Trainingsaufenthalt in Akureyri, Island

Julia Peschel, Universität Akureyri – Februar 2026

Am 15.2.2026 flogen meine beiden Kolleginnen und ich von Berlin nach Reykjavik und von dort aus weiter nach Akureyri in den Norden Islands. Der Besuch der Universität in Akureyri entstand zunächst aus dem persönlichen Wunsch Island kennenzulernen; insbesondere aber nach der Kontaktaufnahme mit mehreren Hochschulen überzeugte uns der überaus freundliche und unkomplizierte Austausch mit den Kolleg*innen in Akureyri, sodass wir uns schnell für diesen Standort entschieden. Vor allem aber ist die Universität in Akureyri für ihren Schwerpunkt im Bereich Online Teaching bekannt, was uns für den fachlichen Austausch besonders interessant schien.  Da in Island viele Menschen ländlich leben oder aus anderen Gründen nicht persönlich in der Uni erscheinen können (häufig auch, weil sie in Vollzeit arbeiten), hat sich die Uni darauf spezialisiert diese Menschen ortsunabhängig zu betreuen und ihnen somit eine akademische Ausbildung zu ermöglichen. Unser dreitägiger Besuch ermöglichte uns vielfältige Einblicke in die Universität: Die Kolleg*innen vor Ort präsentierten u.a. die Allgemeine Studienberatung, psychologische Beratung, International Student Support, Bibliothek sowie die Bereiche IT, Human Resources, Remote Teaching und Quality Control.

Auch wir gestalteten eine Präsentation zur Freie Universität Berlin und stellten unsere Angebote vor. Wir fühlten uns durchgängig außergewöhnlich herzlich und engagiert betreut. Neben dem fachlichen Austausch bot uns der Aufenthalt die Gelegenheit Akureyri und die Umgebung kennenzulernen. Nach der Weiterreise per Bus nach Reykjavík und einem eintägigen Aufenthalt dort erfolgte die Rückreise am 21.2. nach Berlin.

Sprachkurs in Dublin, Irland

Sigrun Gebauer, Horner School of English – Dezember 2025

Den Gedanken an einen Sprachkurs im Ausland mit dem Erasmus+-Programm hatte ich schon länger in meinem Kopf und durch den Austausch mit Kolleginnen, die bereits dieses Angebot in Anspruch genommen haben, schritt ich dann doch endlich zur Tat und bewarb mich im Sommer für einen Aufenthalt in Dublin, Irland. Dieser sollte Anfang Dezember stattfinden.
Ich habe mich mit einer Kollegin abgesprochen, die den selben Plan hatte und wir organisierten gemeinsam die Reise. Von der Hotelsuche, die sich als recht kostspielige Angelegenheit herausstellte, bis hin zur Buchung der Sprachschule war die Vorbereitung spannend und die Vorfreude wuchs. Ein Spracheinstufungstest wurde im Vorfeld online durchgeführt, was viel Zeit vor Ort eingespart hat.

Das zauberhafte kleine Hotel im georgianischen Stil lag fußläufig zur Schule, die sich ebenfalls in einem Haus dieser Epoche befindet. Die Horner School of English ist eine renommierte Sprachschule, die bedauerlicherweise zum Ende des Jahres ihre Pforten schließt. Wir wurden von zwei verschiedenen Lehrenden in einer kleinen Gruppe von vier Personen unterrichtet, was ein intensives Lernen unterstützt hat. Edward hatte den Vormittagsteil und Philip war am Nachmittag für uns da. Alles in allem kann ich sagen, dass damit mein Ziel, wieder aktiv mehr zu sprechen, voll umfänglich erreicht wurde. Es war sehr intensiv und hat viel Spaß gemacht. Wir haben viel diskutiert, gespielt, gelesen und gelacht.


Der kulturelle Aspekt wurde bei dem Aufenthalt natürlich nicht vernachlässigt. In einer Stadt wie Dublin bietet sich ein Besuch des Trinity College mit dem Book of Kells definitiv an und hat mich sehr beeindruckt. Das weltberühmte GPO (General Post Office), Kirchen und die St. Patrick’s Cathedral standen ebenso auf dem Plan, wie auch der Besuch der Guinness-Brauerei, der von der Sprachschule organisiert wurde. Der obligatorische Besuch von einigen der unzähligen Pubs durfte selbstverständlich nicht fehlen. Die Iren sind sehr offen und freundlich und es wurde immer schnell ein Gespräch entfacht. Dort konnten die neu gefestigten Redewendungen direkt angewandt werden.


