Wikis in der Praxis

Monatsspecial „Wikis“ (Teil 2/3)

Gemeinsam Inhalte erstellen und das Wissensmanagement erleichtern

Wikis ermöglichen das einfache gemeinsame Arbeiten online über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg. Wikis können über den Browser des Bürorechners, den Computer am heimischen Studienplatz, über ein Tablet oder ein Smartphone von unterwegs einfach aufgerufen werden, um Inhalte zu rezipieren und/oder zu erstellen. Die Möglichkeit über ein Wiki kollaborativ zu arbeiten, fördert den zunehmenden Einsatz in der Lehre und für das Wissensmanagement.

Der Erfolg von Wikis basiert auf dem Prinzip, das alle Benutzer/innen Inhalte im Wiki erstellen und verändern können. Dies belegt das Projekt Wikipedia, zum Aufbau einer Online-Enzyklopädie, deren Inhalte im Gegensatz zu Print-Enzyklopädien nicht von Fachredakteur/innen und Spezialisten erstellt werden, sondern von Freiwilligen. Freiwillige redigieren ebenso die Inhalte und haben die Zusammenarbeit geregelt. Laut einer Studie ist Wikipedia zuverlässiger als die Encyclopaedia Britannica, weshalb sie viele Wissensarbeiter/innen als Informations- und Referenzquelle nutzen.

Gleichwohl ist diese offene Arbeitsweise und kollaboratives Arbeiten für viele neu und ungewohnt. Wobei „Collaboration“ durchaus als eine von mehreren „Learning Skills bezeichnet wird, „that students need to develop in order to succeed in the information age„.

Mögliche Szenarien von Wikis in Lehre und Wissenschaft

Wikis lassen sich für vielfältig Zwecke sinnvoll nutzen wie die nachfolgende Liste beispielhaft zeigt:

  • Studierende können abwechselnd die Vorlesungsinhalte im Wiki zusammenzufassen und von Kommilitoninnen ergänzen lassen. Fragen und Unklarheiten lassen sich im Kommentarfeld notieren und gemeinschaftlich lösen.
  • Gemeinschaftliches Schreiben und Publizieren im Lehr-Lernkontext via Wiki üben
  • Schriftliche Planung von Entwürfen im Wiki
  • Förderung von Schlüsselkompetenzen in wissenschaftlichem Online-Publizieren
  • Verbesserung der Lehr-/Lernmethoden bei kollaborativen Erarbeitungs- und Schreibprozessen
  • Einstieg in forschungsorientierte Lehrveranstaltungen mit Nutzung eines Wikis zur Prozess-Dokumentation
  • Dokumentation von Arbeitsabläufen und Prozessen innerhalb eines Forschungsprojekts
  • Koordination und Protokollierung von Besprechungen
  • Vorstellung der Studierenden und Mitarbeiter/innen
  • Online-Brainstorming für Gruppen und Forschungsteams
  • Projektbasierte Gruppen- und Teamarbeit
  • Erstellung von Lexika, Glossaren, FAQs etc.

Weitere Einsatzmöglichkeiten finden sich hier, unterteilt in Szenarien für Lehre und Szenarien für Forschung und Wissenschaft

Praktische Szenarien für Wikis an der Freien Universität Berlin

Mit dem neuen FU-Wiki „E-Learning an der Freien Universität Berlin: Einsatzformen und Werkzeuge“ bietet das Center für Digitale Systeme (CeDiS) einen Einblick in unterschiedliche Nutzungsformen von Wikis. Fokussiert wird auf die Darstellung von Praxisbeispielen, die mit Blackboard-Wikis und Confluence-Wikis umgesetzt werden, zwei Wiki-Varianten die auf fu-eigenen Servern gehosted werden.

Die Startseite der FU-Wikis, ermöglicht den direkten Zugriff auf Wikis, die Mitarbeiter/innen für ihre Tätigkeiten im Rahmen von Lehre und Wissenschaft nutzen können, um offizielle Inhalte zu publizieren. Teils sind diese Wikis öffentlich zugänglich, teils nur für FU-Angehörige nach Anmeldung bei dem Wiki-System – insofern bietet die Liste auf der Startseite keinen vollständigen Überblick.

Ein Beispiel wie Kollaboration über ein Wiki zu positiven Ergebnissen führen kann, ist CULPANET, bei dem ein FU-Wiki in einer juristischen Großveranstaltungen im Grundstudium eingesetzt wird. Als Pilotprojekt geplant, diente es zur Umstellung der Vorlesung „Schuldrecht Allgemeiner Teil“ anhand eines dialogorientierten Szenarios. Der innovative Kern des Konzepts bei CULPANET ist ein fallbasiertes Coaching. Wissenschaftliche Mitarbeiter coachen Studierende bei der Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen in der Kleingruppe und bei der schriftlichen Formulierung der Lösung in Einzelarbeit über ein Wiki. Im Ergebnis hat bereits der erste Durchlauf 2012 zu einer Leistungsverbesserung und einer Reduktion der Nichtbestehensrate von 33% auf 11% geführt wie hier beschrieben.

Die Startseite der User-Wikis, ermöglicht den direkten Zugriff auf Wikis, für Mitarbeiter/innen und Studierende, die hier inoffizielle Inhalte publizieren können. Diese Wikis  können für Aufgaben im Rahmen von Tutorien genutzt werden, zur eigenständigen Dokumentation von Lerninhalten vom ersten Semester bis zur Graduierung, für selbstorganisierte Gruppenarbeiten und mehr.

 

Wiki-Monatsspecial
 Teil I: Wikis im Überblick
 Teil III: Wikis Starterhilfe

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