Trainingsmobilität nach Ecuador

Corina Sandra Schwippel, FLACSO – Juli 26

Im Juli 2026 ging es für mich im Rahmen des Erasmus+-Programms an die FLACSO – Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales – die Lateinamerikanische Fakultät für Sozialwissenschaften – in meine zweite Heimat Ecuador. Im Rahmen der Erasmus+-Mobilität durfte ich fünf eindrucksvolle Tage an der Partneruniversität in der Hauptstadt Quito verbringen. Am ersten Tag wurde ich von den Koordinatorinnen der Abteilung für Partnerschaften, Projekte und internationale Mobilität herzlich in Empfang genommen und zur Feier des Tages, meinem Geburtstag, gleich zum Mittagessen (inkl. Geburtstagstorte) eingeladen. Im Laufe der Woche lernte ich die Arbeit der Kolleg:innen vor Ort kennen, diskutierte mit ihnen die Möglichkeiten für akademischen Austausch, Zusammenarbeit und Vernetzung und stellte die FU Berlin sowie meine Arbeit und die meiner Forschungsgruppe im Rahmen einer Präsentations- und Diskussionsrunde vor. Hier lernte ich auch Ecuadorianer:innen kennen, die ebenfalls an einem Erasmus+ Aufenthalt in Deutschland teilgenommen haben bzw. daran interessiert sind. Darüber hinaus hospitierte ich bei Prof. Dr. Isabel Ramos und Ihrem Forschungsteam aus Doktorandinnen im Fachbereich für Internationale Studien und Kommunikation. Ich erhielt wertvolle Einblicke in ihre Arbeit und Forschung, insbesondere im Bereich Outreach-Projekte und Kommunikationskanäle (FLACSO Radio, Podcasts) und diskutierte mit ihnen über die politische Lage und Prozesse der politischen Mobilisierung in Ecuador. Nicht zuletzt lernte ich das Studienplanungs- und Management-System sowie die administrativen Abläufe der FLACSO kennen und durfte im Rahmen des 11. ethnografischen Filmfestivals am Workshop „Autobiografischer Dokumentarfilm“ (politische/soziale Dimension) mit einer Filmemacherin aus Venezuela teilnehmen. Für den relativ kurzen aber sehr gewinnbringenden Aufenthalt an der FLACSO Ecuador möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken.

Teaching Mobility to Kazakhstan

Tainá  Estanislau Siman Alves, Nazarbayev University – June 26

My teaching mobility was an incredibly rewarding experience, both professionally and personally. I chose Nazarbeyv University due to its academic excellence in Central Asia and the opportunity to introduce students to topics closely related to my research interests.
Students were highly enganed and each group presented an academic article on an existing regional initiative in Central Asia. Building on these presentations, we revisited the initial exercise, comparing the students‘ first impressions with what they had learned about the region’s patterns of cooperation and the challenges it faces.
This experience allowed me to expand my teaching skills by working with students from a non-Western cultural context, experimenting with new classroom activities, and adapting my teaching to a different academic environment. It was equally valuable as a learning experience for me as it was for my students.

I would encourage colleagues to take advantage of teaching mobility opportunities. Choosing a topic that aligns with both your research interests and the host university’s expertise, while gathering information about the students and the course in advance, helps make the experience even more meaningful and rewarding.

Lehraufenthalt – Summer School in Namibia

Carola Ingeborg Fischer Tenhagen, Marc Drillich, Marvin Hölper, University of Namibia – Summer School Juni 26

Marc Drillich:

