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WiMi-Interessen in den Personalrat!

Im Februar überreichte die Initiative FU:fair&unbefristet dem Präsidium einen Forderungskatalog „Für Entfristung und faire Arbeitsbedingungen an der FU“. 1.346 Kolleg*innen und Studierende haben die Petition unterzeichnet. Präsident und Kanzlerin halten seitdem aber die Füße still. Ohne den zusätzlichen Druck eines starken Personalrats werden sie sich nicht bewegen: Dabei dürfen die Interessen des Mittelbaus nicht länger zu kurz kommen!

Die Freie Universität muss geltendes Recht endlich auch im Sinne ihrer Beschäftigten anwenden. Das gilt gerade jetzt bei der coronabedingten Sonderregelung des WissZeitVG: Für Verträge, die zwischen dem 1. März und 30. September 2020 bestehen, verlängert sich die zulässige Befristungsdauer um 6 Monate. Dem folgt das Präsidium bislang auch.[1] Doch das Bundesministerium sieht ebenfalls für Verträge, die zwischen 1. Oktober 2020 und 31. März 2021 bestehen, eine Verlängerung um weitere sechs Monate vor.[2] Hier darf es keine Kompromisse geben!

FU: Fair statt prekär

Das vorläufige Ende des Präsenzbetriebs hat die Lehrenden besonders hart getroffen. Das Präsidium hat es sowohl versäumt, die Einrichtung im Homeoffice finanziell zu unterstützen, einheitliche Regelungen zur Anrechnung von Lehrdeputaten aufzustellen, als auch die Mehrbelastung durch die Umstellung auf Digitalformate zu kompensieren. Hier braucht es Signale, die die Lehre an der FU wieder würdigen!

Fair statt prekär lautet das Ziel. Bei befristeten Verträgen muss die in der Wissenschaft gültige Befristungsdauer ausgeschöpft werden, d.h. 4+2 Jahre in der Promotionsphase, 3+3 Jahre für PostDocs. Ohne nachhaltige Personalentwicklung wird die FU auch weiterhin Schlusslicht bei der Befristungsquote bleiben.


[1] Laut Rundschreiben von Kanzlerin Bör vom 10.06.2020 mit dem Betreff „Unterstützung der Beschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter [sic] im Zuge der Corona-Pandemie“.

[2] Die „Verordnung zur weiteren Verlängerung der zulässigen Befristungsdauer nach § 2 Absatz 1 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes aus Anlass der COVID-19-Pandemie (WissZeitVG-Befristungsdauer-Verlängerungs-Verordnung – WissBdVV)“ trat am 01.10.2020 in Kraft. Siehe Beschlussfassung im Bundesrat unteer: https://www.bundesrat.de/bv.html?id=0484-20. Letzter Abruf: 06.11.2020.

Rede im Akademischen Senat zur Übergabe der Petition an das FU-Präsidium

Am 12. Februar 2020 vor dem Akademischen Senat der Freien Universität gehaltene Rede anlässlich der Übergabe der Petition „Für Entfristung und faire Arbeitsbedingungen“ mit mehr als 1.300 Unterschriften. „Rede im Akademischen Senat zur Übergabe der Petition an das FU-Präsidium“ weiterlesen

Aufruf zur Kundgebung am 12.02.2020

Aufruf zur Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen an der FU Berlin, 12.02.2020

Liebe Mitstreiter*innen an der FU Berlin,

die Initiative FU:Fair&Unbefristet lädt euch ein, zur Übergabe unserer Petition für bessere Arbeitsbedingungen an der FU Berlin zu kommen.
Zum Unterzeichnen auf Open Petition hier klicken

Wir sind eine Gruppe bestehend aus Doktorand*innen, Lehrbeautragten, Wissenschaftlichen und Studentischen Mitrbeiter*innen sowie wissenschaftsunterstützenden Kolleg*innen an der FU Berlin und haben im Wintersemester über 1000 Unterschriften gesammelt, die wir bei der Sitzung des Akademischen Senates  an die Universitätsleitung übergeben werden.
Zeigt eure Unterstützung und kommt mit uns!

