{"id":469,"date":"2020-03-31T12:59:24","date_gmt":"2020-03-31T10:59:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/?p=469"},"modified":"2023-03-13T12:32:13","modified_gmt":"2023-03-13T11:32:13","slug":"ich-finde-es-wichtig-den-kindern-auch-schon-in-der-grundschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/phs-mikroartikel\/ich-finde-es-wichtig-den-kindern-auch-schon-in-der-grundschule\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich finde es wichtig, den Kindern auch schon in der Grundschule etwas zuzutrauen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Beitrag von Desiree B.<\/strong><\/p>\n<p>In der Deutschstunde einer 4. Klasse der Grundschule XY kommt es bei der Besprechung und Wiederholung, der in der Stunde zuvor erarbeiteten Grammatikregeln, zu folgender Situation. Ein M\u00e4dchen (Sandrine, <em>Name ge\u00e4ndert<\/em>) meldet sich um der Lehrerin mitzuteilen, dass sie einen Teil der Grammatikregeln noch nicht in ihrem Hefter hat, weil sie in der letzten Stunde krank &#8211; also nicht da &#8211; war. Die Lehrerin Frau Z. reagiert zun\u00e4chst ver\u00e4rgert und fragt die Sandrine, ob sie denn nicht wisse, was sie im Falle einer Abwesenheit zu tun h\u00e4tte. Sandrine ist zun\u00e4chst verunsichert, gibt aber schlie\u00dflich z\u00f6gerlich wider, dass sie ihre \u201cAnrufpartnerin\u201d Pia (<em>Name ge\u00e4ndert<\/em>), wie vorgesehen, angerufen habe.<!--more--><br \/>\nIn dieser Schule gibt es in jeder Klasse eine \u201cAnrufpartner\u201d-Liste. Auf dieser Liste stehen f\u00fcr jede\/n SuS jeweils zwei andere SuS, die angerufen werden sollen, wenn die Teilnahme am Unterricht nicht m\u00f6glich war. So sollen sich die SuS selbst austauschen und daf\u00fcr sorgen, dass alle Informationen weitergegeben werden.<br \/>\nFrau Z. wendet sich nun Pia zu und fragt diese, was sie denn Sandrine am Telefon gesagt h\u00e4tte. Pia beschreibt, dass sie versucht hat, Sandrine die Inhalte des Unterrichts zu erkl\u00e4ren, dass es aber keine Hausaufgaben gegeben hat und sie deshalb nicht viel zu berichten hatte. Die Lehrerin scheint \u00fcber die Weitergabe der Information nicht gl\u00fccklich und wundert sich, weshalb Pia nicht exakt wiedergegeben hat, was in der Stunde gemacht wurde. Pia erwidert, dass der Hefter im Klassenzimmer war und sie deshalb nicht genau wusste, was sie Sandrine h\u00e4tte mitteilen sollen. Hier merkt die Lehrerin, dass es scheinbar noch Kl\u00e4rungsbedarf f\u00fcr die Vorgehensweise bei Krankheitsf\u00e4llen gibt. Sie erkl\u00e4rt noch einmal die Anruferliste und ermutigt alle SuS darauf zu achten, ob jemand nicht da ist und dann selbstst\u00e4ndig daf\u00fcr zu sorgen, dass man wirklich alle Informationen weitergeben kann. Die SuS seien selbst daf\u00fcr verantwortlich den Hefter in diesem Fall mit nach Hause zu nehmen. Zus\u00e4tzlich erkl\u00e4rt Frau Z., dass, wenn die SuS ein Handy haben (welches generell immer ausgeschaltet im Ranzen verstaut sein sollte), sie dieses in diesem Falle ausnahmsweise herausnehmen und ein Foto machen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Meine Einsichten<\/strong><\/p>\n<p>Die Lehrerin hat die Situation meiner Meinung nach gut gel\u00f6st. Als sie merkte, dass man hier keine Sch\u00fclerin wirklich f\u00fcr die fehlenden Informationen verantwortlich machen kann, erkl\u00e4rte sie noch einmal klar und verst\u00e4ndlich die genaue Vorgehensweise nach einer verpassten Unterrichtsstunde f\u00fcr alle. Sie bietet zwei verschiedene L\u00f6sungswege an (entweder den Hefter mit nach Hause nehmen und alle Informationen am Telefon vorlesen oder ein Foto mit dem Handy machen und abschicken) und appelliert an die Selbstverantwortlichkeit der SuS, aber auch an die Verantwortung, die die SuS gegen\u00fcber ihren KlassenkameradInnen haben.<\/p>\n<p><strong>Meine Folgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Ich finde es wichtig den Kindern auch schon in der Grundschule etwas zuzutrauen. Die SuS merken bei Frau Z., dass jede Unterrichtsstunde wichtig ist und dass die Lehrerin gro\u00dfen Wert auf die Inhalte ihrer Unterrichtsstunden legt. Dadurch, dass die Lehrerin jede Stunde und jeden erarbeiteten Inhalt ernst nimmt, \u00fcbertr\u00e4gt sich diese Einstellung auch auf die SuS. Generell herrscht in dieser Klasse ein gutes und ruhiges Arbeitsklima. Wenn alle Kinder immer gut vorbereitet in den Unterricht kommen, bleibt in jeder Stunde mehr Zeit f\u00fcr neuen Wissenserwerb. Das Handlungsprogramm wird nicht durch unn\u00f6tige Wiederholungszeiten gest\u00f6rt. Teilweise reagiert die Lehrerin meiner Meinung nach ein wenig zu ernst bzw. zu streng in manchen Situationen und ich frage mich, ob das Arbeitsb\u00fcndnis dadurch etwas unpers\u00f6nlich wird. Vielleicht haben zur\u00fcckhaltendere SuS bei dieser Lehrerin manchmal Bedenken, Fragen zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Meine Anschlussfragen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wie kann man als LehrerIn ein gutes und lockeres Verh\u00e4ltnis zu den SuS haben, aber dennoch als Autorit\u00e4tsperson ernst genommen werden?<\/li>\n<li>Wie kann man als LehrerIn vermeiden, die SuS durch Strenge zu sehr einzusch\u00fcchtern?<\/li>\n<li>Wie erkl\u00e4rt man Grundsch\u00fclerInnen nachvollziehbar, dass man nicht von ihnen als Person entt\u00e4uscht ist, sondern \u00fcber ihr Verhalten oder ihre Leistungen nicht erfreut ist?<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Desiree B. 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