{"id":2403,"date":"2024-04-08T11:04:34","date_gmt":"2024-04-08T09:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/?p=2403"},"modified":"2024-08-26T14:47:29","modified_gmt":"2024-08-26T12:47:29","slug":"feministische-ki-kuenstliche-intelligenz-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/2024\/04\/08\/feministische-ki-kuenstliche-intelligenz-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Feministische KI &#8211; K\u00fcnstliche Intelligenz f\u00fcr alle?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2489 size-full\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-1024x768.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-768x576.png 768w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_-1200x900.png 1200w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/toolbox\/files\/2024\/04\/Fehres.Conroy.KI_.png 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz geht uns alle an! Im vorgestellten Seminar lernen Studierende ihren allt\u00e4glichen Umgang mit KI-Anwendungen wie KI-Assistenzsystemen, Dating-Apps &amp; Chat GPT aus soziotechnischer Perspektive kritisch zu analysieren, Gefahren und Potentiale zu identifizieren, feministisch neu zu denken und aktivistisch zu agieren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>KI ist \u00fcberall!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz ist mittlerweile in nahezu jedem Bereich unseres Lebens pr\u00e4sent. Von Algorithmen die uns Datingpartner*innen vorschlagen, \u00fcber Gesichtserkennungssoftware, mit der wir unser Smartphone entsperren, bis hin zu intelligenten Chatbots, die wie ChatGPT mit uns kommunizieren und uns bei schriftlichen Arbeiten unterst\u00fctzen. KI hat gro\u00dfartiges Potential. Sie kann f\u00fcr uns komplexe Probleme l\u00f6sen und uns in vielen Bereichen das Leben erleichtern, sie kann aber gleichzeitig auch diskriminieren und zum Ausschluss von Personengruppen beitragen und Macht- und Herrschaftsmechanismen verst\u00e4rken. Um KI nicht nur leistungsstark und profitorientiert, sondern auch f\u00fcr m\u00f6glichst viele Menschen gerecht, fair und inklusiv zu gestalten, ist es unerl\u00e4sslich KI nicht als rein technisches Ph\u00e4nomen zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein feministischer Blick auf KI ist f\u00fcr Studierende aller F\u00e4chergruppen relevant!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>KI ist von Menschen gemacht und kann genau so wenig neutral sein wie diese! Wie KI-Daten verarbeitet werden, ist deshalb von individuellen, sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Umso wichtiger ist es, nicht mit einem rein technischen, sondern auch mit einem interdisziplin\u00e4ren feministischen und holistischen Blick auf Potentiale und Risiken von KI zu schauen. Genau dies wird im Seminar <em>Feministische KI &#8211; K\u00fcnstliche Intelligenz f\u00fcr alle?<\/em> gemacht. Studierende aller F\u00e4chergruppen schauen auf ein vermeintlich technisches Thema und entdecken sowohl analytisch als auch spielerisch, wie wichtig der Einschluss sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Perspektiven auf die Thematik ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet es also, mit feministischem Blick auf KI zu schauen? Eine feministische Perspektive deckt Macht- und Herrschaftsstrukturen auf und analysiert, wer von diesen profitiert und wer nicht. Sie identifiziert Normierungen und Dichotomien, ber\u00fccksichtigt Ungleichheits- und Diskriminierungskategorien (race, class, disability, first generation adacemic, etc.) wie auch Mehrfachdiskriminierungen. Im Seminar wird deshalb ein analytischer Blick auf Ungleichheits- Diskriminierungs- und Exklusionsmechanismen von KI-Anwendungen geworfen und es werden die in die Technologie eingeschriebenen Bias, Sexismen, Rassismen, Dichotomien, Normierungs- und Kolonialisierungspraxen aufgedeckt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von Tinder &amp; Bumble, Ghost-Work und queeren Sexrobotern<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Thematisch werden die vier KI-Themenkomplexe Liebe, Roboter, Arbeit und Kreativit\u00e4t behandelt \u2013 Themen mit denen viele Studierende, wenn auch meist unbewusst, schon Ber\u00fchrungspunkte haben und bei denen sie aus eigenen Erfahrungen sch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Dabei wird ein thematischer Bogen von normativen Algorithmen bei Dating-Apps \u00fcber das Leben und Lieben mit Robotern bis hin zur Ausbeutung von Clickworker*innen geschlagen. Theoretische und anwendungsorientierte Phasen wechseln sich im Seminar ab. So schl\u00fcpfen die Studierenden im Queerbot-Workshop in die Rolle von Roboterdesigner*innen und \u00fcberlegen, nach welchen Kriterien sie materialisierte KI jenseits von Normierungen, Dichotomien, Sexismen und Rassismen neu denken und designen k\u00f6nnen. Konzepte von Geschlecht, Sexualit\u00e4t, Liebe, Begehren, Partner*innenschaft und Materie werden dabei von Grund auf neu gedacht und das queer-feministische Potential von KI und Robotik wird ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine kritisch feministische Perspektive auf KI ist f\u00fcr eine gerechtere Welt unerl\u00e4sslich!