* 12.02.2020, ab 13:30 Uhr
* 13:30 Uhr: Kundgebung vor der Veggie-Mensa, Van’t-Hoff-Straße
* 14:30 Uhr: Kundgebung vor dem Henry Ford Bau, (Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem)

13:30 Uhr: Kundgebung/Rallye vor der Veggie-Mensa, Van’t-Hoff-Straße

14.30 Uhr: Kundgebung/Rallye vor dem Akademischen Senat, Henry-Ford-Bau, Garystr. 35


Call for a rally for better working conditions at FU Berlin,
12.02.2020

Dear community of FU Berlin,

the initiative FU:Fair&Unbefristet invites you to come to the handover of our petition for better working conditions at FU Berlin.
Click here for Signing on Open Petition

We are a group of PhD-students, freelance Lecturers, Research and Student Assistants as well as colleagues from the Science-support sector, and collected over 1000 signatures throughout the Winter term, which we will deliver to the direction of the university at the session of the Academic Senate.
Show your support and come with us!

* 12.02.2020, from 13:30
* 13:30 – Rally in front of Veggie-Mensa, Van’t-Hoff-Straße
* 14:30 – Rally in front of Henry Ford Bau, (Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem)

15.1.2020: Bundesweiter Protesttag „Frist ist Frust“ für faire Arbeitsbedingungen und Entfristung an deutschen Hochschulen

Wo? An der FU-Berlin, Mensa in der Rost- und Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45 und vor Hörsaal 2a

Wann: 15.1.2020 11-14 Uhr

Für den 15. Januar ist die Übersendung der Verpflichtungserklärungen der Länder zur Umsetzung des Zukunftsvertrages „Studium und Lehre stärken“ an den Bund vereinbart. Aus diesem Anlass ruft das Bündnis Frist ist Frust Berlin, bestehend aus ver.di Berlin-Brandenburg, GEW BERLIN und NGAWiss sowie die Initiative FU:fair&unbefristet Berlin für den 15. Januar an der Freien Universität Berlin zu einem Protesttag gegen prekäre Arbeitsverhältnisse an Hochschulen auf. Bundesweit finden an diesem Tag dezentrale Aktionen des Bündnisses Frist ist Frust statt, um Druck auf die Landesregierungen auszuüben, mehr unbefristete Arbeitsverhältnisse für das wissenschaftliche Personal an deutschen Hochschulen zu schaffen.

Mit dem Zukunftsvertrag haben Bund und Länder einen neuen Weg zur dauerhaften gemeinsamen Verantwortung für die Grundfinanzierung der Hochschulen eingeschlagen. Im Zukunftsvertrag sind Ziele und Maßnahmen formuliert, die insbesondere auf den Ausbau von unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen sowie eine Verbesserung der Betreuungssituation von Studierenden abzielen.

„Der dauerhafte Einstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung muss nachprüfbar genutzt werden, um endlich mehr Dauerstellen zu schaffen“, betonen Antje Thomass (ver.di) und Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN. Bundesweit sind aktuell 93 Prozent der unter 45jährigen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen befristet beschäftigt, an der FU Berlin beläuft sich der Anteil ebenfalls auf über 90 Prozent. „Exzellenz in Forschung und Lehre ist mit prekärer Beschäftigung unvereinbar – wer exzellent sein will, muss etwas für die Beschäftigten tun und faire Arbeitsverhältnisse schaffen“, äußert Mirjam Langhans von FU:fair&unbefristet.

Vom Land Berlin erwartet das Bündnis, eine über die Ziele der Hochschulverträge von 2018 bis 2022 hinausgehende Strategie zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Betreuungssituation an den Berliner Hochschulen. Gleichzeitig muss ein verbindliches Verfahren mit den Hochschulen und Vertretungen der Beschäftigten und Studierenden vereinbart werden, wie die Ziele erreicht werden können und welche hochschulpolitischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.

