilnahme am Unterricht sich das Verhalten des Schülers verbesserte. Ich hätte eher damit gerechnet, dass sich die Störung durch das „ignorieren“ des Schülers verschlimmert oder sogar dazu führt das sich der Schüler gar nicht mehr meldet. Umso mehr war ich erstaunt darüber wie gut es funktioniert hat. Ich werde mir diese Art der Störungsprävention auf jeden Fall merken und bei meinem Praktikum darauf achten ob es wirklich bei allen Schülern gleich gut funktioniert oder es auf den Schüler an sich ankommt.
    Kevin

  9. Lieber Sebastian,
    danke für den interessanten Einblick. Die Lehrkraft hat in deiner beschriebenen Situation offensichtlich einen guten Weg gefunden, mit der Störung umzugehen und dabei einen Lerneffekt bei dem Schüler erzielt. Faszinierend fand ich, dass der Schüler selbst die Lehrkraft angesprochen hat. Das zeigt mir, dass er selbst sein Verhalten nicht als störend wahrgenommen hat und wirklich gern eine Antwort gegeben hätte. Ich frage mich, wie die Situation gewesen wäre, wenn dem Schüler bewusst gewesen wäre, dass er sich nicht in angemessener Weise meldet und dies sogar absichtlich tut, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dennoch zeigt dein Beitrag, dass passives Reagieren in gewissen Situationen von Vorteil sein kann. Wichtig ist nur, ein Feingefühl dafür zu entwickeln.

    Lg
    Sarah

  10. Lieber Sebastian,
    danke für diesen kurzen aber wirklich prägnanten Beitrag. Ich finde die Situation ist eine, die es sicher in jeder Klasse gibt. Sie wird oft sicher nicht so effektiv und gut gehandhabt wie in diesem Beispiel. Ich finde ein unglaublich wichtiger Punkt ist hier, dass der Schüler selbst versteht warum er nicht dran genommen wurde. Als dann eine Verhaltensänderung eintrat hat der Lehrer meiner Meinung nach sehr passend reagiert, der Schüler wurde durch das rannehmen sofort positiv bestärkt. Diese positive Bestärkung trug sehr dazu bei, dass er sich den Rest der Stunde nur noch leise meldete.
    Ich werde mir diese Technik merken, da so das Handlungsprogramm in keiner Weise gestört wird. Aber natürlich kann dieses Vorgehen nicht bei allen solchen Fällen angewandt werden. Es ist immer Situations- und Schülerspezifisch.

    LG
    Antonia

  11. Hallo Sebastian,
    wirklich eine sehr interessante Situation. Deine Beobachtung zeigt mir vor allem, wie vielseitig Unterrichten von Zeit zu Zeit sein kann. Eine Störung durch einen zu motivierten Schüler ist sicher etwas, was uns weniger häufig begegnen wird, als Störungen durch weniger motivierte Schüler, doch als Lehrer sollte man ja auf Alles gefasst sein. Ich finde wie der Lehrer gehandelt hat sehr gut. Wie ich auch in einigen anderen Artikeln angemerkt, kenne auch ich aus meiner Schulzeit eher die Situation, dass sehr eifrige Schüler die Aufmerksamkeit des Lehrers auf sich ziehen und mehrere Fragen beantworten oder aber in das Wort anderer Schüler fallen. Auch wenn ihr Interesse etwas Gutes ist, sollte man als Lehrer umgedingt darauf achten, gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, sodass jeder die Chance auf eine gute Mitarbeit hat.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Sebastian

  12. Hallo Sebastian,

    vielen Dank für das Teilen deiner interessanten Situation. Nur wenige Lehrkräfte würden in einer solchen Situation wohl so handeln, wie dies der von dir beschriebene Lehrer getan hat. Doch diese Ruhe im Zusammenhang mit dem Suchen einer angemessenen Lösung bei Störungen ist genau die richtige Maßnahme. Durch die simple Aktion wird Anton erst überhaupt bewusst, dass er etwas falsch macht. Das Problem wird so genau richtig, ohne große Konfrontation gelöst.

    Aber auch nur in diesem konkreten Fall ist dieses vorläufige Ignorieren anwendbar. Bei allen anderen Störungen wird durch diese Maßnahme wohl die jeweilige Aktion der Störung noch mehr gefördert. Beispielsweise werden zwei miteinander ,,quatschende“ Kinder kaum aufhören indem man sie ignoriert. Meiner Meinung nach sind Sanktionen immer sehr problematisch und sollten nur als Notlösung ohne anderen Ausweg angewandt werden, weil sie die Motivation eines Kindes so gut wie immer noch weiter verringert und das Verhältnis zur Lehrkraft nachhaltig verschlechtert. Dahingegen ist das reine Entziehen einer Belohnung durchaus bei einigen Kindern der richtige Denkantoß in die richtige Richtung. Es kommt auf sinnvolle Dosierung sowie dem gleichzeitigen Vermitteln der wichtigen Botschaft an.

    Viele Grüße
    Vincent

  13. Lieber Sebastian,
    Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag.
    Ich finde den Beitrag sehr spannend, da ich mir auch schon öfters die Frage gestellt habe, ab wann und in welchem Ausmaß eine Lehrkraft auf Störungen im Unterricht reagieren sollte. Besonders auch wenn man überlegt, dass auch das Unterbrechen des Unterrichts durch die Lehrkraft, eben indem sie auf eine Störung reagiert, eine Störung des Unterrichtsfluss bedeutet. Vielleicht muss eine Lehrkraft stets abwägen und überprüfen ob eine Störung durch das Ignorieren weniger oder eventuell noch schlimmer gemacht wird. In Deinem Beispiel war Anton ja sehr motiviert am Unterricht teilzunehmen und empfand den Ausschluss daher als eine Bestrafung, handelt es sich aber um einen Schüler der den Unterricht stört, weil er ihm „schaden“ will und weil er den Unterrichtsfluss aktiv unterbrechen will, würde ein Ignorieren eventuell eher dazu führen, dass der Schüler noch intensiver versuchen würde den Unterricht zu stören.
    Wie gesagt denke ich deswegen, dass eine Lehrkraft immer sehr individuell entscheiden muss wie sie mit einer Unterrichtsstörung umgehen sollte.

