Toolbox-Newsletter Nr. 6 – SoSe 2020

Liebe Kolleg*innen und Toolbox-Interessierte, 

auch in diesem außergewöhnlichen Semester möchten wir Sie über Neuigkeiten aus der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ informieren. Weil es dieses Semester nur eine Ausgabe des Newsletters gibt, fällt diese etwas länger aus als sonst.

Corona, Gender und Diversität

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert. Wir sprechen plötzlich über Systemrelevanz, den R-Wert und Risikogruppen. Und doch hat sich gezeigt, dass auch in der Pandemie und beim Umgang damit nicht alle gleich betroffen sind. Eine Zusammenstellung von journalistischen und wissenschaftlichen Beiträgen zu Corona, Gender und Diversität finden Sie zum Beispiel beim Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung der Universität Tübingen. Good-Practice-Beispiele zu Corona und Gleichstellung an Hochschulen hat die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (bukof) veröffentlicht. Das Margherita-von-Brentano-Zentrum trägt mit der digitalen Veranstaltungsreihe „Transnational Feminist Dialogues in Times of Corona Crisis“ zur Debatte bei. Der erste Roundtable findet am 23.06.20 statt.  

Institutioneller Rassismus

Die Tötung George Floyds durch weiße Polizisten hat zu einer Welle antirassistischer Proteste geführt. Die Ausmaße von Rassismus in staatlichen Institutionen und der gesamten Gesellschaft werden auch in Deutschland thematisiert bzw. es wird endlich auch von der Mehrheitsgesellschaft aufmerksamer zugehört und reagiert. Auf Twitter haben viele Nutzer*innen unter dem Hashtag #BlackInTheIvoryTower ihre Rassismuserfahrungen  im Wissenschaftssystem geteilt. Das John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität hat ein Statement of Solidarity verabschiedet: “Today, we (…) declare solidarity with all those protesting for justice, for equal application of the law, and for an end to anti-Black violence and oppression.”Wenn Sie sich über die Geschichte und Kultur Schwarzer Menschen, strukturellen Rassismus und antirassistische Kämpfe informieren wollen, finden Sie Anregungen im Toolbox-Blog. Aus Anlass des Black History Month im Februar haben wir Bücher und Podcasts zusammengestellt. Für das Wintersemester planen wir Weiterbildungsangebote zu (Anti-)Rassismus.  

Weiterbildungsangebote zu Gender und Diversity in der (digitalen) Lehre

Die kurzfristige Umstellung auf ausschließlich digitale Lehre hat den Hochschulmitgliedern einiges abverlangt. Für gender- und diversitätsbewusste Didaktik lassen sich viele Aspekte von Präsenzlehre auf digitale Lehre übertragen, aber es entstehen auch neue Herausforderungen. In Kooperation mit SUPPORT für die Lehre haben wir zwei Online-Veranstaltungen zur gender- und diversitätsbewussten Gestaltung von (digitalen) Lehrveranstaltungen angeboten und uns über die große Nachfrage gefreut. Im Wintersemester wird der Workshop an folgenden Terminen angeboten: 

Bei Interesse bieten wir zusätzliche Termine für Fachbereiche, Institute oder Arbeitsbereiche der Freien Universität Berlin an und gehen dabei auch gerne auf Ihre spezifischen Anliegen ein.  

