{"id":2,"date":"2012-03-02T12:26:58","date_gmt":"2012-03-02T11:26:58","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-04-15T06:36:53","modified_gmt":"2014-04-15T04:36:53","slug":"symposium2012","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/symjapan\/archiv\/symposium2012\/","title":{"rendered":"2012"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><a name=\"oben\"><\/a><strong>CfP, Abstracts und Programm<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><a href=\"#abstract\">direkt zu den Abstracts<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><a href=\"#programm\">direkt zum Programm<\/a><\/p>\n<p><strong>Call for Papers<\/strong><\/p>\n<p>Titel: <em>KATASTROPHEN \u2013 Ausnahme! Zustand?<\/em><\/p>\n<p>Kein Ereignis hat die japanische \u00d6ffentlichkeit und mit ihm die Japanologie im Jahr 2011 mehr bewegt als das dreifache Ungl\u00fcck von T\u014dhoku durch Erdbeben, Tsunami und den Reaktorunfall in Fukushima. Schon bald wurde von der \u201ejapanischen Katastrophe\u201c gesprochen, deren Auswirkungen bis weit in die Zukunft die japanische Gesellschaft und ihre Wahrnehmung ver\u00e4ndern w\u00fcrden. Das Bed\u00fcrfnis nach der Auf- und Verarbeitung einer Katastrophe ist daher ebenso selbstverst\u00e4ndlich wie problematisch. Ab wann kann man von einer Katastrophe sprechen? Welchen Einfluss \u00fcbt sie auf die Menschen aus und welche Konsequenzen ergeben sich aus ihr? Besonders Japan scheint durch seine Geschichte Natur- und menschengemachter Katastrophen eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Katastrophe zu fordern. Wir m\u00f6chten dies daher zum Ausgang nehmen, um das Thema Katastrophe in einem weiteren Kontext zu betrachten.<br \/>\nDas Thema bietet zahlreiche M\u00f6glichkeiten der Untersuchung: Sei es aus kulturwissenschaftlicher Sicht in Bezug auf die Thematisierung von Katastrophen in der Literatur, in politikwissenschaftlicher Analyse des Handelns einer Regierung, in Betrachtung der wirtschaftlichen Implikationen oder durch andere, interdisziplin\u00e4re Positionen. Dieses breite Themenfeld bietet eine Grundlage f\u00fcr eine kommunikative Reflexion innerhalb eines Symposiums, das der Frage nachgehen soll, welches Bewusstsein sich anhand diesbez\u00fcglicher japanischer Ph\u00e4nomene abzeichnet und wie dem Thema aus seinem geschichtlichen Verst\u00e4ndnis heraus auch in Zukunft begegnet werden kann.<\/p>\n<p>Die Studentenschaft der Japanologie der Freien Universit\u00e4t Berlin ruft daher Studierende jeder Disziplin und aller Semester zum 2. Studentischen Symposium der Japanologie auf. Wir m\u00f6chten das Thema vor einem multidisziplin\u00e4ren Hintergrund beleuchten, um es auf vielf\u00e4ltige und ergiebige Weise zu erfassen und verschiedenen Perspektiven aufzuzeigen. Wir w\u00fcrden uns freuen, auch mit KommilitonInnen aus den Japanologien anderer Universit\u00e4ten in Austausch treten zu k\u00f6nnen. Das Symposium soll eine M\u00f6glichkeit bieten, au\u00dferhalb der \u00fcblichen Regularien sich und sein Thema oder Forschungsvorhaben in einem japanologischen Kontext erproben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Interessierte Studierende werden gebeten, bis zum 29.02.2012 ein Abstract (maximal 500 W\u00f6rter) sowie eine Kurzbiographie (letzte\/geplante Abschlu\u00dfarbeit, Themenschwerpunkte) an symposium.berlin@gmail.com zu schicken. Die Vortragszeit sollte nicht mehr als 20 Minuten betragen. F\u00fcr jeden Vortrag sind zun\u00e4chst 10 Minuten Diskussionszeit vorgesehen.<\/p>\n<p><a name=\"abstract\"><\/a><br \/>\n<strong>Abstracts<\/strong><\/p>\n<p>Melissa Ann Kaul: <a href=\"#melissa\">Katastrophen in den Filmen von Hayao Miyazaki<\/a><br \/>\nJulia Leser und Maria Trunk: <a href=\"#juliamaria\">Radioactivists \u2013 Protest in Japan vor und nach Fukushima<\/a><\/p>\n<p>Andreas Krautwurst: <a href=\"#andreas\">Das Standortauswahlverfahren f\u00fcr Kernkraftwerke in Japan und dessen ethische und rechtliche Dimensionen in der \u201ePost-Fukushima\u201c \u00c4ra<\/a><\/p>\n<p>Lotte Nawothnig: <a href=\"#lotte\">Treugel\u00fcbde f\u00fcr die Atomlobby oder energiepolitische Kurs\u00e4nderung? &#8211; Handlungszw\u00e4nge einer Katastrophen geplagten japanischen Regierung<\/a><\/p>\n<p>Robert Kade: <a href=\"#robert\">Am Anfang der Erinnerungen \u2013 Hiroshima und Fukushima als Beispiele japanischer Ged\u00e4chtnisorte<\/a><\/p>\n<p>Dorothea Mladenova und Justine Walter: <a href=\"#dorotheajustine\">\u201eKatastrophe\u201c, \u201eDisaster\u201c, \u201eSaigai\u201c \u2013 Zur Semantik des Extremen<\/a><\/p>\n<p>Jens Oliver John: <a href=\"#jens\">sekinin &amp; site fights<\/a><\/p>\n<p>Yui Deschler: <a href=\"#yui\">Vergangenheit