{"id":176,"date":"2021-06-22T11:59:29","date_gmt":"2021-06-22T09:59:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/tilograetz\/?page_id=176"},"modified":"2024-01-25T18:39:50","modified_gmt":"2024-01-25T17:39:50","slug":"forschungsfragen-ziele","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/tilograetz\/forschungsfragen-ziele\/","title":{"rendered":"Forschungsfragen -ziele"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Das Projekt analysiert die gesellschaftliche Relevanz interaktiver Radiosendungen sowie die kommunikative Rolle der h\u00e4ufigen Anrufer dieser Sendungen, der so genannten <em>grogneurs, <\/em>in der Republik Benin<em>. <\/em>Das Forschungsprojekt wendet sich also den Akteuren und der Bedeutung interaktiv-partizipativer Medien im Alltag am Beispiel von Radiosendungen in Benin zu. Es untersucht vor allem mit qualitativen Methoden neue Prozesse der politischen Kommunikation (Pfetsch 2011; Garlicki und Dobek-Ostrowska 2013) sowie neue Spielr\u00e4ume der Partizipation (Snow und Scavo 2016; Wimmer et al. 2018). Es fokussiert auf besondere Verkn\u00fcpfungen zwischen \u201eklassischen\u201c, \u201eneuen\u201c sowie \u201etraditionellen\u201c Medien (der m\u00fcndlichen Kommunikation) und m\u00f6chte aktive Anrufer als neue mediale Akteure ins Blickfeld r\u00fccken (Arvidsson et al. 2015). Einige Begriffskl\u00e4rungen: Interaktiv werden allgemein jene Kommunikationstechnologien genannt, die nichtlinear arbeiten und dialogf\u00e4hig sind. Dabei bestehen unterschiedliche Grade an Interaktivit\u00e4t (vgl. Jin et al. 2013). Bei Radiosendungen ist diese selbstredend begrenzter als bei Internet-Anwendungen. Partizipativ bezeichnet wiederum einen hohen Anteil der Mitgestaltung kommunikativer Produkte durch Mediennutzer. Im Englischen dominiert der Begriff <em>participatory media<\/em> (vgl. Jenkins 2008b; Seth 2008). H\u00e4ufige Anrufer nennt man im anglophonen Kontext Afrikas meist \u201eserial callers\u201c (vgl. Brisset-Foucault 2016). Die Bezeichnung <em>grogneurs<\/em> ist im Falle Benins aber sinnvoller als der technische Begriff &#8220;Vieltelefonierer&#8221;, denn er nimmt ihre emische Bezeichnung und spezifische Rolle dort auf.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es geht zum einen um die soziale Stellung, pers\u00f6nlichen Motive und Medien<strong>strategien<\/strong> (Informationsgewinnung, Anrufweisen) der <em>grogneurs, <\/em>sowie <strong>Modi der Aneignung<\/strong> von Kommunikationstechnologien (in Anlehnung an <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.14361\/9783839446843-005\/html\">Rie\u00df 2019<\/a>; vgl. auch Geimer 2011). Zum anderen werden ihre Freir\u00e4ume als auch ihre teilweise Vereinnahmung durch politische Unternehmer sowie typische Formen ihrer Selbstinszenierung und Haltung als \u201eStar\u201c, \u00e4hnlich wie bei popul\u00e4ren K\u00fcnstlern, analysiert. Dabei sollen einseitige Perspektiven vermieden werden. Hieraus ergeben sich folgende konkrete Forschungsfragen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>Welche kommunikativen Strategien verfolgen die <em>grogneurs<\/em>?<\/li>\r\n<li>Welche Informationsquellen nutzen sie? Wie eignen sie sich technologische M\u00f6glichkeiten an? Welchen Einfluss haben berufliches Wissen und soziale Netzwerke auf ihre Interventionen?<\/li>\r\n<li>Welche Wirkung entfalten diese?<\/li>\r\n<li>Welche Beziehungen unterhalten sie untereinander und zu Medienakteuren?<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Hinsichtlich der Radiomoderatoren ist zu fragen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>Wie gestalten sie diese Sendungen?<\/li>\r\n<li>Wie vermeiden sie ihre missbr\u00e4uchliche Nutzung?<\/li>\r\n<li>Welche Beziehungen unterhalten sie zu <em>grogneurs <\/em>auch au\u00dferhalb der Sendungen?<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Schlie\u00dflich sollen Medienexperten und vor allem regul\u00e4re H\u00f6rer hinsichtlich ihrer Rezeptionsgewohnheiten, ihrer Bewertung der Sendungen und Themen und ihrem Einfluss auf \u00f6ffentliche Debatten (z.B. in Wahlkampfperioden) befragt werden.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt analysiert die gesellschaftliche Relevanz interaktiver Radiosendungen sowie die kommunikative Rolle der h\u00e4ufigen Anrufer dieser Sendungen, der so genannten grogneurs, in der Republik Benin. 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