Job Shadowing Kirgisistan

Judith Appel, American University of Central Asia – Mai 2026

Gemeinsam mit einer Teamkollegin hatte ich im Mai 2026 die Gelegenheit, eine Woche für eine Hospitation im Team der Psychologischen Beratung der American University of Central Asia (AUCA) nach Bishkek, Kirgisistan, zu reisen.
Das Team der Psychologischen Beratung der AUCA hat uns sehr herzlich empfangen und den Einblick in die psychologisch-psychotherapeutische Beratungsarbeit der Kolleginnen vor Ort war bereichernd: dort, wo wir gemeinsam Unterschiede entdeckt haben, aber auch dort, wo wir eine gemeinsame „Fachkultur“ teilen, die in beiden Ländern ähnlich ist.
Bishkek ist eine für seine Größe angenehm ruhige, sehr grüne Stadt. Die Umgebung war angenehm zu bereisen, so dass wir neben unseren Besuchen an der AUCA auch einige Eindrücke der beeindruckenden Natur Kirgisistans bekommen konnten. Die Reise war eine sehr schöne und eindrückliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Ich möchte alle Kolleg:innen nur ermutigen, sich ebenfalls um eine Hospitation an einer Hochschule im Ausland zu bemühen.

Trainingsaufenthalt in Irland

Wendy Stollberg, University College Dublin – April/Mai 2026

Unser Aufenthalt Ende April 2026 war für mich in vielerlei Hinsicht eine bereichernde Erfahrung. Wir hatten nicht nur das Glück, eine für Irland zu dieser Jahreszeit ungewöhnliche „Heat Wave“ mit Temperaturen von bis zu 18 Grad Celsius zu erleben und Dublin dadurch bei trockenem und vergleichsweise warmem Wetter kennenzulernen. Besonders wertvoll waren auch die zahlreichen interessanten und aufschlussreichen Gespräche mit verantwortlichen Personen an der UCD, durch die wir vielfältige Einblicke in das Arbeiten und Studieren an der Hochschule gewinnen konnten.
Eine zentrale Erkenntnis war, dass an der UCD förderliche Studienbedingungen und das Wohlergehen der Studierenden höchste Priorität genießen. Ebenso deutlich wurde, dass es dafür die bewusste Haltung und den klaren Willen der Hochschule braucht, entsprechende Ressourcen bereitzustellen. Die Beratungs- und Beschwerdestrukturen im Umgang mit Meldungen zu sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt sind verantwortungsvoll und durchdacht gestaltet und liefern wertvolle Impulse für unsere eigene Arbeit.

Tägliche Gespräche mit mindestens einer Gesprächspartnerin, gemeinsame Abendessen mit weiteren interessanten Kolleg*innen der UCD, eine Campusführung, viele intensive Gespräche mit meiner Reisepartnerin und Kollegin sowie natürlich Unternehmungen in der Hauptstadt Dublin – all as ergab die perfekte Mischung für einen rundum gelungenen Aufenthalt.

Una Europa Austausch in Bologna, Italien

Iana Kravchenko, Universität Bologna – März 2026

Ich habe im Wintersemester 25/26 am Una Europa Austauschprogramm im Career Service Track teilgenommen. Das war ein individueller Austausch, wo ich und eine Kollegin aus dem Career Service der Universität Bologna vom Una Europa Organisationsteam anhand unseres beruflichen Profils gematcht wurden. Im Rahmen des Programms hat die Kollegin aus der Universität Bologna unser Career Service in Berlin in Februar besucht, und ich habe anschließend das Career Service der Universität Bologna in März besucht. Der Austausch war sehr hilfreich und ich habe neue Perspektive und Impulse für die Arbeit im Career Service bekommen. Ich habe unterschiedliche Abteilungen kennengelernt, die mit dem Career Guidance Office in Bologna zusammenarbeiten. Der Zeitraum für mein Besuch war auch gut gewählt, weswegen ich bei den Vorbereitungen für eine große Karrieremesse und am Tag der Messe dabei sein konnte. Ich habe auch Projekte kennengelernt, wo die Universität Bologna mit staatlichen Strukturen und dem Senat zusammenarbeitet, um Talente in der Region zu halten. Da ich auch in einem Projekt an der FU arbeite, fand ich es sehr spannend. Ich konnte auch sehen, dass andere Universitäten ähnliche Herausforderungen in der Arbeit mit Studierenden haben und über mögliche Strategien sprechen. Es war besonders gut, dass in der Zeit von meinem Aufenthalt in Bologna noch eine Kollegin aus den Niederlanden zum Austausch da war. So konnte ich zusätzlich ein Verständnis für die Arbeit vom Career Service in Niederlanden bekommen. Ich würde allen KollegInnen sehr empfehlen die Möglichkeit für einen Austausch zu nutzen, da es sehr viele Inspirationen für die eigene Arbeit gibt und allgemein eine sehr bereichernde Erfahrung ist.

