„Wie wichtig es ist, jedes Kind als einzelnes Individuum zu betrachten.“

Ein Beitrag von Anna Malin Mangott

Es handelt sich um den Unterricht einer 3./4. Klasse der Klinikschule eines Krankenhauses. Kinder, die sich zur Zeit in psychiatrischer Behandlung befinden, besuchen die Klinikschule vormittags. Sieben Kinder befinden sich insgesamt in der Klasse, jedoch nimmt nicht jedes Kind der Klasse an jeder Unterrichtsstunde teil. Maximal fünf Kinder kann eine Lehrkraft übernehmen.
Ein sehr ruhiger und zurückhaltender Schüler im Alter von 12 Jahren mit diagnostizierten Depressionen besucht seit 2 Wochen die Klinikschule. Die Klassenlehrer der einzelnen Klassen sind dazu verpflichtet, Kontakt zu den Lehrkräften und Klassenlehrer_innen der Heimatschule aufzunehmen. Über ein telefonisches Gespräch soll herausgefunden werden, über welchen Leistungsstand das Kind verfügt und an welche Lerninhalte angeknüpft werden kann.  Die Lehrkraft des genannten Schülers sagt beim telefonischen Gespräch aus, dass der Schüler das schriftliche Multiplizieren nicht beherrsche. Er würde es nicht verstehen und kein Talent dafür besitzen.

So wurde die schriftliche Multiplikation der Punkt, an dem wir versuchten anzuknüpfen. Ich setzte mich mit dem Schüler in einer Schulstunde zusammen. Die Klassenlehrerin sprach mit den restlichen zwei Schüler_innen über ein anderes Thema, während wir uns mit der schriftlichen Multiplikation auseinandersetzten. Da die Klassenlehrerin die Tafel nicht benötigte, schlug ich vor, an der Tafel zu arbeiten. Daraufhin verschlug der Schüler die Arme und weigerte sich. Ich bot ihm die Möglichkeit an, in seinem Heft zu arbeiten, aber auch das verweigerte er. Ich führte einige Minuten lang ein Gespräch mit ihm darüber, warum er nicht an der Tafel und nicht im Heft arbeiten wolle und es stellte sich heraus, dass es ihm auf der Tafel zu groß und wuchtig war und ihn genauso auch das Schreiben in den zu kleinen Kästchen störte.
Also überlegte ich mir eine Alternative, die weder großformatig war, noch kleine Kästchen besaß. Schließlich präsentierte ich ihm das Whiteboard für den Tisch, von dem er begeistert war. Das Whiteboard weckte sofort sein Interesse und wir konnten anfangen. Die gesamte Zeit war der Schüler aufmerksam und motiviert bei der Sache und so begriff er schon nach zwei einfachen Beispielen das Prinzip der schriftlichen Multiplikation. Er durfte zuerst Beispielaufgaben selbst wählen, über die wir dann gemeinsam sprachen und schließlich konnte er von mir gewählte Aufgaben auch selbstständig lösen.
Nachdem er einige Aufgaben mit sichtlichem Spaß gelöst hatte, schlug ich vor, auf kariertes Papier umzusteigen. Ich erklärte ihm dafür, dass wir genau wie beim Whiteboard gemeinsam anfangen werden. Ich erfuhr, dass der Schüler nicht gerne in Kästchen schrieb, weil ihm noch nie erklärt wurde, wie die Zahlen in einem Kästchen stehen müssen. Mit dem gleichen Prinzip gingen wir einige Aufgaben gemeinsam durch, mit dem einzigen Unterschied, dass der Fokus nicht auf dem Lösen der Aufgaben lag – das konnte er ja bereits – sondern darauf, wie man die Aufgaben und ihren Lösungsweg in die Kästchen schrieb. Auch das verstand der Schüler recht schnell und löst seitdem auch andere Matheaufgaben selbstständig in seinem Heft.

Meine Einsichten und Folgerungen

Es handelt sich bei dem Schüler um ein Kind, welches sehr schüchtern ist und dadurch Probleme hat, sich auszudrücken. Die Klassenlehrerin der Heimatschule hat seine Verweigerung als ein Nicht-Können gedeutet, obwohl es lediglich an der medialen Art und Weise lag, weshalb der Schüler die Thematik nicht verstehen wollte.
Für die Arbeit mit zurückhaltenden Kindern ist es wichtig, sie als Individuum zu betrachten und genau zu erkennen, was für die Förderung des Kindes am besten ist. Dies erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kind und seinen Fähigkeiten sowie Bedürfnissen.
Durch das Gespräch, welches ich mit dem Schüler zu Beginn geführt habe, habe ich erkannt, wie wichtig es ist, sich mit jedem Kind einzeln auseinanderzusetzen und jedes als einzelnes Individuum zu betrachten. Mir ist durch diesen Fall klargeworden, dass jedes Verhalten immer wieder andere Ursachen aufweisen kann.
Als zukünftige Lehrkraft möchte ich offen mit meinen Schülerinnen und Schülern umgehen, eine vertraute Beziehung zu ihnen aufbauen und ihnen so verdeutlichen, dass sich die meisten auftretenden Probleme über Kommunikation miteinander lösen lassen. Mir ist außerdem klargeworden, dass Probleme oftmals viel einfacher zu lösen sind als vorerst angenommen. So hat es bei dem beschriebenen Schüler keinesfalls an Fähigkeit gemangelt, sondern lediglich an der Art und Weise der Wissensvermittlung. Es sollten nie die gleichen Erwartungen an alle Schüler_innen gestellt werden, da dadurch leicht Missverständnisse und Barrieren entstehen, die für die Schüler_innen allein nur sehr schwer zu bewältigen sind. Es ist somit wichtig, als Lehrkraft individuell angepasste Erwartungen zu stellen, immer wieder offen für Neues zu sein und sich ehrlich für die Schüler_innen zu interessieren sowie sich intensiv mit ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen.