Das Projekt bereichert mich persönlich ungemein durch vertiefende Einblicke in die Kultur und auch die Herausforderungen und Möglichkeiten, welche sich den Menschen, Tieren und der Umwelt bieten. Vor dem Hintergrund der besonderen deutsch-namibischen Geschichte und der Verantwortung hinsichtlich der deutschen Kolonialgeschichte, hat die Zusammenarbeit mit Namibia stets einen besonderen Stellenwert. Ein intensivierter Austausch trägt dazu bei, sowohl sozio-kulturelle als auch fachliche Zusammenhänge besser zu erfassen, was bei Gesprächen zur Planung Projekten hilfreich ist. Zu betonen ist, dass das Interesse an einer Zusammenarbeit zwischen der UNAM und der FU Berlin auch für die Vertreter der UNAM (Vize-Präsident, Dekanin) eine besonders hohe Priorität hat, was in allen Gesprächen immer wieder hervorgehoben wurde. Darüber hinaus konnten wertvolle Verbindungen zu WissenschaftlerInnen und hervorragenden Lehrkräften vertieft und ausgebaut werden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das die intensivierte Zusammenarbeit und die Summer-School ein voller Erfolg waren. Sowohl die erste, auf Wildtiere fokussierte Woche, die den Teilnehmenden umfassende Einblicke in den Tierschutz, das Wildtiermanagement und Seuchenprävention vermittelte und durch praktische Übungen zur Distanzimmobilisation sowie eigens erarbeitete Präsentationen zu zentralen Fragestellungen der Wildtiermedizin ergänzt wurde, als auch die zweite Woche, die sich mit dem Herdenmanagement im Kontext lokaler sozioökonomischer Herausforderungen befasste, stieß auf großes Interesse und wurde von den Teilnehmenden äußerst positiv aufgenommen. Es handelt sich hierbei um ein herausragendes Projekt, welches Studierenden und Lehrenden beider Universitäten ermöglicht hat, gemeinsam auf konkrete Probleme und Fragestellungen einzugehen, praktisch anzugehen, und an dem darauf gipfelnden „Farmers-Day“ einer Vielzahl lokaler LandwirtInnen und WisschenschaftlerInnen zu präsentieren. Nicht nur die sehr gute Organisation, das Engagement der Beteiligten und die Begeisterung der Studierenden lassen auf einen weiteren Austausch hoffen, sondern auch der spürbare Einfluss dieser Kollaboration. Am schönsten zusammengefasst hatte es ein lokaler Landwirt als Abschlusswort des Projektes, gleich im Anschluss an eine geteilte Präsentation von Studierenden der UNAM und der FU. Er sähe den Einfluss und die Mühe der Universitäten, welche genau zum rechten Zeitpunkt für die Leute vor Ort käme und er wünschte sich, dass dieses Unterfangen noch viele Jahre so andauern möge.

Lehraufenthalt in Peru

Elsa Canali, Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) – Juni 2026

Mein Aufenthalt an der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima war für mich eine außerordentlich positive, bereichernde und uneingeschränkt empfehlenswerte Erfahrung. Aus beruflicher Sicht war es besonders wertvoll, eigene Lehrerfahrungen mit Bachelorstudierenden zu sammeln und meine Forschung sowie meine didaktischen Ansätze mit Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Freien Universität Berlin zu diskutieren. Der Austausch mit Lehrenden der PUCP hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir hilfreiches Feedback gegeben, dass meine akademische Arbeit nachhaltig bereichert hat. Darüber hinaus hat diese Erfahrung mein akademisches Selbstverständnis und mein Bewusstsein für die Verantwortung wissenschaftlicher Arbeit in einem internationalen Kontext gestärkt.

Auch aus ethischer Perspektive messe ich solchen Austauschprogrammen große Bedeutung bei. Gerade in Zeiten globaler Krisen erscheint es mir wichtiger denn je, Kooperationen und langfristige Allianzen zwischen Universitäten zu fördern. Wissenschaftlicher Dialog über institutionelle und nationale Grenzen hinweg schafft Räume für gegenseitiges Lernen, Solidarität und gemeinsame Reflexion.

Auf persönlicher Ebene bin ich für diese Erfahrung zutiefst dankbar. Der Aufenthalt hat mir nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel gegeben. Mein besonderer Dank gilt Luis sowie dem gesamten Departamento de Literatura der PUCP, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, meinen Aufenthalt so anregend, inspirierend und bereichernd wie möglich zu gestalten. Die Offenheit, Herzlichkeit und Unterstützung, die ich erfahren durfte, haben diese Zeit zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht.

Trainingsaufenthalt in Kanada

Verena Specht, University of Ottawa – Juni 26

Meine Trainingsmobilität an der uOttawa bot mir wertvolle Einblicke in die Organisation und Arbeitsprozesse der weltweit größten zweisprachigen Universität. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Kolleginnen und Kollegen über bewährte Praktiken in den Bereichen Internationalisierung, Studierendenservices, Marketing und Kommunikation, Diversität sowie akademische Verwaltung auszutauschen. Besonders beeindruckt haben mich die Strategien zur Förderung von Chancengleichheit sowie die umfassenden Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen im Umgang mit sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt. Hervorzuheben ist zudem die ausgeprägte Serviceorientierung gegenüber Studierenden und Beschäftigten, die sich in vielen Bereichen des Hochschulalltags widerspiegelt. Ebenso bemerkenswert fand ich den hohen Stellenwert, den Kanada der Inklusion und Sichtbarkeit der indigenen Bevölkerung beimisst; nicht nur an Hochschulen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Ein herzliches Dankeschön gilt Mélanie Langevin und dem gesamten Mobility Team für die Organisation eines so abwechslungsreichen und bereichernden Programms. Ich habe meinen Aufenthalt in Ottawa in jeder Hinsicht optimal genutzt !

Teaching Mobility in Kenya

Mohamed Noor & Murtala Ibrahim, Pwani University – June 26

Mohamed Noor:

In June 2026, I participated in an Erasmus+ teaching mobility at Pwani University in Kenya, supported by Freie Universität Berlin. This experience focused on Research Methods for graduate students, allowing me to share insights on research design, literature reviews, academic writing, and ethics. The students were highly engaged and brought diverse perspectives, creating a stimulating learning environment. I also engaged with colleagues on postgraduate supervision and curriculum development, gaining valuable insights into the research priorities of East African universities. This experience strengthened my professional networks and appreciation for the region’s academic community. I am thankful to Pwani University and the Erasmus+ team for their support and encourage colleagues to consider these mobility opportunities.