    Ganz liebe Grüße

  14. Lieber Sebastian,

    danke für deinen aufschlussreichen Beitrag! Viele sind dazu geneigt dem*der Lautesten nach zu geben und diese Person natürlich auch dran zu nehmen. In einer solchen kleinen Situation ist jedoch wie im ganzen Unterricht pädagogische Beobachtung und Handlung gefragt. Diese Situation zeigt mir umso mehr, wie flexibel Lehrkräfte sein müssen und mit welcher Hingabe auf Schüler*innen geachtet werden muss.

    Viele Grüße
    Quang Paasch

  15. Lieber Sebastian,

    danke für das Teilen dieses Beitrages! Wenn ich mich an meine Schulzeit zurück erinnere, dann fallen mir genau solche Situationen ein. In meiner Klasse gab es einige Schüler/ Schülerinnen, die sich ebenfalls laut gemeldet haben. Manche Lehrer/ Lehrerinnen haben das einfach so hingenommen und diese Schüler/ Schülerinnen trotzdem rangenommen. Andere Lehrkräfte haben jedoch wie in deiner Geschichte gehandelt. Ich finde es erstaunlich, dass Anton diese „Kritik“ direkt umgesetzt hat. Aus meiner Erfahrung fiel das den „lauten Schülern“ immer schwer.
    Abschließend kann ich sagen, dass die Lehrkraft richtig gehandelt hat und Anton anscheinend daraus gelernt hat.

    Liebe Grüße
    Cassandra

  16. Hallo Sebastian,

    Ich finde das Handeln der Lehrkraft sehr beeindruckend. Die Lehrperson muss den SUS genau kennen, um in dieser Situation korrekt zu reagieren. Anton hat durch sein lautes Melden eine Störung verursacht, auf die Herr M. keine Reaktion zeigt. Anton wollte sich aktiv beteiligen und sein Wissen mitteilen. Anerkennung und Lob waren dabei vielleicht seine Anreize. Als sein Verhalten das Gegenteil bewirkte, traute er sich Herr M. zu fragen, was er denn falsch mache. Das finde ich sehr mutig von ihm. Anton scheint ein gutes Selbstkonzept zu besitzen. Nachdem die Lehrkraft sich erklärt, korrigierte Anton sein Verhalten sofort. Dies führte zu der Belohnung und Anton durfte endlich am Unterrichtsgeschehen aktiv teilnehmen. Ich denke, dass nicht jede/r SUS in dieses Situation so gehandelt, hätte. Herr M. wusste genau, wie er Anton zu einer Verhaltensänderung bringt. Dies zeigt, dass jede/r SUS individuell ist und demnach auch unterschiedlich belehrt werden sollte.

    LG
    Helene 🙂

  17. Hallo Sebastian,
    Danke für deinen Bericht!
    Ich bin mir sicher, dass schlechte Umgangsformen im Unterricht ein gewöhnliches Geschehen sind.
    Wie Herr M. es geschafft hat, das Verhalten des Schülers zu verändern, ist beeindruckend. Aber ich finde, dass Herr M. früher Reagieren sollen hätte. Ich habe auch als Schuler die gleiche Situation erlebt und wusste nicht warum der Lehrer mich ignoriert hat. Wenn ich eine Frage beantworten wollte, habe ich nicht immer auf meine Umgangsformen geachtet, besonders wenn ich sehr aufgeregt war.
    In diesem Fall handelt es sich, meiner Meinung nach, um ein sehr motivierter Schuler. Anton wollte nur antworten, er hat nicht absichtlich den Lehrer gestört. Was wäre wenn Anton sich nicht getraut hätte nachzufragen?
    Obwohl die Situation sich positiv aufgelöst hat, wäre es besser gewesen, wenn Herr M. Anton am Anfang darauf aufmerksam gemacht hätte. Dadurch hätte Anton früher an den Unterricht teilnehmen können.
    Maria

  18. Danke, für diesen Einblick!
    Jeder kennt diese Situation in der Schule, indem ein Kind zum Beispiel mit den Fingern schnipst oder das „Hier, Hier“ in den Raum wirft, um ranzukommen. Die meisten Lehrer, hätten da keine Geduld und würden meist das Kind in einem lauten Ton ermahnen und so damit den Unterricht stoppen. Dennoch fand ich die Reaktion von dem Lehrer M. super! Er hat durch seine Handlung Anton gezeigt, wie man sich als Schüler melden sollte, ohne wirklich laut zu werden. Durch Erziehung und Ruhe des Lehrers hat Anton sein Fehler selbst reflektieren und Umsetzen können. Dennoch fand ich, dass das Ignorieren meist kein sinn macht. Die meisten Kinder sehen das Ignorieren nicht als Bestrafung, sondern als Unfairness. Denn Anton, wusste die Antwort und war so aufgeregt diese Mitteilen zu können, auch wenn es ein störendes Melden war. Ich würde als Lehrer zum Beispiel sagen:,, Anton ich weiß, dass du eine Antwort hast, aber wenn du dich ruhig meldest, dann nehme ich dich auch ran und nicht anders!“
    Liebe Grüße,
    Jade

  19. Lieber Sebastian,

    Ich finde es sehr interessant wie der Lehrer den Schüler ohne verbale Kommunikation das Lob entziehen konnte. Auf die Art und Weise, wie es der Lehrer gemacht hat, konnte er reagieren ohne die Beziehungsebene von Lehrer zu Schüler anzugreifen. Das ist lobenswert. Ich bin der Meinung, dass diese Ebene bei Bestrafungen oft leidet, ganz davon abgesehen, dass man auf Bestrafungen eher verzichten soll. Toll ist in dem Moment auch, wie der Lehrer auf das verbesserte Verhalten des Schülers reagiert hat. So konnte gleich eine erfolgreiche operante Konditionierung statt finden.
    Aber genau wie du in deiner Anschlussfrage schreibst, ist es glaube ich schwer zu differenzieren wann man sofort eingreifen muss und wann man warten kann. Ich glaube, man muss das am Anfang einfach ausprobieren. Es ist ja nicht schlimm, wenn es nicht gleich ganz so perfekt läuft.

