{"id":2192,"date":"2023-08-01T14:54:33","date_gmt":"2023-08-01T12:54:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/?p=2192"},"modified":"2023-09-26T16:22:39","modified_gmt":"2023-09-26T14:22:39","slug":"open-mic-geschlechterforschung-vielfaeltig-und-dennoch-geeint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/2023\/08\/01\/open-mic-geschlechterforschung-vielfaeltig-und-dennoch-geeint\/","title":{"rendered":"Open-Mic Geschlechterforschung  \u2013 vielf\u00e4ltig und dennoch geeint"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-image-fill\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\" style=\"background-image:url(https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-1024x683.jpg);background-position:50% 50%\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2185 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/Bild_OpenMic-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Im Rahmen des 75. FU- Jubil\u00e4ums trafen sich am 20. Juni Vertreter*innen der Geschlechterforschung aus zehn Disziplinen zu einem Open-Mic. In zehn spannenden Kurzvortr\u00e4gen wurde deutlich: Die Geschlechterforschung ist nicht nur so frei und vielf\u00e4ltig wie die FU selbst. Sie ist auch unersetzlich f\u00fcr eine emanzipatorische Wissenschaft, die Fragen nach Verteilung und Macht ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung stellt.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Autorin: Jana Gerlach<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u201eFor every two academics in a room, you find fifteen different opinions on the same topic\u201d <\/em>mit dieser einleitenden Bemerkung machte Historikerin Dr. Sarah Bellows-Blakely deutlich: Auch in der Geschlechterforschung herrscht keine Einigkeit in der Frage dar\u00fcber, wie und was erforscht und analysiert wird. Und tats\u00e4chlich: Die Themen und Fragestellungen, die an diesem verregneten Dienstagmittag im Foyer der Rost- und Silberlaube im Kurzformat vorgetragen wurden, sind herausfordernd und so breit aufgestellt, wie die unterschiedlichen vertretenen Disziplinen es bereits vermuten lassen. <em>Welche Bedeutung hat Geschlechterforschung in Ihrem Arbeitsbereich? Welche Themen sind aus Ihrer disziplin\u00e4ren Perspektive besonders notwendig? Und welche Fragen werden mit Blick auf die Zukunft relevant?<\/em> Diese Fragen in jeweils sportlichen 7,5 Minuten mit Bezug auf die eigene Forschung und Lehre zu beantworten, war die Aufgabenstellung der Veranstaltung, die aufgrund wechselhaften Wetters spontan vom Theaterhof der Rost- und Silberlaube in den Durchgang vor H\u00f6rsaal 1a verlegt werden musste. Wissenschaftler*innen aus zehn Disziplinen waren gekommen, um diese Herausforderung anzunehmen und warfen gemeinsam ein Schlaglicht auf die F\u00fclle an Themen und Perspektiven der gegenw\u00e4rtigen Geschlechterforschung an der FU. Der Illustrator <a href=\"https:\/\/puttbill.com\/\">Felix Pestemer<\/a> dokumentierte die Beitr\u00e4ge mit einem <em>graphic recording<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Worum geht es in der Geschlechterforschung? Beitr\u00e4ge aus Politikwissenschaft, Philosophie und Geschichte<\/h3>\n\n\n\n<p>Gleich der erste Beitrag aus der <strong>Politikwissenschaft<\/strong> von <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/polwiss\/forschung\/grundlagen\/gender-div\/team\/Mitarbeiter-innen\/guelay_caglar\/index.html\">Prof. Dr. G\u00fclay&nbsp;\u00c7a\u011flar<\/a> (Otto-Suhr-Institut) machte deutlich, dass es sich bei der Geschlechterforschung mitnichten um einen Nischenwissenschaft aus reiner Betroffenen-Perspektive handelt. Vielmehr wurde klar, dass sich wissenschaftlich fundierte Antworten auf die gro\u00dfen Gesellschaftskrisen unserer Zeit nur mit Integration einer Genderperspektive nachhaltig beantworten lassen. Nicht zuf\u00e4llig ist <a>G\u00fclay&nbsp;\u00c7a\u011flar <\/a>auch Mitglied in der aktuellen <a href=\"https:\/\/www.bundesstiftung-gleichstellung.de\/gleichstellungsberichte\/der-vierte-gleichstellungsbericht\/sachverstaendigenkommission\/\">Sachverst\u00e4ndigenkommission f\u00fcr den vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung<\/a>, der Handlungsempfehlungen f\u00fcr eine geschlechtergerechte Klimapolitik erarbeitet. