Live my Life Una Europa in Paris

Birgit Schlegel, Université Paris – April 2026

Im Rahmen des Una Europa Programms Live my life wurde ich mit einer Kollegin aus der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne gematcht. Der Austausch begann im März 2026, als meine Pariser Kollegin die Universitätsbibliothek der FU besuchte. Diese erste Begegnung bildete eine wertvolle Grundlage: wir konnten direkt vor Ort unsere Arbeitsweisen, Infrastruktur und laufenden derzeitigen Projekte vergleichen und erste Themen für einen vertieften Austausch identifizieren. Die Gespräche waren sehr praxisorientiert, sodass wir schnell gemeinsame Interessen – insbesondere im Bereich der Bereitstellung von Medien, digitalen Abschlussarbeiten und Open-Access-Themen sowie Kursen für Studierende erkannten. Im April 2026 reiste ich nach Paris. Neben einem umfangreichen Besichtigungs- und Veranstaltungsprogramm, das mir viele kulturelle Eindrücke vermittelte und das Verständnis für die lokale Universitätskultur vertiefte, stand der Besuch mehrerer Bibliotheken der Sorbonne im Mittelpunkt. Ich erhielt Einblicke in historische Lesesäle mit beeindruckender Architektur ebenso wie in moderne, funktional gestaltete Lernzonen. Die Bandbreite reichte von klassischen Präsenzangeboten bis zu digitalen Lernräumen. Besonders prägnant war, wie nahtlos an der Pariser Historie und Innovation nebeneinander existieren: alte Bestände und Lesekulturen werden gepflegt, während gleichzeitig neue Services für digitale Recherche und kollaboratives Arbeiten aufgebaut werden. Ein zentraler Bestandteil des Austauschs war das Kursprogramm der Bibliothek der Sorbonne 1. Die Bandbreite der Themen überraschte mich positiv. Neben traditionellen Workshops zu Literaturrecherche und Zitierstandards wurden inhaltliche Schwerpunkte angeboten, die deutlich über klassische Bibliotheksaufgaben hinausgehen. Dazu zählten Angebote zur psychologischen Betreuung von Studierenden sowie spezifische Hilfestellungen zur Prüfungsvorbereitung. Besonders bemerkenswert fand ich, wie die Bibliothek hier eine Brückenfunktion zwischen akademischer Lehre, studentischer Selbstorganisation und psychosozialer Unterstützung einnimmt: Kurzworkshops zur Stressbewältigung, kombinierte Recherche-/Zeitmanagement-Sessions waren Beispiele dafür, wie Bedürfnisse der Studierenden ganzheitlich adressiert werden. Einen weiteren Schwerpunkt unserer Diskussionen bildete der Umgang mit elektronischen Dissertationen. Die Sorbonne beschäftigt sich intensiv mit digitalen Einreichungsprozessen, der Langzeitarchivierung und der Frage, wie Dissertationen möglichst sichtbar gemacht und gleichzeitig rechtlich korrekt publiziert werden können. Die Gespräche reichten von technischen Lösungen für Repositorien über Metadaten-Standards bis hin zu Richtlinien zur Embargo-Praxis bei Forschungsdaten. Die Kolleg*innen berichteten von ähnlichen Herausforderungen, wie wir sie auch kennen: Heterogene Dateiformate, fehlende einheitliche Vorgaben seitens der Fachbereiche und die Balance zwischen Open Access und dem Schutz sensibler Daten. Der Diskurs war sehr konstruktiv und brachte zahlreiche Anregungen mit, die sich für unsere eigene Praxis adaptieren lassen. Insgesamt wurde deutlich, dass Bibliotheken trotz unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen sehr ähnliche Erfahrungen machen. Dies zeigte sich nicht nur in den technischen und organisatorischen Fragen, sondern auch in der strategischen Ausrichtung: Bibliotheken wollen verstärkt als Lern- und Unterstützungsorte für Studierende wahrgenommen werden und gleichzeitig die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse fördern. Unsere Gespräche bestätigten, dass es für viele Herausforderungen keine patentierten Einzellösungen gibt, sondern dass ein kontinuierlicher Austausch von guten Praktiken und experimentellen Pilotprojekten besonders fruchtbar ist. Die Teilnahme am Una Europa Programm eröffnete mir fachlich neue Perspektiven und hob parallel dazu die Bedeutung von persönlichem Austausch unter Kolleg*innen hervor. Der direkte Besuch sowohl in unserer Bibliothek als auch in Paris ermöglichte Einsichten, die bspw. in reinen Online-Formaten schwer zu erzielen gewesen wären – von der Atmosphäre der Lernräume bis hin zu informellen Gesprächen bei Führungen und gemeinsamen Pausen. Gleichzeitig zeigte sich, dass strukturelle Unterschiede zwar Einfluss auf Detaillösungen haben, die Grundfragen jedoch sehr ähnlich sind. Abschließend bedanke ich bei allen Beteiligten, dass mir die Möglichkeit geboten wurde, am Una Europa Programm teilzunehmen, mein besonderer Dank gilt dem Team des Referats Wissenschaftsbeziehungen – Erasmus+ Staff Mobility – Outgoing für die stets kompetente Führung in der Vorbereitungszeit des Austauschs.