  20. Hallo Sebastian,
    
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass bei Störungen nicht immer sofort vom Lehrer eingegriffen werden muss. Das würde den Unterrichtsfluss viel zu sehr stören und eine noch viel größere Störung für die gesamte Klasse verursachen. Die Methode den Schüler still zu bestrafen, indem er bei seinen Meldungen nicht mehr rangenommen wurde hat in diesem Fall gut funktioniert und halte ich generell auch für sehr sinnvoll. Aber ich sehe hier auch ein Problem.
    Hätte der Schüler seinen Lehrer nicht selbstständig darauf angesprochen, dass er sich von ihm übergangen fühlte, hätte die Situation über einen längeren Zeitraum das Verhältnis zwischen den beiden schaden können. Der Schüler muss erst verstehen, dass sein Verhalten unangebracht ist. Deshalb sollte man schon früh als Lehrkraft das Gespräch mit der störenden Person suchen in einem ruhigen Moment z.B. nach der Schulstunde. Die stille Sanktion könnte sonst als persönlicher Angriff empfunden werden.

    Liebe Grüße, Luisa

  21. Hallo Sebastian,
    du beschreibst hier eine sehr interessante Schulsituation, die viele von uns sicherlich schon selbst erfahren haben. Die Handlung von Herr M. stellt in meinen Erfahrungen einen seltenen Umgang dar. Viele Lehrer reagieren dirket und bestärken so indirket den Schüler in seinem Verhalten. Er würde so lernen, dass lautes Verhalten zur Aufmerksamkeit seitends des Lehrers führt. Die Intervention von Herr M. ist daher als besonders einzuschätzen, er belohnt das positive Verhalten und lenkt die Aufmerksamkeit nicht auf negatives Verhalten. Der Schüler wir wahrscheinlich auch eine nachhaltige Lernerfahrung mit diese Situation gemacht haben und sich in Zukunft immer zurück erinnern, was passiert wenn er laut und störend aggiert.

  22. Danke für die geschilderte Situation, Sebastian.
    Für mich stellt sich bezüglich der beschriebenen Situation vor vor allem die Frage, was gewesen wäre, wenn sich Anton nicht getraut hätte diese so wichtige Frage zu stellen. Wäre Herr M. nach der Stunde auf Anton zugegangen und hätte ihm erklärt warum er ihn nicht aufgerufen hat?
    Das alles ist natürlich spekulativ und ich traue auch Herrn M. zu, dass er wusste, dass Anton diese Frage stellen würde. Dennoch hätte Herr M. auch anders, meiner Meinung nach besser, handeln können: Er hätte Anton nach einer gewissen Zeit mitteilen können, dass er ihn sehr wohl wahrnimmt, jedoch sein Verhalten nicht angemessen sei und er sich doch bitte leise, wie alle anderen, melden möge. Herr M. hätte im Anschluss Anton, der, wie oben von dir geschildert, sein Verhalten angepasst hätte, kurz darauf aufrufen können und ihn so für seine Verhaltensänderung belohnen können.
    So hätte für Anton die Phase der Frustration und Hilflosigkeit deutlich kürzer ausfallen können.

    Liebe Grüße
    Silas

  23. Lieber Sebastian,
    vielen Dank, dass du diese Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich finde das sehr spannend. Ein lauter Schüler oder eine laute Schülerin verursacht ja Störungen/ genervt sein vom Lehrer etc. diese negativen Emotionen hat der Schüler in diesem Fall dann wohl selbst gehabt. So hat er einmal intensiv gemerkt wie es ist, wenn man sich nicht an Regeln hält bzw. wenn nicht alles so läuft, wie man es sich wünscht (in seinem Fall das Rannehmen). Ich finde, dass der Lehrer sie Situation gut und ohne weitere Konflikte gelöst hat. Jedoch hätte es eventuell auch zu Problemen kommen könne, wenn Anton’s Motivation dadurch geschwächt wurde. In diesem Fall hat er aber bestimmt Nachhaltig daraus gelernt.

    Liebe Grüße
    Marieke

  24. Lieber Sebastian,
    vielen Dank für deine Beobachtung. Ich denke, so wie Du, dass die Reaktion der Lehrkraft in dieser Situation die richtige war, da er dabei das Arbeitsbüdnis nicht zerstört sondern gestärkt hat, da dabei der Schüler über sein Verhalten reflektieren könnte und der Lehrer ihm die Möglichkeit gab, weiterhin am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Ich denke, dass eine Störung, die sich als Konflikt darstellt (persönlicher Art, Beleidigung z.B.) eine direkte Intervention benötigt. Weil nicht jede Störung eine „Störung“ ist, glaube ich, dass die Intervention nicht generellisierbar ist.
    Liebe Grüße
    Gastón

  25. Danke für den Einblick.
    Meines Erachtens sind in fast jeder Klasse Schüler, welche sich laut melden. Ich findes es gut, dass der Lehrer auf diese vom Schüler wahrscheinlich „ungewollte Störung“ nicht weiter eingeht und damit den Unterrichtsfluss beibehält. Positiv ist außerdem, dass der Leher den Schüler für seinen quasi positiven Willen nicht bestraft, durch Nichtbeachtung, sondern ihn in der Folge durch das Antwortsagen belohnt und damit das richtige Verhälten positiv verstärkt. Außerdem weißt dies auch auf gutes Klassenmanagement hin und auf eine gute Beziehung zwischen Schüler und Lehrer, die aus meiner Sicht wichtig ist für guten und störungsfreien Unterricht.

  26. Lieber Sebastian,
    es war sehr interessant, die von dir geschilderte Situation zu lesen. Mein erster Gedanke während des Lesens war „warum sagt denn der Lehrer nicht einfach etwas, dann weiß der Schüler direkt Bescheid.“ Aber als ich dann weiter gelesen habe, erschien mir sein Verhalten durchaus sehr sinnvoll. Da er eben nicht seine Aufmerksamkeit auf die Störung gelenkt hat. Wenn ich mich zurück erinnere, haben das tatsächlich die aller wenigsten LehrerInnen gemacht. Danke für deine Eintrag

    Liebe Grüße
    Sarah

  27. Hallo Sebastian,
    danke für Deinen interessanten Beitrag!
    Ich finde die beschriebene Handlungsweise der Lehrkraft, den Schüler zu bestrafen ohne ihn verbal vor der gesamten Klasse zu ermahnen sehr gut gewählt, da es dadurch nicht zu weiteren Störungen kommt. Hiebei wird deutlich, dass eine nonverbale Bestrafung oftmals der bessere Weg sein könnte. Der Lehrer nimmt den Schüler bei keiner seiner lauten Meldungen dran, damit der Schüler versteht, dass seine laute Meldung von den Anderen als Störung wahrgenommen wird. Ich finde es beeindruckend, dass der Lehrer es durch diese Kommunikationsart schafft, das Verhalten des Schülers positiv zu verändern. Des Weiteren finde ich es toll, dass Anton trotz seiner Zurückweisungen weiterhin motiviert am Unterricht teilnimmt. Die Situation hätte bei anderen Schülern eventuell zur Schwächung ihrer Motivation geführt.Dennoch finde ich diese Art der Bestrafung eine sehr gute Vorgehensweise.