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:42% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"765\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-765x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2201 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-765x1024.jpg 765w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-224x300.jpg 224w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-768x1028.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-1148x1536.jpg 1148w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-1530x2048.jpg 1530w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-1200x1606.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9180-scaled.jpg 1913w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>So bezog sie sich in ihrem Kurzvortrag explizit auf den Blick in die Zukunft und zeigte am Beispiel der Ern\u00e4hrungspolitik, dass dringend notwendige sozial-\u00f6kologische Transformationen unser Produktions-, Konsum- und Lebensweise unmittelbar mit Fragen nach (Geschlechter)-Macht zusammenh\u00e4ngen: Wer definiert die Regeln globaler Produktionsverh\u00e4ltnisse und Lieferketten, wer profitiert (kurzfristig) vom Status Quo und wem kommt die Rolle zu, die (langfristigen) Folgen von Klimawandel und Nahrungsmittelknappheit im Versorgungsalltag zu bew\u00e4ltigen? Geschlechtergerechtigkeit, so l\u00e4sst sich als Zuh\u00f6rerin zusammenfassen, ist nicht nur ein Ziel, das berechtigterweise auch f\u00fcr sich steht, sondern zus\u00e4tzlich eine dringend notwendige Perspektive zur Rettung unserer aller Lebensgrundlagen. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p>G\u00fclay \u00c7a\u011flar schloss ihren Vortrag schlie\u00dflich in Anlehnung an ein Zitat von <a href=\"https:\/\/manoa.hawaii.edu\/speakers\/mari-matsuda\/\">Mari Madzuda<\/a> mit dem Aufruf, immer auch die \u201candere Frage zu stellen\u201d, also danach zu schauen, was bislang ausgelassen wurde (und damit im Verborgenen umso wirkm\u00e4chtiger bleibt).<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dankbar aufgegriffen wurde diese Methode einige Vortr\u00e4ge sp\u00e4ter von <strong>Islamwissenschafterin<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/islamwiss\/personen\/profs\/Amir-Moazami\/index.html\">Prof. Dr. Shirin Amir-Moazami<\/a> (Institut f\u00fcr Islamwissenschaft). Denn statt der in der \u00d6ffentlichkeit gebetsm\u00fchlenartig immer wieder neu gestellten Frage nach der Komptabilit\u00e4t islamischer Geschlechternormen mit westlichen liberalen Werten (\u201eLassen sich muslimische Frauen emanzipieren?\u201c) nachzugehen, entscheide auch sie sich f\u00fcr die <em>andere<\/em> Frage bzw. daf\u00fcr zu erforschen, was diese Frage eigentlich bezwecke. Wem n\u00fctzt sie und welche Norm von Freiheit wird durch sie transportiert? Warum folgen diese Debatten immer der gleichen Choreographie mit denselben politischen Antworten (\u201eKopftuchverbot\u201c), ohne dass die Komplexit\u00e4t und Vielschichtigkeit der Thematik aufgegriffen, geschweige denn Perspektiven muslimischer Frauen in die \u00f6ffentliche Debatte integriert werden? Zugleich machte Shirin Amir-Moazami auch deutlich, dass eine Genderperspektive in den Islamwissenschaften die Frage nach Geschlechternormen und damit verbunden K\u00f6rperpraktiken im Islam keineswegs ausspare, diese