Das Ziel: Begeisterung für BWL wecken

In drei Tagen und 30 Stunden um die ganze Welt der Betriebswirtschaftslehre: Nichts Geringeres hat sich Thomas Mellewigt, Professor an der Freien Universität für Strategisches Management, vorgenommen. Sein Projekt: die obligatorische Einführungsvorlesung in die BWL ganz grundsätzlich neu aufziehen. Im laufenden WintersemesterDas Studium wird in Semestern gezählt. Ein Semester umfasst genau ein halbes Jahr: Das Wintersemester geht vom 1. Oktober bis zum 31. März; das Sommersemester vom 1. April bis zum 30. September. In jedem Semester gibt es die Vorlesungszeit und... More hat er dies zum ersten Mal umgesetzt:

Die traditionell ein Semester lang währende Einführungsvorlesung konzentrierte der passionierte Marathonläufer und Ironman in einem Crash-Kurs für Studienanfänger.

Mit dem Ziel: Studierenden in kürzester Zeit einen Eindruck vom Fach BWL zu vermitteln, damit sie wiederum rasch eine fundierte Studienentscheidung treffen können: bestenfalls für, notfalls gegen das Fach. „Sie müssen sich nicht für alles interessieren, was ich hier erzähle“, sagte Mellewigt im Rahmen der Einführung zu seiner Blockveranstaltung, „wenn Sie einen Großteil interessant finden, reicht das: Dann wissen Sie, dass Sie die richtige Studienentscheidung getroffen haben.“

Theoretische Hintergründe und Beispiele aus der Praxis

Auf die Blockvorlesung des BWL-Professors folgte ein zweitägiges Planspiel, bei dem die mehr als 400 Studierenden als Unternehmer agieren sollten. Ihre Aufgabe: Sich auf einem Markt für Kinderrucksäcke in Teams gegeneinander zu behaupten. „Wir waren auf mehrere Länder aufgeteilt“, sagt Katinka Neumann Calderón: „In jedem Land konkurrierten mehrere Gruppen miteinander. Wir hatten eine gewisse Menge an Geld zur Verfügung, das wir unter anderem in Maschinen, Mitarbeiter, Werbung und Forschung investieren konnten.“

Auch die Einführungsvorlesung als Block anzubieten, habe sich bewährt: „So bekommen die Studierenden schnell einen Überblick“, sagt Mellewigt. Das sei einerseits wichtig, um die eigene Studienentscheidung überprüfen und gegebenenfalls das Fach wechseln zu können. „Es ist aber auch deshalb von Vorteil, weil man so stärker im Thema ist, Zusammenhänge erkennt und sich nicht in Spezialproblemen verliert.“

Das Fach und der Professor haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen

„Ich war schon von Anfang an ziemlich begeistert vom Fach BWL, konnte mir aber tatsächlich noch nicht so richtig etwas darunter vorstellen“, resümiert Katinka Neumann Calderón. „Ich möchte später gern im Marketing arbeiten, deshalb hat es mich interessiert, dass wir in der VorlesungSiehe „Lehrveranstaltungen“ etwas über Werbekampagnen und ihre Wirkungsweise gelernt haben.“

Auch Student Michael Dellermann ist zufrieden. „Der Fokus lag darauf, für sich selbst herauszufinden, ob das Studium das richtige ist. Das hat funktioniert: Ich wusste, was mich erwartet und konnte das mit meinen eigenen Interessen abgleichen.“ Besonders gut gefallen hätte ihm die Vielzahl an praktischen Beispielen, sagt der Student: „Professor Mellewigt unterrichtet sehr praxisnah, dadurch sind die Inhalte einfacher zu verstehen. Die Veranstaltung hat bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.“

Nora Lessing

Fotos: Max Braun


Ein Gedanke zu „Das Ziel: Begeisterung für BWL wecken“

  1. Das mit dem Spiel findet ich sehr gut, weil das motiviert die Leute wesentlich mehr als als irgendwelche trockene Theorie. BWL ist wesentlich interessanter als es meistens dargstellt (z. B. https://business-and-science.de/aktuelles/massenfach-bwl/). Ich denke das Lernen generell mehr in diese Richtung laufen wird, dass man durch Spiele lernt. Anhand dessen kann man auch das theoretische Wissen auch gleich umsetzen und bleibt das Wissen auch länger im Gedächtnis. Bitte mehr solcher Beiträge!

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