    Viele Grüße
    Pauline

  28. Lieber Sebastian,
    es ist schön zu sehen, dass der Lehrer offensichtlich klar formulierte Regeln kommuniziert hat (alle SuS bis auf einen haben sich an die Regel gehalten) und diese auch durchgesetzt hat, ohne das Handlungsprogramm zu unterbrechen. Der Schüler ist zwar nicht selbst darauf gekommen, was er falsch macht, hat seinen Fehler dann aber eingesehen und korrigiert. Ich hoffe, mir gelingt es später auch, einen flüssigen Unterricht zu leiten, ohne auf jede Störung einzugehen.

  29. Lieber Sebastian,

    zunächst einmal bedanke ich mich für deinen interessanten Beitrag und dafür, dass du diese Erfahrung mit uns teilst. Die in deinem Blog geschilderte Situation finde ich höchst interessant zu betrachten. Sie zeigt uns, dass es auch ohne eine Zurechtweisungen von der Lehrkräfte aus, möglich ist ein störendes Verhalten (in diesem Fall das laute Melden) in ein angemessenes Verhalten (leise Melden) zu ändern. Wäre der Lehrer anders mit der Situation umgegangen und hätte Anton direkt auf sein Verhalten aufmerksam gemacht, hätte es zu einem negativen Lerneffekt und somit zu einer demotivation kommen können. Dieser Weg wurde gekonnt umgangen, denn Anton bemerkte seinen Fehler und änderte dieses dann auch als er bemerkte, dass er mit seinem leisen Melden, anders als mit dem lauten Melden rangenommen wird.

    Liebe Grüße,
    Hümeyra

  30. Hallo Sebastian,

    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Ich hatte früher als Schüler tatsächlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Gerade weil ich meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung für eine Aufgabe hatte, wollte ich auch unbedingt rankommen und hab dies dem Lehrer zum Teil lautstark mitgeteilt :D. Natürlich hat er mich auch nicht rangenommen, genau wie in deinem Beispiel, was mich ebenfalls dazu motiviert hat still zu sein. Die Reaktion von der Lehrkraft finde ich dadurch perfekt, denn es profitieren ja schließlich beide davon. Der Lehrer hat seine Ruhe im Klassenzimmer hergestellt und der Schüler kriegt ein gutes Gefühl, weil er durch gutes Verhalten seine Lösung präsentieren darf. Dabei stört es noch nicht mal den Lernfluss der Stunde und andere Schüler können ebenso an dem Fehler von (Anton) orientieren und diesen im besten Fall natürlich auch vermeiden.
    Liebe Grüße
    Xavier

  31. Lieber Sebastian,
    dein Beitrag zeigt sehr gut die relevanten Aspekte der geschilderten Situation auf. Ich glaube jeder hat als Schüler solche Situationen miterlebt und kann sich dabei auch an verschiedenste Reaktionen des Lehrers erinnern. Mir stellt sich dabei noch die Anschlussfrage, wie man als Lehrer vorgehen kann, wenn der Schüler anstatt zu fragen, warum er nicht rangenommen wird, den Unterricht noch stärker stören würde, indem er beispielsweise die Antwort laut sagt, sodass auch kein anderer Schüler mehr sinnvoll antworten kann. Da wird einem schnell klar, wie vielen Herausforderungen Lehrkräfte gegenüberstehen.

    Liebe Grüße
    Janek

  32. Lieber Sebastian,
    danke dass du diese interessante Erfahrung mit uns teilst. Ich persönlich finde die Vorgehensweise der Lehrkraft sehr gut, natürlich muss ein gewisses Verständnis zwischen dem Schüler und der Lehrkraft bestehen, damit diese Handlungsweise keine negativen Nebenwirkungen zeigt. Dennoch denke ich dass dies eine ideale Art und Weise ist die generelle Konzentration auf das Thema seitens der Klasse aufrecht zu erhalten, ohne in irgendeiner Form Disziplinarmaßnahmen ergreifen zu müssen. Letzten Endes profitieren sowohl die SuS als auch die Lehrkraft von dieser Situation wodurch der zukünftige Unterricht womöglich sogar noch störungsfreier abläuft.

    Liebe Grüße,
    Pascal

  33. Hallo Sebastian,
    die von dir geschilderte Situation finde ich als sehr interessant. Es wird deutlich, dass es nicht nur eine Art der Bestrafung gibt, sondern mehrere Formen. Vor allem die ruhige Form kann in vielen Situationen von Vorteil sein. Zudem wird damit der Unterrichtsfluss nicht gestört und die anderen Schülerinnen und Schüler werden auch nicht am Lernen gehindert. Aus meiner eigenen Schulzeit ist mir dieses Vorgehen gut bekannt. Ich selbst war im Geografieunterricht sehr motiviert, weshalb ich Geräusche von mir gab, ungeduldig wurde und den Unterricht störte. Durch einen kleinen Hinweis der Lehrkraft habe ich mein Vorgehen sofort geändert und fand eine neue Art und Weise mich zu melden. Dieser Hinweis der Lehrkraft hat in diesem Augenblick mir die Augen geöffnet und die Teilnahme am Unterricht erleichtert. Ich hatte mehr Spaß und die Lehrkraft eine Störquelle weniger.

