{"id":978,"date":"2025-04-09T07:51:55","date_gmt":"2025-04-09T07:51:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/?p=978"},"modified":"2025-04-09T07:51:55","modified_gmt":"2025-04-09T07:51:55","slug":"auslandssemester-im-master-politik-sozialwissenschaften-an-der-universidad-nacional-autonoma-de-mexico-unam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/wissenschaftspraxis-lai\/2025\/04\/09\/auslandssemester-im-master-politik-sozialwissenschaften-an-der-universidad-nacional-autonoma-de-mexico-unam\/","title":{"rendered":"Auslandssemester im Master Politik- &amp; Sozialwissenschaften an der Universidad Nacional Aut\u00f3noma de M\u00e9xico (UNAM)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da ich an der FU Berlin den Master in Interdisziplin\u00e4ren Lateinamerikastudien mache, war f\u00fcr mich von Anfang an klar, dass ich mein Auslandssemester in einem lateinamerikanischen Land verbringen m\u00f6chte. Es erg\u00e4nzte nicht nur mein Studium perfekt, sondern vertiefte auch mein Wissen \u00fcber die Region. Schon bevor ich den Master begonnen hatte, wusste ich, dass im dritten Semester ein Aufenthalt in Lateinamerika m\u00f6glich ist \u2013 und f\u00fcr mich stand fest, dass ich diese Gelegenheit nutzen wollte. W\u00e4hrend meines Bachelors hatte ich mich eher auf Praktika in Deutschland konzentriert, sodass ich nun unbedingt die Chance ergreifen wollte, direkt vor Ort neue Erfahrungen zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Auslandssemester standen verschiedene L\u00e4nder zur Auswahl, darunter Peru, Argentinien, Kolumbien, Chile, Mexiko und Brasilien. Anfangs war ich besonders an Kolumbien interessiert, da ich das Land schon lange faszinierend fand und mir sicher war, dass ein Aufenthalt dort spannend w\u00e4re. Doch je mehr ich \u00fcber Mexiko-Stadt h\u00f6rte, desto neugieriger wurde ich. Viele erz\u00e4hlten mir von der enormen Vielfalt, der Gr\u00f6\u00dfe und der Modernit\u00e4t der Stadt. Als ich dann erfuhr, dass mehrere Kommiliton*innen aus meinem Studiengang zur selben Zeit ihr Auslandssemester dort machen wollten, entschied ich mich schlie\u00dflich f\u00fcr Mexiko-Stadt als erste Wahl. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt war, dass die UNAM das beste Stipendienprogramm f\u00fcr Austauschstudierende anbot, und ich hoffte, eines der Stipendien zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erwartungen vor der Anreise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Auslandssemester au\u00dferhalb der EU ist noch einmal ein ganz besonderes Abenteuer. Es erfordert mehr Organisation und bringt vielleicht auch gr\u00f6\u00dfere Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig ist es eine einmalige Gelegenheit, \u00fcber den eigenen Schatten zu springen, selbstst\u00e4ndiger zu werden und kreative L\u00f6sungen f\u00fcr unerwartete Probleme zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorfeld habe ich mir gar nicht allzu viele Gedanken dar\u00fcber gemacht, welche konkreten Erwartungen ich habe. Ich hatte bereits viel \u00fcber die UNAM geh\u00f6rt und war vor allem gespannt auf das akademische Angebot dort. Da mein Hintergrund in den Politikwissenschaften liegt und die Fakult\u00e4t f\u00fcr Politikwissenschaften an der UNAM einen ausgezeichneten Ruf hat, freute ich mich besonders darauf, dort zu studieren. Au\u00dferdem wollte ich die Chance nutzen, meine Spanischkenntnisse weiter zu vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da ein Auslandssemester au\u00dferhalb der EU mit mehr organisatorischem Aufwand verbunden ist, m\u00fcssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Die Universit\u00e4t verlangt vor der Ankunft eine Auslandskrankenversicherung f\u00fcr den gesamten Aufenthaltszeitraum, die