Szenario: Mit Wikis Dokumentationen und Protokolle gemeinsam erstellen

Wikis biten eine gute Umgebung, um Protokolle  innerhalb einer geschlossenen Gruppe zu kommentieren, zu ergänzen und dauerhaft zu archivieren.

Beispiel: Wenn jede Woche ein/e ProtokollantIn ihre/seine Aufzeichnungen im Wiki zur Verfügung stellt, haben am Ende alle mehr davon. Veranstaltungsdokumentationen können ebenfalls im Wiki erstellt werden. Allerdings muss man eine für das Protokoll verantwortliche Person auswählen, ebenso wie Regelung zu Autorenschaft und Kommentierung festlegen (z.B die Vereinbarung, dass alle Anmerkungen als Kommentar abgeben dürfen während die/der  ProtokollantIn über die finale Version des Textes entscheidet). Bei der Dokumentation einer Veranstaltung werden die Vorschläge aller bei der Erstellung des Textes berücksichtigt. Wikis sind ein gut geeignetes Werkzeug, um Termine, Sitzungen und Besprechungen zu dokumentieren. Dank der Suchfunktion und der Möglichkeit, Wiki-Seiten mit Schlagwörtern zu versehen, sind alle im Wiki enthaltenen Informationen sofort wieder auffindbar.

Warum in einem Wiki? Wo liegt der Mehrwert des Wikis? „Szenario: Mit Wikis Dokumentationen und Protokolle gemeinsam erstellen“ weiterlesen

Die Inkas auf digitalen Wegen

Kurzbeschreibung

Durch das Projekt „Die Inkas auf digitalen Wegen“ sollte der Frontalunterricht durch ein „Austauschforum“ mit den Studierenden ersetzt werden. Ziel war es, den bewussten Umgang mit dem Internet zu erlernen, allgemein verständliche und trotzdem wissenschaftliche Texte verfassen zu können. Die weitgefächerten Aufgabenbereiche boten den Studierenden diverser Fachrichtungen mehr Entfaltungsmöglichkeiten und förderten ihr selbstständiges Lernen und Forschen. Der Kurs bestand aus einer Mischung aus Präsenzphasen, in denen im Plenum allgemeingültige Inhalte und Erfahrungen besprochen wurden, und aus außerhalb des Seminars stattfindenden Gruppentreffen.

Studierende konnten sich in dem Seminar aktiv an der Erstellung von Material für die FU-Website „Caminos-Reise durch die Geschichte Lateinamerikas“ beteiligen. Die Arbeit erfolgte in thematischen Gruppen, die teils über Web 2.0-Werkzeuge und teils per Präsenztreffen kommunizierten. Die Arbeitsprozesse wurden in einem Blog dokumentiert, um dadurch Sozialkompetenz und Reflexion zu stärken. Die Prozesse und die dabei entstehenden Inhalte wurden wöchentlich in Präsenzphasen diskutiert.

Die resultierenden Texte wurden schließlich in einem Wiki festgehalten und von den jeweiligen Gruppenmitgliedern redigiert, was Schreibkompetenz und redaktionelle Fähigkeiten förderte.

Werkzeuge

  • Wiki
  • Blog
  • Weitere Web 2.0-Werkzeuge, z. B.:
    • Doodle
    • Diigo
    • Prezi
    • Bubble.us

Umsetzung

Schritt 1

  • Projektvorstellung durch die Lehrende anhand einer Prezi-Präsentation
  • Vorgabe des Hauptthemas durch die Dozentin (in diesem Fall „die Inka-Gesellschaft“).
  • Zuordnung der Einzelthemen in die übergeordneten Bereiche durch die Studierenden und Einteilung in Arbeitsgruppen. Beides geschah mit Hilfe von bubble.us (Online-Mindmapping tool)