aber immer mit Blick auf die jeweiligen politischen, sozialen und historischen Kontexte \u2013 und damit eben<em> nicht<\/em>-essentialistisch &#8211; erforsche. Zuletzt nutzte sie die Methode \u201eask the other question\u201c auch f\u00fcr einen kritischen Blick auf die Geschlechterforschung selbst, bzw. das dort allgegenw\u00e4rtige Konzept der Intersektionalit\u00e4t: Warum, so die Islamwissenschaftlerin, bleibe Religion dort bislang (trotz ihrer immensen Bedeutung f\u00fcr Normierungen von Geschlecht und Sexualit\u00e4t, <em>Anm. der Autorin<\/em>) unber\u00fccksichtigt und was verr\u00e4t dies eigentlich \u00fcber die eigenen \u201eunbefragten s\u00e4kul\u00e4ren Pr\u00e4missen der Intersektionalit\u00e4tsforschung\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist es gerade diese Vorgehensweise, die an diesem Mittag neben aller disziplin\u00e4ren Vielfalt als Gemeinsamkeit heraussticht: Den Fokus auf das bislang Ungefragte, Ungeh\u00f6rte und Unsichtbare zu lenken und damit die dahinter liegenden (sozialen, kulturellen, historischen) Prozesse und Mechanismen der Ausblendung, Unterordnung und Externalisierung zum eigentlichen Forschungsgegenstand zu machen. Dabei geht es immer auch um die kritische Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte und sich daraus entwickelten Grundlagen der eigenen Disziplin. Wessen Erfahrungen, Weltbilder und Anspr\u00fcche haben sich im wissenschaftlichen Kanon, in wegweisenden Konzepten und Methoden durchgesetzt? Was wird durch bestehende Paradigmen erforschbar, was bleibt aber unbenannt, unbeachtet, unterdr\u00fcckt \u2013 und was sagt dies aus \u00fcber die (geschlechtlichen) Machtverh\u00e4ltnisse, aus denen jene Forschungsprogramme erwachsen sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders konsequent widmet sich diesen Fragen die <strong>feministische Philosophie<\/strong>. Denn diese interessiere sich, so <a href=\"https:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/we01\/institut\/mitarbeiter\/professuren\/garcia\/index.html\">Jun.-Prof. Dr. Manon Garcia <\/a>(Institut f\u00fcr Philosophie) insbesondere f\u00fcr die Frage, zu welchem Grad die Geschlechterdifferenzierung selbst sowie die damit verbundenen Dichotomien von Geist und K\u00f6rper, Subjekt und Objekt, Selbst und Anderem die philosophische Perspektive geformt habe und damit bis heute dar\u00fcber bestimme, \u00fcber welche Ph\u00e4nomene und Erfahrungen \u00fcberhaupt philosophisch nachgedacht werden k\u00f6nne. Manon Garcia nennt hier beispielhaft die Erfahrungen von Schwangerschaft sowie sexualisierter Gewalt, die sich beide einer Trennung von K\u00f6rper und Geist, Selbst und Anderem auf radikale Weise widersetzten, durch klassische philosophische Konzepte also nicht artikulierbar w\u00fcrden. Somit sei es die zentrale Aufgabe einer feministischen Philosophie, einen neuen Analyserahmen zu entwickeln, der den Blick auf bislang ausgeblendete Forschungsgegenst\u00e4nde lenke und somit das Nachdenken \u00fcber Geschlechtergerechtigkeit erst erm\u00f6gliche.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/fmi\/institut\/mitglieder\/Wissenschaftliche_Mitarbeiterinnen_und_Mitarbeiter\/Bellows-Blakely.html\">Dr. Sarah Bellows-Blakely<\/a> (Friedrich-Meinecke-Institut) besch\u00e4ftigt sich als Vertreterin der<strong> Ideengeschichte <\/strong>mit Produktionsbedingungen von Wissen (\u201eHow does knowledge production work?<em>\u201c).<\/em> Ihr Fokus liegt dabei vor allem auf dem Prozess der politischen Implementation: Welche Vorstellungen von Gender konnten sich auf der Ebene internationaler Gesetzgebungen, in F\u00f6rderprogrammen der World Bank und der Entwicklungshilfe durchsetzen \u2013 und welche nicht? <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:44% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"761\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-761x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2210 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-761x1024.jpg 761w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-223x300.jpg 223w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-768x1034.