{"id":1048,"date":"2026-04-21T08:28:29","date_gmt":"2026-04-21T08:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/?p=1048"},"modified":"2026-04-21T08:28:29","modified_gmt":"2026-04-21T08:28:29","slug":"praktikum-bei-der-deutschen-sparkassenstiftung-fuer-internationale-kooperation-in-ecuador-via-asa-programm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/2026\/04\/21\/praktikum-bei-der-deutschen-sparkassenstiftung-fuer-internationale-kooperation-in-ecuador-via-asa-programm\/","title":{"rendered":"Praktikum bei der Deutschen Sparkassenstiftung f\u00fcr Internationale Kooperation in Ecuador via ASA-Programm"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Das ASA-Programm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen meines Masterstudiengangs \u201eInterdisziplin\u00e4re Lateinamerikastudien\u201c mit dem Profilbereich Transformation und Entwicklung absolvierte ich ein dreimonatiges Vollzeitpraktikum in Quito, Ecuador. Mein Interesse an der Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Wirtschaftsformen motivierte mich dazu, nach einer praktischen Erg\u00e4nzung zu meinen theoretischen Studieninhalten \u00fcber globale Ungleichheit zu suchen. Die Wahl fiel dabei auf das Projekt \u201eNachhaltige Umgestaltung der Finanzwirtschaft: St\u00e4rkung von Unternehmen\u201c bei der Sparkassenstiftung f\u00fcr internationale Kooperation e.V., das \u00fcber das ASA-Programm vermittelt wurde. Das ASA-Programm ist Teil von Engagement Global und wird durch das Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Ein wesentlicher Vorteil dieses Programms ist die umfassende Vorbereitung durch zwei mehrt\u00e4gige Seminare, die neben der inhaltlichen Einstimmung auf die Arbeit im Ausland auch den Aufbau eines Netzwerks unter den Teilnehmenden erm\u00f6glichen. Zudem beinhaltet die Teilnahme ein monatliches Stipendium (abh\u00e4ngig vom Einsatzort 502 Euro bis maximal 900)<strong>&nbsp;<\/strong>sowie eine Auslandskrankenversicherung. Der Bewerbungsprozess findet \u00fcblicherweise zwischen Dezember und Januar statt, worauf im M\u00e4rz die R\u00fcckmeldungen erfolgen, im April und Juni finden in der Regel die zwei Seminare statt, bevor jede Person selbst\u00e4ndig ihr Praktikum oder Projekt beginnt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die organisatorische Vorbereitung des Aufenthalts in Ecuador gestaltete sich in einigen Punkten als anspruchsvoll. Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft in Quito erwies sich als schwierig, weshalb ich mich letztlich f\u00fcr ein Airbnb entschied. Dieses lag zwar in der N\u00e4he meines Arbeitsplatzes in Cumbaya, was den t\u00e4glichen Arbeitsweg verk\u00fcrzte, jedoch waren die Mietkosten in diesem Stadtteil vergleichsweise hoch. Was das Buchen von Fl\u00fcgen angeht, so empfehle ich umbuchbare zu kaufen, denn in Ecuador war die Lage teilweise unsicher. Dies zeigte sich auch daran, dass beispielsweise in Bolivien die politische Lage so instabil war, dass die ASA-Teilnehmerinnen, die dort ihr Projekt hatten, erst sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant einreisen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsche Sparkassenstiftung f\u00fcr Internationale Kooperation (DSIK)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sparkassenstiftung, bei der ich t\u00e4tig war, fungiert als entwicklungspolitische Einrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe und unterst\u00fctzt weltweit Partnerorganisationen im Mikrofinanzsektor. Ziel ihrer Arbeit ist die F\u00f6rderung einer nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung durch den Zugang zu bank\u00e4hnlichen Dienstleistungen, was im Einklang mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen steht. In Lateinamerika operiert die Stiftung in zehn L\u00e4ndern und koordiniert ihre Arbeit \u00fcber Regionalb\u00fcros in Mexiko und Kolumbien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>T\u00e4tigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine T\u00e4tigkeit vor Ort war in einen klar strukturierten B\u00fcroalltag eingebettet. Der Arbeitstag begann um 9:00 Uhr und endete um 17:00 Uhr, wobei ich mir den Arbeitsplatz mit einer weiteren Praktikantin des ASA-Programms teilte. Das \u00fcbergeordnete Ziel des Projekts lag in der finanziellen Eingliederung und dem Aufbau eines nachhaltigen Finanzsystems, wobei ein besonderer Fokus auf l\u00e4ndliche Gebiete und benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen gelegt wurde. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit bezog sich auf das Unterziel, landwirtschaftliche Kleinbetriebe f\u00fcr regenerative Landwirtschaft zu sensibilisieren. Zu meinen Kernaufgaben geh\u00f6rten die Durchf\u00fchrung von Recherchen, die Erstellung einer Excel-Datenbank \u00fcber relevante Akteure in Ecuador sowie die Vorbereitung von Kooperationsgespr\u00e4chen. Ich nahm an Meetings mit Organisationen wie dem PNUD teil, erstellte Protokolle und bereitete Pr\u00e4sentationen vor, die als Grundlage f\u00fcr zuk\u00fcnftige Schulungen dienen sollten. Zudem unterst\u00fctzte ich das Team bei der Gestaltung von Informationsmaterialien und verfasste eine kurze Studie zum Zusammenhang von Armut und dem Zugang zu Bankdienstleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl der thematische Fokus st\u00e4rker auf der Landwirtschaft lag als urspr\u00fcnglich im Bereich der Mikrofinanzen erwartet, erwies sich die Verkn\u00fcpfung beider Felder als sehr lehrreich f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis nachhaltiger Entwicklung. W\u00e4hrend des Praktikums konnte ich theoretisches Wissen aus Masterkursen wie \u201eFinance in Polycrisis\u201c und \u201eSocial Policy\u201c praktisch anwenden, insbesondere im Bereich der finanziellen Bildung und der Mikrokredite. Auch die im Studium erlernten Recherchestrategien waren bei der Identifikation von Kooperationspartnern hilfreich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch gab es Herausforderungen, insbesondere in der Kommunikation mit meinem Vorgesetzten, der aufgrund von Dienstreisen zeitweise nur eingeschr\u00e4nkt erreichbar war. In diesen Phasen war Eigeninitiative gefordert, indem ich aktiv auf andere Kollegen zuging, um zus\u00e4tzliche Aufgaben zu \u00fcbernehmen und Einblicke in weitere Projekte zu erhalten. Auch die angespannte Sicherheitslage durch gewaltt\u00e4tige Proteste im Land sorgt f\u00fcr Unsicherheit ob das Praktikum weiterlaufen w\u00fcrde, doch die Situation in der Hauptstadt beruhigte sich nach etwa einer Woche, auch wenn sie in anderen Teilen des Landes angespannt blieb.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend betrachte ich das Praktikum als eine wertvolle Erfahrung f\u00fcr meinen weiteren akademischen und beruflichen Weg. Ich konnte meine F\u00e4higkeiten im Projektmanagement sowie meine interkulturellen Kompetenzen und meine Selbstst\u00e4ndigkeit unter realen Bedingungen weiterentwickeln. Die Analyse- und Recherchearbeiten vertieften mein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die praktische Umsetzung der Entwicklungszusammenarbeit. Die gewonnenen Einblicke in die finanzielle Inklusion werde ich nun m\u00f6glicherweise in meine Masterarbeit einflie\u00dfen zu lassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ASA-Programm Im Rahmen meines Masterstudiengangs \u201eInterdisziplin\u00e4re Lateinamerikastudien\u201c mit dem Profilbereich Transformation und Entwicklung absolvierte ich ein dreimonatiges Vollzeitpraktikum in Quito, Ecuador. Mein Interesse an der Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Wirtschaftsformen motivierte mich dazu, nach einer praktischen Erg\u00e4nzung zu meinen theoretischen Studieninhalten \u00fcber globale Ungleichheit zu suchen. 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