Gender- und diversitätsbewusste Prüfungen auf dem #CoronaCampus

Einige Fragen zur Umsetzung von Prüfungen sind aktuell noch ungeklärt, was die Planbarkeit für Lehrende und Studierende erschwert. Generell ist das Wiki der CeDiS zu Distanzprüfungen hier die zentrale Anlaufstelle. Falls Sie mündliche Prüfungen durchführen werden, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag „Zeit geben, Transparenz und Wertschätzung – Studierende mit Prüfungsangst unterstützen“. In einem Interview erklärt Dr. Michael Cugialy von der ZE Studienberatung und Psychologische Beratung der Freien Universität die Hintergründe von Prüfungsangst und gibt Tipps für Lehrende. Gerade die ungewohnte Form von digitalen mündlichen Prüfungen wird vermutlich bei vielen Studierenden die Nervosität verstärken.Um Prüfungen gerechter zu gestalten gibt es für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung sowie für Schwangere und Studierende im Mutterschutz ggf. einen Anspruch auf Nachteilsausgleich. Tragen Sie zur Enttabuisierung dieses Instruments zur Inklusion bei und weisen Sie alle Studierenden unabhängig von erkennbarer Betroffenheit proaktiv darauf hin. Frühzeitige Planung und bei Unsicherheiten eine Beratung durch die zuständige Ansprechperson erleichtern eine reibungslose Umsetzung. 

Kooperation mit ArbeiterKind.de

Was heißt es als Erste*r in der Familie zu studieren? Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft auf Bildungsgerechtigkeit? Wie können „Studierende der ersten Generation“ in der Hochschullehre unterstützt werden? Diesen Fragen gehen wir in unserer Kooperation mit ArbeiterKind.de nach:  

Aktualisierte Toolbox-Seite zu genderinklusiver Sprache

Die sprachliche Sichtbarmachung von Frauen durch sogenannte Beidnennung wie „Schülerinnen und Schüler“ oder Schüler/-innen war eine wichtige sprachpolitische Forderung und hat zur Sensibilisierung für die Macht von Sprache beigetragen. Allerdings führt sie wiederum dazu, dass Menschen jenseits der zweigeschlechtlichen Norm unsichtbar gemacht und diskriminiert werden. Daher wird sie in der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ nicht mehr als Alternative zum generischen Maskulinum empfohlen. Auf unserer aktualisierten Seite zu Sprache gehen wir stärker auf die Auswirkung der „Dritten Option“ und genderinklusive Sprache im Hochschulalltag ein. 

Abbau von Diskriminierung bei der Namensanzeige in Webex und Blackboard

Studierende, die in Übereinstimmung mit ihrer Geschlechtsidentität ihren Vornamen geändert haben, stehen vor großen Hürden bei der Teilnahme an der digitalen Lehre. Wenn das Identitätsmanagement den alten Namen anzeigt, werden Studierende durch die Hochschule geoutet und dadurch in inakzeptable Situationen gebracht. Wir begrüßen daher den Pilotversuch zur leichteren Namensänderung in Webex und Blackboard sowie die eindeutige Regelung zur Akzeptanz des dgti-Ergänzungsausweises durch die Freie Universität. Weitere Schritte sind dringend notwendig. Konkrete Handlungsempfehlungen hat kürzlich die bukof verabschiedet.

Die ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ verschickt pro Semester 1-2 Newsletter per E-Mail. Die Newsletter informieren beispielsweise über neue Inhalte auf der Homepage der Toolbox und über anstehende Termine wie z.B. Workshops, die von der Toolbox angeboten werden.
Wenn Sie Interesse am Newsletter der Toolbox haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an  kontakt@genderdiversitylehre.fu-berlin.de. Wir speichern Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und ggf. ihren Arbeitsbereich an der FU in einer Excel-Datei und nutzen Ihre Daten ausschließlich für die Verschickung des Newsletters.
Sie können den Newsletter jederzeit per E-Mail abbestellen.

Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20

Liebe Kolleg*innen und Toolbox-Interessierte,

in diesem Newsletter erhalten Sie Informationen über aktuelle Veranstaltungen, zu denen Sie sich anmelden können, über neue und geplante Beiträge im Toolbox-Blog sowie den Link zu unserem neuen Methodenblatt zu ungleicher Beteiligung von Studierenden auf Deutsch und Englisch.

#4GenderStudies: Genderkompetenz für die Lehre
Online-Veranstaltung am 18.12.19 von 14-15.30 Uhr
Sie haben sich bislang erst wenig oder noch nicht mit Genderaspekten in der Forschung und Genderkompetenz in der Lehre beschäftigt? Sie wünschen sich einen Einstieg ins Thema und die Möglichkeit der Selbstreflexion? Sie möchten wissen, wie Sie Gender in Ihren Lehrveranstaltungen mitdenken und berücksichtigen können?
In diesem Online-Workshop bekommen Sie einen ersten Einblick in das Thema und erweitern Ihre Genderkompetenz.