Meine Anschlussfragen

  • Wird der Schüler weiterhin mit kariertem Papier arbeiten wollen?
  • Wirkt sich die individuelle Arbeit auf seine Motivierung aus und trägt zu seiner Heilung bei?
  • Wird der Schüler zukünftig in der Lage, Bescheid zu sagen, wenn ihm etwas nicht passt?
  • Wie wird sich der Aufenthalt in der Klinikschule auf sein Leben und sein Verhalten in der Heimatschule auswirken?

43 Gedanken zu „„Wie wichtig es ist, jedes Kind als einzelnes Individuum zu betrachten.““

  1. Liebe Anna,

    ich danke dir für diesen wirklich interessanten Einblick. Erstmal finde ich es sehr spannend, dass du dein Praktikum in einer Klinikschule gemacht hast. Ich finde auch, dass es bei der Arbeit mit Kindern so wichtig ist, auf die Bedürfnisse dieser Schüler einzugehen. Sie trauen sich möglicherweise nicht, ihr Problem zu schildern. Der Lehrer seiner Heimatschule hat ihm anscheinend auch nicht das Gefühl gegeben, dass er an ihn glaubt oder sich mal zu ihm gesetzt und ihm geholfen. Das finde ich besonders schade, da man durch deine Herangehensweise sehen konnte, wie viel Potenzial eigentlich in dem Schüler steckt und dass es oftmals daran liegt, dass auf die Probleme der Schüler nicht genug eingegangen wird. Ich finde es schön, dass er das Thema nun verstanden hat und auch, dass du ihm verschiedene Möglichkeiten geboten hast. Diese individuelle Förderung hat, wie man sieht, eine sehr positive Folgerung mit sich gebracht. Man sollte Kinder nie zu etwas zwingen, sondern versuchen, die Ursache für das Problem zu finden. Ich hoffe, dass auch ich solche wertvollen Erfahrungen in meinem Praktikum sammeln kann.

    Liebe Grüße,
    Rosa

  2. Ich finde spannend, wie diese Situation zeigt, dass man nicht sofort erkennen kann, wo das „Problem“ liegt. Meistens liegt etwas ganz anderes hinter Verweigerung und viele Kinder können auch gar nicht richtig artikulieren, woran es für sie gerade scheitert. Das ist ein sehr spannender Fall, über den ich, glaube ich, noch eine Weile nachdenken werde, und für meine Arbeit mit Kindern, im Hinterkopf behalten werde. Das zeigt einfach wie ungemein wichtig es ist, sich wirklich mit den Kindern auseinanderzusetzen und hinter ihr Verhalten zu schauen, zu überlegen und mit ihnen gemeinsam herauszufinden, was für sie das Problem ist.

  3. Liebe Anna,

    danke für deinen interessanten Beitrag. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Schüler weiterhin auf kariertem Papier schreiben wird, da er durch dich den Nutzen erkannt hat und somit seine Abneigung überwunden hat. Ich finde es außerdem schön zu lesen, dass eure Zusammenarbeit ein voller Erfolg war. Auch die schüchternen Schüler benötigen Förderung und Hilfe, was in Klassen mit einer großen Schüleranzahl leider sehr oft untergeht. Die individuelle Arbeit hilft ihm ungemein, da er dich als Bezugsperson sieht und so seine Schüchternheit ablegen konnte. Dein Beitrag zeigt, wie wichtig es als Lehrkraft ist, sich mit allen Schülern tiefgründig auseinanderzusetzen. Mich hätte noch interessiert, wie sich der Schüler in seiner regulären Klasse verhält bzw. wie er von seinen Mitschülern wahrgenommen wird.

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Liebe Anna,
      vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich kann sagen, dass dein Beitrag mich bis jetzt am meisten berührt hat. Du hast mir einen ganz neuen Einblick verschafft und mit deinem Beitrag verdeutlicht, wie wichtig es ist SuS als Individuum wahrzunehmen. Ich bezweifle sehr stark, dass eine Lehrkraft in einer normalen Klasse (bestehend aus ca. 20- 30 SuS) die Zeit dazu gehabt hätte den Schüler individuell zu unterstützen. Das ist eine traurige Erkenntnis, da mal wieder deutlich wird wie groß der Lehrermangel ist.

  4. Liebe Anna,
    Vielen Dank für deinen interessanten Mikroartikel!
    Ich möchte zu Beginn sagen, wie schön ich es finde, wie du mit der Situation umgegangen bist. Du hast dir die Zeit und die Geduld genommen, sich mit ihm und seinen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Deine Vorgehensweise finde ich sehr toll und auch, dass du ihm andere Vorschläge unterbreitet hast, wie ihr die Aufgaben lösen könnten -> du hast nicht aufgegeben. Dadurch hast du erkannt, wo das eigentliche Problem lag -> uns das war nicht seine Unfähigkeit und das fehlende Talent. Ich denke dein Engagement hat ihm sehr geholfen, genauso wie deine Geduld. Du hast ihn als einzelne Person wahrgenommen und hast aktiv nach Lösungen gesucht. Dadurch hat er sagen können, was ihn daran hinderte, die Aufgaben zu bearbeiten. Daraufhin konnte er die Aufgaben lösen und hat Erfolg erfahren. Das hat ihn bestimmt gestärkt und ihm gezeigt, dass er nicht unfähig ist. Es ist wichtig, sich Zeit für jeden Schüler zu nehmen um zu erfahren, warum der/die SchülerIn Probleme hat. Jeder ist individuell und hat versch. Hindernisse, die er überwinden muss. Aus diesem Grund kann man nicht alle Schüler über einen Kamm schären und erwarten, dass jeder den Inhalt versteht, bzw. die gleichen Schwierigkeiten hat. Und sollte man nicht gleich voreilige Schlüsse ziehen und den Schüler als „unfähig“ etc., abstempeln. Doch leider sieht meine Wunschvorstellung in der Praxis mit bis zu 25/30 Schüler in einer Klasse anders aus. Es ist nicht immer möglich sich mit jedem Einzelnen kurz alleine hinzusetzten um zu bereden, wie man Helfen und Unterstützen kann.
    Deswegen würde mich es interessieren, wie ich jedem Schüler in der Klasse gerecht werden kann? Wie kann ich jeden individuell Unterstützen?

