Lehrprojekt

Weibliche Stimmen der romanischen Lyrik im 20. und 21. Jahrhundert

Die hier veröffentlichen Blogeinträge wurden im Rahmen folgender Lehrveranstaltungen verfasst:

Wintersemester 2020/21

Proseminar Spanisch
Naturwissenschaft und Lyrik in spanischer Sprache
Alan Joaquin Pérez Medrano

Kommentar
Ist Abstraktion eigentlich die Stärke der Lyrik? Ist tatsächlich die Naturwissenschaft ein konkreteres Fach als Dichtung? Im Laufe des Semesters werden uns Begriffe und Überlegungen, die normalerweise zu der Naturwissenschaft gehören, eine neue Perspektive zur Analyse einer Auswahl von gegenwärtigen lyrischen Texten in Spanisch ermöglichen. Durch thematische Module werden wir uns mit der lyrischen Produktion von den DichterInnen Dolores Castro, Coral Bracho, Paula Abramo, Gerardo Deniz und José Gorostiza beschäftigen. Ergänzt wird die Seminardiskussion durch einen virtuellen Gastvortrag mit der Dichterin Paula Abramo (*1980, Mexiko-Stadt). Das Seminar findet im Rahmen des Lehrprojekts „Weibliche Stimmen der romanischen Lyrik im 20. und 21. Jh.“ statt und der Gastvortrag ist Teil der sprachübergreifenden, digitalen Vortragsreihe „Poiesis feminina est“, die im WiSe 2020/21 und im SoSe 2021 an der Freien Universität stattfindet.

Literaturhinweise
Paula Abramo: Fiat Lux, México: Coanculta, 2012; Coral Bracho: Poesía Reunida 1977-2018, México: Era, 2019; Dolores Castro: Viento Quebrado: Poesía Reunida, México: FCE, 2010; Gerardo Deniz: Erdera, México: FCE, 2015; José Gorostiza: Poesía, México: FCE, 1964.

Sommersemester 2021

Proseminar Französisch
Poésie féminine. Französischsprachige Lyrik über Länder- und Gendergrenzen hinweg
Thea Santangelo

Kommentar
Die Vergabe des Literaturnobelpreises 2020 an Louise Glück einerseits und die mediale Reaktion auf die Performance von Amanda Gordon bei der Vereidigung von US-Präsident Biden andererseits zeigen die Kraft weiblicher lyrischer Stimmen in der Welt. Darauf aufbauend stellt das Proseminar die Frage: Wer sind die weiblichen Stimmen der französischsprachigen Dichtung und was haben sie uns zu sagen? Trotz zahlreicher einflussreicher Akteurinnen, die seit der Frühen Neuzeit die literarische Bühne eroberten und eine starke feministische Tradition gestalteten, bleiben französischsprachige Dichterinnen nicht selten aus lyrischen Anthologien ausgeschlossen. Die Lehrveranstaltung möchte sich genau jenen Leerstellen zuwenden und die Arbeit einzelner Dichterinnen exemplarisch beleuchten. Der Fokus wird vor allem auf lyrischen Texten der Moderne und der Gegenwart liegen und über Frankreich hinaus bewusst französischsprachige Autorinnen besprechen, deren Werke in afrikanischen oder antillaisischen Kontexten zu verorten sind. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik werden wir uns den Gedichten ausgewählter Autorinnen durch eine aufmerksame Lektüre widmen und zentrale Aspekte der jeweiligen Poesie gemeinsam diskutieren. Ergänzt wird die Seminardiskussion durch virtuelle Gastvorträge mit den französischsprachigen Dichterinnen Edith Azam (*1973, Alès, Frankreich) und Lisette Lombé (*1978, Namur, Belgien). Das Seminar findet im Rahmen des Lehrprojekts „Weibliche Stimmen der romanischen Lyrik im 20. und 21. Jh.“ statt und die Gastvorträge sind Teil der sprachübergreifenden, digitalen Vortragsreihe „Poiesis feminina est“, die im WiSe 2020/21 und im SoSe 2021 an der Freien Universität stattfindet.

Literaturhinweise
Brigitta Coenen-Mennemeier: Französische Dichterinnen: Studien zur Erweiterung des Lyrikkanons, Heidelberg: Winter, 1997; Nathalie Wourm (Hg.): Poètes français du 21eme siècle: entretiens, Leiden/Boston/Brill: Rodopi, 2017; Nina Parish/Emma Wagstaff (Hg.): Writing the Real: A Bilingual Anthology of Contemporary French Poetry, London: Enitharmon Press, 2016.