Trainingsaufenthalt in Akureyri, Island

Julia Peschel, Universität Akureyri – Februar 2026

Am 15.2.2026 flogen meine beiden Kolleginnen und ich von Berlin nach Reykjavik und von dort aus weiter nach Akureyri in den Norden Islands. Der Besuch der Universität in Akureyri entstand zunächst aus dem persönlichen Wunsch Island kennenzulernen; insbesondere aber nach der Kontaktaufnahme mit mehreren Hochschulen überzeugte uns der überaus freundliche und unkomplizierte Austausch mit den Kolleg*innen in Akureyri, sodass wir uns schnell für diesen Standort entschieden. Vor allem aber ist die Universität in Akureyri für ihren Schwerpunkt im Bereich Online Teaching bekannt, was uns für den fachlichen Austausch besonders interessant schien.  Da in Island viele Menschen ländlich leben oder aus anderen Gründen nicht persönlich in der Uni erscheinen können (häufig auch, weil sie in Vollzeit arbeiten), hat sich die Uni darauf spezialisiert diese Menschen ortsunabhängig zu betreuen und ihnen somit eine akademische Ausbildung zu ermöglichen. Unser dreitägiger Besuch ermöglichte uns vielfältige Einblicke in die Universität: Die Kolleg*innen vor Ort präsentierten u.a. die Allgemeine Studienberatung, psychologische Beratung, International Student Support, Bibliothek sowie die Bereiche IT, Human Resources, Remote Teaching und Quality Control.

Auch wir gestalteten eine Präsentation zur Freie Universität Berlin und stellten unsere Angebote vor. Wir fühlten uns durchgängig außergewöhnlich herzlich und engagiert betreut. Neben dem fachlichen Austausch bot uns der Aufenthalt die Gelegenheit Akureyri und die Umgebung kennenzulernen. Nach der Weiterreise per Bus nach Reykjavík und einem eintägigen Aufenthalt dort erfolgte die Rückreise am 21.2. nach Berlin.

Trainingsaufenthalt in Kairo, Ägypten

Alexandra Bärenfeldt, Cairo University – November 2025

Mein Erasmus+ Aufenthalt in Kairo hat mich in vielerlei Hinsicht bewegt, persönlich wie beruflich. Ich wurde überrascht, herausgefordert, inspiriert, sensibilisiert und beeindruckt. Ich bin mit vielen Fragen angereist und mit neuen Perspektiven zurückgekommen.

An der Cairo University führte ich zahlreiche Gespräche mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen, erhielt Einblicke in administrative sowie akademische Abläufe und lernte die Strukturen einer der größten Universitäten des Landes mit 260.000 Studierenden kennen. Inhaltlich standen der Austausch über Mobilitätsformate, Studienstrukturen und Möglichkeiten zur Intensivierung des Studierendenaustauschs, insbesondere zwischen unseren juristischen Fakultäten, sowie das Networking mit Kolleg*innen vor Ort im Mittelpunkt. Campusbesuche, Bibliotheken und das Universitätsmuseum gaben mir zudem ein umfassendes Bild des akademischen Lebens.