    Liebe Grüße,
    Alicia

  5. Hallo Anna Malin,
    ich finde es super spannend, dass du dein Praktikum in einer Klinikschule absolviert hast. Als angehende Sonderpädagogin wäre das ja prinzipiell ein passendes Arbeitsfeld. Danke für die Inspiration.
    Deine zukünftige Vorstellung als Lehrerin finde ich toll. Ich denke auch, dass der Schlüssel zu jedem SuS in einer guten Beziehung/ Arbeitsbündnis zwischen Lehrkraft und SuS liegt. Dabei ist es auch meiner Meinung nach äußert wichtig jeden Schüler und jede Schülerin individuell kennen zu lernen, um den Umgang und die Arbeitsaufträge angepasst zu gestallten.
    Zu deiner Anschussfrage: Ob die Motivierung sich auf seine Heilung auswirkt? Ich denke JA, es wirkt sich auf seine Heilung aus. Erfolgserlebnisse bescheren ein gutes Gefühl und das braucht jeder Mensch und Gesund zu werden und zu bleiben.
    LG Nathalie

  6. Liebe Anna,
    vielen Dank für deinen Blogeintrag!
    Zu allererst finde ich überaus vorbildlich, wie du in dieser doch komplizierten Situation gehandelt hast, denn ich wüsste glaub ich nicht, wie ich zuerst reagieren hätte sollen. Daher toll, dass du so gut gehandelt hast und sogar selbst die Lösung für die Situation gefunden hast und den Schüler so toll motivieren konntest, dass er nun an der Aufgabe Spaß hat. Nur durch individuelles Betrachten des Schülers hast du das Problem entdeckt, welches als Unfähigkeit oder mangelnde Intelligenz von anderen Lehrern eingestuft wurde aber tatsächlich nicht der wahre Grund dafür war. Du sagst es in der Tat, dass jeder Schüler als eigenes Individuum betrachtet werden sollte und jeder Schüler auch damit eigene Probleme und Bedürfnisse hat, mit denen man richtig umgehen muss.
    Jedoch ist das Wunschdenken oder eher sehr schwer umzusetzen, da bei einer normalen Klasse bis zu 30 Schüler oder sogar mehr, man normalerweise nicht die Zeit hat, sich jeden einzelnen Schüler individuell anzugucken und die Bedürfnisse daran anzupassen, weil das einfach an der Kapazität mangelt und auch einfach an Zeit.
    Nichtsdestotrotz finde ich schön, dass du diesen Entschluss gezogen hast und daraus lernen konntest.

    Liebe Grüße
    Jaimee

  7. Liebe Anna,

    danke für diese wirklich wichtige Message. Ich habe auch bereits mehrmals erfahren, dass eine Lehrkraft hinter jedem Verhalten eine individuelle Ursache suchen und sehen muss. Bei vielen Lehrkräften passiert es aber leider, dass die naheliegendste oder einfachste Ursache angenommen wird, die der Lehrkraft weniger Arbeit machen. Ich habe bei meiner Arbeit schonmal eine sehr schüchternde Schülerin betreut, die von keiner*m Psychologe*in oder Pädagoge*in aus ihrer Schale herausgelockt werden konnte. Die Lehrkräfte nahmen also an, dass sie einfach so ist und nicht am Unterricht teilnehmen möchte. Sie wurde mehr oder weniger aufgegeben von den Lehrer*innen.

    Doch nach einigen Wochen Förderung stellte sich heraus, dass sie mit mir sehr gut umgehen konnte und sich auch öffnete. Die Ursache dafür war nach ein paar Wochen gefunden – sie hatte Angst vor Knöpfen, die alle Lehrkräfte offen an Hemden, Kleidern oder Blusen trugen. Ich hingegen hatte nirgendwo an meiner Kleidung sichtbare Knöpfe.

    Das hat mit gelehrt, dass es wirklich für alles eine Ursache gibt egal wie verzwickt es ist sie herauszufinden.

    Liebe Grüße, Chiara.

  8. Hallo,
    das ist tatsächlich ein interessanter Bericht, der zeigt das angebliches Nicht-Können viele verschiedene Ursachen haben kann. Es ist wichtig sich mit jedem einzelnen Kind auseinander zu setzen um festzustellen wo seine Schwierigkeiten liegen. Denn wie dieses Beispiel zeigt liegt es nicht immer am Lernstoff selbst, sondern an der Aufbereitung, an den Materialien oder anderem. Die Kunst ist für jeden einen gangbaren Weg zu finden. Das erfordert viel Zeit und Einfühlungsvermögen, allerdings ist es die Mühe wert, weil die Alternative Misserfolg und Frustration wäre. Ich denke es ist wichtig den Kindern zu vermitteln das man sie unterstützen möchte und viele verschiedene Wege finden kann dies zu tun.
    Es heißt zwar immer man muss alle Kinder gleich behandeln, aber das stimmt nur bedingt. „Gleichwertig“ ja aber nicht „gleichartig.“

  9. Danke für diesen Bericht,
    es bedarf zusätzlich zur Empathie einer sehr gute Ausbildung, denn hier handelt es sich um einen Schüler mit psychischen Erkrankungen. Dass maximal 5 SuS von einer Lehrkraft übernommen werden, finde ich optimal, wenn auch noch weniger besser wäre… Die Klassenlehrerin der Heimatschule erscheint mir da zu wenig sensibilisiert und auch (darauf bezogen) wenig kompetent, was ihr aber nicht anzukreiden ist.
    Ich finde es klasse, wie Du mit verschiedenen Methoden versucht hast, sein Interesse zu wecken. Jeden Kind als Individuum betrachten und sich die Zeit nehmen zu können, halte ich für ein Ideal, für das aber auch Rahmenbedingungen, Kosten, Kapazitäten geschaffen werden bzw vorhanden sein müssen.