Proseminar Italienisch
Voci di donne nella poesia italiana dagli anni Settanta ad oggi
Siria De Francesco

Kommentar
L’interesse critico per la poesia femminile è, soprattutto in Italia, un fenomeno relativamente recente, legato da un lato alla diffusione del pensiero femminista, che a partire dagli anni Settanta incentiva le pubblicazioni e le iniziative editoriali femminili, e dall’altro all’influenza dei Gender Studies che occupano un posto di sempre maggior rilievo in ambito accademico. Nonostante la presenza femminile sia cresciuta negli indici delle antologie, nei festival e nei media, la scrittura in versi delle donne fatica a trovare un riconoscimento critico che non la emargini a genere minoritario o di frontiera. Lo scopo del seminario è quello di analizzare un’antologia di testi di autrici attive negli ultimi cinquant’anni per mettere in luce diversità e appartenenze della loro produzione poetica: dalla poesia di Amelia Rosselli e di autrici ben radicate nel canone (Patrizia Cavalli, Patrizia Valduga, Antonella Anedda) fino alle esperienze poetiche di poete nate fra gli anni Ottanta e Novanta del secolo scorso. L’impostazione del seminario è di tipo storico-letterario, ma non mancheranno discussioni sui concetti di canone, specificità femminile e autorialità che saranno presentanti nella prima parte del corso attraverso un gruppo scelto di testi critici. Il seminario sarà arricchito dal dialogo con le autrici italiane Antonella Anedda (*1955, Roma) e Maria Borio (*1985, Perugia) che offriranno una lettura delle proprie poesie e risponderanno alle domande degli studenti in due giornate della serie di incontri „Poiesis feminina est“ parte del più ampio progetto „Weibliche Stimmen der romanischen Lyrik im 20. und 21. Jh“.

Literaturhinweise
Dentro – fuori, sopra – sotto: critica femminista e canone letterario negli studi di italianistica (a cura di) Alessia Ronchetti e Maria Serena Sapegno, Ravenna: Longo, 2007; Dopo la lirica. Poeti italiani 1960-2000 (a cura di) Enrico Testa, Torino: Einaudi, 2005; Nuovi poeti italiani, 6 (a cura di) Giovanna Rosadini, Torino: Einaudi, 2012.

Proseminar Spanisch/Portugiesisch
Weibliches Schreiben in der spanisch- und portugiesischsprachigen Lyrik von der Aufklärung bis in die Gegenwart
Elena von Ohlen

Kommentar
Dieses Proseminar bietet auf der Grundlage textnaher Analysen einen epochenübergreifenden Überblick über die diversen Formen weiblichen Schreibens in Lateinamerika, Spanien und Portugal. Wir beginnen das Seminar mit einer Diskussion der verschiedenen Konzepte der écriture féminine von Hélène Cixous. Für den spanisch- und portugiesischsprachigen Raum haben sich spezifische Formen weiblichen Schreibens herausgebildet, die nach der kulturhistorischen Einführung im Mittelpunkt stehen werden. Die breite epochale Anlage des Seminars erlaubt es uns, sowohl frühe Formen weiblicher Dichtung und damit einhergehende poetologische Überlegungen in den Blick zu nehmen, als auch zeitgenössische Texte kennenzulernen. Dabei werden wir stets auch Fragen der Diversität ins Zentrum rücken: Der intersektionale Zugriff eröffnet auch Blicke auf afrokubanische und queere Lyrik und lässt uns Mehrsprachigkeitskonzepte berücksichtigen, die insbesondere für die poesía Mapuche und die Chicana-Poetik virulent sind. Ergänzt wird die Seminardiskussion durch virtuelle Gastvorträge der Dichterinnen Tania Jaramillo (*1989, Mexiko-Stadt) und Daniela Catrileo (*1987, Santiago de Chile) sowie der Dichterin und Übersetzerin aus dem brasilianischen Portugiesisch, Paula Abramo (*1980, Mexiko-Stadt). Die Vorträge finden im Rahmen des Lehrprojekts „Weibliche Stimmen der romanischen Lyrik im 20. und 21. Jh.“ statt und sind Teil der sprachübergreifenden, digitalen Vortragsreihe „Poiesis feminina est“, die im WiSe 2020/21 und im SoSe 2021 an der Freien Universität stattfindet.

Literaturhinweise
María Cristina Arambel-Guiñazú/Claire Emilie Martin (Hg.): Las mujeres toman la palabra: escritura femenina del siglo XIX en Hispanoamérica, Frankfurt a.M.: Vervuert Verlagsgesellschaft, 2001; Hélène Cixous: Das Lachen der Medusa: zusammen mit aktuellen Beiträgen, Wien: Passagen Verlag, 2017; Alma M. Garcia (Hg.): Chicana Feminist Thought, London/New York: Routledge, 1997; María del Carmen Riddel: La escritura femenina en la postguerra española, New York u.a.: Lang, 1995.