und Heute \u2014 Tsunamierz\u00e4hlung, \u201eFeuer der Reisfelder\u201c (<em>Inamura no hi<\/em>)<\/a><\/p>\n<p>Sandra Beyer: <a href=\"#sandra\">Das Geschlecht der Katastrophe: Japanerinnen und die Probleme ihrer Darstellung als Opfer<\/a><\/p>\n<p>Markus R\u00fcsch: <a href=\"#markus\">\u201eDer Ch\u014dmei von Heute\u201c : das nachhaltig Fl\u00fcchtige \u2013 Das Inu H\u014dj\u014dki als Beispiel der Verarbeitung von Katastrophenschilderungen und deren Konsequenzen<\/a><\/p>\n<p>Daniela Simon: <a href=\"#daniela\">Das Kaiserhaus in Zeiten der Krise<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"melissa\" name=\"melissa\"><\/a><br \/>\n<strong>Melissa Ann Kaul: Katastrophen in den Filmen von Hayao Miyazaki<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt in Japan wohl kaum ein Kind, das nicht mindestens einen Film des Trickfilmstudios Ghibli und seinem Sch\u00f6pfer Hayao Miyazaki kennt. Von \u201eTotoro\u201c bis \u201ePonyo\u201c sind meistens mehrere dieser Figuren in den japanischen Haushalten zu finden &#8211; sei das auf Lunch boxen, Haushaltst\u00fcchern, Bettdecken, in Form von Stofftieren, Haushaltsger\u00e4ten, etc. &#8211; und zeigen somit deutlich ihren Einfluss auf die japanische Popul\u00e4rkultur. Anders jedoch als im Westen, wo die Kinder mehrheitlich mit Disney-Filmen aufwachsen, gibt es in den Filmen von Herrn Miyazaki keine klassische Trennung zwischen Gut und B\u00f6se und dazu noch eine starke Akzentuierung auf Katastrophen, mehrheitlich von menschengeschaffenen Naturkatastrophen. Miyazaki selber sagt im Artikel \u201eDisney bel\u00fcgt Kinder\u201c des Spiegels (25 Ausgabe des Jahres 2003) folgendes:<\/p>\n<p>Die Amerikaner wollen Hits landen und damit viel Geld verdienen. Ich dagegen will vor allem ein Kunstwerk schaffen. Und deshalb t\u00e4usche ich Kinder nicht \u00fcber das Leiden in der Welt: Krieg, wirtschaftliche Krisen, Zerst\u00f6rung der Umwelt. Wenn wir der Realit\u00e4t nicht ins Auge sehen, k\u00f6nnen wir Kindern keine Geschichten erz\u00e4hlen.1<\/p>\n<p>Nicht weil der Mensch grunds\u00e4tzlich b\u00f6se ist, geschehen Katastrophen. Aber durch seinen r\u00fccksichtslosen Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen und seiner Gier nach Profit werden der Welt Stimuli geboten, solche Ereignisse auszul\u00f6sen. So zumindest die Botschaft des Studio Ghibli. \u201eBesonders Japan scheint durch seine Geschichte\u2028Natur- und menschengemachter Katastrophen eine wissenschaftliche\u2028Auseinandersetzung mit der Katastrophe zu fordern\u201c steht in der Ausschreibung dieses Projektes. Ich frage mich, ob das Studio Ghibli mit seinen Filmen nicht vielleicht schon einen gewissen Beitrag zur Sensibilisierung dieses Themas in der japanischen Gesellschaft leistet. Ich m\u00f6chte in meiner Arbeit nun also der provisorischen Fragestellung nachgehen, wie das Thema Naturkatastrophen in den Filmen von Hayao Miyazaki behandelt und dargestellt wird und was die m\u00f6glichen Botschaften an die Japanische Gesellschaft sein k\u00f6nnten. Dazu gehe ich nach der hermeneutischen Methode nach Ute Bechdolf vor: In einem ersten Schritt visualisiere ich eine vorher festgelegte Auswahl von Ghibli-Filmen, welche das Thema behandeln, und halte meine ersten Eindr\u00fccke fest. In einem zweiten Schritt versuche ich Fragestellungen zu formulieren, die sich auf die Hauptfragestellung beziehen, welche aber auch im kulturwissenschaftlichen Kontext Sinn machen und die gleichzeitig mein eigenes Interesse widerspiegeln. Im dritten Schritt suche ich nach Sekund\u00e4rliteratur, mit welcher ich meine Fragestellung beantworten kann . Mit diesem Wissen visualisiere ich die Filme nochmals und achte besonders auf die vier Hauptebenen (narrative, darstellerische, visuelle und auditive Ebene) und darauf, wie die Katastrophen dargestellt werden. In einem weiteren Schritt versuche ich, meine Ergebnisse in einen erfassbaren Kontext zu bringen. Nach erfolgter Kontextualisierung wage ich mich an eine Interpretation meiner Ergebnisse in Bezug auf die Fragestellungen und erl\u00e4utere diese in einem abschliessenden Teil der Arbeit.