{"id":1491,"date":"2022-06-20T15:36:59","date_gmt":"2022-06-20T13:36:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/?p=1491"},"modified":"2024-08-26T13:32:38","modified_gmt":"2024-08-26T11:32:38","slug":"gendergerechte-sprache-barrierefrei-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/2022\/06\/20\/gendergerechte-sprache-barrierefrei-gestalten\/","title":{"rendered":"Gendergerechte Sprache barrierefrei gestalten"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-1024x682.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-724 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-1024x682.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-768x512.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-1536x1024.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208-1200x800.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2020\/09\/Sprache_amador-loureiro-BVyNlchWqzs-unsplash_mitBildquelle-e1670322611208.png 2024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Ziel von gendergerechter Sprache ist unter anderem die Vielfalt geschlechtlicher Identit\u00e4ten jenseits der bin\u00e4ren Norm abzubilden. Somit wird Sprache komplexer, werden Formulierungen l\u00e4nger und einige vorgeschlagene Formen st\u00f6ren bewusst den Lesefluss. Barrierefreie Sprache wiederum soll einfach verst\u00e4ndlich sein, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Informationen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n<h3><em>Autorin: Anna Osypova<\/em><\/h3>\n<p>Gendergerechtigkeit und Barrierefreiheit <a href=\"https:\/\/taz.de\/Geschlechtergerechte-Sprache\/!5798203\/\">werden im Deutschen oft gegeneinander ausgespielt.&nbsp;<\/a><\/p>\n<p>Die Diskussion um die Vereinbarkeit von Gendergerechtigkeit und Barrierefreiheit wird oft vor allem auf Sonder- und Satzzeichen wie Genderstern oder Doppelpunkt zugespitzt. L\u00e4ngere Zeit galt der <a href=\"https:\/\/www.myability.org\/news\/geschlechtersensibel-weitgehend-barrierefrei-gendern\">Doppelpunkt als barriere\u00e4rmer<\/a>, mittlerweile <a href=\"https:\/\/geschicktgendern.de\/genderdoppelpunkt-und-ein-missverstaendnis\/\">halten viele dies f\u00fcr ein Missverst\u00e4ndnis<\/a> und <a href=\"https:\/\/bukof.de\/wp-content\/uploads\/22-06-07-bukof-Stellungnahme-Doppelpunkt-oder-Sternchen-1.pdf\">nennen verschiedene Gr\u00fcnde, warum der Genderstern das beste Zeichen f\u00fcr die Abbildung von Geschlechtervielfalt<\/a> ist. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/texte\/gender-gerechte-sprache-und-barrierefreiheit\/\">keines dieser Zeichen vollkommen barrierefrei ist<\/a>. Diese Sichtweise vertritt auch der Blinden- und Sehbehindertenverband.<\/p>\n<p>Aber handelt es sich bei Gendergerechtigkeit und Barrierefreiheit tats\u00e4chlich um unvereinbare Anforderungen an die deutsche Sprache? Beide Ans\u00e4tze haben schlie\u00dflich ein gemeinsames Ziel: Teilhabe. Sprache <a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/9957413\/psycholinguistik_jb_2015\">pr\u00e4gt unsere Wahrnehmung<\/a>. Mit Sprache werden Gesetze verfasst, mit Sprache werden Menschen gebildet. Eine demokratische Gesellschaft wird durch Sprache konstituiert und aufrechterhalten. Eine gesellschaftliche Teilhabe ist ohne sprachliche Teilhabe unm\u00f6glich (Stefanowitsch 2014). Barrierefreie gendergerechte Sprache ist somit kein Oxymoron, sondern ein Ideal. Und es gibt bereits viele Ans\u00e4tze, um diesem Ideal n\u00e4herzukommen. In diesem Artikel stellen wir einige dieser Ans\u00e4tze vor und diskutieren, wie m\u00f6gliche Zielkonflikte bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Vielfalt von sprachlichen Formen <\/strong><\/h2>\n<p>\u201eEs gibt nicht eine bestimmte Form, die \u201aalle\u2018 (im Sinne von alle Personen) meint und mit der \u201aalle\u2018 angesprochen sind\u201c, schreibt AG feministisch sprachhandeln in ihrem <a href=\"https:\/\/feministisch-sprachhandeln.org\/leitfaden\/kapitel4\/\">Leitfaden<\/a>. Es gibt auch nicht die einzige richtige antidiskriminierende Sprachform.