man selbst abschlie\u00dfen und bezahlen muss. Au\u00dferdem muss man sich fr\u00fchzeitig um eine Unterkunft k\u00fcmmern. Leider gibt es an der UNAM und generell in Mexiko-Stadt keine klassischen Studierendenwohnheime. Zwar habe ich von privaten Wohnanlagen geh\u00f6rt, in denen viele Studierende untergebracht sind, aber die Organisation l\u00e4uft vollst\u00e4ndig in Eigenregie. Es ist v\u00f6llig normal, w\u00e4hrend des Semesters die Unterkunft zu wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Sicherheit habe ich mich in die Krisenvorsorgeliste des Ausw\u00e4rtigen Amts eingetragen. Au\u00dferdem sollte man sicherstellen, dass die eigene Kredit- oder Debitkarte au\u00dferhalb der EU funktioniert und die Bank dar\u00fcber informieren, dass man f\u00fcr den Zeitraum in Mexiko sein wird, um Probleme bei der Nutzung zu vermeiden. Meinen Flug habe ich relativ sp\u00e4t, erst im Juni, gebucht \u2013 von Berlin nach Frankfurt und dann direkt nach Mexiko-Stadt mit der Lufthansa. Von Anfang an habe ich ein Hin- und R\u00fcckflugticket gekauft, da ich wusste, dass ich nur f\u00fcr das Semester bleiben werde. Ich w\u00fcrde empfehlen, direkt ein R\u00fcckflugticket zu buchen, da danach manchmal gefragt wird. Ich habe ein flexibles Ticket gew\u00e4hlt, um bei Bedarf die Reisedaten \u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Da es Sommerferien waren, war der Flug recht teuer. G\u00fcnstigere Optionen gibt es oft mit l\u00e4ngeren Zwischenstopps \u00fcber die USA oder Kanada.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem deutschen Pass ben\u00f6tigt man f\u00fcr Mexiko kein Visum. Ich empfehle jedoch, sich bei der Einreise unbedingt einen Stempel in den Reisepass geben zu lassen, um bei Bedarf \u2013 auch gegen\u00fcber der Polizei \u2013 nachweisen zu k\u00f6nnen, dass man legal eingereist ist. Offiziell reist man als Tourist ein und kann sich bis zu 180 Tage ohne Probleme im Land aufhalten. Wer l\u00e4nger bleiben m\u00f6chte, muss das Land nach Ablauf dieser Frist kurzzeitig verlassen und erneut einreisen. Das war bei mir nicht notwendig, aber ich habe es dennoch, aus anderen Gr\u00fcnden, einmal gemacht. Vor meiner Einreise habe ich in Deutschland bei der Reisebank Euros in mexikanische Pesos gewechselt, um mit etwas Bargeld anzukommen. In Mexiko- Stadt ist Bargeld zwar nicht unbedingt notwendig, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den ersten Tagen nach meiner Ankunft habe ich mir eine physische SIM-Karte von Telcel gekauft \u2013 dem gr\u00f6\u00dften Mobilfunkanbieter in Mexiko, vergleichbar mit O2 oder Vodafone. Telcel dominiert den Telekommunikationsmarkt, und w\u00e4hrend meines Aufenthalts habe ich niemanden getroffen, der einen anderen Anbieter nutzte. Das System funktioniert auf Prepaid- Basis: Man kann sein Guthaben einfach in einem OXXO (eine Art Sp\u00e4tikette) aufladen, indem man dort seine Handynummer angibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ankunft &amp; Unterkunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei meiner Ankunft in Mexiko-Stadt habe ich vom internationalen Flughafen aus ein Taxi zu meiner Unterkunft genommen. Die offiziellen Taxidienste am Flughafen sind problemlos nutzbar \u2013 der Preis wird vor der Fahrt festgelegt, und die Bezahlung erfolgt direkt am Schalter, nicht beim Fahrer. Zur Sicherheit kann man das Kennzeichen des Taxis fotografieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig: Vermeidet unbedingt die pinken Taxis, die in der Stadt unterwegs sind \u2013 die Erfahrungen damit sind oft nicht gut. Stattdessen solltet ihr euch mit Uber fortbewegen, besonders nachts oder in unsicheren Gegenden. Eine gute Alternative ist die App Didi Taxi, die \u00e4hnlich wie Uber funktioniert. Au\u00dferdem empfehle ich, euren Standort mit Freunden zu teilen, wenn ihr unterwegs seid.