{"id":1038,"date":"2026-02-10T09:07:13","date_gmt":"2026-02-10T09:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/?p=1038"},"modified":"2026-02-10T09:08:03","modified_gmt":"2026-02-10T09:08:03","slug":"praktikum-bei-den-lateinamerika-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/2026\/02\/10\/praktikum-bei-den-lateinamerika-nachrichten\/","title":{"rendered":"Praktikum bei den Lateinamerika Nachrichten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u00dcber die Lateinamerika Nachrichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Lateinamerika Nachrichten sind eine selbstverwaltete Monatszeitschrift, die kritisch, solidarisch und unabh\u00e4ngig zu Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu den L\u00e4ndern Lateinamerikas berichtet \u2013 von Argentinien bis Suriname, Nicaragua und Mexiko \u2013 und bei gegebenem Anlass auch zu Themen mit Verbindungen zu den USA. Die Zeitschrift wurde 1973 von einer Gruppe Studierender gegr\u00fcndet. Sie erschien anfangs unter dem Namen <em>Chile-Nachrichten<\/em> und entstand als Teil von Solidarit\u00e4tsbewegungen in Deutschland, um Informationen \u00fcber Lateinamerika zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeitschrift erscheint monatlich und entsteht durch fast 100 Prozent ehrenamtliche Mitarbeit. Essenzielle Entscheidungen werden bei den Redaktionssitzungen getroffen, die einmal w\u00f6chentlich stattfinden. Sie finden ebenfalls im Mehringhof statt, man kann sich aber auch online dazuschalten. Die Zahl der Anwesenden variiert stark. Manchmal kommen 15 bis 20 Personen, manchmal sind es auch nur 5. Es gibt dazu ein Online-Sitzungsprotokoll mit einer Tagesordnung, die von den beiden B\u00fcroangestellten erstellt wird und von anderen Redaktionsmitgliedern erg\u00e4nzt werden kann. Es gibt immer eine Person, die auf der Sitzung Protokoll f\u00fchrt. Au\u00dferdem gibt es eine*n Moderator*in und eine Person, welche die Zeit im Auge beh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>T\u00e4tigkeitsbereich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den drei Monaten Praktikum habe ich mich intensiv in die einzelnen Schritte des Produktionszyklusses eingebracht. Dar\u00fcber hinaus habe ich mich um die Social-Media-Pr\u00e4senz der Lateinamerika Nachrichten gek\u00fcmmert. Daf\u00fcr musste jede Woche geplant werden, welche Artikel auf BlueSky und X angerissen werden. Au\u00dferdem erstellte ich regelm\u00e4\u00dfig Posts zu Artikeln mit Link auf die Website f\u00fcr Instagram. In der Social-Media-AG behielt ich w\u00e4hrend meines Praktikums die \u00dcbersicht, koordinierte Treffen und motivierte die Kollektivmitglieder. Die Kommunikation l\u00e4uft \u00fcber Gruppen des Messengerdienstes Signal. Ich verfasste regelm\u00e4\u00dfig Nachrichten, um Aufgaben anzubieten. Dar\u00fcber hinaus erstellte ich drei eigene Reels und schrieb ein Musterskript f\u00fcr zuk\u00fcnftige Reels.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Abo-Kampagne habe ich verschiedene Influencer*innen, Kulturfestivals, Verlage und Gesch\u00e4fte kontaktiert und ihnen Werbematerial zugeschickt. Um den Bekanntheitsgrad der Zeitung zu erh\u00f6hen, bin ich au\u00dferdem zu zwei Universit\u00e4ten gereist. In Hamburg und Halle habe ich in diesem Rahmen die Vorstellung des Films \u201edonnerstags, 19 Uhr\u201c betreut und im Anschluss Fragen beantwortet. Der Film zeigt die Geschichte der Lateinamerika Nachrichten. An der Universit\u00e4t Regensburg habe ich einen Vortrag gehalten, in dem ich die Lateinamerika Nachrichten vorgestellt habe. Au\u00dferdem repr\u00e4sentierte ich die Lateinamerika Nachrichten in einem Interview f\u00fcr den Podcast \u201ecosmo en espa\u00f1ol\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kontext der redaktionellen