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Im Seminar analysieren die Studierenden KI im Kontext von androzentrischen, eurozentrischen, anthropozentrischen, kapitalistisch-patriarchalen Strukturen. Sie lernen, dass es unerl\u00e4sslich ist, Diversit\u00e4t in algorithmische Modelle, Datens\u00e4tze und Systeme einzubinden und dass KI niemals unabh\u00e4ngig von ihrem gesellschaftlichen Kontext gedacht werden kann. Neben der theoretischen Unterf\u00fctterung bekommen die Studierenden einen Einblick in die aktuelle Forschung der Dozentin zu feministischer, aktivistischer KI und Robotik, wenden selbst KI an und werden kreativ und entwickeln L\u00f6sungs- und Regulierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine gerechtere inklusive KI.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit des Seminars ist: KI geht uns alle an! Wir k\u00f6nnen jeden Tag auch im Kleinen dazu beitragen, dass KI vielf\u00e4ltiger wird! Eine kritisch feministische Perspektive auf KI ist f\u00fcr eine gerechtere, vielf\u00e4ltige Welt unerl\u00e4sslich!<\/p>\n\n\n\n<p>Das von Dr. Tanja Kubes angebotene <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/vv\/de\/lv\/876963?m=1387606&amp;pc=846406&amp;sm=814672\">Seminar<\/a> kann \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.mvbz.fu-berlin.de\/lehre\/abv-gender-und-diversitykompetenz\/index.html\">ABV Modul des Margherita-von-Brentano-Zentrums<\/a> belegt werden und wird mit einem von Claudia Sommer durchgef\u00fchrten Sensibilisierungstraining kombiniert. Das Seminar richtet sich an Studierende aller F\u00e4chergruppen, die sich kritisch feministisch mit Digitalisierungsprozessen auseinandersetzen m\u00f6chten und zugleich neugierig auf aktivistische Aspekte sind. Vorkenntnisse zu KI sind nicht erforderlich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.physik.fu-berlin.de\/einrichtungen\/ag\/ag-erlemann\/mitarbeiter_innenliste\/Dr_-Tanja-Kubes\/index.html\">Dr. Tanja Kubes<\/a><\/strong> arbeitet als Soziologin und Ethnologin am Fachbereich Physik der FU Berlin und forscht zu Mensch-Roboter-Beziehungen und feministischer K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). Als Expertin f\u00fcr sozio-technische Themen und Gender Studies arbeitete sie als Forscherin und Dozentin an der TU M\u00fcnchen, TU Berlin, TU Graz, Universit\u00e4t Vechta und LMU M\u00fcnchen. Sie ist Sprecherin der AG DIG*IT*AL der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, die sich kritisch mit Digitalisierungsprozessen und k\u00fcnstlicher Intelligenz auseinandersetzt, und Sprecherin der AG Umwelt\/Multispecies Anthropology der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sozial- und Kulturanthropologie. Zudem ist sie Mitglied des Editorial Boards der Publikationsreihe LAGENda und Gutachterin und Expertin f\u00fcr zahlreiche internationale Fachzeitschriften und Wissenschaftsorganisationen (DIN, UNESCO).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bath, Corinna; Kubes, Tanja; Steinke, Jannis. 2023. Feministische Interventionen zu einer vertrauensw\u00fcrdigen KI. Feminina politica. Juni 2023. <a href=\"https:\/\/www.budrich-journals.de\/index.php\/feminapolitica\/issue\/view\/3175\">https:\/\/www.budrich-journals.de\/index.php\/feminapolitica\/issue\/view\/3175<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kubes, Tanja. 2021. Soziale Roboter im sexuellen Bereich. Forschungsstand, neomaterialistische Perspektiven und queeres Potenzial. In: Bendel, Oliver (Hrsg). Soziale Roboter. Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen. Springer Gabler, Wiesbaden. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31114-8_24\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31114-8_24<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kubes, Tanja. 2020. Technik jenseits von Geschlecht? Eine kritische Reflexion der Verschr\u00e4nkung von Geschlecht und Technik. In: Bauer\/Deinzer (Hrsg.): Bessere Menschen? Technische und ethische Fragen in der transhumanistischen Zukunft. Springer: Berlin. S. 61-75. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-662-61570-6_4\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-662-61570-6_4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kubes, Tanja. 2020. Queere Sexroboter &#8211; Eine neue Form des Begehrens? In: Bendel, Oliver (Hrsg.). Maschinenliebe: Liebespuppen und Sexroboter aus technischer, psychologischer und philosophischer Sicht. Springer Gabler, Wiesbaden. S. 163-183. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-29864-7_10\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-29864-7_10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kubes, Tanja. 2019. New Materialist Perspectives on Sex Robots. A Feminist Dystopia\/Utopia?. Social Sciences. 8 (8). 224. <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2076-0760\/8\/8\/224\">https:\/\/www.mdpi.com\/2076-0760\/8\/8\/224<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz geht uns alle an! 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