<\/p>\n<p>Eine richtige Form h\u00e4ngt immer vom Kommunikationskontext ab. Gendergerechte Sprache bietet eine Auswahl von Formen. Manchmal l\u00e4sst sich ein Partizip bilden wie <em>Mitarbeitende<\/em>, manchmal kann man den Satz ins Passiv umwandeln: <em>Das Formular wird ausgef\u00fcllt<\/em> statt <em>Bewerber f\u00fcllen das Formular aus<\/em>. Oft gibt es eine genderneutrale Bezeichnung wie <em>Team<\/em> oder <em>Personal<\/em>. Oder man setzt &nbsp;den Satz in den Imperativ: <em>H\u00e4ngen Sie bitte Ihre Jacken an die Garderobe<\/em> statt <em>Nutzer der Bibliothek h\u00e4ngen ihre Jacken an die Garderobe<\/em>. Erst dann, wenn diese M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft werden, kommen Sonder- bzw. Satzzeichen infrage. Es gibt verschiedene Sonder- und Satzzeichen, die Mehrgeschlechtlichkeit helfen abzubilden: Genderstern <em>(Mitarbeiter*innen<\/em>), Doppelpunkt (<em>Mitarbeiter:innen<\/em>) oder Unterstrich (<em>Mitarbeiter_innen<\/em>). Zwar gilt keines dieser Zeichen als komplett barrierefrei, doch es l\u00e4sst sich eine Tendenz zum Genderstern feststellen.<\/p>\n<p>Die Freie Universit\u00e4t hat sich in der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/diversity\/antidiskriminierung\/sprache\/gender\/index.html\">Regelung zur Verwendung von geschlechtergerechter und -inklusiver Sprache in der offiziellen Kommunikation der Freien Universit\u00e4t<\/a> f\u00fcr den Genderstern entschieden. Auch die bukof (Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V.) <a href=\"https:\/\/bukof.de\/wp-content\/uploads\/22-06-07-bukof-Stellungnahme-Doppelpunkt-oder-Sternchen-1.pdf\">pl\u00e4diert f\u00fcr das Sternchen<\/a>. Der Genderstern wird auch in der <a href=\"https:\/\/dgti.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/empfehlung-zu-gendergerechter-digital-barrierefreier-sprache-studie-koehler.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Empfehlung zur Verwendung von gendergerechter Sprache im Kontext digitaler&nbsp;Barrierefreiheit<\/a> der \u00dcberwachungsstelle des Bundes f\u00fcr Barrierefreiheit in der Informationstechnik (BFIT-Bund) als bevorzugte Form angegeben. Die Empfehlung ist auf einer Zielgruppenbefragung basiert. Der Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband in seiner <a href=\"https:\/\/www.dbsv.org\/gendern.html\">Stellungnahme vom M\u00e4rz 2021<\/a> r\u00e4t generell von den Kurzformen ab, vermerkt aber, dass das Sternchen zu verwenden sei, \u201efalls mit Kurzformen gegendert werden soll\u201c.<\/p>\n<h2><strong>Gendergerecht f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen<\/strong><\/h2>\n<p>Meistens werden Texte f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen vorgelesen \u2013 \u00fcber Software oder von einem anderen Menschen. Sonderzeichen im Wort werden dabei normalerweise mit vorgelesen: Mitarbeiter-Stern-innen, Mitarbeiter-Unterstrich-innen. Oder es gibt eine kurze Pause, wie dies bei der Schreibweise mit Doppelpunkt (<em>Mitarbeiter:innen<\/em>) der Fall ist. In <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=b_LcUtmCTEo&amp;t=2s\">diesem Video<\/a> kann man sich anh\u00f6ren, wie die verschiedenen Kurzformen von der Vorlese-Software wiedergegeben werden.<\/p>\n<p>Bei vielen Programmen l\u00e4sst sich jedoch konfigurieren, welche Zeichen vorgelesen werden. So w\u00e4re zum Beispiel auch der Genderstern nicht problematisch, wenn in den Einstellungen st\u00fcnde, dass bei W\u00f6rtern mit <em>*innen<\/em> beziehungsweise Kombination <em>der*die<\/em> und ihrer Varianten der Stern nicht mit vorgelesen werden soll. Allerdings muss man daf\u00fcr programmieren k\u00f6nnen und &#8211; was noch wichtiger ist &#8211; nicht alle Programme sind leicht steuerbar. Die Vorlesefunktion bei Sprachassistenten wie Alexa oder in E-Book-Readern l\u00e4sst sich beispielsweise nicht so einfach einstellen. So verbleibt die Aufgabe, Texte barrierefrei zu gestalten, bei <em>den<\/em> Menschen, die selbst vor diesen Barrieren betroffen sind, und bereits einen hohen Aufwand betreiben m\u00fcssen, um Zugang zu Informationen zu bekommen. Um dieses Problem zu l\u00f6sen, ist ein Dialog mit der Tech-Industrie notwendig und eine einheitliche Form erforderlich.