<\/p>\n\n\n\n<p>Den ersten Monat habe ich bei Bekannten meines Stiefvaters gewohnt, urspr\u00fcnglich war geplant, den gesamten Aufenthalt dort zu verbringen. Allerdings kann das Leben in einer Gastfamilie zu unterschiedlichen Erwartungen und Meinungsverschiedenheiten f\u00fchren. Daher bin ich nach einem Monat in eine WG gezogen, die ich \u00fcber Facebook gefunden habe. F\u00fcr die Wohnungssuche sind Facebook-Gruppen essenziell, z. B. ROOMIES CDMX, Roomies Mujeres CDMX (nur f\u00fcr Frauen*) oder Roomies UNAM CU.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wohnte ich in Tlalpan, einem Bezirk im S\u00fcden der Stadt, nur acht Metrobusstationen von der UNAM entfernt. Allerdings war die Lage recht abgelegen \u2013 die Stadt ist riesig, und von dort aus kam ich kaum irgendwohin. Meine Wohnung lag direkt an einer Autobahn, die aus der Stadt f\u00fchrte, was die Wege enorm verl\u00e4ngerte. Deshalb empfehle ich, stattdessen in Coyoac\u00e1n zu wohnen. Dort leben viele UNAM-Studierende, der Bezirk ist k\u00fcnstlerisch, lebendig und nah an der Uni. Zwar ist er teilweise gentrifiziert, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich in Coyoac\u00e1n nach dem ersten Monat nichts Passendes gefunden habe, bin ich nach Roma Norte gezogen. Dieser Bezirk liegt weiter von der UNAM entfernt, ist etwas teurer und stark gentrifiziert \u2013 viele US-Amerikaner leben hier. Dennoch habe ich mich in das Viertel verliebt: Es ist gr\u00fcn, lebendig, sicher und voller gem\u00fctlicher Caf\u00e9s, Vintage-L\u00e4den und Secondhand-Stores.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell ist Mexiko-Stadt teurer als erwartet, vor allem durch die Gentrifizierung. F\u00fcr meine beiden Unterk\u00fcnfte habe ich etwa 400 Euro pro Monat gezahlt \u2013 es gibt aber auch g\u00fcnstigere Optionen. Die meisten internationalen Studierenden zahlten zwischen 250 und 450 Euro monatlich f\u00fcr ein WG-Zimmer. Sicherheit sollte jedoch ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Unterkunft sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Empfehlenswerte Bezirke:<\/p>\n\n\n\n<p>Coyoac\u00e1n (nahe der UNAM, k\u00fcnstlerisch und lebendig)<\/p>\n\n\n\n<p>Roma Norte\/Roma Sur &amp; Condesa (sch\u00f6n, sicher, aber teurer)<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e1poles, Navarte, Colonia del Valle (zentral, sicher, weniger touristisch)<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu empfehlen:<\/p>\n\n\n\n<p>Centro Hist\u00f3rico, Iztapalapa, Tepito, Lagunilla, Doctores, Mercado Merced, Zona Rosa, Morelos \u2013 diese Viertel gelten als unsicher.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sicherheit in Mexiko-Stadt und auf Reisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abends sowie in unbekannten oder potenziell unsicheren Gegenden ist es am besten, ein Uber oder Didi-Taxi zu nehmen \u2013 idealerweise gemeinsam mit Freunden. Vertraut auf euer Bauchgef\u00fchl. Tags\u00fcber und manchmal auch abends bin ich mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Es gibt eine aufladbare Karte f\u00fcr die staatlichen Verkehrsmittel, die ihr an Automaten in den Stationen aufladen k\u00f6nnt. Eine Fahrt kostet nur wenige Cent. Am sichersten habe ich mich im Metrob\u00fas gef\u00fchlt, der eine eigene Fahrspur hat. Vorne gibt es einen Frauenbereich, den ich immer genutzt habe. Auch die Metro bin ich regelm\u00e4\u00dfig gefahren \u2013 dort gibt es spezielle Frauenabteile, und an jeder Station sind Polizisten pr\u00e4sent. Gelegentlich habe ich auch den Trolleybus genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich gibt es private Busse, in denen die Guthabenkarte