Lehraufenthalt in Peru

Elsa Canali, Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) – Juni 2026

Mein Aufenthalt an der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima war für mich eine außerordentlich positive, bereichernde und uneingeschränkt empfehlenswerte Erfahrung. Aus beruflicher Sicht war es besonders wertvoll, eigene Lehrerfahrungen mit Bachelorstudierenden zu sammeln und meine Forschung sowie meine didaktischen Ansätze mit Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Freien Universität Berlin zu diskutieren. Der Austausch mit Lehrenden der PUCP hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir hilfreiches Feedback gegeben, dass meine akademische Arbeit nachhaltig bereichert hat. Darüber hinaus hat diese Erfahrung mein akademisches Selbstverständnis und mein Bewusstsein für die Verantwortung wissenschaftlicher Arbeit in einem internationalen Kontext gestärkt.

Auch aus ethischer Perspektive messe ich solchen Austauschprogrammen große Bedeutung bei. Gerade in Zeiten globaler Krisen erscheint es mir wichtiger denn je, Kooperationen und langfristige Allianzen zwischen Universitäten zu fördern. Wissenschaftlicher Dialog über institutionelle und nationale Grenzen hinweg schafft Räume für gegenseitiges Lernen, Solidarität und gemeinsame Reflexion.

Auf persönlicher Ebene bin ich für diese Erfahrung zutiefst dankbar. Der Aufenthalt hat mir nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel gegeben. Mein besonderer Dank gilt Luis sowie dem gesamten Departamento de Literatura der PUCP, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, meinen Aufenthalt so anregend, inspirierend und bereichernd wie möglich zu gestalten. Die Offenheit, Herzlichkeit und Unterstützung, die ich erfahren durfte, haben diese Zeit zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht.

Trainingsaufenthalt in Kanada

Verena Specht, University of Ottawa – Juni 26

Meine Trainingsmobilität an der uOttawa bot mir wertvolle Einblicke in die Organisation und Arbeitsprozesse der weltweit größten zweisprachigen Universität. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Kolleginnen und Kollegen über bewährte Praktiken in den Bereichen Internationalisierung, Studierendenservices, Marketing und Kommunikation, Diversität sowie akademische Verwaltung auszutauschen. Besonders beeindruckt haben mich die Strategien zur Förderung von Chancengleichheit sowie die umfassenden Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen im Umgang mit sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt. Hervorzuheben ist zudem die ausgeprägte Serviceorientierung gegenüber Studierenden und Beschäftigten, die sich in vielen Bereichen des Hochschulalltags widerspiegelt. Ebenso bemerkenswert fand ich den hohen Stellenwert, den Kanada der Inklusion und Sichtbarkeit der indigenen Bevölkerung beimisst; nicht nur an Hochschulen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Ein herzliches Dankeschön gilt Mélanie Langevin und dem gesamten Mobility Team für die Organisation eines so abwechslungsreichen und bereichernden Programms. Ich habe meinen Aufenthalt in Ottawa in jeder Hinsicht optimal genutzt !

Teaching Mobility in Kenya

Mohamed Noor & Murtala Ibrahim, Pwani University – June 26

Mohamed Noor:

In June 2026, I participated in an Erasmus+ teaching mobility at Pwani University in Kenya, supported by Freie Universität Berlin. This experience focused on Research Methods for graduate students, allowing me to share insights on research design, literature reviews, academic writing, and ethics. The students were highly engaged and brought diverse perspectives, creating a stimulating learning environment. I also engaged with colleagues on postgraduate supervision and curriculum development, gaining valuable insights into the research priorities of East African universities. This experience strengthened my professional networks and appreciation for the region’s academic community. I am thankful to Pwani University and the Erasmus+ team for their support and encourage colleagues to consider these mobility opportunities.