<\/p>\n<p class=\"p1\">Domingos de Oliveira, Autor des Buches \u201eBarrierefreies Internet\u201c und selbst sehbehindert fordert eine ganze neue, einheitliche Variante jenseits von Stern und Doppelpunkt. Um barrierefrei zu sein, m\u00fcsse dieses neue Zeichen auf allen Tastaturen vorhanden und nicht mit anderen Zeichen verwechselbar sein, es d\u00fcrfe keinen&nbsp; gro\u00dfen Abstand in Worten erzeugen und solle sich auf der Mittellinie einer Textzeile befinden.<\/p>\n<h2><strong>Leichte und Einfache Sprache<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn wir von \u201abarrierefreier Sprache\u2018 reden, meinen wir eine Sprache, die f\u00fcr Menschen mit Sehbehinderungen, kognitiven Einschr\u00e4nkungen und Leseschwierigkeiten unterschiedlicher Art zug\u00e4nglich ist. <em>Eine <\/em>Form der barrierefreien Sprache, \u201aEinfache Sprache\u2018, richtet sich sogar an <em>alle<\/em> beziehungsweise m\u00f6glichst viele Menschen, unabh\u00e4ngig von Alter, Bildungsstand und Sprachkompetenzen.<\/p>\n<p>Leichte Sprache folgt strengen Regeln. Die S\u00e4tze m\u00fcssen kurz sein, l\u00e4ngere beziehungsweise fremde W\u00f6rter sollen vermieden werden. Genitiv-, Passiv- oder Konjunktivformulierungen ebenso. Texte in Leichter Sprache sehen auch optisch anders aus. Jeder Satz beginnt mit einem Absatz. L\u00e4ngere W\u00f6rter werden mit einem Zeichen getrennt: <em>Bundes-Gleichstellungs-Gesetz<\/em>. Sonderzeichen sind nicht erlaubt. Zielgruppe der Leichten Sprache sind Menschen mit Lernbehinderungen und anderen kognitiven Einschr\u00e4nkungen, Menschen mit Entwicklungsst\u00f6rungen und Menschen mit verschiedenen Leseschwierigkeiten.<\/p>\n<p>Einfache Sprache, manchmal auch b\u00fcrgernahe Sprache genannt, ist nicht so streng, folgt aber \u00e4hnlichen Regeln. Man kann sie als Mittelweg zwischen Alltagssprache und Leichter Sprache verstehen. S\u00e4tze sollen nicht zu lang sein und maximal ein Komma beinhalten. Fremdw\u00f6rter sollen vermieden und Abk\u00fcrzungen ausgeschrieben werden. Zielgruppe von Einfacher Sprache sind vor allem <a href=\"https:\/\/leo.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/LEO2018-Presseheft.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menschen mit einem niedrigen Lese- und Schreibniveau<\/a>. Aber auch andere Gruppen profitieren von Einfacher Sprache: Menschen, f\u00fcr die Deutsch nicht Erstsprache ist, Kinder, Jugendliche und \u00e4ltere Menschen k\u00f6nnen Texte in Einfacher Sprache besser verstehen. Die absolute Mehrheit der deutschen Bev\u00f6lkerung wird einen Text in Einfacher Sprache verstehen.<\/p>\n<p>Beide Varianten, sowohl Leichte als auch Einfache Sprache, folgen dem gleichen Ziel: Texte so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich zu formulieren. Dieses Prinzip gilt auch f\u00fcr gendergerechte Sprache. Dennoch stellt deren Umsetzung in Leichter und Einfacher Sprache eine Herausforderung dar.<\/p>\n<p>In Leichter und Einfacher Sprache gibt es beispielsweise weniger M\u00f6glichkeiten zum Gendern. Am besten eignen sich neutrale W\u00f6rter, die gut bekannt sind wie <em>Team<\/em> oder <em>Leitung<\/em>. Wenn es passt, ist direkte Anrede (<em>F\u00fcllen Sie das Formular aus<\/em>) eine perfekte L\u00f6sung, da sie &nbsp;sowohl gendergerecht als auch barrierefrei ist. Andere Ersatzformen der gendergerechten Sprache wie substantivierte Partizipien (<em>Studierende<\/em>) oder Nebens\u00e4tze (<em>Alle, die einen Antrag stellen<\/em>) sind f\u00fcr Leichte Sprache schwer verst\u00e4ndlich, k\u00f6nnten aber in Einfacher Sprache verwendet werden.