{"id":73,"date":"2021-07-19T13:12:40","date_gmt":"2021-07-19T11:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/?page_id=73"},"modified":"2021-07-19T13:28:17","modified_gmt":"2021-07-19T11:28:17","slug":"plattenbauten-an-der-greifswalder-strasse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/plattenbauten-an-der-greifswalder-strasse\/","title":{"rendered":"Plattenbauten an der Greifswalder Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Recherche hat an der Tramhaltestelle Thomas-Mann-Stra\u00dfe begonnen. Das ist die Haltestelle, die zum Plattenbauviertel f\u00fchrt. Das Viertel ist modern gestaltet und hat keine Spur vom Sozialismus. Mein Weg begann in der Thomas-Mann Stra\u00dfe, einer sehr langen und breiten Stra\u00dfe. Links und rechts befinden sich Plattenbauten in grau, orange und hellgr\u00fcn. Die Geb\u00e4ude sehen sehr ordentlich und modernisiert aus durch gepflegte Fassaden und das naheliegende Territorium. Der Viertel ist sehr gr\u00fcn, mit mehreren Gr\u00fcnanlagen und sauberen Kinderspielpl\u00e4tzen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"740\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva-1024x740.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva-1024x740.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva-300x217.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva-768x555.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva-1200x867.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-IV_Manaeva.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Grafitti, Plattenbaugebiet Greifswalder Stra\u00dfe, Quelle: Olga Manaeva<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Was sofort auff\u00e4llt, ist ein spezielles Mikroklima des Mikroraion. Als w\u00fcrden die hohen W\u00e4nde der Plattenbauten seine Bewohner sch\u00fctzen. Im Laufe meines Spazierganges habe ich mehrere Menschen gesehen, die einander freundlich gegr\u00fc\u00dft haben, wie in einem kleinen Dorf. Denn eine Gro\u00dfstadt verdr\u00e4ngt alles Pers\u00f6nliche, dem Anonymen gegen\u00fcber. Kinder spielen sorglos auf den Spielpl\u00e4tzen, die anderen fahren Fahrr\u00e4der in Kreisen oder basteln etwas mitten in der Stra\u00dfe. Die \u00c4lteren genie\u00dfen die warmen Sommerabende auf der Bank und sprechen \u00fcber alles auf der Welt, bummeln durch die Gr\u00fcnanlagen und beobachten ihre Kinder. Ich hatte das Gef\u00fchl, als w\u00e4re man einige Jahrzehnte zur\u00fcck in die Zeit des Sozialismus, in der jeder auf die bessere helle Zukunft gehofft hat.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-82\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder_Manaeva-1.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Hauseingang, Plattenbaugebiet Greifswalder Stra\u00dfe, Quelle: Olga Manaeva<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kommt man zu meinen Beobachtungen der Plattenbauten zur\u00fcck, so lagen diese zun\u00e4chst auf den Hauseing\u00e4ngen. Und was mir gleich aufgefallen ist \u2013 lange hohe H\u00e4user mit zehn gleichen Hauseing\u00e4ngen. Diese bilden die Form eines Glaskastens. Drinnen sind \u00fcblicherweise die Postk\u00e4stchen gelegen. Auf dem Hauseingang steht meistens eine riesige Ziffer \u2013 die Hausnummer, die man noch vom Weiten sehen kann. Weiter rutscht der Blick auf die Fassaden. Wie oben bereits erw\u00e4hnt, sind sie meist gepflegt, modernisiert und bunt gef\u00e4rbt. Dies soll vermutlich eine Sch\u00f6nheitsfunktion tragen. Es lohnt sich auch zu sagen, dass die Plattenbauten im Viertel beim S-Greifswalder Stra\u00dfe meistens sehr hoch sind. Mit circa 15 Etagen sch\u00fctzen sie Passanten vor der Sonne und beschatten die Innenh\u00f6fe. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-83\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-II_Manaeva.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Hochhaus, Plattenbaugebiet Greifswalder Stra\u00dfe, Quelle: Olga Manaeva<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Innenh\u00f6fe sind ein weiteres interessantes Thema, das ich gern ansprechen w\u00fcrde. Wie bereits erw\u00e4hnt, herrscht in den Innenh\u00f6fen ein besondere Mikroklima. Ein Mikroklima der Freude, der Sicherheit und des Vertrauens. Als eine Illustration dienen dazu die Graffitis, die meistens sehr bunt und auff\u00e4llig sind. Diese verstecken sich in den weiten schattigen Ecken oder befinden sich gerade auf den Fassaden. Eine weitere tragende Rolle spielen in den Innenh\u00f6fen die M\u00fclltonnen, wie paradox sich das auch anh\u00f6ren mag. Die M\u00fclltonnen bilden ein Ensemble aus mehreren Farben, die hinter den Gittern stehen. So werden sie von den Unbefugten, als auch vor den Augen der Passanten gesch\u00fctzt. Auf dem Gitterzaun herum w\u00e4chst meistens etwas Gr\u00fcnes und versch\u00f6nert dadurch den Ausblick. Es l\u00e4sst sich anmerken, dass die M\u00fclltonnen \u00fcblicherweise mitten im Hof gelegen sind. So dass die Bewohner der Plattenbauten unvermeidlich den Ausblick darauf haben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/plattenbau\/files\/2021\/07\/PlattenbautenviertelGreifswalder-III_Manaeva.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption>Spielplatz, Plattenbaugebiet Greifswalder Stra\u00dfe, Quelle: Olga Manaeva<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Infrastruktur ist ein weiteres gro\u00dfes Thema. Das Erdgeschoss der Wohnh\u00e4user ist meistens nicht bewohnt, stattdessen befinden sich dort zahlreiche Serviceeinrichtungen. Diese reichen von einer Stadtbibliothek bis zu modernen Banken und L\u00e4den . F\u00fcr die Bewohner ist es sehr praktisch, dass man keinen langen Weg zur\u00fccklegen muss und sich alles in der N\u00e4he befindet: Schulen und Kinderg\u00e4rten, Fu\u00dfballfelder und Trainingspl\u00e4tze \u2013 alles befindet sich in der Reichweite von maximal 15-20 Gehminuten. Alles ist sehr kompakt gelegen und widerspricht den anderen Funktionalit\u00e4ten nicht. Und um auf den Startpunkt zur\u00fcckzukehren, ist die Verbindung zu den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut. Man hat eine gute Anbindung zu der Tram, zu dem Bus und bei dem Wunsch liegt der S-Bahnhof Greifswalder Stra\u00dfe nur wenige Minuten Fu\u00dfweg entfernt. Der Plattenbautenviertel beim S-Bahnhof Greifswalder Stra\u00dfe hat sicherlich seinen unvergesslichen Charme. Es verleiht einem das Gef\u00fchl der Sicherheiten und des Vertrauens. Es ist ganz eindeutig ein Ort, an dem man sich sicher f\u00fchlt. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass sich f\u00fcr mich mit dem Mikroraionbesuch die Vorstellung von Plattenbausiedlungen im Allgemeinen ver\u00e4ndert hat. F\u00fcr mich ist deutlich geworden, dass solche Viertel ihren Charme nicht in der Architektur, sondern in der Atmosph\u00e4re haben, die ganz einmalig und unvergesslich sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Olga Manaeva<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Recherche hat an der Tramhaltestelle Thomas-Mann-Stra\u00dfe begonnen. Das ist die Haltestelle, die zum Plattenbauviertel f\u00fchrt. Das Viertel ist modern gestaltet und hat keine Spur vom Sozialismus. Mein Weg begann in der Thomas-Mann Stra\u00dfe, einer sehr langen und breiten Stra\u00dfe. Links und rechts befinden sich Plattenbauten in grau, orange und hellgr\u00fcn. 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