Sollte sich jemand mit dem Gedanken tragen an diesem Programm teilzunehmen, so kann ich das uneingeschränkt empfehlen.

Trainingsaufenthalt in Kairo, Ägypten

Alexandra Bärenfeldt, Cairo University – November 2025

Mein Erasmus+ Aufenthalt in Kairo hat mich in vielerlei Hinsicht bewegt, persönlich wie beruflich. Ich wurde überrascht, herausgefordert, inspiriert, sensibilisiert und beeindruckt. Ich bin mit vielen Fragen angereist und mit neuen Perspektiven zurückgekommen.

An der Cairo University führte ich zahlreiche Gespräche mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen, erhielt Einblicke in administrative sowie akademische Abläufe und lernte die Strukturen einer der größten Universitäten des Landes mit 260.000 Studierenden kennen. Inhaltlich standen der Austausch über Mobilitätsformate, Studienstrukturen und Möglichkeiten zur Intensivierung des Studierendenaustauschs, insbesondere zwischen unseren juristischen Fakultäten, sowie das Networking mit Kolleg*innen vor Ort im Mittelpunkt. Campusbesuche, Bibliotheken und das Universitätsmuseum gaben mir zudem ein umfassendes Bild des akademischen Lebens.

Auch externe Programmpunkte waren wertvolle Teile dieser Reise. So unterstützte ich beim Studieninformationstag der Deutschen Evangelischen Schule Kairo den DAAD und das FU-Verbindungsbüro, hielt einen Vortrag zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin und beantwortete Fragen der Schüler*innen. An der Europa-Schule Kairo beriet ich Eltern und beantwortete Fragen zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin. Ein gemeinsames Abendessen des DAAD mit Vertreter*innen deutscher Universitäten ermöglichte den weiteren fachlichen Austausch.

Ich durfte viele engagierte, ambitionierte und inspirierende Frauen in unterschiedlichen Funktionen kennenlernen, ein Aspekt, der für mich persönlich besonders wertvoll war. Gerade diese Gespräche haben mir gezeigt, wie vielfältig und modern das Land ist, insbesondere die Stadt Kairo.

Gleichzeitig war der Aufenthalt für mich eine wertvolle persönliche Lernreise. Es war meine erste (längere) Reise allein, und ich habe die Stadt häufig auf eigene Faust erkundet. Auch habe ich mich im Vorfeld selbstverständlich gründlich informiert, doch rückblickend gemerkt, dass frühere Auslandserfahrungen mich ein Stück weit selbstsicherer fühlen ließen, als es in manchen Situationen gegebenenfalls angebracht gewesen wäre. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, insbesondere als alleinreisende Frau, aufmerksam zu sein und das eigene Sicherheitsgefühl, vor allem in einer fremden Umgebung, ernster zu nehmen. Eine Erkenntnis, die keinesfalls einschränkend, sondern wertvoll war. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich insbesondere anderen Frauen, die einen Erasmus+ Aufenthalt in Kairo planen, Folgendes mitgeben: Die eigene Intuition ist ein guter Kompass und verdient Vertrauen. Scheut nicht davor, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, sei es durch bereits geknüpfte berufliche Kontakte oder durch vertrauenswürdige geführte Touren über renommierte Plattformen. Das schafft Sicherheit, ermöglicht neue Perspektiven und bereichert die eigenen Erlebnisse vor Ort. Man muss nicht alles im Alleingang erkunden.

Trotz dieser reflektierten Momente überwiegt für mich eindeutig die große Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft, die ich in Kairo erfahren habe. Diese Eindrücke tragen wesentlich dazu bei, dass ich mich jederzeit wieder für einen Aufenthalt in dieser faszinierenden Stadt entscheiden würde.