Schritt 2

  • Einführung in das Arbeiten mit einem Blog, der der Reflexion dienen sollte. Der Blog war für die Öffentlichkeit nicht freigegeben, um sich in Ruhe austauschen und ohne rechtliche Probleme Fotos und Videos zeigen zu können.
  • Erste interne Treffen der Gruppen und Arbeitsaufteilungen. Die Zusammenarbeit der diversen Gruppen erfolgte höchst unterschiedlich: in realen Treffen, per Skype, Facebook, Google tools, etc. Die Arbeitsprozesse und jeweiligen Ergebnisse wurden in einem Seminarblog festgehalten
  • Zwei gemeinsame Museumsbesuche. Hierbei wurden die Seminarthemen anhand der Museumsobjekte vertieft. Die Museumserfahrungen wurden erneut im Blog reflektiert.

Schritt 3
Wöchentliche Präsenzphasen (2h/Woche):

  • Studierende stellten in Kurzreferaten ihre jeweiligen Themen vor
  • Gruppen berichteten über Erfahrungen und mögliche Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit
  • Die Lehrende stellte pro Sitzung ein neues, leicht zu verwendendes Web 2.0-Tool vor

Nach ca. der Hälfte des Seminars (um erst einmal das Arbeiten mit dem Blog zu üben):

  • Einführung in das Arbeiten mit einem Wiki. Die Seminarteilnehmer/innen vollzogen die Arbeitsschritte wieder am eigenen Notebook.
  • Die Gruppen bekamen die Aufgabe, ihre jeweiligen Thementexte ins Wiki zu stellen und untereinander zu redigieren.
  • Seminarteilnehmer/innen, die keinen Schein brauchten, beteiligten sich zwar an der Gruppenarbeit, der Reflektion im Blog etc., erstellten aber anstatt der Thementexte ein Wiki-Glossar.

Schritt 4
In den letzten Sitzungen stellten die Arbeitsgruppen ihre Wiki-Ergebnisse vor

Schritt 5
Abschlussevaluierung des Projektes

Erfahrungen

Die unterschiedlichen Aufgaben des Projektes haben die Beteiligung der Studierenden stark aktiviert. Die Teilnehmer/innen konnten ihre Stärken einbringen, wie z. B. besonderes Organisationstalent, Computeraffinität, Kenntnisse audiovisueller Medien etc. Auch die im klassischen Unterricht eher zurückhaltenden Studierenden konnten sich so aktiv einbringen. Das gleichzeitige Erlernen des Umgangs mit Blogs und Wikis innerhalb eines Semesters war für die meisten Studierenden zu viel. Der Blog wurde bevorzugt verwendet, da dieser visuell ansprechend ist, der Sprachgebrauch hier weniger formell ist und daher an die gewohnte Verwendung sozialer Plattformen erinnert. Die Vorgabe der wöchentlichen Reflexion im Blog wurde sehr gut aufgenommen.

Das Wiki, das wissenschaftlichere Tool, wurde seltener benutzt. Auch das konstruktive Redigieren von Texten der Kommilitonen fiel den meisten schwer.

Das praktische Arbeiten mit den Studierenden vertrauten Web 2.0-Anwendungen erhöhte ihre Lernbereitschaft und erleichterte das Verständnis der wissenschaftlichen Seminarinhalte.

Adaption auf die eigene Lehre

Haben Sie Fragen, Anregungen, Ideen oder schon eigene Erfahrungen mit kollaborativen Szenarien für Studierende? Teilen Sie diese hier gerne – die anderen Lehrenden freuen sich über Praxisberichte! Auch Ihre Fragen werden hier beantwortet!

Wiki zur Lektüre wissenschaftlicher Texte

Kurzbeschreibung

Um die Auseinandersetzung mit Texten im Vorfeld einer Lehrveranstaltungssitzung anzuregen und zu verstärken, müssen die Studierenden zur Vorbereitung auf die Seminarsitzung zu jedem Text mindestens einen Eintrag im Wiki zu einer Stärke bzw. einer Schwäche des Textes einstellen oder Fragen, die nach der Lektüre des Textes offen bleiben, formulieren. Dazu werden im Wiki die Texte als PDF-Dateien bereitgestellt, ebenso die Lehrmaterialien (Präsentationen) der Veranstaltung.