  34. Lieber Sebastian,
    danke für deinen Bericht, den ich ziemlich spannend fand. Ich bewundere die Reaktion dieses Lehrers, in dem er Anton Raum gelassen hat, um von sich aus erkennen zu können, dass etwas in seinem Verhalten in dem Moment nicht stimmte. Der Lehrer hat sich mit Anton erklärend geäußert, nur wenn Anton explizit nach einer Erklärung fragte. Diese Strategie hat anscheinend mit Anton gut funktioniert, und ich kann mir vorstellen, dass das Ignorieren eines negativen Verhaltens statt sofortiger Strafe oder Eindämmung einerseits ganz oft der beste Weg für die Verbesserung dieses Verhalten ist. Ich arbeite gerade selber in der Kinderbetreuung und merke, wie oft diese Strategie gut funktioniert. Andererseits finde ich, dass der Lehrer in diesem Fall auch Glück hatte, in dem Anton auf das Ignorieren gut reagiert hat, weil er nicht aufgegeben hat, Antworte zu geben, und sogar gefragt hat, warum er nie dran war. Anton hätte auch vom Ignorieren demotiviert werden können, ohne nach einer Erklärung zu fragen, was auch sowohl seine fachliche als auch soziale Lernentwicklung hätte behindern können.
    Was ich aus dieser Situation, die du beschrieben hast, mitnehme ist, dass
    1. das Ignorieren schlechten Verhaltens oft die beste Lösung zugunsten der flüssigen Weiterführung des Handlungsprogramms sein kann;
    2. die Lehrkraft soll mehrmals verschiedene Präventions- und Interventionsstrategien ausprobieren, weil nicht alle gleich auf die Persönlichkeit der SuS auswirken können.
    Liebe Grüße
    Maria

  35. hallo sebsatian, mir fiel bei deiner schilderung auf, dass es sich nur um eine kleine korrektur handelte. es wäre für mich ein hinweis darauf, dass die regel, sich leise zu melden, anton bekannt war und wahrscheinlich gab es bereits absprachen mit dem lehrer darüber. dass anton gleich reagierte und der lehrer das ernst nahm, würde ich als zeichen eines vertrauensvollen verhältnises zwichen den beiden deuten.
    vg
    anna

  36. Hallo Sebastian,
    die Situation, die du in deinem Eintrag beschrieben hast, ist mir in meiner eigenen Schullaufbahn öfters begegnet. In deinem Fall schien die Handlugsweise der Lehrkraft ja sehr erffektiv gewesen zu sein, da Anton wohl sehr motiviert am Unterrichtsgeschehen teilnehmen wollte und vermutlich deshalb versucht hat, permanent die Aufmerksamkeit der Lehrperson auf sich zu ziehen. Ich glaube jedoch, dass diese Mothode ein großes Risoko mit sich zieht. Wenn Anton nämlich merkt, dass er andauernd ignoriert wird, dann könnte es auch schnell passieren, dass er auf emotionaler sowie motivationaler Ebene beeinträchtigt wird und die Lust an der aktiven Teilnahme verliert. Die Störungsquelle wäre damit zwar unterbunden, aber der Lernerfolg des Schülers würde sich deutlich verringern. Vielleicht wäre es vorteilhafter den Schüler nach der ersten Störung darum zu bitten sich leise zu melden und erst danach seine Störung zu ignoriern, da er dann vermutlich schneller merkt, wo der Fehler bei ihm liegt und wie er die Aufmerksamkeit der Lehrpersoin durch leises melden auf sich zieht. So kann seine effektive Lernzeit in der Unterrichtsstude vielleicht gesteigert werden.

    Danke für deinen Beitrag!

  37. Hallo,
    erstens muss ich sagen, dass ichsehr beeindruckt von dem Beitrag bin! Er hat mir die Chance gegeben, zu sehen wie die Lehrerin eine Lerntheorie in die Wirklichkeit (Praxis) umgesetzt hat. Als ich den Beitrag gelesen habe, fiel mir plötzlich der Stoff ein, den wir im Kurs „Entwicklung des Lernens“ bearbeitet haben. Eine Präsentation war über die Lerntheorie Operantes Konditionieren. Damals konnte ich irgendwie nicht genau vorstellen, wie man das in einer Klasse praktizieren und üben kann. Dieser Beitrag ist ein sehr gutes Beispiel, wie die Lehrerin mit „Bestrafung“ durch das Ausbleiben einer angenehmen Konsequenz, die erwünschten Verhaltensweisen fördert. Sie benutzt diese Technik dann mit dem Ziel, die Auftretenswahrscheinlichkeit von unerwünschtem Verhalten zu senken. Danach hat sie auch positive Verstärkung benutzt und Anton mit einer angenehmen Konsequenz belohnt, mit dem Ziel der Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit von erwünschtem Verhalten.
    Insgesamt es war für mich ein sehr hilfreicher Blogbeitrag.
    LG
    Seda Boran-Krüger

  38. Durch meiner Erfahrung als Erzieherin kann ich bestätigen das es manchmal effektiver ist eine Störung zu ignorieren, als die entsprechende Person dafür zu ermahnen. Ich finde des schwierig pauschal zu sagen wann man besser ignoriert und wann nicht. Natürlich muss man eingreifen, wenn ein/e Schüler/in ansonsten zu Schaden kommt oder alle anderen Schüler/innen abgelenkt werden, aber abgesehen davon gibt es eine große Bandbreite. Ich denke in manchen Fällen stört es den Unterricht mehr den/die entsprechende/n Schüler/in zu ermahnen als das Verhalten einfach komplett zu ignorieren. Aber im glaube im laufe der Zeit entwickelt man ein gewisses Gespür für solche Sachen.
    Grundsätzlich denke ich hat es einen größeren Lerneffekt wenn der/die Schüler/in, wie in diesem Fall, selbst zur Erkenntnis kommt, das er/sie etwas falsch gemacht hat. Dann ist es auch wichtig das evtl. folgende positive Verhalten zu verstärken.
    Wenn der Lehrer Anton auch dann nicht dran genommen hätte, als er sich schließlich leise und ordentlich meldete hätte das bei diesem zu großen Frust geführt und der Lernerfolg wäre dahin gewesen.

  39. Sehr interessante Beobachtung. Anton ist aufgesfallen, dass er ignoriert wurde. Es war ihm aber nicht klar warum. Toll das er den Mut hatte nachzufragen und ihn die Lehrkraft auf das leise Verhalten der anderen SuS aufmerksam gemacht hat ohne sein Verhalten direkt zu kritisieren. Damit hat er Anton für die Situation sensibilisiert und ihm den Code des stillen Meldens näherbracht. Ähnlich wie die anderen Kommentaror*innen sehe ich das Ignorieren auch kritisch. Es hätte für Anton auch demotivierend sein können und ich frage mich was passiert wäre wenn er nicht die Lehrkraft gefragt hätte. Wie ist diese Frage überhaupt in den Raum gekommen? Hat er sich gemeldet?
    Andererseits hat die Lehrkraft seinem störenden Verhalten keinen Raum gegeben und ist nicht laut geworden, was ich sehr positiv sehe.
    Liebe Grüße
    J. Lang