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"juliamaria\" name=\"juliamaria\"><\/a><br \/>\n<strong>Julia Leser und Maria Trunk: Radioactivists \u2013 Protest in Japan vor und nach Fukushima<\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst 2011 erreichte die <em>Occupy-Bewegung<\/em> Tokyo. Ihr Aufruf zur weltweiten Besetzung von Orten, welche Symbol stehen f\u00fcr die globale Finanzgier der Banken, fiel in Japan auf fruchtbaren Boden \u2013 denn aufgrund der Dreifachkatastrophe am 11. M\u00e4rz des selbigen Jahres schlie\u00dfen sich japanische B\u00fcrger erstmals seit Jahrzehnten wieder landesweiten Massenprotesten und vielf\u00e4ltigen Protestaktionen an. Vordergr\u00fcndig verschob sich durch Fukushima zun\u00e4chst nur das bis dahin vorherrschende Ja zur Atomkraft mit einem immensen Ruck hin zu Skepsis oder gar Ablehnung zu ihrer sog. \u201efriedlichen Nutzung\u201c. Doch allm\u00e4hlich hinterfragen manche B\u00fcrger Japans auch den Zustand ihrer Gesellschaft. Die Reflexion von Themen wie Sicherheit, Umwelt, Nachhaltigkeit und Zivilgesellschaft findet unter neuen Gesichtspunkten statt.<br \/>\nObwohl diese Entwicklung angesichts des zuvor als marginal geltenden Einflusses zivilgesellschaftlicher Akteure und emanzipatorischer Denkweisen in einem Land, das seit Jahrzehnten vor allem Symbol stand f\u00fcr unreflektierten Exzess-Konsum, durchaus \u00fcberraschend ist: Die neu entstandene Dynamik im politischen Raum ist jedoch nicht einfach aus dem Nichts bzw. aus dem blo\u00dfen Erleben einer gro\u00dfen Katastrophe entstanden. Jenseits massenmedialer Aufmerksamkeit und konkret messbarer Ergebnisse hat sich in Japan seit dem Platzen der Bubble Ende der 1980er Jahre und den darauffolgenden tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationsprozessen von Arbeits- und Lebensrealit\u00e4ten ein qualitativer Wandel hinsichtlich sozialer Bewegungen sowie eine St\u00e4rkung und Ausweitung zivilgesellschaftlicher Strukturen und Institutionen vollzogen. Deren Existenz wird nun durch die Katastrophe sichtbar. Somit wird die Notwendigkeit offensichtlich, Japans soziale Bewegungen neu zu betrachten und zu bewerten. Kunst, Theorie, Lebens- und Arbeitsweisen verweben sich mit aktivistischer Praxis zu einem gegen-hegemonialen Projekt, das versucht, Widerstand denk- und lebbar zu machen sowie eine Verschiebung der Grenzen des Sagbaren im gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu erwirken. Gegenkulturelle Praktiken des offenen Stra\u00dfenprotestes wie Sound-Demos und Clown-Armee, aber auch Raum f\u00fcr Kritik fernab der Stra\u00dfe, dissidente Lebens- und Konsumformen wie Guerilla-Gardening, Culture Jamming, Critical Crafting, Food-Kooperativen oder etwa Kommunikationsguerilla spielen f\u00fcr den Ausdruck des von vielen japanischen B\u00fcrgern tief empfundenen Unbehagens eine wichtige Rolle und sind gleichzeitig eine gelebte Antwort auf bestehende gesellschaftliche Missst\u00e4nde. Intellektuelle wie Karatani K\u014djin, Ukai Satoshi, Oguma Eiji oder M\u014dri Yoshitaka, aktivistische Grenzg\u00e4nger wie Sabu Kosho, Matsumoto Hajime oder Amamiya Karin sind gemeinsam mit kritischen Schriftstellern, K\u00fcnstlern, und B\u00fcrgerrechtlern und ihren Gruppen n\u00e4her an die Mitte der Gesellschaft ger\u00fcckt. Sie k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein und haben doch eines gemein: Sie sind nicht nur Atom-Gegner, sondern Teil einer global agierenden widerst\u00e4ndigen Menge.<br \/>\nIn diesem Beitrag sollen ihre kritischen Stimmen zu Wort kommen und aus hegemonietheoretischer Perspektive nach Ernesto Laclau und Chantal Mouffe betrachtet werden. Dazu flie\u00dfen sowohl die Ergebnisse theoretischer Auseinandersetzung mit der eben beschriebenen Entwicklung, als auch der praktischen Beobachtung durch den Dreh des Dokumentarfilms \u2018Radioactivists \u2013 Protest in Japan seit Fukushima\u2019 ein.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"andreas\" name=\"andreas\"><\/a><br \/>\n<strong>Andreas Krautwurst: Das Standortauswahlverfahren f\u00fcr Kernkraftwerke in Japan und dessen ethische und rechtliche Dimensionen in der \u201ePost-Fukushima\u201c \u00c4ra<\/strong><\/p>\n<p>Das Erdbeben vom 11. M\u00e4rz 2011 im Nordosten Japans und die damit verbundene Serie an Tsunami l\u00f6ste eine Schnellabschaltung in den Reaktoren Higashidori, Fukushima II, Onagawa und Tokai aus (Nuklearforum Schweiz 2011: 2). Drei Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima I wurden stark besch\u00e4digt und eine Kernschmelze trat nach der \u00dcberschwemmung ein (KIT 2011: Nr.009, S. 11). Die \u00f6ffentliche Akzeptanz und Unterst\u00fctzung der Kernenergie, als einer der wichtigsten Energiequellen Japans, sank zunehmend. Dies hatte unumkehrbare Konsequenzen f\u00fcr die F\u00e4higkeit der japanischen Regierung gegen Ressentiments aus der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber dem Bau und Platzierung von Kernkraftwerken zu reagieren und erschwerte die Werbung f\u00fcr diese Technologie.