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-1141x1536.jpg 1141w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-1521x2048.jpg 1521w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-1200x1615.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9184-scaled.jpg 1902w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-left\">Und was verr\u00e4t uns dies \u00fcber die in diesen Institutionen tief eingeschriebenen systemischen Zw\u00e4nge, Wahrheits- und Machtanspr\u00fcche? Am Beispiel von \u201eIntersektionalit\u00e4t\u201c, einem Konzept, das in einem komplexen Zusammenspiel von Wissenschaft, Aktivismus und Politik entstanden sei, zeigte Sarah Bellows-Blakely in ihrem Kurzvortrag auf, wie im Prozess politischer Aushandlung und Aneignung radikale und vielschichtige Vorstellungen von (weiblicher) Emanzipation verdr\u00e4ngt wurden, um schlie\u00dflich einer neoliberalen Rahmung von Geschlechtergerechtigkeit zu weichen. Frauen w\u00fcrden im Entwicklungskontext folglich in erster Linie als Marktsubjekte mit Blick auf Erwerbsarbeit und Profit adressiert, und nicht als eigensinnige Akteurinnen innerhalb miteinander verschr\u00e4nkter Herrschaftsverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend kam Blakely auf die eingangs gestellte Frage nach der Bedeutung der Genderperspektive f\u00fcr die eigene Disziplin zur\u00fcck und fragte im Umkehrschluss:<strong> \u201e<\/strong>What can history as a discipline offer to gender studies?\u201c Sie verdeutlichte damit ein weiteres Mal, dass \u201agender\u2018 kein statisches Konzept (ebenso wenig wie Intersektionalit\u00e4t, s.o.), sondern historischen Kontexten und gesellschaftspolitischen Aushandlungsprozessen unterworfen sei, die es immer mit zu untersuchen gelte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Projekte aus Queer History, Journalismusforschung, Theaterwissenschaften und Humangeographie<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Ideengeschichte also danach fragt, wie Gender-Wissen entsteht und welche Aspekte dieses Wissens sich im Prozess der Institutionalisierung durchsetzen, erforschen <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/fmi\/institut\/mitglieder\/Professorinnen_und_Professoren\/luecke.html\">Prof. Dr. Martin L\u00fccke<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/fmi\/institut\/mitglieder\/Wissenschaftliche_Mitarbeiterinnen_und_Mitarbeiter\/Andrea_Rottmann.html\">Dr. Andrea Rottmann<\/a>&nbsp;(Friedrich-Meinecke-Institut) ob und wie sich historisches Gender-Wissen auf Ebene der <em>Rezipient*innen<\/em> verankert. \u201eWer wei\u00df, was an Geschlecht historisch war, was wandelbar und was kontinuierlich, was \u00e4hnlich und was unterschiedlich?\u201c, fasste Martin L\u00fccke die zentrale Fragestellung eines aktuellen Forschungsprojekts zu historischem Gender-Bewusstsein in der <strong>Fachdidaktik Geschichte<\/strong> zusammen. Hat die historische Forschung zu Geschlecht und Sexualit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Bewusstsein Spuren hinterlassen, wenn ja welche und bei wem? Als Vertreter*innen der <em><strong>queer history<\/strong><\/em> bleibe es aber mindestens ebenso wichtig, weiterhin mehr historisches Wissen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu generieren und damit Transgeschichte als gelebte Realit\u00e4t sichtbarer zu machen. In den zwei anderen aktuellen Forschungsprojekten, <a href=\"https:\/\/www.queere-zeitgeschichten.net\/\">Queere