Alexandra Bärenfeldt, Cairo University – November 2025

Mein Erasmus+ Aufenthalt in Kairo hat mich in vielerlei Hinsicht bewegt, persönlich wie beruflich. Ich wurde überrascht, herausgefordert, inspiriert, sensibilisiert und beeindruckt. Ich bin mit vielen Fragen angereist und mit neuen Perspektiven zurückgekommen.

An der Cairo University führte ich zahlreiche Gespräche mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen, erhielt Einblicke in administrative sowie akademische Abläufe und lernte die Strukturen einer der größten Universitäten des Landes mit 260.000 Studierenden kennen. Inhaltlich standen der Austausch über Mobilitätsformate, Studienstrukturen und Möglichkeiten zur Intensivierung des Studierendenaustauschs, insbesondere zwischen unseren juristischen Fakultäten, sowie das Networking mit Kolleg*innen vor Ort im Mittelpunkt. Campusbesuche, Bibliotheken und das Universitätsmuseum gaben mir zudem ein umfassendes Bild des akademischen Lebens.

Auch externe Programmpunkte waren wertvolle Teile dieser Reise. So unterstützte ich beim Studieninformationstag der Deutschen Evangelischen Schule Kairo den DAAD und das FU-Verbindungsbüro, hielt einen Vortrag zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin und beantwortete Fragen der Schüler*innen. An der Europa-Schule Kairo beriet ich Eltern und beantwortete Fragen zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin. Ein gemeinsames Abendessen des DAAD mit Vertreter*innen deutscher Universitäten ermöglichte den weiteren fachlichen Austausch.
Ich durfte viele engagierte, ambitionierte und inspirierende Frauen in unterschiedlichen Funktionen kennenlernen, ein Aspekt, der für mich persönlich besonders wertvoll war. Gerade diese Gespräche haben mir gezeigt, wie vielfältig und modern das Land ist, insbesondere die Stadt Kairo.

Gleichzeitig war der Aufenthalt für mich eine wertvolle persönliche Lernreise. Es war meine erste (längere) Reise allein, und ich habe die Stadt häufig auf eigene Faust erkundet. Auch habe ich mich im Vorfeld selbstverständlich gründlich informiert, doch rückblickend gemerkt, dass frühere Auslandserfahrungen mich ein Stück weit selbstsicherer fühlen ließen, als es in manchen Situationen gegebenenfalls angebracht gewesen wäre. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, insbesondere als alleinreisende Frau, aufmerksam zu sein und das eigene Sicherheitsgefühl, vor allem in einer fremden Umgebung, ernster zu nehmen. Eine Erkenntnis, die keinesfalls einschränkend, sondern wertvoll war. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich insbesondere anderen Frauen, die einen Erasmus+ Aufenthalt in Kairo planen, Folgendes mitgeben: Die eigene Intuition ist ein guter Kompass und verdient Vertrauen. Scheut nicht davor, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, sei es durch bereits geknüpfte berufliche Kontakte oder durch vertrauenswürdige geführte Touren über renommierte Plattformen. Das schafft Sicherheit, ermöglicht neue Perspektiven und bereichert die eigenen Erlebnisse vor Ort. Man muss nicht alles im Alleingang erkunden.

Trotz dieser reflektierten Momente überwiegt für mich eindeutig die große Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft, die ich in Kairo erfahren habe. Diese Eindrücke tragen wesentlich dazu bei, dass ich mich jederzeit wieder für einen Aufenthalt in dieser faszinierenden Stadt entscheiden würde.