<br \/>\nIm Kontext dieser \u201enuklearen Allergie\u2015 oder diesem \u201eNot In My Backyard\u2015 Syndroms (Feldhoff 2011: 13) soll analysiert werden, welche Unternehmungen die Regierung von<br \/>\nJapan in Zukunft unternehmen wird und bereits unternommen hat, um die Akzeptanz von Kernenergie zu steigern oder zu halten. Einhergehend mit der Frage nach den Kompensationssystemen der Regierung f\u00fcr diese Technologie verbleibt auch die Frage f\u00fcr die gesetzlichen Grundlagen f\u00fcr den Bau und die Auswahl des Standortes von Kernkraftwerken. Die erg\u00e4nzte Fassung des Vortrages von Takahashi Shigeru (2005) und der Gastvortrag von Towa Niimura (\u201eAtomaufsicht in Japan- Aus Anlass des Unfalls in Fukushima\u2015) am Westend Campus der Goethe Universit\u00e4t Frankfurt sind hier fundamental f\u00fcr die Beschreibung nach der Standortfrage von KKWs in Japan am Beispiel von den Reaktoren in Fukushima.<br \/>\nIm Vortrag sollen auch die ethischen Dimensionen des Standortauswahlverfahrens von KKWs seitens der Regierung skizziert werden. Um dies zu erreichen greife ich auf Theorien der Technikgeschichte und philosophischen Ans\u00e4tzen von \u201eVerantwortbarkeit\u2015 und \u201eVerantwortlichkeit\u2015 zur\u00fcck.<br \/>\nBetrachtet man den Begriff des \u201ekonsequenziellen Technikdeterminismus\u2015, der darauf abzielt, dass \u201e[\u2026] Technik Folgen hat oder \u2013anders gesprochen- Wirkungen zeitigt\u2015 (K\u00f6nig 2009: 73) und den unerwarteten Folgen besondere Bedeutung beimisst, wie beispielsweise der Havarie des Kernkraftwerks Fukushima I, so f\u00fchrt der Begriff unmittelbar zu der ethischen Frage nach \u201eVerantwortlichkeit\u2015 und \u201eVerantwortbarkeit\u2015. Gerade nach der Katastrophe von \u201eFukushima\u2015 gewinnen diese an Bedeutung und Lenk (1992) beschreibt sie treffend als:<br \/>\n\u201eDie Handlungsmacht scheint mehr gewachsen als die \u00dcbersicht und die Voraussicht: ein Dilemma der Verantwortbarkeit und der Verantwortlichkeit im systemtechnologischen Zeitalter, das von solchen Wirkungsvernetzungen und dynamischen Ver\u00e4nderungen gepr\u00e4gt ist, denen das wissenschaftliche Wissen nicht in allen Ver\u00e4stelungen so schnell folgen kann.\u2015 (Lenk 1992: 10).<br \/>\n<em>Ablauf des Vortrages:<\/em><br \/>\n1. Darstellung und Beschreibung der Kompensationssysteme von der japanischen Regierung, die flexibel und adaptiv auf Unsicherheiten in der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Kernenergie reagieren<br \/>\n2. Rechtliche Grundlagen f\u00fcr den Bau und Auswahl des Standortes von KKWs<br \/>\n3. Skizzierung der ethischen Dimensionen der Kernenergietechnologie (Arbeitsbegriffe: konsequenzieller Technikdeterminismus, Verantwortlichkeit \/ Verantwortbarkeit)<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"lotte\" name=\"lotte\"><\/a><br \/>\n<strong>Lotte Nawothnig: Treugel\u00fcbde f\u00fcr die Atomlobby oder energiepolitische Kurs\u00e4nderung? &#8211; Handlungszw\u00e4nge einer Katastrophen geplagten japanischen Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Mit viel Sorge und zum Teil Unverst\u00e4ndnis verfolgte die deutsche \u00d6ffentlichkeit und Medienwelt die verh\u00e4ngnisvolle Dreifachkatastrophe des japanischen Archipels am 11. M\u00e4rz 2011. Was darauf f\u00fcr die deutsche Energiepolitik folgte, versetzte wiederum die japanische \u00d6ffentlichkeit, einschlie\u00dflich ihrer Regierungsvertreter in \u00e4u\u00dferstes Staunen.<br \/>\nUngeachtet der Tatsache, dass der Radius der verbreiteten Strahlung \u2013 gemessen an der Tschernobyl-Katastrophe (1986) \u2013 verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig klein und somit die Auswirkungen des Reaktorunfalls ma\u00dfgeblich auf Japan beschr\u00e4nkt waren, reagierten nicht japanische, sondern deutsche politische Entscheidungstr\u00e4ger mit einer grundlegenden Revision der Energiepolitik. Dass ausgerechnet Japan, das als einziges Land die t\u00f6dliche Wirkung der Kernenergie erfuhr, den weltweit gr\u00f6\u00dften Produzenten von Nuklearenergie hervorbrachte, fu\u00dft ma\u00dfgeblich auf eine breit angelegte Werbekampagne der U.S.-Amerikaner. Verst\u00e4rkt durch das Streben nach einem schnellen Wirtschaftsaufschwung bei deutlicher Reduzierung der Abh\u00e4ngigkeit von Energieimporten unterst\u00fctzte die japanische Regierung die Erzeugung und Weiterentwicklung der Kernenergie durch ein massives Subventionsprogramm. Die daraus hervorgegangene starke Atomlobby wurde in Folge der \u00d6lkrisen und dem steigendem Bewusstsein f\u00fcr Klimaschutz weiter befl\u00fcgelt. Als Resultat jener energiepolitischen Entscheidungen sieht sich die derzeitige japanische Regierung in eine Pfadabh\u00e4ngigkeit hineingedr\u00e4ngt, die kaum Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr die lauter werdenden Forderungen nach einem Ausstieg aus der Atomenergie bietet. Tats\u00e4chlich sind von den 54 japanischen Atomkraftwerken derzeit aber nicht mehr als 3 in Betrieb. Dies wirft die Frage auf, ob sich nicht auch in Japan eine Energiewende abzeichnet.