Folgende Inhalte sind geplant:

  • Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Diskriminierung und Privilegierung
  • Gender als Lehr- und Forschungsinhalt
  • Gendertheoretische Ansätze als Ressource für die Reflexion und Planung von Lehrmethoden

Über Gender zu sprechen ist nicht immer einfach. Oft treffen dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen, Verletzlichkeiten, Annahmen und Befürchtungen aufeinander. Um mit diesen Spannungen umzugehen, arbeiten wir mit dem Konzept der Fehlerfreundlichkeit.
Anlass des Webinars ist der Wissenschaftstag #4GenderStudies, der am 18. Dezember dieses Jahres bereits zum dritten Mal im gesamten deutschsprachigen Raum stattfindet. In Online- und Offline- Formaten geben Wissenschaftler*innen und andere Hochschulangehörige Einblicke in ihr Forschungsfeld.
Die Veranstaltung wird von Melanie Bittner (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre) und Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) angeboten. Hier finden Sie Informationen zur Technik und zur Anmeldung.

Getting to know the “Toolbox Gender and Diversity in Teaching”
Online-Veranstaltung on 2020/15/01, 2-3 p.m.
This webinar is an introduction to gender and diversity conscious teaching. We will use the materials on the toolbox-website to learn about different aspects of teaching like using non-discriminating language and images, choosing methods that engage all students and how to broach the issue of gender and diversity within different subjects. There will be time for a Q&A. You can find information concerning registration and technical aspects here.

Kamingespräch Gender und Diversity in Prüfungen
22.01.20 von 18-21 Uhr am Berliner Zentrum für Hochschullehre (BZHL)
Prüfungen zu konzipieren, durchzuführen und zu bewerten ist eine ungeliebte Aufgabe vieler Lehrender – nicht zuletzt, weil sie unterschiedlichen Anforderungen und Ansprüchen genügen wollen. Dazu gehört, der Vielfalt von Studierenden gerecht zu werden. Doch wie kann das funktionieren?
Mehr Informationen zum Inhalt, dem Format des Kamingesprächs und zur Anmeldung hier.

Lehre gender- und diversitätsbewusst gestalten
Support-Aufbaumodul am 05.05.20 von 9.00-17.00 Uhr
Die Diversität von Studierenden gehört zur Realität des Hochschulalltags. Teilnehmende in Lehrveranstaltungen bringen unterschiedliche Lebensrealitäten mit und haben unterschiedliche Perspektiven auf die Themen und Rahmenbedingungen ihres Studiums. Das hängt auch mit Erfahrungen von Diskriminierung und Privilegierung in gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen zusammen. Gender- und diversitätsbewusste Lehre berücksichtigt die Vielfalt der Studierenden und ermöglicht allen gutes Lernen. „Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20“ weiterlesen

Einen guter Start ins Semester fördern: gender- und diversitätsbewusste Gestaltung der ersten Sitzung einer Lehrveranstaltung

Was sollte in der ersten Sitzung einer Lehrveranstaltung passieren, um Studierende in ihrer Vielfalt zu adressieren und Diskriminierung abzubauen? Wie können Sie eine Grundlage für eine gute Lernatmosphäre während des Semesters legen? Wir schlagen acht Punkte für die erste Sitzung jeder Lehrveranstaltung vor:

