{"id":454,"date":"2020-03-31T11:19:46","date_gmt":"2020-03-31T09:19:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/?p=454"},"modified":"2023-04-21T14:17:57","modified_gmt":"2023-04-21T12:17:57","slug":"dabei-stellte-sich-heraus-dass-kein-schueler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/dabei-stellte-sich-heraus-dass-kein-schueler\/","title":{"rendered":"\u201eDabei stellte sich heraus, dass kein Sch\u00fcler die genaue Aufgabenstellung verstanden hatte.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Beitrag von Friederike L.<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen meines Orientierungspraktikums hospitierte ich zwei Unterrichtsstunden im \u201eThemenbezogenen Unterricht\u201c (TZU), in dem zurzeit Physik der Schwerpunkt ist. Die Klasse ist jahrgangs\u00fcbergreifend zusammengesetzt (Jahrgangsstufen 7 bis 10). Im TZU wird den Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit geboten, ein Thema aus verschiedenen Perspektiven und fach\u00fcbergreifend zu bearbeiten. In dieser Stunde waren 23 Sch\u00fcler*innen (SuS) anwesend.<br \/>\nZum Anfang der Stunde fasste der Lehrer kurz den Inhalt der letzten Stunde, ein Struktogramm zum Thema Elektrizit\u00e4t, zusammen. Im Anschluss leitete er die neue Aufgabe an, indem er erkl\u00e4rte, dass die Aufgabe in 2er-Gruppen bearbeitet werden sollte, die die SuS selbstst\u00e4ndig bilden sollten. Es entstand Unruhe, da die SuS aufstanden und sich einen Partner suchten. <!--more-->Als der Lehrer sich erkundigte, ob alle einen Partner gefunden haben, rief ein Sch\u00fcler (Bastian, <em>Name ge\u00e4ndert<\/em>) durch die Klasse: \u201eLinus (<em>Name ge\u00e4ndert<\/em>), wollen wir zusammen machen?\u201c Da Linus jedoch aus Erfahrung wusste, dass man mit Bastian nicht effektiv zusammenarbeiten kann, stimmte er erst nach l\u00e4ngerem Z\u00f6gern zu. Der Lehrer fragte w\u00e4hrenddessen noch ein zweites Mal, ob nun alle einen Partner h\u00e4tten, erhielt aber immer noch keine Antwort. Daraus schloss er, dass alle einen Partner h\u00e4tten und versuchte die SuS zur Ruhe zu bringen, was ihm nicht ganz gelang. Trotzdem fing er an, die neue Aufgabe zu erkl\u00e4ren. W\u00e4hrenddessen stellte sich heraus, dass f\u00fcnf SuS noch keinen Partner hatten. Der Lehrer unterbrach seine Erkl\u00e4rung und teilte die restlichen SuS in eine 2er- und eine 3er Gruppe ein, da ihm erst zu diesem Zeitpunkt die ungerade Anzahl der SuS bewusst wurde. Danach setzte er seine Erkl\u00e4rungen fort.<br \/>\nW\u00e4hrend die SuS anfangen sollten, die Aufgabe zu bearbeiten, ging ich im Klassenraum herum und schaute den Gruppen \u00fcber die Schulter. Dabei stellte sich heraus, dass kein\/e Sch\u00fcler\/in die genaue Aufgabenstellung verstanden hatte. Auch dem Lehrer fiel das beim Herumgehen auf. Er erkl\u00e4rte die Aufgabe (diesmal war es ruhig) erneut. Nun hatten alle SuS die Aufgabestellung erfasst und fingen mit der Bearbeitung an.<\/p>\n<p><strong>Meine Einsichten<\/strong><\/p>\n<p>Auf Grund dieser Beobachtung ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass die SuS beim Erkl\u00e4ren der Aufgabenstellung leise und konzentriert zuh\u00f6ren. Wenn Unruhe im Klassenraum herrscht, verstehen viele SuS die Aufgabe nicht bzw. h\u00f6ren nicht zu.<br \/>\nAu\u00dferdem fiel mir bei der Zuteilung der Gruppen auf, wie schwer es den SuS f\u00e4llt, die Gruppen zu bilden. Den SuS ist teilweise bewusst, dass es nicht immer produktiv ist, mit den besten Freunden zusammen zu arbeiten. Das wurde mir durch das Beispiel von Bastian und Linus deutlich. In Pausen verbringt Linus gerne Zeit mit Bastian, allerdings wollte er nicht zusammen die Gruppenarbeit mit ihm machen, da er wusste, dass kein konstruktives Ergebnis dabei herauskommen w\u00fcrde. Beim Herumgehen fiel mir auf, dass Linus tats\u00e4chlich die meiste Arbeit alleine machte, w\u00e4hrend Bastian die meiste Zeit mit anderen quatschte und andere ablenkte.<\/p>\n<p><strong>Meine Folgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Aus dieser Stunde habe ich gelernt, dass man sich vor Stundenbeginn einige organisatorische Punkte \u00fcberlegen sollte. Dazu z\u00e4hlt z.B. sich die Anzahl der Sch\u00fcle bewusst zu machen, um bei einer ungeraden Anzahl entsprechend reagieren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAu\u00dferdem sollte man bei der Unterrichtsplanung bedenken, dass eine selbstst\u00e4ndige Gruppeneinteilung durch die SuS Zeit in Anspruch nimmt und eine gewisse Unruhe mit sich bringt. Diese Phase muss im Zeitplan der Stunde ber\u00fccksichtigt und in der Umsetzung gut anleitet werden (z.B. zeitliche Begrenzung setzen).<br \/>\nEine andere Art der Gruppeneinteilung, die den Prozess der Gruppenfindung beschleunigt, ist die Einteilung durch den Lehrer. Desweiteren sollte man bei der Gruppeneinteilung darauf achten, dass keine SuS \u00fcbrig bleiben und m\u00f6glichst produktive Gruppen entstehen. Beim Erkl\u00e4ren der Aufgabenstellung ist es sinnvoll, diese vor der Einteilung der Gruppen zu stellen, damit noch Ruhe herrscht und die SuS nicht durch die Gruppenfindung unruhig werden. Eine andere M\u00f6glichkeit ist es, die Aufgabenstellung schriftlich in die Gruppen zu geben.<\/p>\n<p><strong>Meine Anschlussfragen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wie kann man die SuS daf\u00fcr sensibilisieren, \u201egute\u201c Gruppen zu bilden?<\/li>\n<li>Wie verschafft man sich bei Gruppenarbeiten einen \u00dcberblick, wer wie arbeitet?<\/li>\n<li>Was sind sinnvolle Gruppen?<\/li>\n<li>Wie plane ich eine Gruppenarbeit am besten? Wie viel Zeit nimmt welcher Schritt in Anspruch?<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Friederike L. 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