  40. Sehr interessante Vorgehensweise des Lehrers, um die Störung des laut meldenden Schülers zu unterbinden. Nachdem Anton nachgefragt hatte, wieso er denn jetzt nun nicht rangenommen wird, hatte der Lehrer ihn auf seine leise meldenden Mitschüler aufgewiesen. Ohne eine aktive Intervention, hat der Lehrer es geschafft die Störung zu vermeiden bzw. zu unterbinden. Eine sehr tolle Herangehensweise, um die Aufmerksamkeit der Klasse nicht auf das störende Geschehen zu lenken. Hätten bloß die Lehrer in meiner Schulzeit so gehandelt. Für meine Zukunft werde ich das auf jeden fall im Gedächtnis halten. Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    Liebe Grüße
    GIzem

  41. Lieber Sebastian,
    ich finde, du hast ein schönes Beispiel für erfolgreiches Klassenmanagement ausgewählt: In der Situation wird deutlich, wie unerwünschtes Verhalten sanktioniert wird, indem das genaue Gegenteil vom Wunsch des Schülers eintritt, und wie erwünschtes Verhalten direkt „belohnt“ und damit unterstützt wird. Das Verhalten des Lehrers scheint sehr wirkungsvoll und fair gegenüber den anderen Schülern und auch dem störenden Schüler, der Lehrer steuert weiterhin den Unterricht. Auf Nachfrage erklärt er, welches Verhalten ihn dazu bewegen würde, den Schüler auf die Unterrichtsfragen antworten zu lassen, er ist also offen mit seinen Erwartungen.
    Ich denke, aus diesem Beispiel lässt sich viel lernen, zum Beispiel, dass man nicht auf jede Störung eingehen sollte und sich nicht stressen lassen darf – ein anderer Lehrer wäre möglicherweise genervt und würde diesen Schüler gar nicht mehr im Unterricht etwas sagen lassen, wodurch dieser nichts mehr zum Unterricht beitragen wollen würde. Mich würde interessieren, wie bzw. wann man solche Sanktionen einsetzen kann, ohne die Motivation des Schülers kaputt zu machen – denn was wäre, wenn Anton aufgegeben hätte und sich gar nicht mehr am Unterricht beteiligen wollen würde?
    Danke für deinen Beitrag!
    Felicitas

  42. Lieber Sebastian,

    ich fand deinen Blogeintrag sehr interessant.
    Zum einen freut es bestimmt jede Lehrkraft, wenn SuS aktiv mitarbeiten, aber zum anderen kann auch eine „aufdringliche, laute“ Art von aktiver Beteiligung am Unterricht nicht nur für die Lehrkraft, sondern auch für die restliche Klasse sehr störend sein. Im Grunde handelt es sich dabei ja auch um eine Störung des Unterrichts – denn ganz gewiss kann die „laute“ Art sich zu melden eine Art Dominoeffekt ausslösen und somit zu weiteren Störungen führen.
    Ich fand es sehr gut, wie die Lehrkraft sich verhalten hat. Man hat aber auch mitbekommen, dass es ein Vertrauensverhältnis gibt zwischen SuS und Lehrer, denn sonst hätte der Schüler vielleicht nicht nachgefragt, warum er nicht drankommt.
    Der simple Satz, dass die anderen Sus sich leise melden, war „Ermahnung“ genug, um das Verhalten beim Melden zu ändern.
    Man kann so erkennen, dass es nicht immer notwendig ist, sofort auf störendes Verhalten durch Ermahnung einzugehen. Manchmal reicht auch die Nichtbeachtung und eine allgemeingültige Aussage.

    Liebe Grüße
    Nicole

  43. Hallo Sebastian,
    diese Situation zeigt gut, dass man die SuS ohne eine direkte Ermahnung und somit eine Bloßstellung vor der restlichen Klasse, dazu bringen kann ihr Verhalten zu reflektieren und somit vielleicht auch selbst eine Lösung zu finden. In diesem Fall ist Anton nicht allein auf die Lösung des Problems gekommen, wollte aber unbedingt wissen, wie diese lautet. Dadurch geht es trotzdem von ihm aus und er wird sich nicht trotzig gegen den Lehrerenden stellen oder ähnliches. Da diese Störung während des Meldevorgangs nicht das Lernen der Anderen stört, muss man das Problem nicht direkt ansprechen. Bei schwerwiegenden Störungen, die auch das Lernen der restlichen Klasse stören, sollte man aber anders agieren.
    Liebe Grüße
    Niklas

  44. Lieber Sebastian,
    die beschriebene Situation von dir während der aktiven Unterrichtszeit empfinde ich als sehr interessant!
    Der Lehrer hat sein Ziel genauso erreicht, wie er es vermutlich erwartet hatte, indem Anton neugierig wird und die Aktion des Lehrers hinterfragt. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass nicht jeder störende SuS denselben Mut besitzt, den Lehrer direkt vor der Klasse zu fragen, wieso er die Frage nicht beantworten darf. Andere Kinder schämen oder wundern sich dann vielleicht und werden dadurch eher demotiviert, sich weiterhin zu melden. Nichtsdestotrotz denke ich, dass diese Methode personenabhängig durchaus eine sehr effektive Wirkung haben kann. Es ist immer besser SuS wichtige Lektionen durch Motivation und eigenen Erfahrungen beizubringen, anstatt sie direkt zu ermahnen und ihnen die Konsequenzen aufzuzeigen.

    Vielen Dank für die Einsicht in diese lehrreiche Unterrichtsstunde!

    Liebe Grüße,
    Tara-Sophie Strenger

  45. Der Artikel zeigt mir, dass alleine das Ignorieren des Lehrers in dieser Situation vielleicht keine positive Auswirkung hätte, denn der Schüler hätte es persönlich nehmen können: „Der Lehrer mag mich nicht“. Der Lehrer dachte aber, dass es für den Schüler deutlich ist oder dass er selbst darauf kommen wird, dass sein Verhalten als störend empfunden ist. Es war deshalb ein wichtiger Schritt des Schülers die Frage zu stellen. Nicht immer ist jedoch Lehrer-Schüler Beziehung ausreichend gut und nicht jeder Schüler hat den Mut, solche Frage zu stellen.
    Falls der Schüler es im Unterricht nicht angesprochen hätte oder sein Verhalten geändert hätte, fände ich es wichtig, es kurz während oder nach dem Unterricht anzusprechen und zu sagen, dass es gewünscht ist, dass er sich leise meldet, um den Unterricht nicht zu stören und dass er dann auch drangenommen wird.
    Es ist dennoch nicht einfach einzuschätzen, ob es dem Schüler oder der Schülerin bewusst ist, dass er/sie stört oder ob er/sie es mit Absicht macht z.B. wegen der Anerkennung durch Peers, etc. In diesem Fall fände ich den Versuch, das Störverhalten erstmal zu ignorieren und somit die Belohnung zu entziehen, nachvollziehbar.