<\/p>\n<p>Manche Empfehlungen geben vor, Doppelnennung wie <em>Studenten und Studentinnen<\/em> zu verwenden. Das Wort im Maskulinum soll dabei vorne stehen, da es \u00f6fter benutzt wird und daher bekannter ist. Die Doppelnennung schlie\u00dft aber andere Geschlechter aus und ist somit nicht wirklich inklusiv. Manchmal wird auch von Beidnennung abgeraten, und generisches Maskulinum als &nbsp;einzige M\u00f6glichkeit empfohlen. Psycholinguistische Studien haben jedoch belegt, dass das generische Maskulinum erst verz\u00f6gert weibliche Bilder hervorruft; weitere Geschlechter bleiben v\u00f6llig unsichtbar. Beide L\u00f6sungen widersprechen somit dem Ziel, S\u00e4tze eindeutig zu formulieren.<\/p>\n<p>Ein m\u00f6glicher Umgang mit diesem Dilemma sind &nbsp;die sogenannte Genderklausel oder der Gender-Disclaimer. Die Genderklausel ist eine Erkl\u00e4rung am Anfang des Textes zur Bedeutung des Gendersterns. In der Einfachen Sprache ist sie gut verwendbar, auch wenn das das Problem der schweren Lesbarkeit damit nicht behoben ist.<\/p>\n<blockquote>\n<p><span style=\"color: #000000\">Beispiel einer Genderklausel in der Leichten Sprache<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Was bedeutet das * Sternchen? Sie haben gerade gelesen: Es gibt viel mehr als Frau und Mann. Das wollen wir auch zeigen. Deshalb schreiben wir zum Beispiel: Sch\u00fcler*innen. Das Sternchen steht f\u00fcr alle Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann verstehen. Im Wort Sch\u00fcler*innen stecken also alle Menschen drinnen, egal wie sie sich bezeichnen oder f\u00fchlen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><a style=\"color: #000000\" href=\"https:\/\/undnochvielmehr.files.wordpress.com\/2018\/09\/frau-mann-undnochvielmehr_auflage22018.pdf\">\u201eFrau. Man. Und noch viel mehr\u201c<\/a> . Eine Brosch\u00fcre in Leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Sprache spiegelt den Stand in der Gesellschaft wider und pr\u00e4gt zugleich unser Denken. Mit einer diversit\u00e4tsbewussten Sprache kommen wir dem Ziel n\u00e4her, m\u00f6glichst viele Menschen in gesellschaftliche Prozesse einzubeziehen.<\/p>\n<p>Die deutsche Sprache l\u00e4sst sich nicht immer gleicherma\u00dfen gendergerecht <em>und<\/em> barrierefrei gestalten.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt viele M\u00f6glichkeiten, Texte entsprechend zu formulieren. Einige, wie neutrale W\u00f6rter und Imperativs\u00e4tze, sind gendergerecht und barrierefrei f\u00fcr alle Zielgruppen. Andere, wie Nebens\u00e4tze, Passivs\u00e4tze und Partizipien, &nbsp;sind gendergerecht und f\u00fcr die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gut zug\u00e4nglich, aber nicht geeignet f\u00fcr Leichte Sprache. Im Bereich der Sonderzeichen h\u00e4lt die Diskussion an, doch es entstehen bereits viele Empfehlungen und Stellungnahmen, auch unter Beteiligung von verschiedenen betroffenen Gruppen. Die lebhafte Diskussion zeigt, dass Zielkonflikte nicht festgeschrieben sind und dass das gemeinsame Anliegen von Teilhabe st\u00e4rker wiegt. Sie zeigt auch, dass die Zuspitzung \u201eentweder barrierefrei oder geschlechtergerecht\u201c eher der antifeministischen Ideologie dient als der Herstellung von Chancengerechtigkeit.<\/p>\n<p>Sprache wird durch Nutzung ge\u00e4ndert. Je h\u00e4ufiger eine Form geschrieben oder gesprochen wird, desto mehr Chancen hat sie, ins W\u00f6rterbuch aufgenommen zu werden. Momentan gibt es noch keine einheitliche L\u00f6sung f\u00fcr gendergerechte barrierefreie Sprache, aber sie kann kommen. M\u00f6glicherweise etabliert sich der Genderstern als Selbstverst\u00e4ndlichkeit oder ein anderes, neues Zeichen setzt sich durch. Oder es passiert nichts. Hierzu l\u00e4sst sich keine Prognose abgeben, denn Sprachwandel ist unvorhersehbar.