1. Inhalte motivierend darstellen: In der ersten Sitzung sollten die Studierenden eine Vorstellung von den Inhalten und dem Ablauf der Lehrveranstaltung gewinnen, deren roten Faden nachvollziehen können. Dabei ist es wichtig, die Studierenden neugierig auf das Thema zu machen und sie für die Lehrveranstaltung zu motivieren. Versuchen Sie zu vermitteln, warum Sie selbst das Thema so spannend finden oder erzählen Sie von Ihrem eigenen Forschungs- und Lernprozess. Die Kolleg*innen von hochschuldidaktik online empfehlen in ihrem Blog, sich nicht gleich zu Beginn der Sitzung in die (wichtigen, aber manchmal ermüdenden) organisatorischen Details zu stürzen, sondern die Methode des Storytelling zu nutzen, um Studierende zu motivieren.
Stellen Sie, wenn möglich, die Bedeutung der Gender- und Diversitätsforschung für das Thema der Lehrveranstaltung dar. Sie können ggf. auch auf die Auswahl der Literatur eingehen und Ihre Kriterien transparent machen. Selbst wenn die Autor*innen wenig Diversität repräsentieren, kann das eine wissenschaftskritische Perspektive auf den Lehrinhalt ermöglichen.

2. Kennenlernen: Es ist gut für die Lernatmosphäre, wenn sich die Teilnehmenden ein bisschen kennen und so Sicherheit gewinnen. Der Vorteil vieler Kennenlernmethoden ist zudem, dass Sie durch eine Verknüpfung mit den Themen der Lehrveranstaltung selbst etwas über die Interessen, Bedürfnisse und Kenntnisstände der Studierenden erfahren und diese in Ihre weitere Planung einbeziehen können. Hierfür eignen sich viele Vorschläge aus der Toolbox zur Aktivierung von Studierenden. Ich selbst nutze sehr gerne Aufstellungen im Raum zu verschiedenen Thesen oder ein Speeddating zu Beginn einer Lehrveranstaltung. Für große Gruppen sind digitale Tools, insbesondere Online-Response-Systeme, sehr gut geeignet.

3. Studierende respektvoll ansprechen: Zu einer guten Diskussionsatmosphäre trägt auch bei, wenn sich alle mit Namen adressieren können. Namensschilder in den ersten Sitzungen oder auch während des gesamten Semesters sind deshalb sehr hilfreich. Sie können den Studierenden auch anbieten, das Personalpronomen, mit dem sie adressiert werden möchten, auf dem Namensschild zu notieren, oder (bei bis zu 25 Personen) eine Pronomenrunde (S. 379) durchführen. Um eine unzutreffende Geschlechtszuschreibung durch die Adressierung als Herr/Frau + Nachname zu vermeiden, können Sie die Vornamen der Studierenden verwenden und sie dennoch siezen („Hamburger Sie“). Das ist auch praktisch für die Studierenden, die sich untereinander mit Vornamen ansprechen.
Hinweise zu gender- und diversitätsbewusster Sprache im Allgemeinen finden Sie in unserem Starter-Kit.

4. Datenschutz beachten: Verwenden Sie zur Erstellung der Teilnehmendenliste besser nicht die Namensliste aus dem Campusmanagement, sondern eine Blanko-Liste oder ‑Tabelle, die Sie herumgeben. Nicht alle Studierenden wollen mit dem Namen adressiert werden, mit dem sie offiziell eingeschrieben sind, z. B. wenn sie trans* sind. Wenn Sie den „alten“ Namen durch Herumgeben einer Liste oder durch das Aufrufen auf Grundlage der Liste verwenden, „outen“ Sie diese Studierenden unter Umständen. Dies kann zu Diskriminierungen und hohen Belastungen führen, die nicht nur leicht vermeidbar sind, sondern auch dem gesetzlichen Offenbarungs-Verbot („Outing-Verbot“) zuwiderlaufen. Achten Sie auch bei der Sammlung oder Veröffentlichung auf Anforderungen des Datenschutzes.