nicht funktioniert. Hier wird bar in M\u00fcnzen bezahlt. Diese Busse haben oft keine festen Fahrpl\u00e4ne oder Haltestellen \u2013 man steigt aus, wenn man aussteigen m\u00f6chte. Ich habe sie ausprobiert, fand es aber recht stressig und un\u00fcbersichtlich. Generell k\u00f6nnen die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel extrem voll werden, insbesondere die Metro zu Sto\u00dfzeiten. Es wird viel gedr\u00e4ngelt und gequetscht \u2013 Geduld ist gefragt! Einige Studierende, die nicht weit von der UNAM wohnten, sind mit dem Fahrrad gefahren. In manchen Bezirken gibt es Radwege, aber der Verkehr ist sehr chaotisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verhalten, Regeln &amp; Vorsichtsma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte sich an die vorhandenen Regeln halten und Vorsichtsma\u00dfnahmen beachten, wie<\/p>\n\n\n\n<p>z. B.:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nachts nicht allein aus dem Haus gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nehmt lieber ein Uber oder \u00e4hnliche Apps anstelle von Stra\u00dfentaxis.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nehmt niemals euer Handy auf der Stra\u00dfe aus der Tasche.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Alkohol ist in der \u00d6ffentlichkeit verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Habt immer ein Foto eures Ausweises dabei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reisen au\u00dferhalb von Mexiko-Stadt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ihr au\u00dferhalb von Mexiko-Stadt reist, beachtet am besten Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p>Nach M\u00f6glichkeit keine Nachtfahrten mit Fernbussen unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten in Gruppen oder mit Freund*innen reisen. (Ich bin mit einer \u201eIntercambio\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gruppe gefahren, die von ehrenamtlichen mexikanischen Studierenden an der UNAM organisiert wird. Ich w\u00fcrde euch empfehlen am Anfang zu fragen, wie ihr dort in die WhatsApp Gruppe kommt.)<\/p>\n\n\n\n<p>Fernbusse werden oft kontrolliert, besonders auf Routen von S\u00fcden nach Norden.<\/p>\n\n\n\n<p>Reisedokumente immer mitf\u00fchren und Fragen der Migrationspolizei klar beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Studium an der UNAM<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe drei Kurse belegt, die jeweils vier Stunden dauern \u2013 allerdings mit Pausen oder in verk\u00fcrzter Form, je nach Entscheidung der Dozierenden. Zus\u00e4tzlich hatte ich die M\u00f6glichkeit, Doktorandenkurse zu w\u00e4hlen, die eine andere Dynamik haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bringt Geduld mit: E-Mails werden oft nicht zeitnah beantwortet, und viele Angelegenheiten m\u00fcssen pers\u00f6nlich im B\u00fcro der Auslandskoordination gekl\u00e4rt werden. H\u00e4ufig gibt es keinen festen Ansprechpartner, aber eine WhatsApp-Gruppe, in der sich Studierende gegenseitig unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Plattform wie Blackboard oder Moodle gibt es nicht \u2013 vieles wird individuell von den Dozierenden organisiert. Die Kurse sind jedoch sehr spannend und lehrreich. Im Vergleich zu Deutschland gibt es w\u00e4hrend des Semesters mehr Pr\u00e4sentationen und Abgaben, aber der Workload ist machbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Herausforderung: Parallele Abgaben- Das Semester in Mexiko l\u00e4uft von August bis Ende November und \u00fcberschneidet sich mit den Abgaben in Deutschland. Ich musste parallel noch Hausarbeiten f\u00fcr die FU schreiben, was anspruchsvoll war. Falls ihr ebenfalls doppelte Abgaben habt, \u00fcberlegt:<\/p>\n\n\n\n<p>Ob ihr an der FU weniger Kurse im Sommersemester belegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob ihr die Hausarbeiten in Deutschland sp\u00e4ter abgeben k\u00f6nnt (nach Absprache mit den Dozierenden).