  46. Hallo Sebastian,
    danke für die Teilhabe an deinem Erlebnis. Ähnliche Beobachtungen konnte ich in meinem Praktikum auch machen und es hat mich wahrscheinlich genau so fasziniert wie dich, dass sich eine Störung mit so einfachen und ruhigen Mitteln beheben lässt, ohne das Handlungsprogramm zu unterbrechen. Ich finde Herr M. hat darauf sehr gut reagiert. Die Frage, die ich mir stelle, wäre aber was passiert wäre, wenn Anton nicht gefragt hätte? Wenn er sich daraufhin nicht mehr melden würde, weil der Lehrer ihn ja „eh nicht rannimmt“? Er könnte vielleicht unmotiviert werden und nicht mehr mitarbeiten. Vielleicht kann man als Lehrer mit genau der selben Reaktion auf das selbe Störverhalten, die motivierten Schüler verlieren?

  47. Lieber Sebastian,
    Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde das mit der Situation sehr gut umgegangen wurde. Anton hat durch sein lautes Verhalten die anderen Schüler gestört, selber aber nicht gemerkt, wie sehr es den Rest der Klasse beeinflusst hat. Durch die Bestrafung hat Anton sein Problem wahrgenommen und probiert dies zu ändern, was auch funktioniert hat. Dadurch das er anschließend direkt rangenommen wurde, hat er es eingesehen und hat sich von da an nur noch leise gemeldet. Dies war also eine erfolgreiche Aktion vom Lehrer. Ich finde es auch spannend zu sehen, dass Anton sich weiterhin, trotz der Bestrafung so motiviert war sich weiter zu melden. Dies wäre nicht bei allen Schülern der Fall gewesen.

    Liebe Grüße

    Luisa Heinemann

  48. Lieber Sebastian,
    ich finde deine Beobachtung sehr interessant. Es bemerkenswert, dass Herr M. es geschafft hat so ruhig zu bleiben und die Störung zu ignorieren. Denn dadurch konnte Anton feststellen, dass er benachteiligt wird. Da das aber niemand möchte, musst er seinen gesamten Mut zusammennehmen und aktiv nachfragen. Die anschließende Antwort von Herr M. gab Anton eine klare Aussage und eine klare Regel, an die er sich danach hielt. Das Herr M. Anton bei seiner nächsten leisen Meldung sofort rannahm bekräftigte das gewünschte Verhalten. Dadurch konnte er Antons Verhalten korrigieren ohne laut zu werden oder maßregelnd zu sein.
    Beste Grüße
    Christine

  49. Lieber Sebastian,
    ich denke das der von dir beschriebene Schüler sein Umfeld völlig ausgeblendet hat und es ihm überhaupt nicht aufgefallen ist das er den Unterricht stört.
    Ich finde es toll wie entspannt der Lehrer reagiert hat und ich denke es zeigt wie gut er seine Schüler kennt.
    Und auch seine klare Ansage zeigt mir, wie selbstbewusst und erfahren der Lehrer zu seien scheint.
    Solche Lehrer sind wünschenswert!

  50. Lieber Sebastian,
    eine wirklich Interessante und wichtige Beobachtung. Dein Beitrag zeigt, dass es wichtig ist, auf solche Störungen einzugehen. Hätte er dies nicht gemacht, wäre es eine Einladung für die anderen SuS gewesen.
    Auch ist es eine sehr einfache Lösung mit großer Wirkung. Um etwas auf deine Fragen einzugehen: Bei Störungen, die den direkten Unterricht betreffen, sollte man direkt eingreifen und nicht zu lange warten. Aber dieses Eingreifen ist immer Situationsabhängig. Mit Sanktionen und Belohnungen ist es so ne Sache. Belohnungen sind meistens wirksamer als Sanktionen. Oft geht es in die falsche Richtung, wenn man immer nur Sanktioniert. Doch wie bereits gesagt, sind solche Handlungen immer Situationsabhängig.
    LG David

  51. Ich finde den Artikel ebenfalls sehr interessant. In der beschriebenen Situation scheint die Methode sehr gut funktioniert zu haben. Es könnte jedoch auch sein, dass der störende Schüler nicht so motiviert wie Anton ist und sich gar nicht bewusst ist, dass der Lehrer ihn ignoriert und er etwas falsch macht. Vielleicht wäre ein einmaliges hinweisen auf das störende Verhalten des Schülers sinnvoll. Ich denke man muss wie eigentlich bei jeder Methode sehr genau abwägen, ob diese auf die spezifische Situation anwendbar ist.

  52. Lieber Sebastian,
    ich finde deinen Beitrag sehr lehrreich. Als Lehrer ist es sehr wichtig, über sein Verhalten reflektieren zu können. Wenn man dazu nicht fähig ist, wird man nicht aus seinen Fehlen lernen und damit auch keine gute Lehrkraft werden. An deinem Beispiel sieht man aber gut, dass sich der Aufwand lohnt. Das Kind hat dazu gelernt und auch du. Als ich Schülerin war, hätte ich mir mehr Lehrkräfte gewüscht, die so durchdacht gehandelt haben und das Bedürfnis haben, sich weiterzuentwickeln. Ich hoffe, dass wenn ich später in dem Bereich arbeite, dass ich mich auch so gut unter Kontrolle habe

    Mit freundlichen Grüssen,
    Valeria

  53. Hallo Sebastian,

    deine geschilderte Situation ist für mich sehr interessant, da hier eine Art Taktik zum Vorschein kommt, aus der nicht nur der entsprechende Schüler, sondern eventuell auch die Klassenkameraden lernen konnten. Die „Bestrafung“ bezog sich in diesem Fall eher auf den Entzug einer Belohnung, wobei das „Rannehmen“ die von Anton erwartete Belohnung auf seine eigentlich positive Mitarbeit darstellte. Herr M. hat mit seinem ignorierenden Verhalten erwirkt, dass Anton gewissermaßen selbst feststellte, dass etwas nicht in Ordnung war, was ihn dazu veranlasste, dem Problem auf dem Grund zu gehen. Erfahrungen dieser Art festigen sich stärker im Gedächtnis als reine Ermahnungen, die man womöglich öfter im Leben zu hören bekommt.