Zeitgeschichte im deutschsprachigen Europa<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.geschkult.fu-berlin.de\/e\/fmi\/bereiche\/ab_didaktik\/MenschenrechteQueereGeschlechterSexualitaeten\/index.html\">Menschenrechte, queere Geschlechter und Sexualit\u00e4ten seit den 1970er Jahren<\/a>, sei deshalb vor allem relevant, mehr \u00fcber die Verschr\u00e4nkung von nicht-normativer Sexualit\u00e4t und Geschlecht zu erfahren, um mit diesem Wissen auch der aktuell grassierenden Transfeindlichkeit entgegentreten zu k\u00f6nnen, so Andrea Rottmann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:42% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"760\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-760x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2209 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-760x1024.jpg 760w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-223x300.jpg 223w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-768x1035.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-1139x1536.jpg 1139w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-1519x2048.jpg 1519w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-1200x1618.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9186-scaled.jpg 1899w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Wie aber entstehen eigentlich \u00f6ffentliches Bewusstsein und darin enthaltende Vorstellungen von Geschlecht? Laut den beiden <strong>Kommunikationswissenschaftlerinnen<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/kommwiss\/arbeitsstellen\/journalistik\/Team\/mluenenborg\/index.html\">Prof. Dr. Margreth L\u00fcnenborg<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/kommwiss\/arbeitsstellen\/journalistik\/Team\/wissenschaftliche-Mitarbeiter_innen\/msiemon\/index.html\">Miriam Siemon<\/a> (Institut f\u00fcr Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) ist es insbesondere die \u00f6ffentliche Kommunikation, sprich Medien, der hier eine Schl\u00fcsselrolle zukommt. Was wissen wir woher und wie ver\u00e4ndert sich dieses Wissen, wenn herrschende Mediensysteme und die in sie eingeschriebenen Geschlechterhierarchien durchbrochen werden? Wie wird Geschlecht kommuniziert und welche Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten werden dadurch produziert? So lauten die Fragen, denen die Journalismusforscherinnen innerhalb ihres aktuellen Forschungsprojekts <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/kommwiss\/arbeitsstellen\/journalistik\/News\/2020_04_30_Start_Performative-Publics.html\">Performative \u00d6ffentlichkeiten<\/a> nachgehen. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Am Beispiel der #Me-Too-Debatte wird hier untersucht, wie Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus im Zeitalter sozialer Medien verschwimmen und Akteur*innengruppen durch digitale Kommunikation neue \u00d6ffentlichkeiten schaffen. Zugleich zeige eine Analyse zur Care-Kommunikation zu Zeiten der Corona-Pandemie, dass die Sprechposition von Frauen fragil bleibe und weiterhin von vergeschlechtlichen Zuschreibungen reproduktiver und produktiver Arbeit bestimmt w\u00fcrde: Beispielsweise blieben diese im Untersuchungszeitraum trotz ihres \u00fcberproportionalen Anteils in Pflegeberufen in der Medienkommunikation \u00fcber die Rolle der Pflege w\u00e4hrend Covid weitgehend unsichtbar. Kommunikation, lautet Margreth L\u00fcnenborgs Fazit, bilde gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse also NICHT ab. Aber, l\u00e4sst sich als aufmerksame Zuh\u00f6rerin hinzuf\u00fcgen, die in Medienkommunikation eingewobenen Mechanismen von Ein- und Ausblendung, Auf- und Abwertung bestimmen dennoch unsere Wahrnehmung und somit das, was wir f\u00fcr real halten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die <strong>Theaterwissenschaft<\/strong> berichtet <a href=\"https:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/we07\/theater-tanz\/mitarbeiter-innen\/juniorprof\/schroedl\/index.html\">Jun.