  10. Der Blog hat mich sehr bewegt. Den einzelnen Schüler zu fragen erscheint einfach, geschieht wie das Beispiel zeigt jedoch nicht immer.
    Dein Interesse, seine Perspektive zu verstehen, mit ihm zu reden und eine Lösung anzubieten, hat dazu geführt, dass der Schüler etwas lernen konnte und hoffentlich auch die Erfahrung machen konnte, eigene Bedürfnisse äußern zu können.
    Es wirft mir weitere Fragen auf: Wird auf soziale emotionale Bedürfnisse der SuS in einer Schule genügend eingegangen? Gibt es genügend Zeit und Schutzraum mit einem Kind zu sprechen? Wie viel Druck kann für einzelne SuS durch die schulischen Normen entstehen, wenn er oder sie sie nicht verstehen? Gibt es den Raum in der Schule, über eigene Bedürfnisse zu sprechen?

  11. Liebe Anna,
    vielen Dank für den tollen Blogbeitrag.
    Zunächst fand ich es total interessant, dass du in einer Klinikschule warst, um dort dein Praktikum zu machen.
    Ich fand den Einblick in die Stunde großartig. Du konntest durch dein Beispile mit der Tafel, dem karierten Papier zeigen, dass es ogt an anderen Dingen liegt, dass Kinder sozusagen „schlecht“ in etwas sind. Es ist erstaunlich, dass der Junge am Whiteboard so toll gerechnet hat und es im Grunde vorher nur daran lag, dass er nicht wusste wie er das karierte Papier nutzen soll.
    Anscheinend sind es manchmal wirklich die kleinen Dinge, die helfen können. Jedoch stelle ich es mir in der „Regelklasse“ sehr schwer vor, ein so intesives Lernsetting zu erreichen, wie in der Klinikschule. Leider gehen durch die immens großen Klassen viele wichtige Dinge unter und auch der Unterricht kann nicht so intesiv stattfinden, wie in der Kleingruppenbetreuung.
    Als Fazit habe ich auf alle Fälle mitgenommen, das auch (v.a. für mich selbstverständliche) Dinge (Materialen, Arbeitsanweisungen) gut erklärt werden müssen.
    Viele Grüße
    Nicole

  12. Super! Dein kreativer Umgang mit dem Problem ist wirklich bemerkenswert. Natürlich ist die Voraussetzung für eine so individuelle Betreuung selten gegeben. Dennoch zeigt dein Beispiel ganz deutlich, dass es wichtig ist alle SuS individuell zu betrachten. Zu wissen, wo es Probleme gibt und gemeinsam eine Lösung zu finden. Dass die Heimatschule voreilig auf ein fehlendes Talent geschlossen hat ist traurig und wahrscheinlich öfter Realität als man denkt.

  13. Hey,
    vielen Dank für deinen sehr interessanten Beitrag. Es hat mich gefreut von deinen Erfahrungen lesen zu können.
    Aus dem Sport sowie diversen Praktika ist mir die beschrieben Situation bekannt. Kinder geben schnell auf, wenn sie nicht wissen wie die Aufgaben bewältigt werden sollen bzw. wenn es diverse andere Schwierigkeiten gibt. Dabei trauen sie sich auch nicht sich zu öffnen und irgendetwas zu sagen. Besonders in solchen Situationen ist eine Bezugsperson wichtig, die mit dem Kind reden kann und der Ursache auf den Grund gehen kann. So können mögliche Schwierigkeiten oder Probleme gelöst werden und das Kind macht bessere Fortschritte.

  14. Liebe Anna,
    vielen Dank für deinen Beitrag und großen Respekt für deinen Einsatz! Es ist manchmal nicht einfach für (junge und alte) Menschen, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren. Eine einfühlsame Art zu finden, die ebendieses ermöglicht, bedeutet schon sehr viel. Ich finde es faszinierend zu lesen, welche Bedürfnisse der Schüler hat, die schlicht und einfach an seiner Heimatschule übersehen wurden. Es ist gut, wenn gerade diese in der Klinikschule thematisiert werden können. Dass er durch Einwenden und Zuhören wieder arbeiten konnte, finde ich sehr bewegend. Ich wünsche mir, dass wir deine Bereitschaft zur Kommunikation und deine offene Haltung auch in die Schulen nach draußen tragen können. Schulen müssen unbedingt die emotionalen Bedürfnisse von Schülern ernst nehmen und ihnen allen nötigen Raum geben. Denn die ersten Verbündeten der Lehrer sind doch die Schüler!

    Herzliche Grüße
    Nikolaj

  15. Hallo,
    deine einfühlsame Art auf das Kind einzugehen ist wirklich sehr toll. Dein Beitrag zeigt, dass das „Nicht-Können“ bei Kindern oft auf Unsicherheit zurückzuführen ist. An dieser Stelle bedarf es von seitens der Lehrkraft eine Sensibilität, dies zu erkennen und die Unsicherheiten zu beheben. Kinder können dies eventuell auch noch nicht selbst einschätzen und sind dann auf die Unterstützung der Lehrkraft angewiesen.
    Natürlich ist die Situation einer Eins -zu- Eins-Betreuung in einer Klasse mit bis zu 30 Kindern selten gegeben. Hier ist dann der Beobachtungsauftrag einer Lehrkraft noch mehr gefordert.