 

Trainingsaufenthalt in Tblisi, Georgien

Clara Schumann, Ilia State University – Oktober 2025

Im kleinen Land Georgien kann man wunderbar und komfortabel wandern (in Swanetien hatten wir in unseren Guesthouses jeden Abend eine warme Dusche und meistens auch funktionierendes Wifi), baden (im Schwarzen Meer), gut essen und trinken (ich empfehle bernsteinfarbenen, in der Amphore gereiften Weißwein) und in der Hauptstadt (Tbilisi) auch lange ausgehen. Außerdem braucht man kein eigenes Haustier, da überall friedliche (Straßen)Hunde, Katzen, aber auch Kühe, Pferde und Schweine unterwegs sind, die sich für einen Apfel oder ein Stück Wurst die Köpfe kraulen lassen. Trotz vieler Streicheleinheiten habe ich mir keine Flöhe eingefangen.

Im Gespräch mit Mitarbeiter*innen, Professor*innen und Doktorand*innen der Ilia State University in Tbilisi habe ich gelernt, wie dürftig die georgischen Universitäten im Vergleich zu den deutschen mit öffentlichen Geldern ausgestattet sind, und dass sie fast vollständig auf internationale Konsortien angewiesen sind, um Forschung betreiben zu können. Die Promotion ist im Vergleich zu hier eine höchst kompetitive Angelegenheit, zu der nur sehr wenige Absolvent*innen zugelassen werden, und die fast immer neben einem Vollzeitjob geleistet werden muss. Ich bewundere das Durchhaltevermögen meiner Gesprächspartner*innen, die sich trotz widriger Bedingungen darum bemühen, dass die Doktorand*innenausbildung höchsten internationalen Standards entspricht, und wünsche Ihnen noch mehr davon, um sich unter den immer repressiveren politischen Bedingungen behaupten zu können.

Trainingsaufenthalt in Samarkand, Usbekistan

Sabine Boomers, Samarkand State University – September 2025

Mein Besuch der Samarkand State University war der zweite Aufenthalt in einem postsowjetischen Land in Zentralasien. Aber anders als in Kasachstan ist hier weniger der russische Einfluss als vielmehr die lange und bewegte Geschichte persischer, arabischer oder mongolischer Herrschaft präsent.
Die Samarkand State University ist eine traditionsreiche Hochschule, die mitten im Zentrum der Stadt liegt. Meine Besuchsprogramm hatte ich im Vorfeld abgestimmt, allerdings ist eine gewisse Flexibilität hinsichtlich Kontakten und Zeiten denn doch erforderlich. Ich wurde überall sehr herzlich empfangen; auch die sprachliche Kommunikation klappte gut, da mich stets englischsprechende Studierende begleiteten. Insgesamt war der Austausch betr. mein Arbeitsfeld und gemeinsame (Forschungs-) Projekte sehr produktiv.


Für mich war es eine großartige Erfahrung, Usbekistan als einen mir bislang unbekannten Staat in Mittelasien, mit sehr junger Bevölkerung, einem sehr moderat gelebten Islam und Kreuzungspunkt der historischen Seidenstraße entdecken zu können. Die alten Städte Samarkand und Buchara weisen eine atemberaubende Architektur zahlloser Moscheen auf, deren mächtige Kuppeln, Tore, kunstvollen Fliesen und Goldornamente um die Wette glitzern.


Touristisch gesehen ist Usbekistan seht gut erschlossen, Schnellzüge sind wirklich schnell und pünktlich. Abgesehen von usbekischer, mongolischer und russischer Küche gibt es einige hippe Cafés, in denen es sogar Mandelmilch gibt. Andere westliche Konsumgüter wie Kleidung und Schuhe sind allerdings selbst in den großen Städten nicht zu finden. Kurzum: Ein entspanntes Abenteuer!

 

Lehraufenthalt in Windhoek, Namibia

Taina Alves, University of Namibia – August 2025

This summer, I had the incredible opportunity to spend a week at the University of Namibia (UNAM) through the Erasmus+ Teaching Mobility program. I taught undergraduate students in International Relations for a week, and their high level of participation in the classroom led to rich conversations. The campus itself is modern, well-equipped, and conducive to both learning and collaboration.

I had the chance to expand my professional network by connecting with local colleagues and professors. Overall, meeting colleagues, experiencing Namibian hospitality, and learning about African regionalism from an insider’s perspective gave me fresh insights for my research and teaching back home. I also took time to explore Windhoek and its surroundings, which made the trip even more special.

