Lehraufenthalt in Ungarn

Hartmut Zinser, Universität Szeged, Ungarn. 23.04.-29.04.2023

Ein Erasmus Aufenthalt ist in vieler Hinsicht sehr nützlich. Er ermöglicht einem seine These und Überlegungen vor anderen Studenten vorzutragen und andere Positionen im persönlichen Gespräch kennen zu lernen. Man erhält durch die Fragen und Diskussionsbeiträge viele Hinweise, die man sonst vielleicht nicht berücksichtigt. Auch hat man mehr und wiederholte Gelegenheiten, mit den Kollegen ausführlich zu sprechen. Ich habe dieses Mal zwei Themen verhandelt: zum einen die Frage: was ist eine heilige Schrift. Dies wird meistens eher nebensächlich behandelt und die großen Unterschiede zwischen einem Opferkult und einem Wortgottesdienst ausgeblendet. Ein Opferkult braucht zwar Anrufungen und Gebete, aber keine Lesung von heiligen Texten und deren Auslegung in einer Predigt, dies aber steht im Zentrum eines Wortgottesdienstes. Opferkulte brauchen streng genommen keine heiligen Texte und Texte haben deshalb auch einen anderen Status als in Offenbarungsreligionen, in denen nach ihrem Eigenverständnis Gott in später meist kanonisierten Texten seine Anweisungen, durch welches man Erlösung oder ein ewiges Leben erlangen kann.
Zum anderen habe ich den Untergang von Religionen erörtert, dies ist ein häufig vermiedenes Thema. Untergang ist deutlich von Säkularisierung zu unterscheiden. Ich versuchte zu demonstrieren, dass bisher nur Religionen andere Religionen zum Untergang und Verschwinden gebracht haben, politische Bewegungen und Regierungsmaßnahmen aber nicht. Dieses Thema ist für die weitere Erörterung der Zukunft der Religionen von großer Wichtigkeit. Es war auf jeden Fall hilfreich, vor anderen Studenten und Mit anderen Kollegen diese Fragen zu erörtern.

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Trainingsaufenthalt in Schottland

Andrea Tatai, University of Edinburgh, Schottland. 17.04.-21.04.2023

Erfahrungsbericht des Austauschbesuchs mit Kolleg*innen aus Edinburgh

Kolleginnen der abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe „Sichtbarkeit von Bibliotheksservices“ der Universitätsbibliothek an der Freien Universität Berlin haben sich mit Kolleginnen der University Library of Edinburgh zu einem einwöchigen Austausch verabredet. Neben one2one-Meetings in der jeweiligen fachspezifischen Disziplin (Leitungsfragen, Forschungsdatenmanagement, Open Access sowie Universitätssammlungen) standen Meetings mit Kolleginnen der Abteilung „Academic Services“, dem Studierendenservice „Ed Help“ und der Abteilung „Research Support“ auf dem Programm. Die Arbeitsgruppe hat sich aktiv durch zwei Präsentationen über die Struktur der UB der FU und über einen neuen Service „Startpaket“ für neu berufene Professorinnen beteiligt.
Darüber hinaus fanden zahlreiche Bibliotheksbesuche statt: die Law Library der University of Edinburgh (UoE), die Central Library der UoE (besonders interessant war hier ein Gespräch mit dem Betreuer des Makerspaces „uCreate“), der Scottish National Library und des Musikinstrumente Museums „St Cecilia’s Hall“, in dem von der Bibliothek verwaltete Exponate ausgestellt sind.
Besonders gewinnbringend war die Reise in einer Gruppe: so konnten gewonnene Eindrücke ausgetauscht und diskutiert werden, was zu einem vertieften Verständnis des Erlebten führte. Natürlich kamen auch außerdienstliche Aktivitäten nicht zu kurz, wie Pub-Besuche (z. T. auch zusammen mit den Kolleg*innen aus Edinburgh), einen Ausflug an die Küste zu Portobello Beach und das Erwandern von Arthur’s Seat, einem nahegelegenen Berg mit Panoramablick auf die Stadt.

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Trainingsaufenthalt in Japan

Sabine Boomers, Sophia University, Japan. 14.04.-20.04.2023

Die Kolleginnen des Office of Global Education and Collaboration der Sophia University hatten ein ausgezeichnetes Programm für mich erstellt, so dass ich das breitgefächerte Spektrum von Qualitätssicherung in Studium und Lehre mit verschiedenen Ansprechpartner*innen diskutieren konnte. Dieser inhaltliche Austausch war auf beiden Seiten auch mit Blick auf nationale und universitäre Besonderheiten sehr informativ, und ich habe zahlreiche Anregungen für meinen Arbeitsbereich mitgenommen.