<\/p>\n<h3><em><strong>Empfehlungen und Stellungnahmen<\/strong><\/em><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/dgti.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/empfehlung-zu-gendergerechter-digital-barrierefreier-sprache-studie-koehler.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Empfehlung zur Verwendung von gendergerechter Sprache im Kontext digitaler Barrierefreiheit<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/diversity\/antidiskriminierung\/sprache\/gender\/index.html\">Regelung zur Verwendung von geschlechtergerechter und -inklusiver Sprache in der offiziellen Kommunikation der Freien Universit\u00e4t<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dbsv.org\/gendern.html\">Stellungnahme vom M\u00e4rz 2021<\/a> des Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverbands<\/p>\n<h3><em><strong>Quellen<\/strong><\/em><\/h3>\n<p>Bedijs, Kristina. Schl\u00e4gt Verst\u00e4ndlichkeit Diversit\u00e4t \u2013 oder schafft Diversit\u00e4t Verst\u00e4ndlichkeit? Zu M\u00f6glichkeiten und Grenzen gendersensibler Sprache in der Leichten Sprache. trans-kom 14 [1] (2021): 145\u2013170<\/p>\n<p>Bock, Bettina M. (i. E.): Barrierefreie Kommunikation als Voraussetzung und Mittel f\u00fcr die Partizipation benachteiligter Gruppen. Ein (polito-)linguistischer Blick auf Probleme und Potenziale von \u201eLeichter\u201c und \u201eeinfacher Sprache\u201c. Linguistik Online 73, 4\/15 (2015): 117, 133<\/p>\n<p>Kellermann, Gudrun. Leichte und Einfache Sprache &#8211; Versuch einer Definition. Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament (2014) Jg. 64, H. 9-11<\/p>\n<p>Frau. Mann. Und noch viel Mehr. Eine Brosch\u00fcre in Leichter Sprache vom Verein Leicht Lesen. In Zusammenarbeit mit der HOSI Salzburg. Und Expert*innen.&nbsp; (2018)<\/p>\n<p>Stefanowitsch, Anatol. Leichte Sprache, komplexe Wirklichkeit. <a href=\"https:\/\/zdb-katalog.de\/title.xhtml?zdbid=123630-1&amp;vol=2014\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a>,&nbsp;64&nbsp;(2014)&nbsp;9-11:&nbsp;11-18<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/barrierekompass.de\/aktuelles\/detail\/gendergerechte-sprache-und-barrierefreiheit.html\">https:\/\/barrierekompass.de\/aktuelles\/detail\/gendergerechte-sprache-und-barrierefreiheit.html <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"https:\/\/dgti.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/empfehlung-zu-gendergerechter-digital-barrierefreier-sprache-studie-koehler.pdf\">https:\/\/dgti.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/empfehlung-zu-gendergerechter-digital-barrierefreier-sprache-studie-koehler.pdf<\/a> (Abgerufen am 11.01.2024)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bop.unibe.ch\/linguistik-online\/article\/view\/2196\/3366\">https:\/\/bop.unibe.ch\/linguistik-online\/article\/view\/2196\/3366 <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/179343\/leichte-sprache-komplexe-wirklichkeit\/?p=all\">https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/179343\/leichte-sprache-komplexe-wirklichkeit\/?p=all <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/netzwelt\/warum-gendern-viele-blinde-noch-im-alltag-stoert (Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>https:\/\/bukof.de\/wp-content\/uploads\/22-06-07-bukof-Stellungnahme-Doppelpunkt-oder-Sternchen-1.pdf (Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dbsv.org\/gendern.html\">https:\/\/www.dbsv.org\/gendern.html <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/feministisch-sprachhandeln.org\/leitfaden\/kapitel4\/\">https:\/\/feministisch-sprachhandeln.org\/leitfaden\/kapitel4\/ <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/diversity\/antidiskriminierung\/sprache\/gender\/index.html\">https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/diversity\/antidiskriminierung\/sprache\/gender\/index.html <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.genderleicht.de\/gendern-in-leichter-sprache-anleitung\/\">https:\/\/www.genderleicht.de\/gendern-in-leichter-sprache-anleitung\/ <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"ZYUOSFvbTX\"><a href=\"https:\/\/geschicktgendern.de\/genderdoppelpunkt-und-ein-missverstaendnis\/\">Genderdoppelpunkt und ein Missverst\u00e4ndnis<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Genderdoppelpunkt und ein Missverst\u00e4ndnis&#8220; &#8212; Geschickt gendern\" src=\"https:\/\/geschicktgendern.de\/genderdoppelpunkt-und-ein-missverstaendnis\/embed\/#?secret=331UXOGleG#?secret=ZYUOSFvbTX\" data-secret=\"ZYUOSFvbTX\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bitv_2_0\/BJNR184300011.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bitv_2_0\/BJNR184300011.html <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jugendhilfeportal.de\/fileadmin\/user_upload\/fkp_quelle\/pdf\/KgKJH_Sprache.pdf\">https:\/\/www.jugendhilfeportal.de\/fileadmin\/user_upload\/fkp_quelle\/pdf\/KgKJH_Sprache.pdf <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>https:\/\/leo.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/LEO2018-Presseheft.pdf (Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>https:\/\/www.mpg.de\/9957413 (Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/texte\/gender-gerechte-sprache-und-barrierefreiheit\/\">https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/texte\/gender-gerechte-sprache-und-barrierefreiheit\/ <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.myability.org\/news\/geschlechtersensibel-weitgehend-barrierefrei-gendern\">https:\/\/www.myability.org\/news\/geschlechtersensibel-weitgehend-barrierefrei-gendern <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p><blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"NDwKJvYkFM\"><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/texte\/gender-gerechte-sprache-und-barrierefreiheit\/\">Gendern &#8211; warum Unterstrich und Stern nicht barrierefrei sind<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Gendern &#8211; warum Unterstrich und Stern nicht barrierefrei sind&#8220; &#8212; Barrierefreiheit | Schulung, Begleitung und Tests\" src=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/texte\/gender-gerechte-sprache-und-barrierefreiheit\/embed\/#?secret=f8dQyW9rKN#?secret=NDwKJvYkFM\" data-secret=\"NDwKJvYkFM\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021\/\">https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021\/ <\/a>(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>\n<p>https:\/\/taz.de\/Geschlechtergerechte-Sprache\/!5798203\/&nbsp;(Abgerufen am 20.06.2022)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziel von gendergerechter Sprache ist unter anderem die Vielfalt geschlechtlicher Identit\u00e4ten jenseits der bin\u00e4ren Norm abzubilden. Somit wird Sprache komplexer, werden Formulierungen l\u00e4nger und einige vorgeschlagene Formen st\u00f6ren bewusst den Lesefluss. Barrierefreie Sprache wiederum soll einfach verst\u00e4ndlich sein, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Informationen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"author":4899,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[91463],"tags":[183,218432,10098],"class_list":["post-1491","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","tag-barrierefreiheit","tag-inklusion","tag-sprache"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4899"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1491"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1491\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2485,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1491\/revisions\/2485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}