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe alles gleichzeitig erledigt \u2013 es war stressig, aber im Nachhinein bin ich froh dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sprache &amp; Campusleben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle Kurse sind auf Spanisch \u2013 mindestens B2-Niveau ist empfehlenswert, besonders in sozialwissenschaftlichen F\u00e4chern mit viel Lese- und Schreibaufwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die UNAM ist riesig und hat ein eigenes Geb\u00e4ude f\u00fcr Masterstudierende. Es gibt viele Veranstaltungen und Angebote sowie den kostenlosen Puma-Bus, der euch innerhalb des Campus transportiert. Der Bus ist zwar manchmal chaotisch, aber eine hilfreiche M\u00f6glichkeit, um sich auf dem weitl\u00e4ufigen Gel\u00e4nde zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wetter &amp; Umweltbedingungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seid euch bewusst, dass August und September die Regenzeit ist. Es regnet h\u00e4ufig zwischen 16 und 18 Uhr, oft in Form von starken Gewittern, manchmal auch nachts. Danach beginnt die Erdbebensaison. Ich habe mehrere kleine Erdbeben erlebt \u2013 viele sind kaum sp\u00fcrbar. An der Universit\u00e4t gibt es regelm\u00e4\u00dfige Evakuierungs\u00fcbungen sowie gelegentliche echte Evakuierungen. Informiert euch im Voraus \u00fcber das richtige Verhalten bei Erdbeben.<\/p>\n\n\n\n<p>In Mexiko-Stadt ist das Wetter angenehm und konstant:<\/p>\n\n\n\n<p>Tags\u00fcber: ca. 20\u201323\u00b0C<\/p>\n\n\n\n<p>nachts: ca. 15\u00b0C<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferhalb der Stadt, besonders an der K\u00fcste (z. B. in Oaxaca), kann es sehr hei\u00df werden. Dort gibt es auch Moskitos und Krankheiten wie Dengue. Falls ihr eine Impfung in Betracht zieht, informiert euch fr\u00fchzeitig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mexiko-Stadt liegt auf etwa 2.240 Metern H\u00f6he, was f\u00fcr eine beeindruckende Berglandschaft sorgt \u2013 insbesondere rund um die UNAM. Aufgrund der H\u00f6henlage kann es anfangs zu leichter Atemnot kommen. Zudem kann der Druckwechsel beim Ein- und Ausreisen aus der Stadt auf die Ohren schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wohnen &amp; Hygiene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Wohnung hatte ich leider Probleme mit Kakerlaken \u2013 das kann vorkommen. Falls ihr betroffen seid, gibt es jedoch sehr wirksame Sprays. Seid euch einfach bewusst, dass dieses Thema in Mexiko eine Rolle spielen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Essen, Kultur &amp; Finanzierung: F\u00fcr viele ist das Essen ein Hauptgrund, nach Mexiko zu reisen \u2013 absolut verst\u00e4ndlich! Ich habe unglaublich viel \u00fcber die mexikanische K\u00fcche gelernt und bin dankbar, mein Wissen erweitern zu k\u00f6nnen. Von klassischen Tacos \u00fcber Chilaquiles, Enchiladas, Nachos, Mole, Chiles en Nogada, Guacamole bis hin zur riesigen Auswahl an Salsas \u2013 die Vielfalt ist beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n<p>Stra\u00dfenst\u00e4nde: Seid vorsichtig, wenn ihr an kleinen Stra\u00dfenst\u00e4nden esst. Ich hatte zu Beginn einige Magenprobleme und musste irgendwann darauf verzichten \u2013 besonders, wenn ihr einen sensiblen Magen habt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lebensmittelhygiene:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Obst und Gem\u00fcse aus dem Supermarkt gr\u00fcndlich waschen<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es gibt spezielle Hygienetropfen f\u00fcr Lebensmittel<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4rfe: Tastet euch langsam an die mexikanische Sch\u00e4rfe heran \u2013 nicht \u00fcbertreiben!