Mein Praktikum an der Konrad-Adenauer-Stiftung im Auslandsbüro Argentinien hat mein Studium fachlich sowie praktisch sehr gut ergänzt und mir wertvolle Einblicke in die internationale Zusammenarbeit gegeben. Wer sich für internationale Politik, entwicklungspolitische Zusammenarbeit oder außenpolitische Prozesse im Rahmen politischer Stiftungen interessiert, dem kann ich ein Praktikum in einer deutschen politischen Stiftung im Ausland wirklich ans Herz legen. Man bekommt sehr tiefe Einblicke in die Arbeit der Stiftung, ihrer Partnerinstitutionen und allgemein in das breite Netzwerk, das sich aus politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammensetzt. Schon ab dem ersten Tag wurde ich sehr herzlich in das Team aufgenommen und konnte mich aktiv einbringen. Die Aufgaben waren sehr vielfältig und abwechslungsreich, wodurch ich einen guten Überblick über die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Stiftung erhalten habe. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass viel Wert auf die eigenen Interessen gelegt wurde. Wenn möglich, wurde darauf geachtet, Aufgaben zu vergeben, die mit diesen oder den Studienschwerpunkten in Verbindung stehen.
In meinem Fall lag der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Unterstützung bei der Pflege der Social-Media-Kanäle. Dazu gehörte vor allem das Erstellen und Veröffentlichen von Beiträgen in enger Abstimmung mit den verschiedenen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinators. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kommunikation immer stärker über digitale Kanäle verläuft, habe ich diese Aufgabe als besonders bereichernd empfunden. Ich konnte nicht nur meine eigenen kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln, sondern auch einen Einblick in die strategische Öffentlichkeitsarbeit einer politischen Stiftung gewinnen. Dabei lernte ich, wie wichtig ein konsistentes Auftreten nach Außen, die Wahl der richtigen Sprache sowie die zielgruppengerechte Aufbereitung von Inhalten sind.
Was mir zusätzlich besonders gefallen hat, war die Möglichkeit, an zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen. Dabei wurden sehr unterschiedliche und zugleich hochaktuelle Themen aufgegriffen. Die Schwerpunkte lagen insbesondere auf Politik, Wirtschaft, politischer Kommunikation, der Zukunft des Journalismus sowie internationaler Kooperation. Die Veranstaltungen fanden in unterschiedlichen Formaten statt: organisierte Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten, Buchvorstellungen oder auch Seminare und Kurse an der Universidad Católica Argentina (UCA). Dort standen häufig sicherheitspolitische Themen wie Terrorismus, internationale Bedrohungslagen und Sicherheitsstrategien im Fokus. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen war in der Regel freiwillig, es sei denn, es wurde dringend Unterstützung bei der Organisation oder Durchführung benötigt.
Auf diesen Veranstaltungen habe ich häufig Fotos und Videos gemacht, die anschließend über die Social-Media-Kanäle verbreitet wurden. Es gehörte im Rahmen der Veranstaltungen auch dazu, kurze „Berichte“ zu schreiben, die anschließen auf der Website der KAS-Argentinien veröffentlich wurden. Diese Berichte tragen dazu bei aufzuklären, was die KAS in Argentinien macht und welche Themen behandelt werden.
Besonders spannend war für mich, Diskussionen über aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen hautnah mitzuerleben und dabei auch Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft kennenzulernen.
Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass das Team im Auslandbüro sehr offenherzig ist. Es sorgt dafür, dass man sich von Anfang an willkommen fühlt.
Insgesamt was das Praktikum eine sehr wertvolle Erfahrung, die mir nicht nur praktische Einblicke in die Arbeit einer politischen Stiftung im Ausland gegeben hat, sondern auch mein Verständnis für internationale Politik und transnationaler Zusammenarbeit vertieft hat. Ich kann dementsprechend ein solches Praktikum nur empfehlen. Besonders für Studierende, die sich für internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik, politische Kommunikation oder vergleichende Politikwissenschaft interessieren.
(2026)
Tipps für andere Praktikant:innen
Vorbereitung
Wenn möglich den Flug früh kaufen, auch wenn ihr noch kein Geld von Erasmus bekommen habt, da sie sonst sehr teuer werden können. Sonst generell alles möglichst früh vorbereiten, damit bei der Ankunft alles reibungslos läuft.
Beantragung Visum
Für deutsche Staatsbürger reicht das Touristenvisum aus. Wenn nötig könnt ihr kurz in ein Nachbarland ausreisen – in meinem Fall war es mit der Fähre nach Uruguay – damit sich euer Visum verlängert.
Praktikumssuche
An möglichst vielen freien Stellen bewerben.
Wohnungssuche
Für die ersten Wochen würde ich ein Hostel oder Airbnb empfehlen und dann vor Ort auf die Suche gehen, da man für die gängigen Plattformen eine argentinische Nummer benötigt. In meinem Fall hat mir die Mutter einer Freundin eines Freundes mit einer Mietwohnung geholfen.
Versicherung
Ich habe die HansaMerkur Auslandsversicherung abgeschlossen für ca. 55€ im Monat.
Sonstiges
Unterschätzt den Winter in Argentinien nicht 😉
Formalitäten vor Ort
Telefon-/Internetanschluss
Eine SIM-Karte ist leicht an einem Kiosk zu bekommen. Für einen Vertrag braucht ihr aber ein argentinisches Ausweisdokument oder offizielle Aufenthaltserlaubnis. Ich bin mit einer Prepaid SIM-Karte gut ausgekommen.
Bank/Kontoeröffnung
Deutsches Bankkonto reicht aus. Mit einer Visa Debit Karte lässt sich in Argentinien fast alles bezahlen. Ansonsten lohnt es sich Bargeld mitzubringen (Euro oder Dollar) und das in die nationale Währung umzutauschen. Falls das keine Option ist, ist WesternUnion die beste Möglichkeit sich selbst Bargeld zu schicken.
Alltag/Freizeit
Buenos Aires ist mit Berlin vergleichbar. Viele Freizeitmöglichkeiten und Kulturangebote.
Ausgehmöglichkeiten
Es gibt viele Parks, Museen, Clubs, Bars und kulturelle Einrichtungen für jeden Geschmack. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch gut nutzbar.