Offener Hörsaal

Ambivalenz der Wissenschaften – Nutzen und Schaden

Der Offene Hörsaal hat im Wintersemester 2021/22 stattgefunden und ist beendet.

Das durchgeführte Programm ist hier einzusehen.

Die Mediathek mit den Aufzeichnungen der Veranstaltungen findet sich hier.

Konzeption:
Arbeitsgruppe „Dual Use“
Prof. Dr. Jens Rolff
David Niebauer, M.A.

Fluch und Segen von Wissenschaften können nah beieinander liegen. Ob Künstliche Intelligenz, Big Data-Analysen, Gentechnologien, Experimente mit Viren oder Studien zu Krieg und Frieden: Forschungen versprechen gesellschaftlichen Fortschritt und bergen gleichzeitig das Risiko einer missbräuchlichen Nutzung. Doch oft lassen sich die unerwünschten Nebenfolgen nur schwer voraussehen, anschließend nicht unterbinden. Wie also gehen Wissenschaften damit um, wenn Forschungsprojekte nicht nur für gesellschaftlich nützliche Ziele verwendet, sondern auch für politische oder militärische Zwecke instrumentalisiert werden? Welche Verantwortung tragen Wissenschaftler*innen? Lässt sich wissenschaftliche Entwicklung ethisch gestalten?

Die öffentliche Ringvorlesung widmet sich diesen Fragen anhand von historischen und aktuellen Beispielen sowie mit unmittelbaren Bezügen zur Freien Universität Berlin. Denn der Campus Dahlem selbst liefert außerordentlich bedeutsame wissenschaftsgeschichtliche Beispiele für die „Dual Use“-Problematik, wie unter anderem die Entdeckung der Kernspaltung zeigt. Dieses Experiment hat den Weg zu Nuklearwaffen bereitet, aber ebenso die friedliche Nutzung der Kernenergie vorangetrieben, die wiederum aus heutiger Sicht selbst als ein Problemfall gilt. Zugleich bringt die Freie Universität auch gegenwärtig als ein breit aufgestellter und innovativer Wissenschaftsstandort komplexe Herausforderungen für Forscher*innen hervor. Die Vorträge beleuchten aus der Sicht verschiedenster Disziplinen die vielfältigen Ambivalenzen der Wissenschaften und diskutieren einen diesbezüglich geeigneten Umgang auf gesellschaftlicher, politisch-rechtlicher und wissenschaftlicher Ebene. So werden die Vortragenden unterschiedliche Möglichkeiten einer Regulierung der Wissenschaften vorstellen sowie darüber reflektieren, inwieweit bestimmte Maßnahmen überhaupt im Einklang mit der grundgesetzlich garantierten Forschungsfreiheit stehen und zur Vermeidung gesellschaftlicher Schäden beitragen können.