Mein persönlicher Tipp: Nicht vor einem Aufenthalt in einer Riesenmetropole wie Tokyo zurückschrecken. Ich habe auch viele leise Orte wie Tempel, Grünanlagen, Museumcafés gefunden. Das Metrosystem erschließt sich schnell, und bei Fragen war immer ein hilfsbereiter Mensch in der Nähe. Alleine essen zu gehen, ist unproblematisch, gut sind food courts, in denen Japaner*innen gerne auch mal kurz schlafen. Kurzum: Der interkulturelle Austausch bietet eine ganz hervorragende Gelegenheit, den Kopf für alternative Arbeitsweisen und interkulturelle Kompetenz zu öffnen.

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Trainingsaufenthalt in Indien

Lidia Guzy, Indian Institute of Technology Madras, Indien. 27.03. – 14.04.2023

Als erfahrende Indien Expertin und Ethnologin gehören Indienreisen zu meinem professionellem Forschungsaktivitäten. Doch diese Erasmus Plus Trainingsreise zum IIT Madras stellte eine ganz besondere Erfahrung für mich da!
Das IIT Madras ist eine national und international hoch angesehene indische Elite Residenz Universität deren 617 Hektar großer Campus sowohl im Zentrum der 5 Millionen Metropole Chennai als auch gleichzeitig in einem Naturpark gelegen ist, der aus dem Guindy-Nationalpark herausgeschnitten wurde. Der Campus liegt in der Nähe des Raj Bhavan, dem offiziellen Sitz des Gouverneurs von Tamil Nadu, also mitten im Zentrum der Metropole!

Ein großer Teil des Campus ist geschütztes Waldgebiet, und in dem viele bedrohte Tierarten Schulter an Schulter mit dem Menschen zusammenleben. Auf dem Campus leben frei und völlig ohne Scheu zahlreiche Chital-Hirsche, Affen und andere seltene Wildtiere und Wildvögel.
So ist die Universität wahrlich ein Modell für eine symbiotische und harmonische Verbindung von Mensch, Umwelt und Tier, die sowohl eine hoch qualitativer Bildung mit technischer und gesellschaftlicher Innovation und gelebter Nachhaltigkeit bietet: Eine wunderbar inspiriende Atmosphäre für Studierende und Lehrende! Meine Tage verflogen schnell in Begeisterung und Verzückung über die gelebte Vielfalt von Natur und Kultur, die sich in der intellektuellen Atmosphäre und freudiger Zusammenarbeit mit den Kollegen des Departments of Humanities and Social Sciences widerspiegelte. IIT Madras und Chennai – eine pure Faszination!

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Trainingsaufenthalt in China

Silvia Paoli, Peking Universität, China. 04.04.-14.04.2023

Im April 2023 verbrachte ich elf Tage im Rahmen des Erasmus+ Staff Mobility Program an der Peking University (PKU) in der Volksrepublik China. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin des Studiengangs „Integrierte Chinastudien – Bachelor Plus“ am Institut für Chinastudien der FU Berlin war es für mich besonders interessant, unsere Ansprechpartner an der Abteilung Internationales kennenzulernen. Die FU Berlin und die PKU haben seit Jahren eine strategische Partnerschaft, die durch den BAplus Studiengang seit 2021 noch vertieft wurde. Aufgrund der Pandemie war es jedoch erst Ende 2022 möglich, für die Studierenden der FU den Austausch an der PKU durchzuführen.

Während meines Aufenthalts habe ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des International Office der PKU kennengelernt und wir haben uns über die aktuelle und zukünftige Kooperation zwischen der FUB und der PKU ausgetauscht. Außerdem konnte ich einen Einblick in die Struktur der Abteilung gewinnen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin, die zu Themen der internationalen Beziehungen am Institut für Chinastudien unterrichtet, war es mir auch wichtig zu erfahren, wie an einer Hochschule in China über solche Themen diskutiert wird. Daher habe ich auch als Gasthörerin an einigen Kursen der School of International Studies teilgenommen und hatte die Möglichkeit, mich mit den Lehrenden auszutauschen. Dank dieser Erfahrung wird sich die Qualität meines Unterrichts sicher verbessern.

Ratschläge an künftige Erasmus+ Bewerber: es ist sehr wichtig, im Vorfeld klar zu haben, was man an der Partneruni machen möchte, da man den Aufenthalt selbst organisieren muss. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am International Office der PKU können alle sehr gut Englisch sprechen, jedoch sind Chinesisch Sprachkenntnisse von Vorteil, sowohl auf dem Campus als auch außerhalb.

Peking ist eine riesige Stadt, die viel zu bieten hat: leckeres Essen, Sightseeing, traditionelle chinesische Kultur und Geschichte. Es empfiehlt sich, mindestens ein paar zusätzliche Tage dafür einzuplanen.