Trainingsaufenthalt in Lyon, Frankreich

Maria Tassinari, Université Lumière Lyon 2 – März 2025

Die Staff week „Intercompréhension en langues romanes“ wurde von der Université Lumière Lyon 2, Frankreich organisiert. Das Thema interessierte mich, weil ich in meiner Arbeit als Leiterin des Selbstlernzentrum oft Studierende begleite, die mehrere romanischen Sprachen lernen.
Die Arbeit fing einige Wochen vor dem Aufenthalt in Lyon an: über einen Moodle-Kurs sollten wir uns gegenseitig vorstellen, etwas über unsere Arbeit erzählen sowie die Beiträge der anderen kommentieren. Grundregel bei der Interkomprehension ist: jede*r benutzt die eigene Muttersprache bzw. die Sprache, die er/sie am besten beherrscht. An der Staff week haben ca. 30 Personen mit jeweils sechs verschiedenen Muttersprachen: Französisch, Katalanisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Rumänisch. Schon beim Moodle-Austausch war es aufregend, die Ähnlichkeiten und die Unterschiede unter den Sprachen zu beobachten.
Im Moodle konnten wir auch uns mit Prinzipien der Interkomprehension vertraut machen. Als wir in Lyon am ersten Tag angefangen haben, hatte ich das Gefühl, einige der Teilnehmenden ein wenig zu kennen. Vom ersten Tag an haben wir die Vormittage im Unterricht verbracht und verschiedene Aufgaben bearbeitet: Texte gelesen und entziffert, Eigenschaften der Sprachen verglichen, Strategien erarbeitet, um Texte in uns wenig bekannten Sprachen zu verstehen. Vor allem haben wir aber viel miteinander gesprochen, so dass wir im Laufe der Woche uns tatsächlich viel besser verstanden haben. Es wurden Themen behandelt, die wir im Vorfeld vorgeschlagen hatten: Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik in Europa, Idiomatische Redewendungen in den verschiedenen Sprachen, kulturelle Besonderheiten.
Auch das Nachmittagsprogramm war mehrsprachig: eine Staatsführung auf Katalanisch, ein mehrsprachiges Spiel, Vorstellung der Universität auf Französisch, Gespräche mit Kolleg*innen aus der Wissenschaft und aus der Administration.
Ich fand de Woche intensiv und bereichernd.

Trainingsaufenthalt in Frankreich

Université Sorbonne Nouvelle, Frankreich – Mai 2023

Mein Erasmus-Aufenthalt in Paris bei der Staff Week an der Sorbonne Nouvelle war rundum gelungen.

Die Organisator:innen der Sorbonne Nouvelle waren sehr engagiert, hilfsbereit und sympathisch – sowohl im Vorfeld der Reise als auch vor Ort. Zu Beginn der Staff Week gab es ein kleines Get together zum entspannten Kennenlernen, so dass man einen Eindruck von der Gesamtgruppe bekommen hat und erste Kontakte knüpfen konnte. Auch zum Abschied gab es einen kleinen Empfang. War alles sehr gut organisiert und hat den Austausch zwischen den Teilnehmenden der Staff Week gefördert und erleichtert.