    Liebe Grüße
    Samira

  16. Liebe Anna,
    dein Beitrag hat mich wirklich interessiert und auch verwundert. Oft denkt man nicht daran, dass es manchmal kleine (auf den ersten Blick unbedeutsame) Dinge sind, die für einen Schüler oder eine Schülerin viel ausmachen können. Auch finde ich deine Einsicht, dass jeder Schüler, jede Schülerin ein Individuum ist, sehr wertvoll, denn als Lehrkraft muss man akzeptieren, dass man SuS nicht in eine gewollte Form pressen kann, so wie man sie gerade haben will, sondern, dass jeder verschieden ist und man sie auf ihre Art akzeptieren muss. In einer großen Klasse ist das manchmal vielleicht nicht gerade einfach, aber dennoch muss man versuchen auf die Bedürfnisse eines jeden einzelnen einzugehen.
    Liebe Grüße
    Roxane

  17. Hallo, das ist ein spannender Bericht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass im normalen Unterricht nur wenige Lehrer*innen auf die Idee kommen würden einem Schüler der Heft und Tafel ablehnt noch eine dritte Möglichkeit zu suchen. Viele würden sich wahrscheinlich eher in Ihrer Position versteifen, dass es nur die Optionen gibt und der Schüler sich nicht so haben soll. Da zeigt die Geschichte sehr gut, dass man immer probieren sollte mit oder sogar für den Schüler zu arbeiten, auch wenn man selbst vielleicht zunächst noch gar nicht versteht, warum die Tafel oder das Heft jetzt problematisch sein soll.

  18. Liebe Anna,
    es ist sehr interessant zu lesen, wie Kinder in Klinikschulen unterrichtet werden. Meiner Meinung nach ist eine kleine Klasse für viele Kinder ein toller Ansatz, um auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Dass Klassen nicht mit 30 SuS vollgestopft werden sollten, zählt dementsprechend in meinen Augen auch für Regelklassen.
    Ich finde es beeindruckend, dass du nicht aufgegeben und es als „Nicht-Können“ abgetan hast, dass der Schüler sich verweigern wollte. Deine Ausdauer und Mut zeigen, dass oft etwas dahinter steckt, wenn Kinder per se keine Motivation zu etwas haben. Der Schüler ist dir sicher dankbar, dass du dir die Zeit genommen hast und er wird sicher weiterhin versuchen, das Karopapier zu benutzen, da er es ja jetzt zu benutzen weiß.

    Liebe Grüße, Kaija

  19. Liebe Anna,
    Deinen Bericht finde ich sehr eindrücklich, er regt echt zum Weiterdenken an!
    Es ist wirklich gut, wenn diese Möglichkeit besteht, sich viel Zeit für einen einzelnen Schüler zu nehmen. Es ist echt interessant, auf welche unterschielichen Aspekte seine Schwierigkeiten bei dem Rechnen zuruckzuführen sind.
    Ich nehme für mich auf jeden Fall mit, wie wichtig es als Lehrkraft ist, sich nicht mit dem bloßen Leistungsvergleich in der Klasse zufrieden zu geben. Zu erkennen, dass ein Schüler oder eine Schülerin auffällig große Probleme beim Bewältigen einer Aufgabe hat, ist nur der erste Schritt. Wichtig ist es dann, dass in der Lehrkraft die Fragen aufkommen, welche weiteren Hintergründe die derzeitige Situation des Schülers oder der Schülerin beinflussen. Es ist herausfordernd, die Perspektive der Schüler einzunehmen, wie ihre Sicht auf die Bewältigung der Aufgaben ist und woran sie ganz persönlich zu kämpfen haben.

  20. Liebe Anna,

    Dein Blogbeitrag hat mich gerührt. Ich finde sowohl deine Vorgehensweise als auch deine Schlussfolgerung daraus wirklich toll. In deinem Beitrag wurde deutlich, dass du behutsam und vor allem interessiert an das problematische Verhalten des Jungen herangegangen bist. Die reine Frage “Woran liegt es, dass das Kind gerade nicht mitmachen möchte oder mitmachen kann?” braucht meiner Meinung nach Geduld und Aufmerksamkeit und ich glaube, daran mangelt es im “normalen” Unterricht sehr häufig. Natürlich ist es kaum möglich, sich in einer klassischen Unterrichtsstunde jedem Kind ausführlich zu widmen, das heißt jedoch nicht, dass Schwierigkeiten einfach als Inkompetenz abgestempelt werden dürfen. Ich habe mich auch schon das ein oder andere Mal gefragt, wie ich später als Lehrerin dem unterschiedlichen Wesen aller Kinder gerecht werden kann- ich glaube, das ist eine Riesen-Herausforderung…
    Nochmal zu deinem Beispiel und deinen Fragen vom Ende. Ich glaube, dass eine solche Erfahrung auch für den Schüler sehr wertvoll ist, da er merkt, dass jemand Interesse an ihm zeigt, dass man Probleme gemeinsam angehen und lösen kann und vor allem, dass Kommunikation (in einer Schüler-Lehrer-Beziehung) sehr wichtig ist und hilft.

    Liebe Grüße,
    Hannah 🙂

  21. Klinikschule musste ich erst mal googlen. Interessanter und wichtiger Beitrag. Es zeigt, wie wichtig es eigentlich ist, sich intensiv mit jedem/r Schüler*in individuell auseinander zu setzten. Viele Probleme wäre weniger tiefliegend, wenn schon früh eine Ursache erkannt werden könnte. Aber leider ist dies im Schulalltag mit vielen SuS in der Klasse oft nicht möglich. Wie schön von deinem Erlebnis zu lesen. Als Lehrkraft kann man so viel im Leben eines SuS verändern.