<br \/>\nAusgehend von dem politikwissenschaftlichen Ansatz des POLICY LEARNING behauptet der Beitrag, dass sich durch die Aneinanderreihung von Katastrophen in Folge des Erdbebens die ein WINDOWS OF OPPORTUNITY f\u00fcr eine deutliche energiepolitische Wende \u00f6ffnet. Zugleich wird betont, dass die Frage nach einem politischen Lernprozess noch nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden kann. Deshalb konzentrieren sich die durch empirische Daten unterlegten Ausf\u00fchrungen auf die Darstellung historisch bedingter Handlungszw\u00e4nge politischer Entscheidungstr\u00e4ger in Japan. In Anlehnung an die Pr\u00e4missen des theoretischen Analyserahmens werden zun\u00e4chst die japanischen POLICY CORE BELIEFS aufgezeigt, welche sich in den energiepolitischen Entscheidungen der Nachkriegszeit niederschlagen. Anschlie\u00dfend wird er\u00f6rtert, warum das ungleiche Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis bestehender ADVOCACY COALITIONS bisher verhinderte, dass Bef\u00fcrworter einer Energiewende zugunsten Erneuerbarer Energien an signifikanter Triebkraft gewinnen. Hierbei geben vergleichende Einblicke in die Entwicklung der deutschen Energiepolitik Aufschluss dar\u00fcber, welche zentralen Weichenstellungen den Weg f\u00fcr die vermeintlich pl\u00f6tzliche Energiewende Deutschlands geebnet haben.<br \/>\nIn der Einsch\u00e4tzung, dass eine erfolgreiche Umsetzung der energiepolitischen Ziele in Deutschland weltweit Vorbildfunktion haben wird, zeichnet der Vortrag ein durchaus optimistisches Bild f\u00fcr eine k\u00fcnftige Energiewende in Japan. Allein die 51 abgeschalteten Kraftwerke geben Mut zur Hoffnung. Allerdings sind 25 Jahre nach der geographisch relativ nahe gelegenen Tschernobyl-Katastrophe verstrichen, bis in Deutschland der Ausstieg aus der Kernenergie herbeigef\u00fchrt wurde. Sollten wir also damit rechnen, dass sich japanische Entscheidungstr\u00e4ger fr\u00fchestens 2036 auf den Verzicht der Kernenergie verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen?<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"robert\" name=\"robert\"><\/a><br \/>\n<strong>Robert Kade: Am Anfang der Erinnerungen \u2013 Hiroshima und Fukushima als Beispiele japanischer Ged\u00e4chtnisorte<\/strong><\/p>\n<p>Katastrophen, wie die Atombombenabw\u00fcrfe von 1945 und das Tohoku-Erdbeben von 2011 waren f\u00fcr Japan pr\u00e4gende Ereignisse, die auch jeweils das Bild Japans in den westlichen Kulturen wesentlich bestimmt haben. Es w\u00e4re allerdings falsch, Japan zu einer ereignisentwickelten &#8222;Katastrophenkultur&#8220; zu reduzieren.<br \/>\nZun\u00e4chst m\u00fcssen die verschiedenen, direkten und indirekten Ursachen differenziert werden, bevor die Folgen betrachtet werden k\u00f6nnen. Beide Bereiche k\u00f6nnen dabei nat\u00fcrlich oder menschlich bedingt sein. Richtig ist, dass Orte wie Hiroshimaund Fukushima zu Symbolen der mit ihnen verbundenen Ereignisse, und somit bis zu einem gewissen Grad f\u00fcr die Identit\u00e4t Japans bedeutende Orte geworden sind.<br \/>\nEinen wesentlichen Stellenwert nimmt die Erinnerung in Bezug auf diese Ereignisse ein. Sie kann Angst, oder auch Ablehnung hervorrufen, schlie\u00dflich sogar zur Bew\u00e4ltigung einer solchen Katastrophe beitragen. Hiroshima bietet die M\u00f6glichkeit, dass die Entwicklung der letzten 66 Jahre mit all ihren Ver\u00e4nderungen einer wissenschaftlichen Untersuchung zug\u00e4nglich ist. Die unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung und Verarbeitung, bis hin zur Erinnerungskontrolle, k\u00f6nnen als Manifestationen des dynamischen Ged\u00e4chtnisses sichtbar gemacht werden. Fukushima dagegen steht erst am Beginn einer Entwicklungsreihe, deren Folgen f\u00fcr die japanische Gesellschaft noch nicht absehbar, wie auch die Rezeption in der westlichen Welt noch nicht abgeschlossen ist. Es bietet sich an, diese beiden in ihrem Kern streng voneinander verschiedene Ereignisse unter einem gemeinsamen Blickwinkel zu betrachten.