Auch externe Programmpunkte waren wertvolle Teile dieser Reise. So unterstützte ich beim Studieninformationstag der Deutschen Evangelischen Schule Kairo den DAAD und das FU-Verbindungsbüro, hielt einen Vortrag zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin und beantwortete Fragen der Schüler*innen. An der Europa-Schule Kairo beriet ich Eltern und beantwortete Fragen zum Jurastudium an der Freien Universität Berlin. Ein gemeinsames Abendessen des DAAD mit Vertreter*innen deutscher Universitäten ermöglichte den weiteren fachlichen Austausch.

Ich durfte viele engagierte, ambitionierte und inspirierende Frauen in unterschiedlichen Funktionen kennenlernen, ein Aspekt, der für mich persönlich besonders wertvoll war. Gerade diese Gespräche haben mir gezeigt, wie vielfältig und modern das Land ist, insbesondere die Stadt Kairo.

Gleichzeitig war der Aufenthalt für mich eine wertvolle persönliche Lernreise. Es war meine erste (längere) Reise allein, und ich habe die Stadt häufig auf eigene Faust erkundet. Auch habe ich mich im Vorfeld selbstverständlich gründlich informiert, doch rückblickend gemerkt, dass frühere Auslandserfahrungen mich ein Stück weit selbstsicherer fühlen ließen, als es in manchen Situationen gegebenenfalls angebracht gewesen wäre. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, insbesondere als alleinreisende Frau, aufmerksam zu sein und das eigene Sicherheitsgefühl, vor allem in einer fremden Umgebung, ernster zu nehmen. Eine Erkenntnis, die keinesfalls einschränkend, sondern wertvoll war. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich insbesondere anderen Frauen, die einen Erasmus+ Aufenthalt in Kairo planen, Folgendes mitgeben: Die eigene Intuition ist ein guter Kompass und verdient Vertrauen. Scheut nicht davor, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, sei es durch bereits geknüpfte berufliche Kontakte oder durch vertrauenswürdige geführte Touren über renommierte Plattformen. Das schafft Sicherheit, ermöglicht neue Perspektiven und bereichert die eigenen Erlebnisse vor Ort. Man muss nicht alles im Alleingang erkunden.

Trotz dieser reflektierten Momente überwiegt für mich eindeutig die große Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft, die ich in Kairo erfahren habe. Diese Eindrücke tragen wesentlich dazu bei, dass ich mich jederzeit wieder für einen Aufenthalt in dieser faszinierenden Stadt entscheiden würde.

 

Trainingsaufenthalt in Tblisi, Georgien

Clara Schumann, Ilia State University – Oktober 2025

Im kleinen Land Georgien kann man wunderbar und komfortabel wandern (in Swanetien hatten wir in unseren Guesthouses jeden Abend eine warme Dusche und meistens auch funktionierendes Wifi), baden (im Schwarzen Meer), gut essen und trinken (ich empfehle bernsteinfarbenen, in der Amphore gereiften Weißwein) und in der Hauptstadt (Tbilisi) auch lange ausgehen. Außerdem braucht man kein eigenes Haustier, da überall friedliche (Straßen)Hunde, Katzen, aber auch Kühe, Pferde und Schweine unterwegs sind, die sich für einen Apfel oder ein Stück Wurst die Köpfe kraulen lassen. Trotz vieler Streicheleinheiten habe ich mir keine Flöhe eingefangen.

Im Gespräch mit Mitarbeiter*innen, Professor*innen und Doktorand*innen der Ilia State University in Tbilisi habe ich gelernt, wie dürftig die georgischen Universitäten im Vergleich zu den deutschen mit öffentlichen Geldern ausgestattet sind, und dass sie fast vollständig auf internationale Konsortien angewiesen sind, um Forschung betreiben zu können. Die Promotion ist im Vergleich zu hier eine höchst kompetitive Angelegenheit, zu der nur sehr wenige Absolvent*innen zugelassen werden, und die fast immer neben einem Vollzeitjob geleistet werden muss. Ich bewundere das Durchhaltevermögen meiner Gesprächspartner*innen, die sich trotz widriger Bedingungen darum bemühen, dass die Doktorand*innenausbildung höchsten internationalen Standards entspricht, und wünsche Ihnen noch mehr davon, um sich unter den immer repressiveren politischen Bedingungen behaupten zu können.