<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4hispanische K\u00fcche: Dazu geh\u00f6ren auch Insekten, was nicht mein Fall war \u2013 aber definitiv einen Versuch wert!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kultur &amp; Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Service in Mexiko ist sehr gut, die Menschen sind h\u00f6flich, sympathisch, aber zun\u00e4chst etwas distanziert. Sie sind jedoch hilfsbereit und offen, wenn man die erste H\u00fcrde \u00fcberwindet. Anfangs war ich in einer eher europ\u00e4ischen\/US-amerikanischen Bubble, was schwer zu vermeiden ist. Mit der Zeit habe ich jedoch auch Mexikaner*innen kennengelernt \u2013 eine sehr bereichernde Erfahrung! Besonders, um ihren Sprachgebrauch, Humor und ihre Kultur besser zu verstehen. Mexiko-Stadt bietet unendlich viele Kultur- und Partyangebote. Die Stadt ist riesig \u2013 es ist unm\u00f6glich, alles zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Tipp: Probiert euch aus, tastet euch langsam heran und genie\u00dft die Vielfalt!<\/p>\n\n\n\n<p>Finanzierung &amp; Kosten- Ich habe das UNAM-Stipendium erhalten, das je nach Wechselkurs zwischen 680 und 700 Euro monatlich betrug. Promos habe ich leider nicht bekommen, aber eine Freundin hatte es und erhielt dadurch 450 Euro monatlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebenshaltungskosten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit 1.000 Euro monatlich kann man sehr gut leben, aber auch mit weniger kommt man zurecht. Hier sind meine ungef\u00e4hren monatlichen Ausgaben:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Miete: 400 Euro (+ 250 Euro Kaution)<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Lebensmittel: 120 Euro (auf M\u00e4rkten evtl. g\u00fcnstiger)<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 \u00d6ffentliche Verkehrsmittel: 15 Euro (Bus &amp; Metrokarte) \u2022 Handyvertrag\/Guthaben: 16 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Uber (Anfangsphase): ca. 200 Euro, sp\u00e4ter weniger<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Ausw\u00e4rts essen &amp; Freizeit: variabel<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Reisen &amp; Wochenendtrips:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Inlandsfl\u00fcge (Hin &amp; R\u00fcckflug): 80\u2013100 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Fernbus: g\u00fcnstiger, aber l\u00e4ngere Fahrzeiten<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Auslandskrankenversicherung: 205 Euro einmalig<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe Auslands-BAf\u00f6G beantragt, aber die Auszahlung kam erst im Februar, als ich schon zur\u00fcck in Deutschland war. Es w\u00e4re nat\u00fcrlich hilfreich gewesen, es fr\u00fcher zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Es ist sinnvoll, Ersparnisse f\u00fcr den ersten Monat mitzubringen, da die erste Stipendienauszahlung etwas dauern kann. Mexiko-Stadt ist nicht die g\u00fcnstigste Stadt Lateinamerikas \u2013 die Preise k\u00f6nnen teilweise mit Deutschland vergleichbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Autorin: Tanya Raquel Br\u00fcckner Paul (2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Da ich an der FU Berlin den Master in Interdisziplin\u00e4ren Lateinamerikastudien mache, war f\u00fcr mich von Anfang an klar, dass ich mein Auslandssemester in einem lateinamerikanischen Land verbringen m\u00f6chte. Es erg\u00e4nzte nicht nur mein Studium perfekt, sondern vertiefte auch mein Wissen \u00fcber die Region. 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