<br \/>\nDas Ziel meines Vortrages ist der Versuch, das Konzept der &#8222;lieux des m\u00e9moires&#8220; von Pierre Nora auf Japan zu \u00fcbertragen und f\u00fcr den besonderen Fall von Katastrophen\/Zerst\u00f6rungsorten zu untersuchen. Dabei soll es zu gleichen Teilen um die Wahrnehmung und Beurteilung der Katastrophen durch die Betroffenen selbst (somit die direkte Identifikation der Kultur mit dem Ereignis) wie auch um die Wirkung auf die zun\u00e4chst unbeteiligten &#8222;Betrachter&#8220; anderer Kulturen gehen. Ich frage nach den materiellen, funktionalen und symbolischen Anteilen, die aus einer Katastrophe einen Ged\u00e4chtnisort schaffen k\u00f6nnen und versuche eine Antwort darauf zu finden, ob nun das Ereignis f\u00fcr sich, oder die visuellen Ergebnisse am Ende diesen bilden. Ber\u00fccksichtigung finden dabei das kulturelle, kollektive und institutionelle Ged\u00e4chtnismodell, wie sie unter anderem von Jan und Aleida Assmann enwickelt worden sind.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"dorotheajustine\" name=\"dorotheajustine\"><\/a><br \/>\n<strong>Dorothea Mladenova und Justine Walter: \u201eKatastrophe\u201c, \u201eDisaster\u201c, \u201eSaigai\u201c \u2013 Zur Semantik des Extremen<\/strong><\/p>\n<p>Ob bei Erdbeben und \u00dcberschwemmungen oder bei schlechten Pr\u00fcfungsergebnissen und verlorenen Fu\u00dfballspielen: von Katastrophen sprechen wir nicht nur in Extremsituationen, sondern auch in ganz allt\u00e4glichen Kontexten. Vor allem im Rahmen einer wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung mit Katastrophen ist es notwendig, zun\u00e4chst eine klare Definition des Begriffs zu erarbeiten sowie eine Abgrenzung von verwandten Termini vorzunehmen, um dadurch zwischen individuellen, kurzfristigen Ungl\u00fccksf\u00e4llen und kollektiven, langfristig wirksamen Extremereignissen differenzieren zu k\u00f6nnen. Der erste Teil des Vortrags wird sich deshalb der allgemeinen Terminologie von Katastrophen widmen. Wo f\u00e4ngt eine Katastrophe an und wo endet sie? Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen nat\u00fcrlichen und menschengemachten Katastrophen?<br \/>\nDer zweite Teil dreht sich um die Frage, welche Implikationen hinter den unterschiedlichen Bezeichnungen der Katstrophe am 11. M\u00e4rz 2011 stehen k\u00f6nnten. Dabei werden die japanischen Termini kontrastiv den deutschen und englischen Begriffen gegen\u00fcbergestellt und semantisch betrachtet.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"jens\" name=\"jens\"><\/a><br \/>\n<strong>Jens Oliver John: sekinin &amp; site fights<\/strong><\/p>\n<p><em>1 Kontext<\/em><br \/>\nNuklear-GAU im Atomkraftwerk Fukushima, betrieben von der TEPCO.<br \/>\n<em>2 Fragestellung<\/em><br \/>\nWerden die Konsequenzen \u00f6ffentlicher Schuldzuweisung demokratisch eingeforderter<br \/>\nGerechtigkeit gerecht?<br \/>\n<em>3 Text<\/em><br \/>\nIch untersuche, ob und inwiefern durch \u00f6ffentliche Schuldzuweisung und Schuldannahme provozierte personelle Konsequenzen wie der durch Regierungsstellen forcierte R\u00fccktritt der TEPCO-Direktoren1 zum einen tats\u00e4chlich individuelle Betroffenheit entsteht und zum anderen die durch solche Ma\u00dfnahmen ge\u00e4nderten Umst\u00e4nde neue M\u00f6glichkeiten zur Bew\u00e4ltigung der Fukushima-Katastrophe er\u00f6ffnen.<br \/>\nDer erstgenannte Aspekt betrifft die Abh\u00e4ngigkeit der gesellschaftlichen Elite von den auf demokratischer Grundlage politik- und auf quantitativer Grundlage gesellschaftsbildenden unteren Schichten: Bedeuten personelle Konsequenzen nur die \u201eVersetzung\u201c an weniger pr\u00e4sente Positionen? Wie verh\u00e4lt sich eine solche \u201eS\u00e4uberung\u201c zu Ulrich Becks Konzept des Risikokalk\u00fcls2, wenn doch zum einen das wirtschaftspolitische Motiv hinter der Nutzung von Nukleartechnologie allgemein bekannt und zum anderen das nukleare Risiko gesellschaftlich akzeptiert wurde und wird?<br \/>\nDaraus ergibt sich die Frage, inwiefern durch solche Ma\u00dfnahmen \u00fcberhaupt Diskurs, Neubewertung und Bekanntmachung von Risiken und andere Anstrengungen zur Katastrophenbew\u00e4ltigung abseits ihrer Pr\u00e4senz in Medien und gesellschaftlichem Ged\u00e4chtnis gef\u00f6rdert werden.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"yui\" name=\"yui\"><\/a><br \/>\n<strong>Yui Deschler: Vergangenheit und Heute \u2014 Tsunamierz\u00e4hlung, \u201eFeuer der Reisfelder\u201c (<em>Inamura no hi<\/em>)<\/strong><\/p>\n<p>Im April 2011 erschien eine alte Tsunamierz\u00e4hlung in einem Schulbuch f\u00fcr die f\u00fcnfte Klasse wieder. Deren Titel hei\u00dft \u7a32\u3080\u3089\u306e\u706b (<em>Inamura no hi<\/em>) \u201eFeuer der Reisfelder\u201c\/ engl.: \u201ethe burning of the rice fields\u201c. Auf der Erz\u00e4hlung, &#8222;a living God&#8220; von Lafcadio Hearn basierend, wurde sie 1934 geschrieben und von 1937 bis 1947 in Schulb\u00fcchern herausgegeben.<br \/>\nHier stellt sich die Frage, warum sie f\u00fcr 64 Jahre aus diesen versto\u00dfen wurde, und was sich in Japan durch das Erdbeben geistlich ver\u00e4ndert.