Woraus besteht die Seele, wie steuert sie den menschlichen Körper und wo ist ihr Sitz im Körper? Was geschieht, wenn ein Mensch krank wird, und was trägt zu seiner Heilung bei?
Die Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus. Antike Vorstellungen vom belebten Körper“ stellt zentrale antike Auffassungen von physischen und seelischen Vorgängen vor, die zwischen ca. 500 vor und 200 nach Christus entwickelt wurden. Die Ausstellung wird im Präparatesaal des Medizinhistorischen Museums der Charité gezeigt. Hier hatte bereits der Pathologe Rudolf Virchow die präparierten Beispiele gesunder und kranker Organe quasi topographisch angeordnet und den menschlichen Körper als einen begehbaren Ort inszeniert. Die Ausstellung wird hier nun als eine „friedliche Intervention“ eingetragen und ergänzt Virchows Programm um eine psychische Dimension.
Die Interventions-Objekte wie antike medizinische Instrumente aus der Zeit des 1. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. oder anatomische Körperteilvotive hängen mit der Lokalisation von körperlichen und seelischen Vorgängen im Körper zusammen, Beispiele attischer Vasenmalerei bringen uns die antiken Menschen und ihren Lebensstil näher. Unter den Objekten sind zahlreiche Leihgaben aus Privatbesitz und wichtigen Museen und Universitätssammlungen. Vor allem aber setzt die Ausstellung auf großformatige Bilder, die der Berliner Graphiker Christoph Geiger in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Topoi-Forschungsprojektes (D-2) Mapping Body and Soul für die zehn Ausstellungsthemen geschaffen hat.
AUSSTELLUNG 11. Mai–11. September 2016
Eröffnung 10. Mai 2016, 17:30h, Charitéplatz 1, Berlin-Mitte
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charitè,
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
BEGLEITENDE RINGVORLESUNG
10.5.2016, 17:30 – 20:30
Heinrich von Staden – Princeton University, USA
Eröffnung der Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus. Antike Vorstellungen über den belebten Körper“
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17.5.2016, 17:30 – 19:00
The Mystery of Presence and the Comparative History of the Soul
Shigehisa Kuriyama – Department of East Asian Languages and Civilizations, Harvard University, Cambridge, Massachusetts (USA)
Gesundheit in der Antike (working title)
Textauszüge aus: NEOPTOPIA 03/2016