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Lehraufenthalt in Serbien

Theocharis Grigoriadis, Universität Belgrad, Serbien. 03.04.-08.04.2023

Belgrad als Bundeshauptstadt des ehemaligen Jugoslawiens und derzeitige Hauptstadt Serbiens bietet Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen zahlreiche historische und zeitgenössische Inspirationen. Der Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus und der Ausbruch eines blutigen Bürgerkriegs zwischen einigen der Ländern des ehemaligen Jugoslawien haben kritische Fragen für die Untersuchung von Konflikten und wirtschaftlicher Entwicklung in postsozialistischen Volkswirtschaften aufgeworfen. Darüber hinaus bietet Belgrad als Kreuzungspunkt des Osmanischen Reiches und des Österreichisch-Ungarischen Reiches phänomenale Perspektiven für das Verständnis von Ost- und Westeuropa. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Belgrad verfügt über ein junges und dynamisches Forscherteam, das offen für Kooperationen in Lehre und Forschung ist. Der überaus freundliche und kollegiale Empfang war gepaart mit intensiven Seminaren und Diskussionen zu gemeinsamen Forschungsfeldern sowie einer konsequenten Konzeption von Studierendenaustausch- und Doppelabschlussprogrammen. Nach Russlands Krieg in der Ukraine ist die Universität Belgrad angesichts der geplanten EU-Erweiterung auf den Westbalkan definitiv einer der neuen Anlaufpunkte der europäischen Osteuropaforschung.

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Lehraufenthalt in Belgien

Hendrik Schwenke, Universität Antwerpen. 20.03.-24.03.2023

Die Woche, die ich an der Universität Antwerpen verbringen durfte, habe ich in vielerlei Hinsicht als sehr bereichernd empfunden.

Die Möglichkeit eine Lehrveranstaltung in einer anderen als meiner Muttersprache anzubieten, stellte eine spannende Herausforderung dar. Der rechtsvergleichende Ansatz der Vorlesung eröffnete neue und spannende Perspektiven auf Grundlagenfragen der Staatsorganisation und des Zivilrechts, die aus deutscher Perspektive zunächst einmal gerne als gegeben hingenommen werden und regte zum Nachdenken und Hinterfragen an.

Durch den vor Ort stattfindenden Austausch konnte ich Kontakte zu anderen Wissenschaftlern aus dem europäischen Ausland mit ähnlichen Forschungsinteressen knüpfen, die für meine eigenen Projekte einen großen Gewinn versprechen. Eine vertiefte Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt scheint nicht ausgeschlossen.

Gleichzeitig hatte ich neben meinen Verpflichtungen vor Ort genug Zeit Land und Leute auch außerhalb des universitären Kontexts etwas besser kennenzulernen. Als lebendige Hafenstadt mit reichhaltigem kulturellem und kulinarischem Angebot, herzlichen und offenen Anwohnern und langer und reicher Geschichte bot Antwerpen dafür den perfekten Rahmen.

Die ausgesprochen großzügige finanzielle Unterstützung durch das Erasmus+ Mobility-Programm sorgte in jeder Hinsicht für perfekte Rahmenbedingungen.

Ich kann daher insgesamt nur jeder und jedem Interessierten empfehlen, von der Möglichkeit eines Kurzlehraufenthalts im Rahmen des Erasmus+ Mobility-Programms Gebrauch zu machen.

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Trainingsaufenthalt in Spanien

Marta Gogluska-Obirek, Universidad de Granada, Spanien. 20.03.-24.03.2023

Ich habe vom 20. bis zum 24. März an einer Staff Week ‚Calidad en la Movilidad Internacional‘ (‚Quality in International Mobility‘) an der Universidad de Granada in Spanien teilgenommen. Das Programm umfasste Vorträge und Workshops sowie eine Campustour und eine kulturelle Aktivität (Besuch des Parque de las Ciencias).

Die Hauptthemen waren Hochschulallianzen, diverse KA2-Projekte, z.B. Ticket, Digipass, Unisafe sowie zentrale Themen in der Erasmus-Arbeit, z.B. die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen, Beratungsangebote für Studierende, Anwendung der E-Learning Tools zur Unterstützung der Mobilitäten.

Meine Gruppe bestand aus Koordinatorinnen und Koordinatoren aus Programm- und Partnerländern mit vielen Teilnehmer:innen aus Südamerika und Europa, sowie einigen aus Afrika.

Da das Programm in Spanischer Sprache angeboten wurde, konnte ich die Sprache im beruflichen Kontext anwenden und meine Kenntnisse vertiefen und verbessern.

Ich konnte viele neue beruflichen Kontakte knüpfen und meine sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten verbessern. Außerdem habe ich viele neuen Einblicke in diverse Erasmus-Projekte erhalten.

Der Austausch mit den Teilnehmer:innen aus den anderen Ländern und Kulturen war sehr bereichernd und ich kann eine solche Erfahrung vom ganzen Herzen allen Kolleginnen und Kollegen empfehlen!

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