Für den Sprachkurs wurden wir in 5 Gruppen auf drei verschiedene Lernniveaus aufgeteilt, so dass max. 12 Leute in einer Gruppe waren. Der Unterricht war abwechslungsreich, professionell und interessant gestaltet. Ich hatte die Gelegenheit, vier verschiedene Lehrer:innen kennenzulernen, da ich einmal die Gruppe gewechselt habe und in jeder Gruppe die Hauptlehrkraft einmal vertreten wurde. Am besten hat mir der Unterricht bei Morgane gefallen, da sie uns neben der Sprachvermittlung auch viel über die französische Mentalität und Kultur sowie die Pariser Stadtgeschichte inkl. Insiderwissen und Pariser Eigenheiten vermittelt hat. Alle Lehrkräfte haben für entspannte Kommunikationsanlässe gesorgt und durch die Methoden- und Medienvielfalt wurde es nie langweilig oder monoton. Dennoch war der Unterricht durchaus anspruchsvoll und ein halber Tag war völlig ausreichend, um einerseits genügend Input zu bekommen und andererseits doch auch ordentlich gefordert zu werden, was man abends gemerkt hat, wenn man angefüllt mit Eindrücken und einigermaßen erschöpft recht früh ins Bett fiel.

Es gab auch ein kleines kulturelles Rahmenprogramm in Form von 2 Nachmittagsführungen durch die Stadt. Da hätte ich mir etwas mehr Geheimtipps gewünscht als touristische Standardstrecken, aber gesellig war es allemal. Die Teilnehmer:innen der Erasmus-Gruppe kamen bunt gemischt aus vielen europäischen Ländern und es war wirklich bereichernd, sich über Arbeitsalltag, bürokratische Strukturen und Abläufe sowie die dahinterstehenden Politiken in den unterschiedlichen Regionen auszutauschen.

Da ich das Glück hatte, ein bisschen Erholungsurlaub an meinen Erasmus-Aufenthalt dranhängen zu können, konnte ich noch ein paar Tage völlig losgelöst von Verpflichtungen und Terminen Paris erkunden und etwas tiefer in das Stadtleben eintauchen. Als passionierte Tango-Tänzerin bin ich bei zahlreichen Tangoveranstaltungen erfreulicherweise auch schnell in Kontakt mit echten Pariserinnen und Parisern gekommen, was die bloße Touristinnenperspektive auf Land und Leute wunderbar ergänzt hat.

Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und wunderbare Erfahrung durch das Erasmusprogramm. Beruflich hat es mich definitiv weitergebracht, da ich ohne die gerade aufgefrischten Französischkenntnisse sicherlich nicht den Zuschlag für die Stelle bekommen hätte, auf die ich mich gerade beworben habe.

 

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Trainingsaufenthalt in Frankreich

Marie-Julie Jacquemot, Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Frankreich – Dezember 2022

Ich war an der Universität Paris1 Panthéon-Sorbonne eine Woche lang und habe die Kolleg:innen, mit denen ich seit drei Jahren zusammenarbeite, zum ersten Mal über eine längere Zeitraum besucht und somit kennengelernt. Wir haben uns viel informell ausgetauscht über gemeinsame Herausforderungen und deren mögliche Lösungen, und ich habe viele Ideen und mögliche Ansätze mit nach Berlin gebracht. Dazu war ich eingeladen an die Paris1 „Sustainability Days“( „Assises du développement durable“) als Speakerin und konnte somit neue und wertvolle Kontakte knüpfen. Ich nahm an verschiedene Workshops teil und habe jetzt einen guten Überblick über die Bemühungen der Universität aber auch der weitere Pariser Universitäten im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ich kann so ein Aufenthalt nur empfehlen, vor allem nach die Covid-Jahren ist es dringend notwendig, auf persönliche Ebene wieder Kontakte mit den internationalen Kolleg:innen zu knüpfen. Man merkt schon, wie viel informelle Austausche wir brauchen um weiterkommen zu können und somit wie ähnlich wir sind…aber auch wie unterschiedlich unsere Ansätze sein können.

 

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