Teaching Mobility at Pwani University, Kenya – A Report by Murtala

Thanks to the Erasmus+ staff mobility programme, I had the wonderful opportunity to teach research methodology to graduate students at Pwani University in Kenya. This experience was both professionally enriching and personally transformative.
Professionally, I gained fresh perspectives on problem-solving and curriculum delivery in a different academic culture. Teaching motivated and resourceful students challenged me to adapt my methods and become a more flexible educator. The mobility also opened doors for future collaboration with colleagues in East Africa and added significant international experience to my academic résumé.
Personally, I was deeply inspired by the warmth, hospitality, and resilience of the local community. Immersing myself in Kenyan culture—from everyday campus life to learning a few Swahili phrases—broadened my worldview in ways that cannot be taught in a classroom.
My advice to colleagues: apply early, book your flight as soon as you receive confirmation, and communicate closely with your host coordinator. The Erasmus+ team at Freie Universität provided excellent support from start to finish.

Job Shadowing Kirgisistan

Judith Appel, American University of Central Asia – Mai 2026

Gemeinsam mit einer Teamkollegin hatte ich im Mai 2026 die Gelegenheit, eine Woche für eine Hospitation im Team der Psychologischen Beratung der American University of Central Asia (AUCA) nach Bishkek, Kirgisistan, zu reisen.
Das Team der Psychologischen Beratung der AUCA hat uns sehr herzlich empfangen und den Einblick in die psychologisch-psychotherapeutische Beratungsarbeit der Kolleginnen vor Ort war bereichernd: dort, wo wir gemeinsam Unterschiede entdeckt haben, aber auch dort, wo wir eine gemeinsame „Fachkultur“ teilen, die in beiden Ländern ähnlich ist.
Bishkek ist eine für seine Größe angenehm ruhige, sehr grüne Stadt. Die Umgebung war angenehm zu bereisen, so dass wir neben unseren Besuchen an der AUCA auch einige Eindrücke der beeindruckenden Natur Kirgisistans bekommen konnten. Die Reise war eine sehr schöne und eindrückliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Ich möchte alle Kolleg:innen nur ermutigen, sich ebenfalls um eine Hospitation an einer Hochschule im Ausland zu bemühen.

Trainingsaufenthalt in Kanada

Stefan Petri, University of British Columbia – Mai 2026

Mein Austausch führte mich im Mai 2026 an die University of British Columbia (UBC) in Vancoucer, eine Universität mit einem weltweit sehr guten Ruf bezüglich ihrer Services für studentisches Gesundheitsmanagement. Das Angebot und die Einrichtungen waren in der Tat beeindruckend, allerdings sind die Bedingungen des kanadischen Gesundheitssystems schwer mit dem Deutschen System vergleichbar. An der UBC bekommen die Studierenden neben einer sehr guten und umfangreichen psychologischen Beratung auch eine medizinische Versorgung mit Untersuchungen, Impfungen etc. Ein wichtiges Thema ist auch die Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten und eine Unterstützung bzw. deren Behandlung. Das neue Gateway Global Health Building enthält dementsprechend viele krankenhausähnliche Anlagen und Untersuchungsräume (alle auf dem neusten Stand). Es ist an die School of Kinesiology (Sport- und Bewegungswissenschaft, Physiotherapie) angegliedert, also mit in Studium und Lehre verknüpft. Ein präventiver Ansatz ist insgesamt handlungsleitend.
Ebenso beeindruckend war für mich die Unterstützung von internationalen Studierenden, die neben den oben genannten Services und einer sehr engmaschigen Beratung und Betreuung z.B. auch einen extern eingekauften 24/7-Telefon-Service haben. Da die internationalen Studierenden fast ausschließlich auf dem Campus untergebracht sind, gibt es diese Unterstützung auch vor Ort in den Housing-Gebäuden (studentische Peers werden für Abend- und Wochenenddienste bezahlt).

Trotz der Schwierigkeit des Vergleichs habe ich einige interessante Anregungen mitgenommen, die sich vielleicht auch an der FU Berlin umsetzen lassen (was, wird noch nicht verraten).
Nicht verschweigen möchte ich natürlich, dass die UBC einen der schönsten Campus hat, die ich je gesehen habe. Beeindruckend war hier besonders der angegliederte Botanische Garten, das Museum for Anthropology und ein direkter Zugang zum Pacific-Strand (mit Seelöwen). Und Achtung: nicht umsonst wird auf dem Campus vor Skateboard-fahrenden Studierenden (und vielleicht auch Dozierenden) gewarnt.