  22. Liebe Anna,
    durch deine aufmerksame Art hast du den Schüler genau dort auffangen können, wo er es benötigt hat. Anstatt zum Beispiel zu meckern oder zu drohen weil er die Mitarbeit verweigert, hast du dich auf die Suche nach dem warum begeben. Dieses sensible Verhalten von dir, hat dazu geführt, dass er mitgearbeitet hat und etwas neues gelernt hat, was das Selbstbewusstsein eines jeden Schülers stärkt. In seiner regulären Schule ist er höchstwahrscheinlich regelmäßig übersehen worden und das hast du nicht gemacht, ich denke das war für ihn ein sehr tolles Gefühl. Das mit der Klinikschule fand ich auch total interessant, ich wusste gar nicht das es so etwas gibt. Toller Beitrag
    Liebe Grüße
    Ganina

  23. Liebe Anna,

    Deine Schilderungen hat mir noch einmal deutlich gezeigt, wie wichtig die Differenzierung im Unterricht ist da jeder Schüler anders ist und unterschiedlich lernt sowie verschiedene Vorlieben hat. Es ist auch wichtig diese zu kennen, um die einzelnen Schüler angemessen und effizient fördern zu können. Es lohnt sich auch, sich die Zeit zu nehmen, die nötig ist, jeden Einzeln Schülern kennenzulernen, so dass jeder ihre volles Potential entfalten kann. Die SuS fühlen sich auch wertgeschätzt, wenn die Lehrkraft den SuS individuell Aufmerksamkeit schenkt und sich Mühe gibt, die richtigen Mittel und Wege zu finden, um sicher zu stellen wie Ihre SuS am besten lernen. Das fördert neben Wertschätzung auch die Motivation und das Selbstvertrauen der SuS, was wiederum dazu führt, dass Sie in ihrem eigenen Tempo, und auf ihrem eigenen Weg lernen können und dabei von der Lehrkraft unterstützt werden und sich akzeptiert fühlen.

    LG

    Seda Boran-Krüger

  24. Hallo,
    danke für diesen interessanten Beitrag. Ein Praktikum an einer Klinikschule klingt sehr interessant. Sehr schön zu lesen, wie die individuelle Beschäftigung mit dem Schüler zum Lösen des Problems beigertagen hat. Die Lehrkraft in der Heimatschule hat vielleicht aufgrund der SuS Menge es nicht geschafft bei dem schüchternen Kind nachzufragen. Kleinere Klassen halte ich für sehr wichtig für das Verhältnis zwischen SuS und Lehrkraft und sehe in großen Klassen ein großes Problem für die Geduld der Lehrkraft und das Empfinden gesehen zu werden von den SuS.
    Grüße
    J

  25. Liebe Anna,
    ich finde das von dir gewählte Beispiel sehr interessant. Es ist gut zu erkennen, dass es ziemlich wichtig ist die Schülerinnen und Schüler nicht alle über einen Kamm zu scheren und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lerngeschwindigkeiten einzugehen, damit sie etwas lernen und verstehen.
    Ich stelle es mir allerdings schwierig vor, in einer Klasse von etwa 20 SuS auf alle Bedürfnisse einzugehen. Aber auch dafür muss man einen Weg finden, um jedes einzelne Kind individuell, immerhin ansatzweise, zu verstehen und somit jedem Individuum gerecht zu werden.
    Danke für deine Eintrag,
    Sarah

  26. Hallo Anna,
    deine Erfahrung hat mir gezeigt, dass Frontalunterricht in großen Lerngruppen herausfordernd für Lehrer/innen und Schüler/innen gleichermaßen ist, sobald „jemand aus der Reihe tanzt“. Eine Lösung ist sicherlich, dass es die Möglichkeit außerhalb des „regulären“ Schulunterrichts gibt Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen. Es ist jedoch auch schade, dass der Schüler die Erfolge an seiner Heimatschule nicht direkt erleben konnte.
    Beste Grüße
    Nick

  27. Liebe Anna,
    ich finde deinen Eintrag sehr interessant und spannend. Ich muss sagen, dass ich großen Respekt davor habe, dass du an solch einer Schule warst und dort du den Unterricht verfolgt und geholfen hast. Es ist sicherlich gerade psychisch sehr anspruchsvoll mit diesen Kindern zu arbeiten. Allerdings stelle ich mir auch vor, dass es sehr viel Spaß macht und es toll ist die Entwicklung der Kinder zu beobachten. Du hast natürlich viel mehr Zeit auf diese Kinder einzugehen und ihnen zu helfen. Das ist an einer „normalen“ Schule nicht möglich.
    Dein Beitrag zeigt aber auch, wie einfach es ist, manchen Schülern zu helfen. Seine Angst war doch so simpel aber für ihn extrem schwer und belastend. Und du hast seine Ängste ihm genommen und ihn wieder ein Stück weiter gebracht. Ich denke, dass er nun weiter in seinem Heftchen schreiben wird. Auch die individuelle Arbeit hilft im sicherlich und ist förderlich für seine Entwicklung. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob er in Zukunft bei Problemen solcher Art, der Lehrkraft seine Ängste mitteilen wird. Und wie sich sein Verhalten in einer größeren Gruppe entwickeln wird, ist für mich ebenfalls unklar und muss beobachtet werden.
    Ich danke dir für deinen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Marius

  28. Hallo,

    ich finde es sehr beeindruckend das du dich für ein Praktikum an dieser speziellen Schule entschieden hast. Zudem empfinde ich es als sehr wichtig die Schüler nicht in Kästchen (können, nicht können) zu stecken, da so etwas oft zu Missverständnissen und zu Motivationslosigkeit führen kann. Man sollte allerdings auch nicht zu viel Aufmerksamkeit oder Zeit während des Unterrichts für einen Schüler verwenden, stattdessen könnte man ein privates Gespräch mit diesem Schüler führen. Dies gilt natürlich für unspezialisierte schulen (Gymnasien, Oberschulen). Ich denke das Schüchternheit keine Krankheit ist, sondern eine Charaktereigenschaft und man diesem Schüler auch genau das vermitteln sollte, damit meine ich das man solchen Schülern den Rat gibt, mit der Lehrerin sprechen zu können ohne es, vor der gesamten klasse machen zu müssen. Jeder Mensch hat Stärken sowie schwächen die man zu positiven nutzen kann, wenn man sie Ersteinmal akzeptiert.