-Prof. Dr. Jenny Schr\u00f6dl<\/a> (Institut f\u00fcr Theaterwissenschaft), dass die Bedeutung von Geschlecht insbesondere auf vier verschiedenen Ebenen analysiert w\u00fcrde: 1. auf institutioneller Ebene, also mit Bezug auf die Geschichte und Organisation von Theater, 2. auf struktureller Ebene, beispielsweise hinsichtlich bestehender Arbeitsformen, 3. auf \u00e4sthetischer Ebene, also entlang der Frage nach der Verk\u00f6rperung und Inszenierung von Geschlecht sowie 4. auf gesellschaftspolitischer Ebene, also mit Blick auf Theater als potentiellem Ort, Geschlechternormierungen aufzubrechen und durch aktivistisches Theater politisch zu intervenieren. Tats\u00e4chlich, so Jenny Schr\u00f6dl, war die Geschlechterforschung in der Theaterwissenschaft lange Zeit randst\u00e4ndig und konnte sich erst innerhalb der letzten 10 Jahre als zentrale Perspektive etablieren. Dies mag einerseits verwundern, gelten Theater und Kunst doch gemeinhin als Ort von Subversion, Widerstand und Kritik und somit, k\u00f6nnte man meinen, einer feministischen Perspektive eng verbunden.&nbsp;Anderseits zeigt sich hier eben jener innerer Widerspruch, dass auch vermeintliche Gegenperspektiven oder Alternativen zum gesellschaftlichen Status Quo nicht (nie?) frei von Macht(-anspr\u00fcchen) sind &#8211; die machtsensible Analyse ist eine Daueraufgabe, sie ist gekommen um zu bleiben. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnscht sich die Theaterwissenschaftlerin eine st\u00e4rkere Auseinandersetzung mit intersektionalen Perspektiven, ohne dabei wichtige Errungenschaften der Geschlechterforschung zu Lasten anderer Differenzkategorien in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen. Sie selbst m\u00f6chte sich zuk\u00fcnftig st\u00e4rker mit diversen Geschlechtsidentit\u00e4ten auf und hinter der B\u00fchne besch\u00e4ftigen. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.geo.fu-berlin.de\/geog\/fachrichtungen\/anthrogeog\/g-t-g\/mitarbeiter\/aschmiz\/index.html\">Prof. Dr. Antonie Schmiz<\/a> und &nbsp;<a href=\"https:\/\/www.geo.fu-berlin.de\/geog\/fachrichtungen\/anthrogeog\/g-t-g\/ehemalige-MitarbeiterInnen\/sjahre\/index.html\">Sylvana Jahre<\/a>&nbsp;(Institut f\u00fcr Geographische Wissenschaften) stellten schlie\u00dflich die <strong>feministische Geographie<\/strong> als wichtiges Feld der Humangeographie vor, deren Geschichte bis in die 1970er Jahre zur\u00fcckreiche. So sei es vor allem das wechselseitige Herstellungsverh\u00e4ltnis von Raum und Geschlecht gewesen, das lange Zeit das Forschungsprogramm bestimmt habe, nun aber durch eine Hinwendung zum K\u00f6rper als Analyseebene (als Ort von Umwelteinfl\u00fcssen, Ausbeutung oder Widerstand) erweitert werde. Anhand des aktuellen Forschungsprojekts <a href=\"https:\/\/jpi-urbaneurope.eu\/project\/mapurban\/\">MAPURBAN<\/a> machte Sylvana Jahre schlie\u00dflich die (politische) Relevanz einer feministischen, insbesondere intersektionalen, Perspektive in der Humangeographie deutlich. Unter aktiver Einbeziehung von Gefl\u00fcchteten w\u00fcrden hier Teilhabestrukturen an \u00f6ffentlicher Infrastruktur und Daseinsf\u00fcrsorge erforscht und somit ungleiche Zug\u00e4nge (sowohl zwischen gefl\u00fcchteten M\u00e4nnern und Frauen, sowie gefl\u00fcchteten Frauen und Berlinerinnen) deutlich gemacht. Dabei l\u00e4gen F\u00fcrsorge (care) und Kontrolle (uncare) im staatlichen Umgang mit Gefl\u00fcchteten oft eng beieinander.