Wir laden herzlich ein, zum Aktionstag des Berliner Bündnisses „Frist ist Frust“ sowie FU:fair&unbefristet Berlin: am 15.01.2020, 11 bis 14 Uhr, an der Freien Universität Berlin, Mensa in der Rost- und Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin. Es wird Informationsstände und Aktionen sowie Kurzvorträge geben. Vor Ort stehen betroffene Beschäftigte, Studierende und Interessenvertretungen für Interviews zur Verfügung.

Academics for Peace Germany supports us

Academics for Peace Germany supports the petition against the precarious working conditions initiated by colleagues at FU Berlin and underlines that such conditions have recently become pervasive in German higher education system.

FU Berlin’deki Güvencesiz Çalışma Koşullarına Karşı İmza Kampanyasına Destek

The unions support us // Die Gewerkschaften machen mit

We are thankful to the Verdi-Betriebsgruppe and to FAU Berlin (Education section) for the public support to our campaign. We invite active members from the unions to join our mailing list and join our meetings: we want to improve our working conditions, and we need your support!

Die Verdi-Betriebsgruppe an der FU Berlin sowie die FAU Berlin (Sektion Bildung) schließen sich unserer Unterschriftensammlung an. Für diese öffentliche Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich und laden alle Gewerkschaftsmitglieder ein, sich zu beteiligen. Ihr könnt euch in unseren Info-Emailverteiler eintragen und zu unseren Treffen kommen: Um unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern, brauchen wir Euren Support!

Join our E-Mail list // Zur Anmeldung auf unserem Email-Verteiler:
https://lists.fu-berlin.de/listinfo/fu-kollektiv?&language=de#subscribe

ver.di-Betriebsgruppe an der FU

Sektion Bildung der FAU Berlin // Education section of FAU Berlin

Warum wir jetzt handeln müssen

Während die Politik und Universitäten über die Gründe der hohen Zahl an Studienabbrüchen grübeln, bejubeln die Kanzlerinnen und Kanzler der Wissenschaftsfabriken die Dynamik und Flexibilität befristeter Arbeitsverträge.

Diese Haltung hat zufolge, dass die Zustände und Bedingungen an den hiesigen Universitäten für einen großen Teil der Beschäftigten desaströs zu nennen sind – ausgenommen die wenigen unbefristeten Professuren, die die einsame Spitze bilden.

Auch in die Freie Universität Berlin ist der eiskalte Wind der maximalen Effizienz eingezogen. Im wissenschaftsunterstützenden, technischen und administrativen Bereich führen hohe Fluktuation, Befristung und schlechte Entlohnung zur Überlastung des gesamten Systems. Über 90 % des sogenannten akademischen Mittelbaus ist an der Freien Universität befristet angestellt, wobei die wenigsten Beschäftigten einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als 24 Monaten haben.

Die Liste der Unzumutbarkeiten lässt sich, angefangen bei der Auslagerung der Reinigungs- und Sicherheitskräfte an Subunternehmen hin zu entfristeten Lehrkräften mit einem Deputat von über 18 Semesterwochenstunden fortführen.

Befristet beschäftigte WissenschaftlerInnen ohne langfristige Perspektiven in der Forschung, Lehrbeauftragte, Studentische Hilfskräfte, Studierende und administrative Beschäftigte leiden unter den bestehenden Bedingungen, die sie so nicht länger hinnehmen wollen.

Wir, die Beschäftigten und Angehörigen dieser Universität, lehnen die Agenda der befristeten Beschäftigungsverhältnisse grundlegend ab. Wir fordern Partizipation und die Leitung der Freien Universität mit einer Petition zum Handeln auf, denn: 

„Es ist nicht länger tragbar, wie die FU ihre Exzellenz auf den Schultern der Beschäftigten ablädt – ohne längerfristige Perspektiven und Mitbestimmung.“

– gez. FU:fair&unbefristet