  29. Liebe Anna, vielen Dank für den interessanten Einblick in deine Erfahrung beim Praktikum. Erstmal möchte ich sagen, wie beeindruckt ich von deiner Herangehensweise an die Problemlösung bezüglich des Schülers bin. Des Weiteren, halte auch ich es für äußerst wichtig, jede einzelnen SchülerInnen als Individuum zu betrachten und somit diese auch so zu behandeln. Außerdem, stimme ich dir zu, dass Kommunikation der Schlüssel für viele Probleme ist, welches man unbedingt den SuS vermitteln sollte. Ich denke, dass der Schüler durch deine tolle Hilfe weiterhin probieren wird die Aufgaben auf karierten Blättern zu lösen und auch, dass die individuelle Arbeit sich positiv auf seine Motivation auswirken wird. Des Weiteren, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dies auch zu seiner Heilung betragen kann.

  30. Liebe Anna,
    Dein Eintrag behandelt ein sehr spannendes Thema. Es ist immer wichtig auch direkt auf die Kinder zuzugehen. Manche trauen sich nicht vor der ganzen Klasse ein Problem anzusprechen, da sie Angst vor der Reaktion der Klasse haben, da diese das Thema eventuell schon verstehen. Es ist auch oft gut einzeln oder in kleinen Gruppen zu arbeiten, in der die Schüler noch ein Problem mit dem bestimmten Thema haben. In einer kleinen Klasse wie dieser ist es natürlich einfacher sich um die einzelnen Bedürfnisse zu kümmern, in einer Klasse von 30 Schülern sieht dies allerdings schon wieder anders aus.
    Es war allerdings schön zu hören, dass der Schüler es dann direkt verstanden hat, als man ihn mitreden lassen hat. Da hatte er dann auch direkt mehr Interesse an der Arbeit.

    Liebe Grüße
    Luisa

  31. Liebe Anna,
    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Ich finde du hast die Sache sehr gut gelöst und eine gute Lösung für den Schüler gefunden.
    Ich denke aufgrund dem hohen Lehrermangel ist es schwer sich intensiv mit jeder Schülerinnen/ jedem Schüler individuell auseinander zu setzen und dabei auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse einzugehen. Jedoch hat deine Erfahrung gezeigt, dass das entscheidende Punkte sind um über ein Kind zu urteilen und mit ihnen zu lernen.
    Ich fand es sehr schön, dass das Kind nach dem du dich intensiv mit ihm beschäftigt hast, die Aufgaben verstanden hat. Außerdem konnte das Kind seine schüchterne Art ausblenden und hat dich dir geöffnet. Somit ist es dir sehr gut gelungen auf seine Bedürfnisse einzugehen.
    Als Lehrkraft ist es wichtig jedes Kind als ein Individuum zu betrachten und alle Probleme mit einer aufgebauten Beziehung zu lösen.

  32. Liebe Anna,
    wie du mit der Situation umgegangen bist, finde ich sehr gut. Du hast dem Schüler zugehört, um sein Problem feststellen zu können. Schade finde ich, dass die Lehrkraft der Heimatschule nicht das Problem des Schülers herausfinden wollte, sondern einfach sein Verhalten für Desinteresse und Nichtkönnen abgestempelt hat. Natürlich kann man in einer Klasse mit 20-30 Schülerinnen und Schüler nicht unbedingt auf jeden achten, jedoch könnte man den Schüler zur Seite nehmen, um herauszufinden, woran er gerade scheitert. Oder die Lehrkraft könnte auch im Gespräch mit der Kliniklehrerin darauf hinweisen, dass sie keine Zeit zum Erschließen des Problems hatte. Aber nichtsdestotrotz finde ich es sehr schön, welche Zwischenlösung du mit dem Whiteboard gefunden hast. Auf deine Frage bezogen, ob die individuelle Arbeit sich auf die Motivation des Schülers auswirken kann, bin ich der Meinung, dass es auf jeden Fall dazu beiträgt. Da du dir Zeit für den Schüler genommen hast und ihn auch für die Aufgabe interessieren konntest, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Man weiß zwar nicht genau, wie sich sein Verhalten ändern könnte oder ob er bei zukünftigen Problemen sich äußern wird, aber du hast auf jeden Fall eine Kleinigkeit zum Nachdenken gegeben.
    Viele Grüße
    Mareike

  33. Liebe Anna,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Mir war zunächst mal gar nicht bewusst, dass in Kliniken auch unterrichtet wird und es ist natürlich umso spannender da einen Einblick zu erhalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr viel schwieriger ist, in einer solchen Einrichtung zu unterrichten. Mit der Situation, die du beschrieben hast, bist du aber meiner Meinung nach sehr gut umgegangen, hast echt viel Geduld bewiesen und dem Schüler damit bestimmt sehr weitergeholfen. Es ist natürlich ein Problem, dass man als Lehrkraft sich nicht immer mit jedem Schüler individuell beschäftigen kann und so dann Arbeitsverweigerung schnell als Nicht-Können gewertet wird. Dazu hat man in den normalen Klassen, also mit 25 bis 30 Schülern und nur einer Lehrkraft aber auch gar nicht wirklich die Zeit. Umso schöner ist es dann, dass es in solchen Einrichtungen, wo die Schüler wahrscheinlich mehr individuelle Betreuung benötigen, diese auch bekommen können.
    LG
    Marijke

  34. Liebe Anna,
    Du hast einen guten Weg gefunden, um dem Schüler zu helfen und sein Interesse zu wecken. Ich stimme dir auf jeden Fall zu, man sollte jedes Kind als Individuum betrachten und versuchen zu verstehen, warum sie sich benehmen, wie sie sich benehmen. Am besten wäre es, wenn man mit jedem Schüler und jeder Schülerin eine persönliche Beziehung aufbauen könnte, um sie oder ihn bestmöglich fördern zu können. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn in größeren Klassen ist es schwer für jedes Kind genug Zeit zu finden. Man kann sich schließlich nicht nur mit einem Schüler beschäftigen, während gleichzeitig auch 25 andere Schüler*innen im Raum sind und ebenfalls Aufmerksamkeit brauchen. Ich stelle es mir schwierig vor jeden Schüler persönlich gut kennenzulernen und dabei auch nicht die anderen zu vernachlässigen.