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Where do we go from here? \u00dcber Fachkulturen, Wissenstransfer und Wissenschaftspolitik&nbsp;&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie ist es also um die Geschlechterforschung bestellt in der deutschen Hochschule und Wissenschaftslandschaft? Wie gro\u00df ist der tats\u00e4chliche Einfluss genderperspektivisch entwickelter Konzepte und Fragestellungen auf die universit\u00e4re Forschung und Lehre, auf die In- und Ausschlussmechanismen der Hochschule als Institution, aber auch auf den Wissenstransfer in die Gesellschaft? &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.bcp.fu-berlin.de\/forschung\/ag_lucht\/index.html\">Prof. Dr. Petra Lucht<\/a> (Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie) derzeit Gastprofessorin f\u00fcr<strong> Gender &amp; Diversity am Fachbereich BCP<\/strong>, sei insbesondere in den Technik- und Naturwissenschaften hier noch sehr viel Luft nach oben. Ihr Vortrag gab Einblick in die Geschichte der Geschlechterforschung in den MINT-F\u00e4chern, die zwar bereits Ende der 1970er Jahre ihren Ausgang nahm, sich aber aufgrund existierender Widerst\u00e4nde innerhalb der Disziplinen lange kaum etablieren konnte. Immerhin g\u00e4be es seit den 2000ern an die 15 Gender-Professuren in den MINT F\u00e4chern. Im Zuge ihrer Gastprofessur mit der sperrigen Bezeichnung \u201eScience of Science mit einem Schwerpunkt auf Fragen zu Gender &amp; Diversity\u201c verfolgt Petra Lucht nun das Ziel eine intersektionale Perspektive auf Gender &amp; Diversity in die Lehre und Forschung am Fachbereich zu integrieren. Dabei sei insbesondere die Frage danach, welches Wissen in der Gesellschaft Anwendung finde und wie hierdurch Geschlechterordnungen stabilisiert w\u00fcrden, von hohem Interesse. Anhand eines aktuellen <a href=\"https:\/\/www.bcp.fu-berlin.de\/forschung\/ag_lucht\/research\/rd-inhaltselemente\/projekt-schule-klima.html\">partizipativen Forschungsprojekts zu Klimaschutzanpassungsma\u00dfnahmen<\/a> zusammen mit einer Berliner Schule machte Petra Lucht zugleich deutlich, dass Transfer immer aber auch umgekehrt stattfinden muss. So verweise insbesondere die wachsende Kluft von Wissen und Handeln im Bereich des Klimaschutzes auf die dringende Notwendigkeit, Problemlagen aus der Gesellschaft aufzugreifen und in die Fragestellungen der Gender- und Diversityforschung zu integrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass auch die Hochschule als Institution \u2013 mit ihren offiziellen Regularien, ungeschriebenen Gesetzen, kulturellen Normen und Praktiken \u2013 von den Erkenntnissen der Geschlechter- und Diversit\u00e4tsforschung nicht unber\u00fchrt bleibt, zeigt die Etablierung von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten seit den 1990ern sowie die Existenz vielf\u00e4ltiger Gleichstellungsma\u00dfnahmen. Auch wenn diese in den letzten Jahren unter dem Schl\u00fcsselbegriff \u201eDiversity\u201c verst\u00e4rkt auf eine breitere Vision von Anti-Diskriminierung abzielen, bleibt zu fragen, welches Verst\u00e4ndnis von Gleichstellung und Diversit\u00e4t diesen Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich zugrunde liegt. Und \u2013 wir erinnern wir uns an Sarah Bellows-Blakelys Forschung zu neoliberalen Umdeutungsprozessen von Gender im Rahmen von Entwicklungspolitik \u2013 es gilt zu untersuchen, wie sich diese sich mit \u00fcbergeordneten wissenschaftspolitischen Zielsetzungen, wie der \u201eExzellenz\u201c, verkn\u00fcpfen (und in diesem Prozess sich m\u00f6glicherweise aufzuweichen drohen).