It was a great experience that I can only recommend. It has improved my teaching experience, given me new skills for working in environments with different points of view, broadened my networks, and given me new insights into a rich, diverse country.

Lehraufenthalt in Seoul, Südkorea

Christin Krüger, Seoul National University – Juli 2025

Mein Erasmus+ Aufenthalt an der Seoul National University, bei dem ich einer Gruppe von Germanistik-Studierenden bei der Erarbeitung einer Aufführung von Wolfgang Borcherts Stück „Draußen vor der Tür“ unterstützen durfte, war für mich nicht nur in beruflicher Hinsicht eine wertvolle Erfahrung. Neben der Freude daran, den Studierenden dieses Theaterprojekts bei Fragen und Problemen bezüglich des Textes und seiner schauspielerischen Darstellung zur Seite zu stehen, schätze ich vor allem die interkulturelle Perspektive, die mir der Auslandsaufenthalt eröffnet hat. Der Einblick in die landeseigenen kulturellen Gewohnheiten während und abseits der Arbeit ist das eine. Noch entscheidender ist für mich aber, festzustellen, wie sehr sich das Studieren und wissenschaftliche Arbeiten sowie deren aktuelle Herausforderungen hier wie dort gleichen. Den Studierenden bei einem ganz konkreten Projekt auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen bei Fragen der Lesart(-en) und Umsetzung zur Hand zu gehen und die spezifisch deutschen Sichtweisen auf Borcherts Theatertext zu vermitteln, war eine sehr befriedigende Aufgabe. Dabei war es für mich besonders spannend, zu beobachten, wie die südkoreanischen Studierenden mit dem Text umgehen, was sie streichen oder hinzufügen. Denn auch das verrät viel über die Kultur, Geschichte und Eigenheiten eines Landes. So war ich nicht nur in der Position der Lehrenden und „Erklärenden“, sondern die Studierenden haben auch mich immer wieder über ihre Ideen zum Text aufgeklärt und ihre Motive deutlich gemacht. Kurzum: Ich habe mich an der Seoul National University sehr willkommen gefühlt und bin dankbar darüber, dass ich sowohl meine Fähigkeiten in der Lehre als auch meine interkulturelle Kompetenz durch diesen Aufenthalt ausbauen und festigen konnte. Vielleicht hat der Aufenthalt sogar den Grundstein dazu gelegt, um die Zusammenarbeit der beiden Institute im Rahmen dieses an der Seoul National University alljährlich stattfindenden Theaterprojektes zu verstetigen.

 

Sprachkurs in Valencia, Spanien

Verena Specht, Universidad Católica de Valencia – Juli 2025

Im Rahmen der International Spanish Week durfte ich eine inspirierende Woche an der Universidad Católica de Valencia verbringen. Der Intensivsprachkurs, eingeteilt in zwei Gruppen: A1/A2 und B1/B2,
umfasste 20 Unterrichtsstunden pro Woche und legte den Fokus auf praxisnahes Spanisch. Unser Lehrer Ricard sorgte mit einem Mix aus Grammatik, Alltagskonversation und Rollenspielen für einen vielfältigen
und lebendigen Unterricht.

Die internationale Teilnehmendengruppe sorgte zudem für einen
spannenden sprachlichen und kulturellen Austausch. Ein besonderes Highlight war das abwechslungsreiche kulturelle Rahmenprogramm. Besuche im Ethnologischen Museum, im Wissenschaftsmuseum und im berühmten Fallas-Museum gaben tiefe Einblicke in die Geschichte und
Identität der Region. Beim Paella-Workshop lernten wir nicht nur die kulinarischen Grundlagen des Gerichts kennen, sondern auch viel über die Esskultur Spaniens.

Abgerundet wurde die Woche durch eine entspannte Katamaranfahrt entlang der Küste Valencias. Die Kombination aus intensivem Sprachtraining und kulturellem Eintauchen machte die Woche zu einer rundum bereichernden Erfahrung. Ich kann die Teilnahme allen empfehlen, die ihre Spanischkenntnisse vertiefen, interkulturelle Erfahrungen sammeln und in einem internationalen Umfeld eine bereichernde und inspirierende Zeit erleben möchten.