5. Positive Gesprächskultur fördern: Für das Gelingen einer Lehrveranstaltung sind alle Beteiligten verantwortlich. Als Lehrende*r sind Sie dafür zuständig, möglichst gute Voraussetzungen für eine konstruktive Gesprächskultur zu schaffen. Gerade bei der Thematisierung von Gender und Diversity gibt es oft lebhafte Diskussionen, sehr unterschiedliche Grade der Sensibilisierung und leider auch Verletzungen.
Um eine gute Diskussionsatmosphäre zu fördern, ist es sinnvoll, von Anfang an Regeln für den Umgang miteinander in Form einer Seminarvereinbarung zu formulieren. Dies dient der Transparenz und gibt Sicherheit, weil im Zweifel im Laufe des Semesters auf die Vereinbarungen verwiesen werden kann. Dabei können einerseits Sie als Lehrende*r bestimmte Grundsätze einführen, die enthalten, was Sie sich wünschen (z. B. wertschätzende Kommunikation oder Beteiligung möglichst vieler Studierender) oder welches Verhalten Sie nicht dulden (z. B. Beleidigungen, sexualisierte Belästigung). Eine höhere Akzeptanz von Vereinbarungen entsteht, wenn Sie diese demokratisch zusammen mit den Studierenden erarbeiten oder zumindest gemeinsam als „Seminarvereinbarung“ beschließen, was sich vor allem in kleineren Lehrveranstaltungen anbietet.
Sehr empfehlenswert ist es auch, das Konzept der Fehlerfreundlichkeit einzuführen, das bewusst berücksichtigt, dass Hochschullehre kein machtfreier Raum ist, und versucht, mit dem Spannungsverhältnis zwischen Lernraum und Schutzraum konstruktiv umzugehen.

6. Formale Aspekte kommunizieren: Die Studierenden müssen nach der ersten Sitzung wissen, welche Materialien sie brauchen und wie sie diese bekommen. Die Leistungsanforderungen sowie formale Teilnahmebedingungen wie Fristen etc. sollten ebenfalls bekannt und transparent gemacht werden. Es empfiehlt sich, solche Unterlagen schriftlich zur Verfügung zu stellen, am besten als Handout und digital. Tipps zur Erstellung von barrierefreien pdf-Dokumenten finden Sie z. B. bei der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.

7. Erreichbarkeit der Lehrenden thematisieren: Die Studierenden sollten wissen, wie Sie als Lehrende*r bei Fragen oder Problemen zu erreichen sind. Geben Sie einige Beispiele, mit welchen Anliegen Studierende ggf. in Ihre Sprechstunde kommen können. Dies kann eine große Erleichterung für Studierende sein, die noch nicht über solches informelles Wissen der Hochschulkultur verfügen, wie z. B. Arbeiterkinder insbesondere zu Beginn des Studiums. Signalisieren Sie, dass sich Studierende gerne an Sie wenden können, wenn Sie Probleme oder spezifische Bedürfnisse haben, die Sie als Lehrende*r berücksichtigen sollten, seien es Ersatzleistungen bei unvermeidbarer Abwesenheit, Bedarfe zur Barrierefreiheit, der Wunsch auf eine bestimmte Weise adressiert zu werden etc. Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen haben zur Förderung der Chancengleichheit einen Anspruch auf Nachteilsausgleich. Dieser lässt sich erfahrungsgemäß am besten umsetzen, wenn die Beantragung und Planung mit ausreichend Vorlauf geschieht.

8. Beratungsstellen bekannt machen: Nutzen Sie die erste Sitzung auch, um auf Beratungsstellen an der Freien Universität zu verweisen, an die sich die Studierenden z.B. zu Themen wie Vereinbarkeit, Nachteilsausgleich, Finanzierung des Studiums oder Diskriminierungserfahrungen wenden können. Damit machen Sie nicht nur die verschiedenen Einrichtungen und Stellen bekannter, Sie signalisieren auch, dass Ihnen verschiedene Lebenssituationen und Bedarfslagen bewusst sind. Viele Studierende nehmen Beratung nicht oder sehr spät in Anspruch, weil sie Angst vor Stigmatisierung haben. Wenn Sie die Einrichtungen an Ihrer Universität kennen und regelmäßig darauf verweisen, können Sie zur Enttabuisierung beitragen.

Wir wünschen Ihnen allen einen guten Semesterstart!

Wenn Sie sich kurzfristig zur gender- und diversitätsbewussten Gestaltung der ersten Sitzung einer Lehrveranstaltung austauschen möchten, können Sie an unserem Webinar am 09.10.19 von 14 bis 15 Uhr teilnehmen.

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