Trainingsaufenthalt in Samarkand, Usbekistan

Sabine Boomers, Samarkand State University – September 2025

Mein Besuch der Samarkand State University war der zweite Aufenthalt in einem postsowjetischen Land in Zentralasien. Aber anders als in Kasachstan ist hier weniger der russische Einfluss als vielmehr die lange und bewegte Geschichte persischer, arabischer oder mongolischer Herrschaft präsent.
Die Samarkand State University ist eine traditionsreiche Hochschule, die mitten im Zentrum der Stadt liegt. Meine Besuchsprogramm hatte ich im Vorfeld abgestimmt, allerdings ist eine gewisse Flexibilität hinsichtlich Kontakten und Zeiten denn doch erforderlich. Ich wurde überall sehr herzlich empfangen; auch die sprachliche Kommunikation klappte gut, da mich stets englischsprechende Studierende begleiteten. Insgesamt war der Austausch betr. mein Arbeitsfeld und gemeinsame (Forschungs-) Projekte sehr produktiv.


Für mich war es eine großartige Erfahrung, Usbekistan als einen mir bislang unbekannten Staat in Mittelasien, mit sehr junger Bevölkerung, einem sehr moderat gelebten Islam und Kreuzungspunkt der historischen Seidenstraße entdecken zu können. Die alten Städte Samarkand und Buchara weisen eine atemberaubende Architektur zahlloser Moscheen auf, deren mächtige Kuppeln, Tore, kunstvollen Fliesen und Goldornamente um die Wette glitzern.


Touristisch gesehen ist Usbekistan seht gut erschlossen, Schnellzüge sind wirklich schnell und pünktlich. Abgesehen von usbekischer, mongolischer und russischer Küche gibt es einige hippe Cafés, in denen es sogar Mandelmilch gibt. Andere westliche Konsumgüter wie Kleidung und Schuhe sind allerdings selbst in den großen Städten nicht zu finden. Kurzum: Ein entspanntes Abenteuer!

 

Trainingsaufenthalt in Vancouver, Kanada

Heike Herforth, University of British Columbia – Juni 2025

Meine Reise nach Vancouver und an die University of British Columbia war absolut atemberaubend, lehrreich und erkenntnisreich. Bereits vor Reiseantritt hatte ich einen Wochenplan erhalten, war somit bestens informiert und konnte mich gut vorbereiten. Ich wurde von allen Gesprächspartner*innen unglaublich freundlich und interessiert empfangen und erlebte durchweg spannende Meetings.
Besonders charmant fand ich, dass ich eine exklusive Campus-Tour bekommen habe. Ich konnte sämtliche Fragen stellen und erhielt dadurch viele Hintergrundinformationen, die bei regulären Campus-Führungen normalerweise nicht thematisiert werden.
Der in sich geschlossene Campus, die zahlreichen Lernorte für Studierende und auch die Food-Courts waren großartig – alles lud zum Verweilen ein. Die Lernorte waren vielfältig nutzbar – ob zum individuellen Lernen, in Gruppen oder für Teammeetings. Was ich besonders beeindruckend fand, war die technische Ausstattung, die den Studierenden zur Verfügung steht, sowie deren Umfang.

Auch außerhalb der Universität konnte ich in meiner Freizeit Vancouver und Umgebung erkunden – eine wirklich fantastische Stadt. Die allgemeine Freundlichkeit hat mich beeindruckt, ebenso wie der respektvolle Umgang miteinander in den öffentlichen Verkehrsmitteln – phänomenal! Da könnte sich Berlin wirklich eine dicke Scheibe abschneiden.
Was enorm zur Entschleunigung beigetragen hat, war der gleichzeitige Ausblick auf Berge und Wasser. Die umliegende Natur – einfach Wahnsinn. Eine wirklich lebenswerte Stadt und eine großartige Universität.