Trainingsaufenthalt in Kairo

Caroline Schwarz, Cairo University – März/April 2026

Mein Erasmus+-Aufenthalt in Kairo war für mich nicht nur eine spannende berufliche Station, sondern vor allem eine echte persönliche Bereicherung. Für einige Monate in einer so lebendigen, vielschichtigen Stadt zu arbeiten, hat meinen Blick auf die Welt spürbar erweitert. Wenn man den gewohnten Kontext verlässt, merkt man erst, wie sehr man sich sonst in seiner eigenen Realität bewegt. In Kairo war vieles anders: Arbeitsprozesse, Kommunikationsstile, Prioritäten im Alltag. Gerade diese Unterschiede haben mich dazu angeregt, meine eigenen Routinen und Annahmen bewusster zu hinterfragen. Im direkten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort konnte ich differenzierter wahrnehmen, welche vermeintlichen „Fakten“ über eine Kultur tatsächlich Bestand haben und welche eher auf vereinfachten Vorstellungen beruhen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen sind, um Verständnis zu entwickeln und wie sehr echter Perspektivenwechsel Veränderung ermöglicht. Besonders wertvoll war zudem der Aufbau eines internationalen, persönlichen Netzwerks. Solche Kontakte sind nicht nur menschlich bereichernd, sondern auch fachlich hilfreich, etwa wenn es um Kooperationen oder zukünftige Antragsverfahren geht. Gleichzeitig habe ich gelernt, die deutsche Bürokratie wieder etwas mehr zu schätzen: So komplex sie manchmal wirkt, bietet sie doch ein hohes Maß an Transparenz, Verlässlichkeit und rechtlicher Sicherheit. Insgesamt war der Aufenthalt für mich fachlich wie persönlich ein großer Gewinn.

Lehraufenthalt in Südkorea

Jiachuan Li, Seoul National University – März 2026

Die Seoul National University, die als eine der führenden Universitäten Südkoreas gilt, war mir bereits vor meinem Aufenthalt ein Begriff. Ich wusste, dass der Zugang sehr selektiv ist und Studierende anspruchsvolle Auswahlverfahren durchlaufen müssen. Umso beeindruckender war mein erster persönlicher Eindruck: Der wunderschöne Campus liegt in den Bergen am südlichen Rand von Seoul und bietet zahlreiche Wanderwege. Man kann stundenlang über das weitläufige Gelände spazieren, das kontinuierlich erweitert und modernisiert wird.

Die Germanistikabteilung befindet sich in unmittelbarer Nähe des idyllischen Teichs „Yahayeon“ im Gebäude 2 des College of Humanities. Während meines Aufenthalts wurde ich sehr herzlich empfangen – unter anderem durch eine Campusführung und ein gemeinsames Essen in der Mensa mit einem DAAD-Kollegen. Die Abteilung ist bemerkenswert groß und umfasst mehr als zehn Professorinnen und Professoren sowie über zwanzig promovierte Lehrbeauftragte. Besonders beeindruckt hat mich die Abteilungsbibliothek, die jederzeit zugänglich ist. Regelmäßig sind auch internationale Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vor Ort; ich hatte das Glück, an einem Gastvortrag teilzunehmen und dabei zahlreiche Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen.

Von dem hohen Leistungsdruck und der starken Konkurrenz in Südkorea hatte ich bereits im Vorfeld gehört – und konnte dies auch im Unterricht bestätigen. In den Deutschkursen auf B1- und B2-Niveau, die ich mehrfach im Co-Teaching begleitet habe, zeigte sich, wie engagiert und leistungsstark die Studierenden sind. Viele von ihnen haben bereits in der Schule Deutsch gelernt, um überhaupt an der Universität oder im Fach Germanistik studieren zu können. Ihr Wissen über Europa und den deutschsprachigen Raum ist entsprechend beeindruckend. Nicht wenige studieren zusätzlich zu ihrem Hauptfach noch weitere Fremdsprachen.