<br \/>\nIm zweiten studentischen Symposium m\u00f6chte ich diesen Fragen nachgehen und die japanischen und ausl\u00e4ndischen Ansichten der Katastrophe und den Nationalcharakter aus kulturwissenschaftlicher Sicht betrachten und analysieren.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"sandra\" name=\"sandra\"><\/a><br \/>\n<strong>Sandra Beyer: Das Geschlecht der Katastrophe: Japanerinnen und die Probleme ihrer Darstellung als Opfer<\/strong><\/p>\n<p>Das Bild der Asahi Shimbun ging um die Welt: eine junge Frau sitzt auf den Tr\u00fcmmern und blickt in die Ferne. Sie hat die nackten Beine an den K\u00f6rper gezogen, sitzt gekr\u00fcmmt und weint. Sie ist das Symbol der Verletzlichkeit geworden. Katastrophen passieren immer den Schw\u00e4chsten der Gesellschaft: den Kindern, Alten und Frauen. Ihre traurigen Gesichter pr\u00e4gen unser Bild vom Geschlecht und dem Alter einer Katastrophe.<br \/>\nKursorisch soll der Vortrag der Frage nachgehen, ob die Darstellung der Katastrophe vom 11.3.2011 in ausgew\u00e4hlten japanischen Medien geschlechtlich gepr\u00e4gt war. Er soll der Frage nachgehen, ob in der Berichterstattung besondere Opfer konstruiert wurden. Sind die handelnden Personen der Regierung Kahn, von T\u00f4ky\u00f4 Denryoku und der lokalen Gruppen mittelalte aktive M\u00e4nner, die \u00fcber das Schicksal anderer bestimmen? Gab es Initiativen von Frauen, ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse in der Katastrophe zu formulieren? Hat die Katastrophe ein Geschlecht, wenn die Frauen mit den Kindern ihre H\u00e4user verlassen mussten und konnten, w\u00e4hrend die St\u00e4rke der M\u00e4nner f\u00fcr den Wiederaufbau gebraucht wurden? Wer war der typische Bewohner eines Fl\u00fcchtlingslagers und was waren seine Bed\u00fcrfnisse? Die Berichterstattung \u00fcber radioaktives Wasser oder in der Muttermilch betrifft auch in erster Linie diejenigen, die sich um die Familien k\u00fcmmern und damit die Frauen.<br \/>\nDie UNO-Resolution 1325 schreibt vor, dass Frauen in Krisengebieten in den Wiederaufbau aktiv beteiligt werden. Denken wir die Forderungen von CEDAW (<em>Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination Against Women<\/em>, 18. Dezember 1979) konsequent zu Ende, k\u00f6nnten Frauen die verantwortlichen M\u00e4nner sogar verklagen. Mir soll es in einigen Gedanken darum gehen, die Geschlechtlichkeit dieser Katastrophe in ihrer Darstellung und Behandlung nachzuvollziehen und diese zur Diskussion zu stellen.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"markus\" name=\"markus\"><\/a><br \/>\n<strong>Markus R\u00fcsch: \u201eDer Ch\u014dmei von Heute\u201c : das nachhaltig Fl\u00fcchtige \u2013 Das <em>Inu H\u014dj\u014dki<\/em> als Beispiel der Verarbeitung von Katastrophenschilderungen und deren Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Betrachtet man Japans besondere Lage in Bezug auf das Katastrophenspektrum, welches in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf das Land Einflu\u00df nimmt, so wundert es nicht, da\u00df diese Zentrum und Ausgangspunkt vieler schriftlicher Reflexionen wurden. Ein vergleichsweise fr\u00fches Zeugnis solcher Texte stellt das Zuihitsu <em>H\u014dj\u014dki<\/em> von Kamo no Ch\u014dmei (12.\/13. Jahrhundert) dar. Der Autor schildert hier verschiedene Konsequenzen, die er pers\u00f6nlich aus den katastrophalen Erlebnissen jener Zeit gezogen hat. Der Appell zur \u00c4nderung des eigenen Lebens ist hierbei schwer zu \u00fcbersehen. Neben der Wahl zum Eremitenleben nimmt zur Umsetzung dieses Lebensentwurfs der Buddhismus eine wesentliche Rolle ein. Man kann daher den Buddhismus auch als eine Antwort auf die Katastrophen ansehen \u2013 ein wesentlicher Begriff hierbei ist <em>muj\u014d<\/em> (\u7121\u5e38). Im ersten Schritt des Vortrags sollen daher dieser und andere wesentliche Begrifflichkeiten in Bezug gesetzt werden zu konkreten buddhistischen Texten (die Frage nach der Positionierung des <em>H\u014dj\u014dki<\/em> sei an dieser Stelle zur\u00fcckgestellt). Diese Reflexionen sollen allerdings vielmehr den Ausgangspunkt darstellen f\u00fcr die eigentliche Untersuchung innerhalb des Vortrags \u2013 der Ausdruck \u201eAusgangspunkt\u201c weist auch bereits auf den allein m\u00f6glichen Umfang dieser \u00dcberlegungen.