    Liebe Grüße
    Zita

  35. Liebe Anna,
    Ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Es ist tatsächlich so, dass viele Kinder falsch von Lehrern eingeschätzt werden, da sie oft vergessen, das nicht alle Kinder gleich sind. Es wird oft nicht nachgeschaut wo das Problem liegt, sondern nur auf die Arbeit der Kinder geachtet. Es gibt sehr viele Kinder, die sich nicht trauen was zu sagen und dadurch falsch eingeschätzt werden. Ich glaube, wenn der Schüler weiterhin die Aufmerksamkeit bekommt, die er von dir bekommen hat, wird er offen über seine Probleme reden können. Ich finde es sehr schöntue du auf diesen Schüler eingegangen bist. Ich hoffe sehr, dass ich ebenfalls in meinem Praktikum solche tollen Erfahrungen sammeln kann.
    LG Elham Darwiche

  36. Liebe Anna,

    Danke für deinen interessanten Blogbeitrag! Wahrscheinlich hätte nicht jeder so eine Geduld wie du, um herauszufinden wo genau das Problem bei diesem Schüler lag. Ich finde es schön, dass es so geduldige Menschen gibt. Ich denke ich hätte genau so gehandelt wie du. Bei fünf Schülerinnen und Schülern (SuS) sollte es wohl besser funktionieren, die individuellen Bedürfnisse der SuS herauszukristallisieren. Dies fällt in einer normalen Klasse von vielleicht 25-30 SuS wohl etwas schwerer, weshalb ich es als wichtig erachte, diesen SuS die Möglichkeit zu bieten, an solchen Formaten (Unterricht mit ca. fünf Schülern) teilnehmen zu können, wenn sich dies positiv auf ihre Leistungen und ihr Selbstwirksamkeitskonzept auswirkt.

    LG Dominique

  37. Danke für den coolen Beitrag.
    Ich finde den Punkt, den du ausführst sehr interessant und sehr wichtig zu beleuchten.
    Ich finde es richtig schön zu hören, dass du dieses learning so früh hattest und wir auch die Situation kennenlernen können.
    LG

  38. Liebe Anna,
    Vielen Dank für den einsichtsvollen und interessanten Bericht!
    Ich finde es übrigens spannend, dass du an einer Klinikschule das Praktikum machen konntest.
    Man sieht an den Kontrast zwischen den Kommentaren der Klassenlehrerin an der Heimatschule und das Geschehen mit dir, dass es sehr leichtfällt, Situationen falsch zu interpretieren, bzw. ein Defizit hineinlesen, wo eine andere Thematik wirkt. Dein Umgehen finde ich vorbildlich, also wie du mit einem Gespräch herausfinden konntest, was der Schüler gehemmt hat – und dass es nicht um ein Verständnismangel des Stoffes ging. Das geht natürlich nur, wenn man dafür offen ist, und nicht im eigenen Kopf fertigen Labels verteilt, die eigentlich nicht mit der Situation zu tun haben. Und natürlich auch, wenn man die Zeit dafür nimmt. Die Überschrift deines Mikroartikels gefällt mir sehr gut, denn damit gehst du an dem Kern der Sache.
    Ich hoffe, dass ich mit so einer Herangehensweise auch arbeiten werde, selbst wenn in größeren Klassen. Denn ja, jedes Kind ist ein einzelnes und ein ganzes Individuum und es gibt keine „one-size-fits-all“-Formel um Ereignissen zu erklären oder Probleme zu lösen.
    Liebe Grüße
    Elo

  39. Hallo Anna,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag! In der von dir beschriebenen Situation kann man gut erkennen wie unterschiedlich Einschätzungen von verschiedenen Lehrkräften sein können und was für Konsequenzen aus Fehlinterpretationen hervorgehen können. Ich fand es wirklich schön mit wie viel Hingabe und Zuversicht du dich dem Kind genähert hast, um am Ende sogar ein Teil des Problems zu lösen.
    Liebe Grüße
    Amelie

  40. Liebe Anna,

    deinen Bericht fand ich sehr interessant und rührend. Ich war froh, zu lesen, dass ihr herausfinden konntet, wo sein eigentliches Problem lag. Ebenfalls konnte man daraus gut sehen, inwiefern es Kinder beim Lernen beeinträchtigt, wenn sie unter psychischen Krankheiten leiden und wie wichtig es ist, ihnen daher noch mehr Verständnis und Hilfe zu schenken. Ich hoffe, dass seine Lehrerin in der Heimatschule das auch merken konnte und ihm dadurch ein besseres Lernen ermöglicht werden konnte.

  41. Liebe Anna,
    danke für diesen interessanten Beitrag. Ich finde es sehr spannend , dass du dein Praktikum in einer Klinikschule gemacht hast und ich denke, dass man dort als Lehrer*in, trotz weniger Schüler*innen, vor einigen Herausforderungen steht. Zudem finde ich es schön, dass du dir erst einmal die Zeit genommen hast dem Schüler zu helfen, um das Problem bei seiner Arbeitsverweigerung herauszufinden. Auf die Idee, dass ihn die Kästchen stören, wäre ich nicht gekommen. Deshalb ich finde es umso wichtiger, dass man wirklich auf jede/n Schüler*in individuell eingehen sollte und ihn nicht gleich als „talentlos“ oder Ähnliches abstempeln sollte.
    Liebe Grüße
    Anne

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