<\/p>\n\n\n\n<p>Genau jener wissenschaftspolitischen Fragestellung folgen die beiden <strong>Soziologinnen<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/soziologie\/arbeitsbereiche\/gender-studies\/team\/wimi\/dr_bontu_guschke.html\">Dr. Bontu Lucie Guschke<\/a>&nbsp;und &nbsp;<a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/soziologie\/arbeitsbereiche\/gender-studies\/team\/wimi\/Dr_-Laura-Eigenmann.html\">Dr. Laura Eigenmann<\/a>&nbsp;(Institut f\u00fcr Soziologie) in einem aktuellen <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/soziologie\/arbeitsbereiche\/gender-studies\/forschung\/2nd-project\/index.html\">Forschungsprojekt zu Gender- und Diversit\u00e4tsdiskursen auf EU-Policy Ebene<\/a>. Denn die EU sei als zentrale Geldgeberin im europ\u00e4ischen Forschungskontext zugleich auch das rhetorische R\u00fcckgrat f\u00fcr Legitimationsstrategien im Gleichstellungs- und Diversit\u00e4tsbereich und somit besonders einflussreich. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:45% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"759\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-759x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2195 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-759x1024.jpg 759w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-222x300.jpg 222w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-768x1036.jpg 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-1139x1536.jpg 1139w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-1519x2048.jpg 1519w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-1200x1618.jpg 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2023\/08\/MG_9191-scaled.jpg 1898w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Gerade in Verkn\u00fcpfung mit dem Exzellenz-Argument, also der Annahme das nur durch Perspektivenvielfalt (\u201ediversity\u201c) gesellschaftlich relevante und damit exzellente Forschung vorangebracht werde, k\u00f6nnten sich Akteur*innen Geh\u00f6r und damit Legitimit\u00e4t verschaffen. Inwieweit diese Strategien zur Institutionalisierung einer herrschaftskritischen intersektionalen Perspektive und damit langfristig auch zu einer Aufweichung bestehender Ausschlussmechanismen im Wissenschaftssystem f\u00fchrt, bleibt abzuwarten. Festzustellen sei zumindest, so die Soziologinnen, dass Intersektionalit\u00e4t in neueren EU-Politiken verst\u00e4rkt auf konzeptioneller Ebene auftauche, auf operativer Ebene \u2013 also in konkreten Instrumenten und Ma\u00dfnahmen \u2013 die rein an geschlechtlicher Gleichstellung orientierte Perspektive aber vorrangig bleibe. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung schloss schlie\u00dflich mit einem Statement von Studierenden der Rechtswissenschaft, die sich spontan zu einer Demonstration zum Erhalt der Gender-Professur am Fachbereich zusammengeschlossen hatten. Auch ihre Forderungen zeigten: Die Geschlechterforschung bleibt &#8211; unabh\u00e4ngig von der fachlichen Disziplin &#8211; f\u00fcr eine (macht-) freie Forschung unentbehrlich. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende links:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.mvbz.fu-berlin.de\/ueber-uns\/dokumentation-eigener-veranstaltungen\/20230620_Open_MIC\/index.html\"><em>Graphic Recording<\/em> von Open MIC Geschlechterforschung: 10 X 7,5=75 JAHRE FU!<\/a><\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtube.com\/playlist?list=PLqiyv4YjL2YIhV4JSAuQPDJ1mPHCexGjP\" target=\"_blank\">Videoaufzeichnung von Open MIC Geschlechterforschung: 10 X 7,5=75 JAHRE FU! auf dem YouTube-Kanal des MvBZ<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/campusleben\/lernen-und-lehren\/2023\/230629-Open-Mic-Geschlechterforschung\/index.html\">Bericht \u00fcber Open MIC Geschlechterforschung: 10 X 7,5=75 JAHRE FU! in campus.leben<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des 75. FU- Jubil\u00e4ums trafen sich am 20. Juni Vertreter*innen der Geschlechterforschung aus zehn Disziplinen zu einem Open-Mic. In zehn spannenden Kurzvortr\u00e4gen wurde deutlich: Die Geschlechterforschung ist nicht nur so frei und vielf\u00e4ltig wie die FU selbst. 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