Darüber hinaus nahm ich an einem Seminar der Germanistik teil, das sich mit nordischer Mythologie beschäftigte. Die Gruppe war interdisziplinär zusammengesetzt – etwa 90 % Germanistikstudierende und 10 % aus der Kunstabteilung. Die Diskussionen waren ausgesprochen lebendig; ich wurde mit vielen differenzierten und kritischen Fragen konfrontiert, was ich als besonders bereichernd empfand.

Das Erasmus-Programm hat mir zudem die Möglichkeit gegeben, Südkorea aus nächster Nähe kennenzulernen – weit über K-Pop und K-Dramen hinaus, die in Europa oft im Mittelpunkt stehen. Insgesamt ist das Wissen über Korea dort noch vergleichsweise begrenzt. Südkorea lässt sich für mich als eine faszinierende Mischung aus westlichen Einflüssen, insbesondere durch das Christentum, rasanter Modernisierung und einer weiterhin stark konfuzianisch geprägten Gesellschaft beschreiben. Gleichzeitig ist spürbar, dass das Land aktiv nach einer eigenen kulturellen Position sucht. Ein besonders wichtiger kultureller Meilenstein ist die Entwicklung des koreanischen Alphabets Hangul, das nicht nur die Alphabetisierung, sondern auch die Verbreitung von Literatur und kulturellen Narrativen maßgeblich gefördert hat.

Auch das Stadtbild Seouls ist weit mehr als die im Reiseführer beschriebenen modernen Hochhäuser und historischen Paläste: Über 600 Meter hohe Berge liegen direkt im Stadtgebiet, und nur wenige Schritte vom geschäftigen Großstadtleben entfernt findet man plätschernde Bäche und von Bergen umgebene Naturlandschaften. Gleichzeitig wird auch die große soziale Ungleichheit deutlich sichtbar.

Ich danke dem Erasmus-Programm herzlich für diese wertvolle Gelegenheit, an einer exzellenten Universität am anderen Ende des Kontinents mit herausragenden Dozentinnen und Dozenten sowie Studierenden in Austausch zu treten. Die Erasmus-Kolleginnen und -Kollegen der Freie Universität Berlin haben mich zudem bei organisatorischen Fragen stets schnell, zuverlässig und äußerst unterstützend begleitet. Ich kann meinen Kolleginnen und Kollegen eine Bewerbung nachdrücklich empfehlen.

Staff Week in Südafrika, Stellenbosch

Kathleen Plotka, Stellenbosch University – März 2026

Meine siebentägige Staff Week an der Stellenbosch University war eine rundum bereichernde und inspirierende Erfahrung. Unter dem Leitmotiv „In Africa, With Africa, For Africa“ bot das Programm spannende Einblicke in Themen wie Partnership Development, Science Diplomacy und Internationalization in Practice. Besonders wertvoll war für mich der offene und herzliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, der viele neue Perspektiven eröffnet hat.
Die Campustour hat mir sehr spannende Einblicke in das Studentenleben gegeben: Die modernen Lehr- und Lernorte sowie die lebendige Atmosphäre haben mich sehr beeindruckt. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch der International Food Evening: Internationale Studierende kochten Gerichte aus ihren Heimatländern, die wir alle probieren konnten – ein wunderbarer Abend voller Vielfalt, Begegnung und Genuss. Am Ende entschiede eine Jury, welches Land das beste Mahl kreiert hatte: Wir Deutschen mussten ein wenig schmunzeln, als Germany als Gewinner verkündete wurde.


Auch die Umgebung hat mich begeistert: Stellenbosch ist eine charmante Kleinstadt, eingebettet in eine beeindruckende Landschaft mit weitläufigen Weingütern. Mein persönliches Highlight war der Besuch eines Rugby-Spiels der Universitätsmannschaft „Maties“ – die Energie im Stadion und die Begeisterung der Fans waren einfach mitreißend.
Ein besonders schöner Abschluss war der gemeinsame Tagesausflug ins Western Cape, bei dem wir mehr über die indigene Kultur der Khoisan erfahren durften. Diese eindrucksvollen Begegnungen haben die Woche auf eine sehr besondere Weise abgerundet. Ich nehme viele neue Ideen, wertvolle Kontakte und unvergessliche Eindrücke mit.