Teaching Mobility at Pwani University, Kenya – A Report by Murtala

Thanks to the Erasmus+ staff mobility programme, I had the wonderful opportunity to teach research methodology to graduate students at Pwani University in Kenya. This experience was both professionally enriching and personally transformative.
Professionally, I gained fresh perspectives on problem-solving and curriculum delivery in a different academic culture. Teaching motivated and resourceful students challenged me to adapt my methods and become a more flexible educator. The mobility also opened doors for future collaboration with colleagues in East Africa and added significant international experience to my academic résumé.
Personally, I was deeply inspired by the warmth, hospitality, and resilience of the local community. Immersing myself in Kenyan culture—from everyday campus life to learning a few Swahili phrases—broadened my worldview in ways that cannot be taught in a classroom.
My advice to colleagues: apply early, book your flight as soon as you receive confirmation, and communicate closely with your host coordinator. The Erasmus+ team at Freie Universität provided excellent support from start to finish.

Job Shadowing Kirgisistan

Judith Appel, American University of Central Asia – Mai 2026

Gemeinsam mit einer Teamkollegin hatte ich im Mai 2026 die Gelegenheit, eine Woche für eine Hospitation im Team der Psychologischen Beratung der American University of Central Asia (AUCA) nach Bishkek, Kirgisistan, zu reisen.
Das Team der Psychologischen Beratung der AUCA hat uns sehr herzlich empfangen und den Einblick in die psychologisch-psychotherapeutische Beratungsarbeit der Kolleginnen vor Ort war bereichernd: dort, wo wir gemeinsam Unterschiede entdeckt haben, aber auch dort, wo wir eine gemeinsame „Fachkultur“ teilen, die in beiden Ländern ähnlich ist.
Bishkek ist eine für seine Größe angenehm ruhige, sehr grüne Stadt. Die Umgebung war angenehm zu bereisen, so dass wir neben unseren Besuchen an der AUCA auch einige Eindrücke der beeindruckenden Natur Kirgisistans bekommen konnten. Die Reise war eine sehr schöne und eindrückliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Ich möchte alle Kolleg:innen nur ermutigen, sich ebenfalls um eine Hospitation an einer Hochschule im Ausland zu bemühen.

Trainingsaufenthalt in Kanada

Stefan Petri, University of British Columbia – Mai 2026

Mein Austausch führte mich im Mai 2026 an die University of British Columbia (UBC) in Vancoucer, eine Universität mit einem weltweit sehr guten Ruf bezüglich ihrer Services für studentisches Gesundheitsmanagement. Das Angebot und die Einrichtungen waren in der Tat beeindruckend, allerdings sind die Bedingungen des kanadischen Gesundheitssystems schwer mit dem Deutschen System vergleichbar. An der UBC bekommen die Studierenden neben einer sehr guten und umfangreichen psychologischen Beratung auch eine medizinische Versorgung mit Untersuchungen, Impfungen etc. Ein wichtiges Thema ist auch die Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten und eine Unterstützung bzw. deren Behandlung. Das neue Gateway Global Health Building enthält dementsprechend viele krankenhausähnliche Anlagen und Untersuchungsräume (alle auf dem neusten Stand). Es ist an die School of Kinesiology (Sport- und Bewegungswissenschaft, Physiotherapie) angegliedert, also mit in Studium und Lehre verknüpft. Ein präventiver Ansatz ist insgesamt handlungsleitend.
Ebenso beeindruckend war für mich die Unterstützung von internationalen Studierenden, die neben den oben genannten Services und einer sehr engmaschigen Beratung und Betreuung z.B. auch einen extern eingekauften 24/7-Telefon-Service haben. Da die internationalen Studierenden fast ausschließlich auf dem Campus untergebracht sind, gibt es diese Unterstützung auch vor Ort in den Housing-Gebäuden (studentische Peers werden für Abend- und Wochenenddienste bezahlt).

Trotz der Schwierigkeit des Vergleichs habe ich einige interessante Anregungen mitgenommen, die sich vielleicht auch an der FU Berlin umsetzen lassen (was, wird noch nicht verraten).
Nicht verschweigen möchte ich natürlich, dass die UBC einen der schönsten Campus hat, die ich je gesehen habe. Beeindruckend war hier besonders der angegliederte Botanische Garten, das Museum for Anthropology und ein direkter Zugang zum Pacific-Strand (mit Seelöwen). Und Achtung: nicht umsonst wird auf dem Campus vor Skateboard-fahrenden Studierenden (und vielleicht auch Dozierenden) gewarnt.