Werkzeuge

  • FU-Wiki

Umsetzung

In dem Seminar wird ein Wiki genutzt, um die Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Texten im Vorfeld der Lehrveranstaltung zu intensivieren. Das Szenario sieht ein online-gestütztes Selbststudium im Vorfeld der Veranstaltung vor; im Seminar werden die studentischen Ergebnisse der Online-Phase aufgegriffen und diskutiert. Die Abbildung illustriert das Szenario. 

Die Lehrperson stellt für die Vorablektüre (Selbststudium) die zu lesenden Texte (meist zwei bis drei) als PDF-Seite auf einer Wiki-Seite bereit. Dort sind auch die textbezogenen Aufgabenstellungen und die Bearbeitungsweise beschrieben, zusätzlich sind die Präsentationen der Dozenten/innen (über Slideshare verfügbar) eingebunden. Bis 12 Uhr Mittag am Vortag der Seminarsitzung sollte jede/r Teilnehmer/in im Wiki für jeden der zu lesenden Texte zumindest einen Eintrag zu einem der folgenden Punkte erstellen:

  • Eine Stärke des Texts
  • Eine Schwäche des Texts
  • Welche Fragen bleiben offen bzw. werden durch den Text aufgeworfen?

Jede/r Teilnehmer/in erstellt also zu jedem Text mindestens einen Eintrag; zu welchem der Punkte, bleibt ihnen überlassen. Die Einträge erfolgen in personalisierter Form, d. h. die Teilnehmer/innen kennzeichnen ihre Einträge mit einem Kürzel. Die Einträge im Wiki werden für die aktive Teilnahme angerechnet, bleiben aber unbenotet. Dieses wird im Wiki entsprechend formuliert: „Bestandteil der aktiven Teilnahme ist die Bearbeitung der Vorablektüre entsprechend den Hinweisen im Rahmen des Wikis zur Lehrveranstaltung“.

Erfahrungen

Der Mehraufwand auf Seite des Lehrenden im Unterschied zur Blackboard-Nutzung bestand in folgenden Punkten:

  1. Gezielte Suche nach frei verfügbaren Versionen der geplanten Vorab-Lektüre
  2. Etwas größerer Aufwand bei der Gliederung der Seite, vor allem was Inter-Wiki-Verlinkungen betrifft
  3. Im Unterschied zu Blackboard, wo Studierende automatisch via Campus-Management-Verknüpfung freigeschaltet werden, mussten die Studieren händisch für die Bearbeitung des Wikis freigeschaltet werden. Hierfür war es erforderlich, dass die Studierenden sich selbst einmal eingeloggt haben, was bei ca. 1/3 der Studierenden E-Mail-Aufforderungen notwendig gemacht hat. Dieser Punkt ist sicher der größte Mehraufwand, der allerdings – sofern vorhanden – auch problemlos an eine studentische Hilfskraft ausgelagert werden könnte.

Die Aufforderung, vorab Einträge zu der Lektüre zu verfassen, hat reibungslos und das ganze Semester hindurch gut funktioniert. Einzig bei der ersten Aufgabe war ein leichtes Ungleichgewicht hinsichtlich der Verteilung der Einträge zu Gunsten der abgefragten Stärken/Schwächen zu beobachten. Nach einem diesbezüglichen Hinweis, dass der Fokus eigentlich eher auf den offenen Fragen liegen sollte, war das in den folgenden Veranstaltungen kein Problem mehr. Vor allem hat sich bewährt, dass die Studierenden die Einträge ihrer Kommiliton/innen sehen konnten, weil dadurch die Zahl der redundanten Fragen gering ausfiel.

Adaption auf die eigene Lehre

Haben Sie Fragen, Anregungen, Ideen oder schon eigene Erfahrungen mit dem Einsatz eines Wikis in der Lehre? Teilen Sie diese hier gerne – die anderen Lehrenden freuen sich über Praxisberichte! Auch Ihre Fragen werden hier beantwortet!

