Einen Anfang machen

Um im kommenden Semester gemeinsam intensiv arbeiten zu können ist es wichtig, dass alle TeilnehmerInnen und ich uns schnell ein wenig besser kennenlernen. Dazu habe ich einerseits eine (anonyme) Umfrage eingerichtet, die es mir erleichtern soll, das Seminar nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden zu gestalten. Die Umfrage besteht aus zwei Fragen, die sich auf die Erwartungen an das Seminar und die eigene Arbeitsweise beziehen und einem Freitextfeld, indem alle weiteren Hinweise und Anmerkungen willkommen sind.

Die Umfrage findet sich hier. Sie ist anonym, das heisst ich kann nicht nachvollziehen, wer welche Antwort gegeben hat.

By RichardF (Own work) CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

By RichardF (Own work) CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Als zweiten Schritt werde ich die zweite Sitzung am 28.10. dazu nutzen, gemeinsam eine erste Reflektion über das Verhältnis von Religion und Politik zu beginnen. Dazu werden alle die Möglichkeit bekommen, Texte zu schreiben und zu lesen und diese zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dann zwei Fragen:

Was verbindest Du persönlich mit Religion? Welche Erfahrungen und Erlebnisse prägen Dein Verhältnis zur Religion?

Wie siehst du das Verhältnis von Religion und Politik? Wie ist es? Wie sollte es sein? Was sind die Kernfragen, die zu klären sind?

 

Was die Teilnehmenden darauf antworten soll zum Nachdenken anregen und wird deswegen nur anonym diskutiert. Es macht aber durchaus Sinn, sich vorab schon Gedanken zu machen, was auf diese Fragen zu antworten wäre.

Warum dieser Aufwand? Wir werden uns in diesem Seminar mit theologischen Texten mit politischem Anspruch auseinandersetzen. Dabei ist es wichtig, in zwei Schritten vorzugehen. Im ersten Schritt soll jeweils die Argumentation nachvollzogen und verstanden werden. Wovon geht der Autor aus? Welche Argumente werden vorgebracht? Welche Schlussfolgerungen gezogen? Ist das Argument in sich schlüssig? Sind die Annahmen und die darauf aufbauend Schlussfolgerungen plausibel oder gibt es klare Argumente gegen sie? Erst im zweiten Schritt wird eine Außenposition eingenommen. Welcher Art sind die Annahmen – theologisch, empirisch, politisch? Welcher Art sind Gegenargumente gegen den Text – theologisch, empirisch, politisch? Welche Spannungen bestehen zwischen (theologischen) Intentionen und (politischen) Wirkungen? Welche politischen Wirkungen entfaltet ein Argument? Wie steht es in seiner Zeit?

Um diesen Zweischritt gut vornehmen zu können, ist es wichtig, sich die eigenen Annahmen und Einstellungen bewusst zu machen – damit wir sie im weiteren Verlauf von anderen Argumenten unterscheiden können. Dazu wird in der zweiten Sitzung Gelegenheit sein.

Weiterführende Literatur

Als Überblick zu den Methoden der Politischen Theorie empfehle ich:

Holger Zapf 2013: Methoden der Politischen Theorie. Eine Einführung. Opladen: Barbara Budrich. Link

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 20. Oktober 2016 um 16:34 Uhr von Ulrike Höppner veröffentlicht und wurde unter Orga abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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