<br \/>\nGegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kanaz\u014dshi <em>Inu H\u014dj\u014dki<\/em> verlegt, welches sowohl in Bezug auf den Inhalt als auch etwa auf die Syntax stark an das <em>H\u014dj\u014dki<\/em> angelehnt ist. Die Gegen\u00fcberstellung dieser beiden Werke soll das Kernst\u00fcck des Vortrags bilden. Das <em>H\u014dj\u014dki<\/em> selbst l\u00e4\u00dft sich grob in eine erste H\u00e4lfte gliedern, in welcher die verschiedenen Katastrophen beschrieben werden, die die damalige Hauptstadt betrafen, und einen zweiten Teil, in welchem die Lebensf\u00fchrung von Kamo no Ch\u014dmei beschrieben wird \u2013 im Grunde handelt es sich also um ein Ursache-Wirkungs-Schema. Hier soll nun betrachtet werden, wie diese Schilderungen des \u201eOriginals\u201c innerhalb der fr\u00fch-edozeitlichen Adaption umgesetzt werden. Besonderes Gewicht soll hierbei auf die Adaption des buddhistischen Vokabulars und die Rolle des Buddhismus gelegt werden. Dar\u00fcber hinaus soll allerdings auch, in Hinblick auf die Art und Weise des Umgangs mit diesem aus heutiger Sicht sensiblen Stoff, gefragt werden, inwieweit man in dieser Zeit von einem \u201eKatastrophenbewu\u00dftsein\u201c sprechen konnte \u2013 hier nicht im Sinne der Vorstellung eines katastrophalen Alltags oder Weltendes, sondern einem Bewu\u00dftsein um die Ernsthaftigkeit der damaligen Geschehnisse. Schlie\u00dflich soll versucht werden, \u2013 wohl allein in einer Andeutung \u2013 Vergleiche mit heutigen Umg\u00e4ngen in Bezug auf Katastrophen zu ziehen. Ein wesentlicher Begriff ist hierbei der der \u201eN\u00e4he\u201c, welcher einer Kritik innerhalb der heutigen Zeit bedarf.<br \/>\n<a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><a id=\"daniela\" name=\"daniela\"><\/a><br \/>\n<strong>Daniela Simon: Das Kaiserhaus in Zeiten der Krise<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n<p><a id=\"programm\" name=\"programm\"><\/a><br \/>\n<strong>Programm<\/strong><\/p>\n<p>28.04.2012, ostasiatisches Seminar der FU-Berlin<\/p>\n<p><strong>10:00: Er\u00f6ffnung und Gru\u00dfwort von Prof. Blechinger-Talcott und den Veranstaltern<\/strong><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><strong>10:15-11:45: Reaktionen auf die Katastrophe vom M\u00e4rz 2011 in Wirtschaft und Politik<\/strong><\/p>\n<p>10:15: <strong>Andreas Krautwurst (Frankfurt)<\/strong>: Das Standortauswahlverfahren f\u00fcr Kernkraftwerke in Japan und dessen ethische und rechtliche Dimensionen in der \u201ePost-Fukushima\u201c \u00c4ra<\/p>\n<p>10:45: <strong>Lotte Nawothnig (Trier)<\/strong>: Treugel\u00fcbde f\u00fcr die Atomlobby oder energiepolitische Kurs\u00e4nderung? &#8211; Handlungszw\u00e4nge einer Katastrophen geplagten japanischen Regierung<\/p>\n<p>11:15: <strong>Jens Oliver John (Berlin)<\/strong>: Sekinin &amp; Site fights<\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><em>11:45 &#8211; 12:00: Pause<\/em><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><strong>12:00-13:30: Reaktionen auf die Katastrophe vom M\u00e4rz 2011 in soziokultureller Perspektive<\/strong><\/p>\n<p>12:00: <strong>Julia Leser und Maria Trunk (Leipzig)<\/strong>: Radioactivists \u2013 Protest in Japan vor und nach Fukushima<\/p>\n<p>12:30: <strong>Dorothea Mladenova und Justine Walter (Leipzig)<\/strong>: \u201eKatastrophe\u201c, \u201eDisaster\u201c, \u201eSaigai\u201c \u2013 Zur Semantik des Extremen<\/p>\n<p>13:00: <strong>Sandra Beyer (Berlin)<\/strong>: Das Geschlecht der Katastrophe: Japanerinnen und die Probleme ihrer Darstellung als Opfer<\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><em>13:30-14:30: Mittagspause<\/em><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><strong>14:30 &#8211; 16:00: Umgang mit Katastrophen \u2013 denken, erinnern, repr\u00e4sentieren<\/strong><\/p>\n<p>14:30: <strong>Robert Kade (Berlin)<\/strong>: Am Anfang der Erinnerungen \u2013 Hiroshima und Fukushima als Beispiele japanischer Ged\u00e4chtnisorte<\/p>\n<p>15:00: <strong>Daniela Simon (Berlin)<\/strong>: Das Kaiserhaus in Zeiten der Krise<\/p>\n<p>15:30: <strong>Markus R\u00fcsch (Berlin)<\/strong>: \u201eDer Ch\u014dmei von Heute\u201c : das nachhaltig Fl\u00fcchtige \u2013 Das Inu H\u014dj\u014dki als Beispiel der Verarbeitung von Katastrophenschilderungen und deren Konsequenzen<\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><em>16:00 &#8211; 16:15: Pause<\/em><\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><strong>16:15-17:15: Umgang mit Katastrophen \u2013 Literatur und Film<\/strong><\/p>\n<p>16:15: <strong>Melissa Ann Kaul (Z\u00fcrich)<\/strong>: Katastrophen in den Filmen von Hayao Miyazaki<\/p>\n<p>16:45: <strong>Yui Deschler (Berlin)<\/strong>: Vergangenheit und Heute \u2014 Die Tsunamierz\u00e4hlung, \u201eFeuer der Reisfelder\u201c (Inamura no hi)<\/p>\n<hr noshade=\"noshade\" size=\"1\" \/>\n<p><strong>17:15 &#8211; 17:45: Abschlu\u00dfdiskussion<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CfP, Abstracts und Programm direkt zu den Abstracts direkt zum Programm Call for Papers Titel: KATASTROPHEN \u2013 Ausnahme! 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