Arbeit habe ich f\u00fcr zwei Ausgaben die Heftleitung \u00fcbernommen. Die Aufgaben der Heftleitung bestehen gr\u00f6\u00dftenteils darin, den \u00dcberblick \u00fcber die geplanten Artikel zu behalten, das hei\u00dft, welche Themen abgedeckt werden, wer sie koordiniert und dass sie rechtzeitig eingesendet werden. Praktisch gestaltet sich die Arbeit in kontinuierlicher Kommunikation mit dem Kollektiv \u00fcber die Signalgruppen und auf den Redaktionssitzungen. Motivationsarbeit zu leisten, steht im Fokus. Dar\u00fcber hinaus habe ich drei Artikel verfasst und daf\u00fcr Recherchearbeit in Form von Interviews und Terminen geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konklusion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Praktikum bei den Lateinamerika Nachrichten hat mir bei meiner beruflichen Ausrichtung und meiner Forschung f\u00fcr die Masterarbeit in vielerlei Hinsicht weitergeholfen. Zum einen konnte ich meine journalistische Erfahrung weiter vertiefen. Ich wurde darin best\u00e4tigt, dass die Berichterstattung mit thematischer Ausrichtung auf den lateinamerikanischen Subkontinent genau das ist, was ich auch nach meinem Master anstrebe. Recherchieren, schreiben und Menschen mit (bestenfalls) konstruktiver Berichterstattung erreichen, sind Inhalte meines Traumjobs. W\u00e4hrend meines Masters habe ich mir daf\u00fcr wichtiges Hintergrundwissen aneignen k\u00f6nnen \u2013 zum Beispiel zur politischen und wirtschaftlichen Lage in verschiedenen L\u00e4ndern Lateinamerikas. Das half mir w\u00e4hrend meines Praktikums bei der Berichterstattung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen habe ich mich weiter mit der Forschung zu meiner Masterarbeit mit dem Thema Auswirkungen von internationalen Gesetzen zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten auf den Schutz von Menschen und Umwelt im peruanischen Bergbausektor besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen. So habe ich beispielsweise bei einer Pressekonferenz von Betroffenen in Peru teilnehmen k\u00f6nnen, die eine Beschwerde im Rahmen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes beim Bundesamt f\u00fcr Ausfuhrkontrolle eingereicht haben. Au\u00dferdem hat der Artikel zu der Verhandlung des UN-Binding Treaty erste Formulierungen f\u00fcr Teile der Masterarbeit ergeben. Das Interview mit NGO-Angestellten liefert mir nun einen Teil der Kontakte f\u00fcr die Interviews f\u00fcr die qualitative Forschung meiner Masterarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell war die Erfahrung sehr gut. Ich habe festgestellt, wie sehr ich demokratische Strukturen beim Arbeiten sch\u00e4tze und wie wichtig mir die Arbeit mit anderen Menschen auf Augenh\u00f6he, sprich ohne Hierarchien, ist. Bei den Lateinamerika Nachrichten wurde mir bewusst, dass gegenseitiges Vertrauen in die Kompetenz sowie in den gesunden Menschenverstand hochgesch\u00e4tzt wird und dadurch seit mehr als 50 Jahren zur Ver\u00f6ffentlichung dieser Monatszeitschrift f\u00fchrt. Meines Erachtens kann diese Struktur als Beispiel f\u00fcr andere Sch\u00f6pfungsprozesse dienen. Ich f\u00fchle mich nun gut vorbereitet, selbstsicher in die Recherche und ins Kontaktekn\u00fcpfen f\u00fcr die Masterarbeit gehen zu k\u00f6nnen. <ins><\/ins><\/p>\n\n\n\n<p>(2026)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Lateinamerika Nachrichten Die Lateinamerika Nachrichten sind eine selbstverwaltete Monatszeitschrift, die kritisch, solidarisch und unabh\u00e4ngig zu Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu den L\u00e4ndern Lateinamerikas berichtet \u2013 von Argentinien bis Suriname, Nicaragua und Mexiko \u2013 und bei gegebenem Anlass auch zu Themen mit Verbindungen zu den USA. 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