Vorlesungsbegleitendes Blackboard-Wiki

Kurzbeschreibung

Das Wiki zur Einführungsvorlesung „Romanistische Linguistik“ dokumentierte die aktive Teilnahme an einer Überblicksvorlesung, die  Begriffe, Konzepte und Sprachbeispiele vorwiegend aus dem Französischen, Italienischen und Spanischen behandelte. Das Wiki wurde Blackboard-intern eingerichtet und regte einen ersten Schritt von der Rezeption der behandelten Inhalte zur selbständigen Vertiefung an. Das Thema konnte aus dem behandelten Spektrum frei gewählt werden. Die formale Anforderung bestand in der Darstellung des gewählten Themas im Umfang von 500 Wörtern (siehe Abbildung).

Werkzeuge

  • Blackboard-Wiki

Umsetzung

  • Bereitstellung von Materialien: Zu jeder Sitzung wurden Powerpoint-Folien inklusive der bibliographischen Angaben zu Grundlagentexten, in einigen Fällen Aufsätze, Audiobeispiele, Textbeispiele oder Links zu linguistischen Ressourcen in Blackboard zur Verfügung gestellt.
  • Heranführung an die Themenwahl: Die Studierenden wurden eingeladen, die Themen mit der Veranstaltungsleiterin abzustimmen. Generelle Fragen, die in diesen Gesprächen deutlich wurden, wurden in der Vorlesung kurz aufgegriffen.
  • Betreuung bei der Umsetzung: Bei einigen Studierenden traten technische Probleme auf, die aufgefangen werden mussten. In einigen Fällen wurden generelle Unsicherheiten deutlich, die zur Ergänzung der Aufgabenstellung im Wiki führte (Abbildung).
  • Korrektur: Die Wikis wurden auf die Erfüllung der Mindeststandards hin geprüft und in einigen Fällen wurde zur Überarbeitung aufgefordert.

Erfahrungen

Die Aufgabe wurde von den Studierenden gut angenommen, auch in der Brückenstellung zwischen Reproduktion von Grundlagen und einem ersten Ansatz eigenständiger Vertiefung. Das gewählte Themenspektrum und die Gespräche zur Themenwahl spiegelten die Interessen und Fragen der Studierenden im Sinne des Vorlesungsfeedbacks. Besonders die Literaturarbeit erwies sich als schwierig; nicht nur in formaler Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf die Auswahl von nicht zitierfähigen Texten wie Studienarbeiten aus dem Grin-Verlag oder didaktischer Materialien anderer Universitätsdozenten, die nicht als Publikation ins Netz gestellt wurden. Diesbezügliche Beobachtungen führten zu Korrekturen der Wiki-Beiträge und zur Ergänzung der didaktischen Hinweise.

Adaption auf die eigene Lehre

Haben Sie Fragen, Anregungen, Ideen oder schon eigene Erfahrungen mit dem Einsatz eines Wikis in der Lehre? Teilen Sie diese hier gerne – die anderen Lehrenden freuen sich über Praxisberichte! Auch Ihre Fragen werden hier beantwortet!

Wikis: Studierende planen, dokumentieren Referate oder Hausarbeiten

Mit Wikis können Lehrende Einsicht in alle Schritte der Erstellung einer Hausarbeit erhalten und Hilfestellungen anbieten. Feedback-Phasen sind in dem Ertellungsprozess wissenschaftlicher Texte effizient integrierbar und Textsorten wie Argumentatives Schreiben leicht zu üben. Es ist ebenfalls möglich, semesterbegleitend das Verfassen einer Hausarbeit zu unterstützen. Von der Findung der Forschungsfrage bis zur Endfassung des Textes kann ein Wiki eingesetzt werden, um von der Unterstützung der Gruppe zu profitieren. KommilitonInnen können Kommentare und Fragen hinterlassen, die bei der Ausarbeitung des Referats oder der Hausarbeit helfen können.

Weitere Information zu Mehrwert und Umsetzung: Hier