    Sicherlich gibt es verschiedene „Arten“ bzw „Typen“ von Schüler/innen, die nicht alle auf die gleiche Art und Weise auf entsprechende Maßnahmen reagieren. Für unterschiedliche Charaktere sind spezifische „Erziehungsmethoden“ sinnvoll, die sich aber natürlich im Rahmen des Schulunterrichts nicht durchsetzen lassen. Allerdings bin ich der Meinung, dass im Falle von konkreten und bewussten/beabsichtigten Unterrichtsstörungen seitens der Schüler/innen tatsächliche Sanktionen erfolgen sollten.

    Liebe Grüße
    Claudi

  54. Lieber Sebastian,
    dein Beitrag ist zum Nachdenken Anlass gebend. Die Methode des Lehrers hat scheinbar gewirkt, trotzdem hinterlässt sie bei mir ein bedenkliches Gefühl. Während der Schüler signalisiert, wie gerne er etwas beitragen möchte, wird er vor seinen Mitschülern vom Lehrer ausgeschlossen. Ich finde die „Strafe“ etwas hart, vielleicht auch verletzend. Man sollte nicht vergessen, dass Kinder sensibler sein können. Ich denke die Situation ist davon abhängig, ob es um einen Einzelfall geht oder vielleicht öfter vorkommt. Dementsprechend sollte man entscheiden, ob eine Strafe nötig ist. Es gibt bestimmt Gründe dafür, dass sich SuS beim Melden auffällig verhalten. Man könnte ja hinterfragen, woran es liegt. Möglicherweise hat der Lehrer diesen Schüler (unbewusst?) länger nicht beachtet oder ähnliches. Fehlverhalten muss ja nicht immer vom Schüler selbst ausgehen.

    Viele Grüße
    Aylin

  55. Hallo Sebastian,
    Ich finde den Beitrag sehr interessant. Der Lehrer hat meiner Meinung nach sehr gut reagiert, indem er nur SuS rangenommen hat, die sich auch leise meldeten. Natürlich war er in dem Moment für Anton ärgerlich, aber nur so konnte ihm der Lehrer zeigen, welche Konsequenzen sein Verhalten tragen kann. Würde allerdings sein Störverhalten andere Mitschülern beeinträchtigen, wäre es sinnvoll, wenn der Lehrer es nicht ignoriert. Da es in diesem Falle nicht so o war, hat der Lehrer sehr gut reagiert und somit hat Anton aus seinem Fehler gelernt.
    VG Elham Darwiche

  56. Lieber Sebastian,
    ich finde deine geschilderte Reaktion des Lehrers nachvollziehbar und in einem gewissen Rahmen auch sinnvoll, kleinere Störungen keine Aufmerksamkeit im Klassenraum zu schenken, damit die Aufmerksamkeit der Klasse nicht auf das negative Verhalten gelenkt wird. Durch das Ignorieren der Störung schafft der Lehrer es, dass die Aufmerksamkeit weiter auf den Unterricht liegt und positives Verhalten durch das „Sagen der Antwort“ gelobt wird. Trotzdem muss ich mich meinen Vorredner*innen anschließen und die Frage stellen, wie der Lehrer mit der Situation umgegangen wäre, wenn der Schüler sich nicht über das Verhalten des Lehrers beschwert hätte. Der Schüler wirkt sehr motiviert am Unterricht teilzunehmen. Inwiefern könnte diese Motivation durch das Ignorieren geschwächt werden?
    Liebe Grüße,
    Lina

  57. Guten Tag,
    ich finde die Art, die der Lehrer benutzt hat, etwas un fair, weil viele Schüler sind nicht wie Anton,das heißt nicht so motiviert, dass sie sich immer noch melden auch wenn sie nie genommen werden, und auch nicht sehr mutig um zu den Lehrer zu fragen warum dürfen sie nicht antworten. Meine Meinung nach es wäre total besser und hilfreicher, dass der Lehrer von Anfang an darüber hinweist, dass nur leise Melde angenommen werden. Dabei hätte er die Störung von Antons laute Melder vermeiden können.
    Man sollte direkt angreifen, wenn es nicht zu kontrollieren ist, oder wenn man weißt, dass die Störung eine schlimme zukünftige Reaktion aufbaut

  58. Lieber Sebastian,

    natürlich muss nicht jede Unterrichtsstörung ein Unterbrechen des Handlungsprogramms nach sich ziehen. Dein Beispiel zeigt das sehr eindrücklich. Allerdings hätte die Lehrkraft anders gehandelt oder sogar handeln müssen, wenn der Schüler die Unterrichtstörung fortgesetzt hätte. Oder die Unterrichtsstörung durch Anton wäre sehr exzessiv gewesen. Auch das hätte ein Unterbechen des Handlungsprogramms nach sich gezogen.

    Liebe Grüße

    Karim Hassan

  59. Lieber Sebastian,

    die von dir dargelegte Beobachtung ist wohl eine simple plakative Grundlage für die Effizienz von Zurechtweisungen als Störungsintervention. Vorausgesetzt es besteht bereits ein klarer Regelkanon bezüglich der Art und Weise, wie sich SuS melden sollen, konnte die Lehrkraft negatives und von der gewünschten Norm abweichendes Verhalten somit sanktionieren und den Schüler auf das gewünschte Verhalten hinweisen und demnach eine Verhaltensmodifikation erzielen zum Zweck des Handlungsprogramms. Ich würde es nur besser finden, wenn die Lehrkraft den Schüler bereits vorher initiativ und unmittelbar auf das Fehlverhalten hingewiesen hätte und ihn nicht im „ungewissen Zustand auflaufen lässt“ .

    Lg Onur

  60. Hallo Sebastian,
    deine Beobachtung finde ich sehr spannend, da die Handlung des Lehrers zu dem gewünschten Verhalten geführt hat und das Arbeitsbündnis scheinbar nicht geschädigt hat. Ebenso fand ich sehr gut, dass der Lehrer seine Handlung erklärt hat und der Schüler somit wusste, wie er sein Verhalten anpassen muss.
    Jedoch kann eine offene Zurechtweisung vor der gesamten Klasse auch das Arbeitsbündnis schwächen. Ebenfalls wurde die Begründung für die Sanktion erst nach beschwerde des Schülers erklärt. Ich frage mich wie die Situation weitergegangen wäre, hätte sich der Schüler NICHT beschwert und eine Erklärung eingefordert.

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